Israel: Missbrauchsfälle in ultraorthodoxen Gemeinden sorgen für Entsetzen

Die Polizei nahm heute nach eigenen Angaben 22 strenggläubige Juden im Alter von 20 bis 60 Jahren fest, die über einen Zeitraum von zwei Jahren dutzende Kinder, Jugendliche und Frauen sexuell missbraucht haben sollen.
Ein ultraortodoxer Jude wird am 27. März 2017 zu einem Gericht in Jerusalem eskortiert. Foto: MENAHEM KAHANA/AFP/Getty Images

In Israel sorgen Missbrauchsfälle in mehreren ultraorthodoxen Gemeinden für Entsetzen: Die Polizei nahm am Montag nach eigenen Angaben 22 strenggläubige Juden fest, die über einen Zeitraum von zwei Jahren dutzende Kinder, Jugendliche und Frauen sexuell missbraucht haben sollen. Die ultraorthodoxen Gemeinden hätten die Taten vertuscht, erklärte die Polizei.

Die 22 Männer im Alter von 20 bis 60 Jahren stammen den Angaben zufolge aus Jerusalem, Beit Schemesch, Bnei Brak und der Siedlung Beitar Ilit im besetzten Westjordanland.

Sexualstraftaten von Gemeindemitgliedern vertuscht

Die mutmaßlichen Sexualstraftaten seien unter der Aufsicht von Rabbinern zunächst nur von Gemeindemitgliedern untersucht worden, erklärte die Polizei. Die Fälle wurden demnach auf kleinen Notizblöcken dokumentiert.

In internen Verfahren sei entschieden worden, was die Verdächtigen tun müssen, um ihre Taten vor den Behörden geheimzuhalten, erklärte die Polizei. In den meisten Fällen hätten sie sich „einer Art Behandlung“ unterziehen müssen. Dutzende Opfer hätten dagegen nicht die „notwendige Behandlung“ erhalten.

In Jerusalem versuchten Gemeindemitglieder, die Festnahmen zu verhindern. Die Polizisten wurden angeschrien und mit Steinen beworfen, wie die Polizei mitteilte. Die Fensterscheiben von zwei Polizeiautos gingen zu Bruch.

Die Verdächtigen sollen nach Angaben der Polizei zunächst verhört und dann gegebenenfalls vor Gericht gestellt werden. Wie eine Polizeisprecherin sagte, wurden zunächst nur die mutmaßlichen Sexualstraftäter festgenommen. Die Gemeindemitglieder, die die Straftaten dokumentiert und vertuscht haben sollen, wurden demnach bislang nicht in Gewahrsam genommen.

10 Prozent der israelischen Bevölkerung sind ultraorthodox

Ultraorthodoxe Juden machen in Israel rund zehn Prozent der Bevölkerung aus. Sie leben nach strengem jüdischen Glauben. Einige besonders radikale Gruppen lehnen den Staat ab. Sie versuchen, sich den Justiz- und Strafverfolgungsbehörden zu entziehen und halten sich nur an ihre Religionsgesetze und Weisungen der Rabbiner. (afp)

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Bald zwei Jahre Haft für kritische Bürger? Österreich definiert „Staatsfeinde“ neu

Ab wann wird aus ein paar kritischen Bürgern eine staatsfeindliche Bewegung? Diese Frage beschäftigt die Österreicher. In Zukunft drohen bis zu zwei Jahre Haft für einen Straftatbestand, der sehr weit auslegbar ist.
Justizia Foto: DAMIEN MEYER/AFP/Getty Images

Wer sich einer „staatsfeindlichen Bewegung“ anschließt oder eine solche führt, soll in Österreich zukünftig mit bis zu einem oder zwei Jahren Haft bestraft werden. Das ist die Idee von Justizminister Wolfgang Brandstetter (ÖVP) für einen neuen Straftatbestand.

Laut offizieller Darstellung sind mit „staatsfeindlichen Bewegungen“ Staatsverweigerer ähnlich der „Reichsbürger“ hierzulande gemeint. Kritiker warnen jedoch, dass das Gesetz auch auf Menschen anwendbar wäre, die einfach nur gegen ein Bauprojekt demonstrieren oder auf in irgendeiner anderen Hinsicht Kritik äußern, denn der Vorschlag ist sehr weit auslegbar.

Anwendbar auf praktisch jeden

Die Initiative „Epicenter.Works“ warnt davor, dass auch zivilgesellschaftliche Kritik an Behörden oder Politikern unter den Tatbestand fallen könnte. Auf ihrer Website heißt es:

„Wenn das Gesetz in der geplanten Form beschlossen wird, kann man sehr einfach zum Staatsfeind erklärt werden. Es reicht, einen unliebsamen Bürgermeister zu kritisieren oder gegen politische Entscheidungen aktiv zu werden. Wer aus Umweltschutzgründen gegen ein geplantes Bauprojekt demonstriert und dabei mit friedlichem Protest versucht, die Bauarbeiten zu behindern, wird mit zwei Jahren Freiheitsstrafe bedroht.“

„Es reicht, wenn zehn Menschen staatsablehnende Haltung teilen“

Der „Standard“ berichtet am 21. Februar: „Mit dem neuen Gesetz wäre für eine strafrechtliche Verfolgung ein geringerer Organisationsgrad der handelnden Personen notwendig. Es müssten weder gemeinsame Strukturen vorhanden sein noch Kundgebungen oder Ähnliches abgehalten werden. Es reicht, wenn zumindest zehn Menschen die gleiche staatsablehnende Haltung teilen.“

Die Definition einer „staatsfeindlichen Verbindung“ existiert bereits in Österreichs Strafrecht. Zur Begründung, warum nun ein neues Gesetz her muss, heißt es in den Erläuterungen zum Vorschlag, seit Mitte 2014 würden in Österreich vermehrt Bewegungen auftreten, welche die Hoheitsrechte der Republik infrage stellen (Freeman, OPPT, Souveräne etc.). Geschätzte 1.200 Aktivisten gebe es derzeit, sagt Innenminister Sobotka laut APA. Man habe „das Thema lange nicht ernst genommen.“

Der Vorschlag lautet:

„Wer eine Bewegung gründet oder sich in einer solchen führend betätigt, die darauf ausgerichtet ist, die Hoheitsrechte der Republik Österreich, der Bundesländer oder der Gemeinden und ihrer Organe nicht anzuerkennen oder sich solche Hoheitsbefugnisse selbst anzumaßen, ist mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren zu bestrafen“ (Gesetzentwurf laut „Standard“)

Zehn Spinner rechtfertigen noch kein Gesinnungsstrafrecht“

Unter einer „Bewegung“ sind übrigens schon zehn Personen zu verstehen, schreibt die „Presse“, die in einem Kommentar davor warnt, dass der Gesetzentwurf „a) ziemlich unbestimmt ist und b) die Grenze zum Gesinnungsstrafrecht zu überschreiten droht.“ Es handele sich hier um „Anlassgesetzgebung“, die versuche, ein „Gefühl der Unsicherheit“ zu bekämpfen“. „Zehn Spinner rechtfertigen eine Straftat mit bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe nicht“, wird Strafrechtler Alexander Tipold dazu zitiert.

Der Anfang von „Bekämpfungsgesetzgebung“

„Die Schaffung eines solchen Gesinnungsstrafrechts öffnet für künftige Generationen die Tore, die schleichende Abschaffung der freien Demokratie auf der Basis von Gesetzen rechtsstaatlich formal korrekt zu betreiben“, meint dazu Christof Tschohl, Jurist und Obmann von „Epicenter.Works“.

Von der „Entgleisung des Justizministers“ entsetzt ist auch Alexander Czadilek, ein Jurist der Organisation: „Wir befinden uns offensichtlich im Übergang weg von einer ‚Strafrechtgesetzgebung‘, die inkriminiertes Verhalten sanktioniert, hin zu einer ‚Bekämpfungsgesetzgebung‘, die ‚unsere Feinde‘ schon im Vorfeld erkennen und ausschalten soll. Das ist eine enorme Gefahr für unsere Demokratie“, sagt er.

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Deutschland, Schlaraffenland – Warum der Untergang Europas unaufhaltsam voranschreitet

Europa wird derzeit von einer Migrationswelle von präzedenzlosem Umfang überschwemmt. Millionen machen sich auf, um ins gelobte Land zu gelangen. Ein Ausbau des Sozialstaats bei gleichzeitiger Öffnung der Grenzen für Immigranten ist, als drehe man die Heizung auf und öffnet gleichzeitig die Fenster. Gastautor Jürgen Fritz über Rolf Peter Sieferles letzte Schrift: „Deutschland, Schlaraffenland – Auf dem Weg in die multitribale Gesellschaft“
Abendstimmung: Farbenprächtig leuchtet der Sonnenuntergang hinter einer Allee bei Petersdorf in Brandenburg. Foto: Patrick Pleul/dpa

Als Vermächtnis hinterließ der große Gelehrte, Zivilisationskritiker und Regierungsberater Rolf Peter Sieferle zwei Manuskripte, die nun im Februar 2017 als Bücher erschienen sind: Finis Germania und Das Migrationsproblem: Über die Unvereinbarkeit von Sozialstaat und Masseneinwanderung. Ein Jahr zuvor hatte Sieferle bereits einen fulminanten Essay veröffentlicht, den letzten vor seinem Freitod im September letzten Jahres, unter dem Titel „Deutschland, Schlaraffenland – Auf dem Weg in die multitribale Gesellschaft“.  Einen besseren, tiefgründigeren Text eines Historikers gelesen zu haben, kann ich mich nicht erinnern.

Europas Sondersituation

Europa werde derzeit von einer Migrationswelle von präzedenzlosem Umfang überschwemmt, so Sieferle in seinem letzten Essay. Millionen machten sich auf, um in das gelobte Land zu gelangen. Die Bevölkerung Afrikas, aktuell über eine Milliarde, wachse jährlich um etwa 3 Prozent, also um über 30 Millionen Menschen. Einige Millionen davon machten sich jährlich auf den Weg in ein erhofftes besseres Leben. Selbst wenn es nur 10 Prozent des Zuwachses seien (nicht einmal 0,3 Prozent der Bevölkerung Afrikas), so wären dies 3 Millionen im Jahr.

Rechnen wir das hoch, so kommen wir in 30 Jahren, innerhalb von nur einer Generation, auf circa 100 Millionen Immigranten nur aus Afrika, bei nicht einmal 0,3 Prozent Emigration pro Jahr!

Hinzu kämen Migrationen aus den Bürgerkriegsgebieten des Nahen Ostens. Allein in Libyen sollen etwa eine Million Migranten darauf warten, einen Platz in einem der Boote zu finden, die sie auf den gefährlichen Weg über das Mittelmeer bringen.

Europa befinde sich in dieser Hinsicht in einer besonderen Situation, was mit seiner geographischen Lage zu tun habe, macht Sieferle deutlich. In Europa sei es im Gegensatz zu den USA physisch praktisch unmöglich, die Außengrenzen abzuschirmen, weil diese viel größer seien als die relative kurze Grenze zwischen USA und Mexiko. Hinzu komme, dass sich gerade in den Grenzgebieten in Nordafrika und im Nahen Osten immer mehr unberechenbare Staaten fänden, auf deren Kooperation nicht gebaut werden könne.

Andere Industrieländer wie Japan, Südkorea, Australien, Neuseeland befänden sich so weit von möglichen Herkunftsorten entfernt, dass die Anreise von boat people sehr riskant und relativ leicht zu kontrollieren sei. Länder wie China oder Rußland seien schwer zu erreichen und bildeten (noch) keine attraktiven Ziele. Es bleibe also Europa als der Raum, in dem der stärkste Einwanderungsdruck zu erwarten sei. Die Europäer stünden daher vor einer Völkerwanderung vergleichbar der in der Spätantike, die, wie der Althistoriker Alexander Demandt eindrucksvoll aufzeigt, zum Untergang des römischen Reichs geführt hat.

Was zeichnet Europa und speziell Deutschland aus und macht es so attraktiv?

Weshalb aber wollen so viele Menschen in Länder wie Deutschland einwandern, fragt Sieferle weiter. Die Gründe dafür lägen auf der Hand:

In Deutschland herrschten 1. Wohlstand und 2. Sicherheit. Es gebe einen funktionierenden Rechtsstaat, es drohten keine Kriege oder Bürgerkriege, keine Seuchen, das Gesundheitssystem sei exzellent und gratis, die Arbeitslosigkeit gering, die sozialen Netze seien üppig ausgebaut. Im Grunde handele es sich um eine Art Schlaraffenland.

Weshalb seien die Verhältnisse in Deutschland aber so viel besser als etwa im Irak? Das sei schließlich nicht immer so gewesen. Noch vor tausend Jahren habe dies völlig anders ausgesehen. Und vor dreitausend Jahren wären Lebensstandard und zivilisatorisches Niveau in Europa zweifellos niedriger gewesen als in Mesopotamien. Hier habe sich also in den letzten Jahrtausenden etwas drastisch geändert und es stelle sich die Frage, was es war. Wie ist es Europa gelungen, aus den agrarischen Zivilisationen auszubrechen und einen neuen Typus von Wirtschaft, Staat und Gesellschaft hervorzubringen, der Wohlstand und Sicherheit für alle miteinander kombiniere?

Sieferle nennt drei Faktorenkomplexe, die den Weg Europas in die rechtsstaatlich konstituierte Industriegesellschaft, in »die Moderne« verursacht haben: 1. technisch-industrielle, 2. kulturell-mentale und 3. politisch-institutionelle Ursachen.

Hier geht es weiter:

http://www.epochtimes.de/wissen/gesellschaft/deutschland-schlaraffenland-warum-der-untergang-europas-unaufhaltsam-voranschreitet-a2065127.html

Was wirklich heilt – Revolutionäre Gesundheitskonzepte aus der Raumfahrtmedizin

Quer-denken.tv

Veröffentlicht am 26.12.2016

Prof. Dr. Dr. Enrico Edinger Im Mittelpunkt der Forschung der Internationalen Akademie für Regulationsmedizin und Bewusstseinsforschung (INAKARB) steht der Ansatz, die in der Raumfahrt gewonnenen medizinischen Erkenntnisse für die praktische ärztliche Arbeit zu nutzen. Im Fokus steht hierbei die ganzheitliche Betrachtung des Menschen in all seinen Facetten. Was bislang Astronauten vorbehalten war, bahnt sich nun den Weg als fester Bestandteil der Gesunderhaltung in die medizinische Praxis.Im ständigen Austausch mit führenden Wissenschaftlern aus aller Welt hat sich INAKARB das enorme Potential der Raumfahrtmedizin zunutze gemacht und ein einzigartiges Gesundheitskonzept entwickelt, das erstmals die Erkenntnisse der Regulationsmedizin, der mitochondrialen Energiemedizin, der Biophysik, der Chrono- und Kosmophysik sowie der Schulmedizin unter Einbeziehung individuell angepasster Vitalstoffergänzungen zusammenführt.

Die Medizin des 21. Jahrhunderts

In der letzten Episode zum Thema „Raumfahrtmedizin“ erlebten Sie spannende Einblicke in die faszinierende Geschichte der bemannten Raumfahrt und die raffinierten Gesundheitskonzepte der Raumfahrtmedizin.
Aufgrund der überwältigenden Resonanz bieten wir Ihnen diesmal ein ganz besonderes Highlight. In einem spektakulären Film möchten wir Sie entführen auf eine Reise durch den menschlichen Körper. Erleben Sie Norbert Brakenwagenauf Entdeckungstour als „Versuchskaninchen“ in der Internationalen Akademie für Regulationsmedizin und Bewusstseinsforschung.
Hier durchlebt er wie ein Astronaut einen umfangreichen Diagnose- und Therapie-Zyklus und lässt sich auf Herz und Nieren prüfen. Dabei gehen die Behandlungsansätze weit über das Spektrum der Schulmedizin hinaus. Ein erfahrenes Team aus Ärzten, Therapeuten und Ökotrophologen unter Leitung von Prof. Dr. Dr. Enrico Edinger untersucht nämlich nicht nur die Symptome, sondern geht deren Ursachen auf den Grund, um einen effizienten und nachhaltigen Regulationsprozess anzustoßen. Daher eignen sich die Gesundheitskonzepte der INAKARB nicht nur zur Behandlung chronischer Krankheiten, sondern dienen ebenso der Prävention und Steigerung der Leistungsfähigkeit.

Spektakuläre Erkenntnisse abseits des Mainstreams

Es ist immer wieder erstaunlich zu erkennen, wie weit der medizinische Fortschritt mittlerweile ist. Abseits vom Mainstream der Pharma-Lobby und der von ihr stark beeinflussten Lösungsansätze der Schulmedizin etabliert sich ein neuer, revolutionärer Ansatz, mit dem sich nahezu jede Zivilisationskrankheit wirksam bekämpfen lässt. INAKARB ist hier innovativer Vorreiter und unerschrockener Pionier in der Entwicklung alternativer Behandlungskonzepte.
Begleiten Sie Norbert Brakenwagen auf seiner spannenden Reise. Lernen Sie modernste Diagnose- und Therapieverfahren aus der Raumfahrtmedizin kennen, erfahren Sie, welche essentiellen Kräfte durchindividuell abgestimmte Vitalstoffergänzungen freigesetzt werden und entschlüsseln Sie mit ihm das Geheimnis der enormen biologischen Verjüngungseffekte!

Links:
http://:www.inakarb.de
E-Mail: info@inakarb.de
Telefon
+49 (0) 2228 913 45 0
Fax
+49 (0) 2228 913 45 10

Adresse
Internationale Akademie für Regulationsmedizin und Bewusstseinsforschung

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KOMMENTARE • 17

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Cakravartii

Hab mir mal mein Bauchmuskelstimulationsgürtel um den Kopf gewickelt und ne Stunde laufen lassen. Wurde kurz ohnmächtig, kann jetzt aber fließend Armenisch!

Kein Schulz-Effekt: Schnellanalyse zur Landtagswahl im Saarland

Kein Schulz-Effekt: Schnellanalyse zur Landtagswahl im Saarland

Es kommen zwar noch Landtagswahlen vor der großen Bundestagswahl, doch der Auftakt ist für Martin Schulz (SPD) daneben gegangen.
Der Sieg der CDU im Saarland war so deutlich nicht zu erwarten. Der Amtsbonus von Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer behielt gegenüber dem Schulz-Hype die Oberhand. Überrascht wurden offenbar auch wieder die Umfrageinstitute – sie lagen mal wieder daneben.

Bundeskanzlerin Angela Merkel kann erst einmal durchatmen. Die Beliebtheit der amtierenden Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer brachte vermutlich den Sieg gegen den Schulz-Effekt der SPD. Inwieweit diese Konstellation auch auf Bundesebene funktioniert, bleibt abzuwarten. Die nächste Herausforderung für Merkel und die CDU kommt im Mai mit den Wahlen in Nordrhein-Westfalen und in Schleswig-Holstein. Die SPD ist in beiden Bundesländern traditionell stark. Es wird auch ein Test darüber, ob der Schulz-Hype jetzt gebrochen ist.

Im Saarland wird Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer mit hoher Wahrscheinlichkeit die große Koalition fortsetzen. Für Rot-Rot reichen die Sitze zurzeit noch nicht aus. Es könnte sein, dass sich die SPD und die Linkspartei mit Oskar Lafontaine gegenseitig Wähler weggenommen haben. Die kleinen Parteien mussten Niederlagen einstecken. Die FDP hat den Wiedereinzug in das Landesparlament verpasst. Für die Bundestagswahlen ist das für die FDP kein gutes Zeichen. Sie wird offensichtlich nicht vermisst.

Auch für die Grünen wird es auf Bundesebene nach diesem Ergebnis nicht leichter. Sie ist im Saarland in den letzten fünf Jahren kaum vorangekommen. Die aktuellen Umfragen für die Bundestagswahl sehen sie bei acht Prozent. Doch das muss bekanntlich nichts heißen.  Die AfD punktet trotz Führungsstreitigkeiten. Der Landesverband Saarland hatte sich mit der Bundesspitze um Frauke Petry überworfen. Trotzdem konnte die AfD sich heute auf ihre Stammwähler verlassen und somit ins Parlament einziehen. Allerdings ist das Ergebnis schwächer ausgefallen, als bei der AfD erhofft. Die AfD ist jetzt in elf von 16 Landtagen vertreten.

Auch bei dieser Wahl lagen die Prognosen wieder daneben. Die meisten Umfragen, wie zum Beispiel Infratest Dimap vom 16. März sahen die CDU und die SPD fast gleichauf bei knapp 35 Prozent.

Schulz im Faktencheck: Ihm geht es nur um sich

Ob seine Bürgernähe, Gesetzestreue, Ehrlichkeit, Steuergerechtigkeit oder Authentizität, im Faktencheck wird Martin Schulz demaskiert. Foto: Unzensuriert.at

Ob seine Bürgernähe, Gesetzestreue, Ehrlichkeit, Steuergerechtigkeit oder Authentizität, im Faktencheck wird Martin Schulz demaskiert.
Foto: Unzensuriert.at
26. März 2017 – 13:00

Martin Schulz, SPD-Kanzlerkandidat bei der heuer stattfindenden Bundestagswahl in Deutschland, hat bei den Medien nicht überall Freunde. FOCUS-Money-Chefredakteur Frank Pöpsel unterzog Schulz einem Faktencheck. Und in dem kommt der Sozialist äußerst negativ weg. Ob seine Bürgernähe, Gesetzestreue, Ehrlichkeit, Steuergerechtigkeit oder Authentizität, im Faktencheck weiß Pöpsel den Kandidaten zu demaskieren.

Schulz geht es um Schulz

„Schulz gehe es nur um sich selbst“, lautet sein Fazit. Erinnert wird im Faktencheck, dass Schulz als EU-Abgeordneter 262 Euro Sitzungsgeld kassierte, auch wenn er Sitzungen schwänzte. Das Erschleichen flog auf, weil ein österreichischer Fraktionskollege sich über das Brüsseler Selbstbedienungsparadies empörte.

Taggeld kassiert, wo es nur ging

Als Präsident des Europäischen Parlaments habe Schulz sogar während mehrerer Wahlkampfveranstaltungen im In- und Ausland das sogenannte Tagegeld der EU in Höhe von 304 Euro erhalten. Dies gehe aus einer schriftlichen Antwort seines Sprechers auf eine Anfrage des ARD-Politikmagazins „Report Mainz“ hervor. Die Tagegelder für EU-Parlamentarier sind eigentlich für Ausgaben im Rahmen der Parlamentsarbeit vorgesehen, vor allem für Unterkunft und Verpflegung in Straßburg und Brüssel. Martin Schulz habe laut Report Mainz dem Sender gegenüber am 22. April 2014 am Rand einer Wahlkampfveranstaltung bestritten, die 365 Tagessätze zu erhalten – soviel zur Ehrlichkeit.

Fürstlicher Mitarbeiterstab

Martin Schulz bezog als Präsident des Europäischen Parlaments Einkünfte in Höhe von mehr als 280.000 Euro jährlich netto. Bei einer Steuer- und Abgabenquote von 45 Prozent entspricht dies brutto über 500.000 Euro. In seiner Zeit als Parlamentspräsident standen ihm zusätzlich zwei Nobelkarossen von Daimler mit zwei Chauffeuren zur Verfügung. 33 Assistenten umschwärmten ihn. Im Team ein Sprecher, weitere fünf Pressesprecher, zwei Protokollanten, ein Redenschreiber und zwei schwarz gekleidete Türsteher, heißt es von Pöpsel.

Steuersünder gedeckt

Dass Schulz nun die Superreichen ins Visier nehmen will, entlarvt der Journalist ebenfalls als Finte. Schulz soll Steuervermeider nämlich geschont haben. Er verhinderte sogar einen diesbezüglichen Untersuchungsausschuss, um seinen „Duzfreund“ EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker zu schützen.

Im Leserforum erhält Pöpsel bereite Zustimmung: „Dieser Artikel war überfällig“ oder „Wer auf dieses hohle Geschwafel von diesem roten Baron Münchhausen hereinfällt ist selbst schuld“, heißt es. „Endlich wird einmal am Heiligenbild des Martin Schulz gekratzt. Ich hoffe nur, das Frank Pöpsel nicht inzwischen seinen Job verloren hat, und Opfer des Meinungspolizisten Maas geworden ist!“, meint ein anderer Leser. Nur wenig Kritik richtet sich gegen den Artikel. Etwa: „Es wird immer offensichtlicher, daß sich der Focus von einer objektiven Berichterstattung immer mehr zum Sprachrohr der CDU entwickelt. Bei der Steinbrück-Demontage hat das ja schon mal funktioniert.“

Der Focus berichtete übrigens auch darüber, dass Schulz lieber ein Frühlingsfest besuchte, anstatt an einem Koalitionsgipfel teilzunehmen.

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