Gigantischer Lebensmittelskandal in Europa

(Admin: Für diesen Dreck bezahlen wir auch noch!)
31 März 2016

Es klingt wie die reinste Horrorliste: mit Kunstdünger gestreckter Zucker, giftige Stoffe in Hühnerfleisch, gepanschte Weine, gefärbte Oliven, vergammeltes Rindfleisch oder Affenfleisch und Raupen. Das sind die unappetitlichen und gesundheitsgefährdenden Funde der Europäischen Polizeibehörde in über 57 Ländern.

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Ekel-Lebensmittel für den europäischen Markt (Bild:GLOBAL 2000; Gammelfleisch; Rechte: CC BY NC ND 2.0-Lizenz, Original: siehe Link)

Europol und Interpol, die europäische  und internationale Polizeibehörde, zuständig für grenzüberschreitende organisierte Kriminalitätsbekämpfung, konfiszierten laut eigener Pressemitteilung in einer gemeinsam koordinierten Initiative im Zeitraum zwischen November 2015 und Februar 2016 in über 57 Ländern über 10 000 Tonnen Lebensmittel und Getränke, mit den genannten Verunreinigungen, Verfälschungen und Beimischungen.

Wie das Europäische Polizeiamt am Mittwoch in Den Haag darstellte, können diese Lebensmittel »hohe Gesundheitsrisiken für die ahnungslosen Verbraucher« haben.

Detailliert sind auf der Europol- Webseite die Fahnungserfolge aufgelistet. So wurde durch die Zusammenarbeit von Polizei, Zoll und nationalen Ernährungsregulierungsbehören gesundheitsgefährdendes Ekel-Essen und gepantschte Alkoholika in Rekordmengen gefunden.

Gefärbte Oliven, mit  Düngemittel gestreckter Zucker, Raupen und Affenfleisch

In Griechenland entdeckte die Polizei drei illegale Fabriken zur Herstellung von gepanschtem Alkohol und beschlagnahmte über 7400 Flaschen. Ähnliches in Großbritannien. Dort wurden 10 000 Liter von gefälschten oder verfälschten Alkoholika wie Wein, Whisky und Wodka aufgefunden. In Burundi mehr als 36 000 Liter illegalem Alkohols.

Ungarische Beamte der Lebensmittelsicherheit entdeckten mehr als zwei Tonnen Entenfleisch, dazu bestimmt, als Gänseleber verkauft werden. Zudem wurde in Ungarn mehrere illegale Schlachtereien mit hygienisch unhaltbaren Zuständen aufgefunden (siehe Video am Ende des Artikels).

Immer wieder aufgefundene falsche Kennzeichnung und Etikettierungen lassen den Rückschluss zu, dass weltweit alle Arten von Lebensmitteln gefälscht werden. In Australien wurde bei Prüfungen entdeckt, dass 450 kg Honig vermischt oder verfälschten worden war. Eine Palette Erdnüssen wurde aufgefunden, die als Pinienkerne neu verpackt und neu etikettiert worden war, was eine erhebliche Bedrohung für Allergiker darstellt.

In einer Reihe von Fällen wurden bei Kontrollen an Flughäfen internationale Reisende beim Import illegaler Produkte identifiziert. Zollbeamte am Flughafen Zaventem in Belgien entdeckt mehrere Kilo Affenfleisch. In Frankreich beschlagnahmten und vernichtet Beamte 11 Kilo Heuschrecken und 20 Kilo Raupen.

Deutschland importiert Zucker aus dem Sudan

Die italienische Behörde entdeckte mehr 85 Tonnen Oliven, die in gemahlenen Kupfersulfatlösungen eingelegt waren um ihre Farbe zu verbessern.  Gefälscht waren auch Sardinen in Bolivien, Schokolade in Ungarn oder Süßigkeiten für Kinder in Rumänien.

Fast neun Tonnen Zucker, der mit Düngemittel vermischt war, wurde im Sudan entdeckt. Brisant für den deutschen Verbraucher: Auch Deutschland importiert Zucker aus dem Sudan. Er kommt in der Industrie zur Verwendung: Bäckereien, Süßwarenindustrie und Getränkeherstellern müssen laut einer EU-Ordnung 15 Prozent ihres benötigten Zuckers aus Schwellenländern beziehen – darunter auch aus dem Sudan.

Wie Europol mitteilt, stecken hinter dem weltweiten Betrug kriminelle Banden, die minderwertige Lebensmittel mit teuren Markenetiketten versehen und vertreiben. (BS)

Ekelfleisch aus Ungarn

http://www.metropolico.org/