Dirk Müller: Propagandamaschinerie schafft es, Merkel als „Mutter Teresa der Flüchtlinge“ zu feiern!

Veröffentlicht am 07.09.2015

Dirk Müller über die Völkerwanderung. Der Westen ist mitverantwortlich!
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Quelle: http://x2t.com/397842

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“Wie blöd kann man eigentlich sein!?”: Mr. DAX Dirk Müller über Zinswetten, TTIP und BND

O-Ton (Transkript) Dirk Müller:

Kommen wir zu den unschönen Geschichten – Die Deutsche Bank: Auf 2,5 Milliarden, so hat man sich jetzt wohl geeinigt, muss sie als Strafe für die Zinsmanipulationen zahlen. Parallel wurden auch Emails bekannt, wie untereinander kommuniziert wurde und mit welcher Frechheit sie die Märkte manipuliert haben.

Hier geht es um den Zinsmarkt, um BILLIONEN an Anleihen und weiteren Produkten, die an diesen Zinsen festgemacht sind. Die hat man beliebig hin- und hergeschoben, manipuliert, wie man es gerade brauchte. Man hat riesige Schäden rund um den Globus erzeugt und sich selbst riesige Gewinne zugeschachert.

Was am Ende davon bleibt? 2,5 Milliarden $USD Strafzahlung. Abhaken. Weiter geht’s!

Man muss sich einmal überlegen für welch kleine Summen ein Mittelständler für Jahre ins Gefängnis verschwindet, wenn der Mist baut und hier ist einfach nur eine Strafzahlung. Alle bleiben im Job, alle bleiben auf ihrem Stuhl sitzen, alle machen weiter wie bisher. Passen vielleicht ein bisschen besser auf, wenn sie beim nächsten Mal eine Email schreiben und das war es dann im Wesentlichen auch schon.

Bisher waren die Banken “Too Big To Fail”. Jetzt kann man auch sagen: “Too Big To Jail”. Da ist man zu groß und die Großen kommen nicht ins Gefängnis, aber so geht es schon seit Jahrhunderten. Die Kleinen hängt man, die Großen lässt man laufen. So kann man mitSicherheit keine freudige Bevölkerung und kein Rechtsempfinden auslösen. Der Zorn der Leute wird zu Recht immer größer.

Dann kommen wir zu den Kommunen. 27 Kommunen in NRW haben per Ende letzten Jahres 1,7 Milliarden Schweizer Franken Kredite aufgenommen. Jetzt fragt sich der geneigte Bürger, wofür eine Kommune in NRW einen Schweizer Franken Kredit braucht!? Und das fragt er sich zu Recht! Warum haben sie es aufgenommen? Ausgerechnet die klammen Kommunen haben das getan, weil sie sich so erhofft haben ein paar Prozentpünktchen niedrigere Zinsen zu bekommen. Dass da ein wahnsinniges Währungsrisiko hinten dran steckt, wenn die Währung sich verschiebt plötzlich Verluste entstehen, das konnte ja niemand ahnen, denn man hat ja sonst nichts mit Geld zu tun. [Anm. StatusQuo Blog: *Ironie off*]

So ist da jetzt ein Schaden von etwa 344 Millionen Euro entstanden bei den Kommunen, die eh schon klamm sind. Warum? Weil sie ihren ganz normalen Haushaltsgeschäfte mit dem Zocken auf eine Währung verbinden müssen. Wie blöd kann man eigentlich sein!?

Die WestLB hat hier ganz massiv in diese Richtung beraten. Obwohl. Von “Beratung” kann hier wohl keine Rede sein. “Reingeritten” ist wohl der richtige Ausdruck. So etwas müsste eigentlich verboten sein! In einigen Bundesländern ist es das auch. Und so etwas sollte auch bundesweit nicht vorkommen. Wieso sollte irgendeinen Gemeinde in Deutschland auch einen Schweizer Franken Kredit aufnehmen, wenn sie nicht in der Schweiz investieren muss oder dort Ausgaben hat?

TTIP. Auch hier immer wieder neue Themen und dieses “TTIP”, es wird kommen. Da können wir uns auf die Hinterfüße stellen oder auch nicht. Es gibt diesen Demonstrationen dagegen. Die gehen unter und es wird kaum noch darüber berichtet. Das “interessiert ja kaum noch jemanden”. Durch die kalte Küche wird immer mal wieder etwas durchgestochen an Informationen und wenn man das liest, dann kann man nur den Kopf an die Wand schlagen und fragen “Was kommt da nur auf uns zu?”.

Neue Gesetzesvorschläge müssen jetzt künftig darauf geprüft werden, ob sie den Konzernen schaden könnten. Es wird dann eine neue EU/US-Kommision geben, bei der auch dieKonzerne vertreten sind. Sobald ein Bundes- oder Landtagsabgeordneter die Idee zu einem Gesetzesentwurf hat, muss er das vorher bei dieser neuen EU-Kommision einreichen. Da überprüfen dann die Konzerne und die anderen die am Tisch sitzen, ob ihnen das ihnen Schaden könnte und wenn es ihnen Schaden könnte, wird dieser Gesetzesvorschlag gar nicht erst eingereicht.

Meine Damen und Herren, das ist das Ende der Demokratie! Das ist der Beginn der Herrschaft der Konzerne!

Auf dem Weg sind wir bereits seit langem, aber mit diesem “TTIP” wird es endgültig besiegelt.

Dann kommt noch der BND ins Spiel. Da können wir uns noch einmal den nächsten Kopf an die Wand schlagen. BND und NSA haben wohl jahrelang gemeinschaftlich europäische Unternehmen und europäische Politiker ausspioniert. Die NSA hat die IP-Adressen und die Netzwerkdaten geliefert, der BND hat es eingespeist und man hat gemeinsam spioniert. Wenn EUROPÄISCHE Unternehmen ausspioniert werden, zu wessen Gunsten geht das dann am Ende!?

Da muss man sich wirklich fragen: “Was machen wir hier eigentlich?”, wenn unsere eigenen Nachrichtendienste unsere eigenen Unternehmen FÜR ANDERE ausspionieren. Wie blöd kann man eigentlich noch werden!?

Es ist eine verrückte Welt und sie scheint von Tag zu Tag verrückter zu werden.

Beitrag ursprünglich erschienen auf: cashkurs.com

http://www.statusquo-blog.de/

 

Dirk Müller – „Russland ist von einer Staatspleite weit entfernt“

Die Stimmen zu einer Pleite Russlands werden lauter. Man vergleicht die Krise mit der Pleite in den 90er Jahren. Doch damals war das Land hoch verschuldet. Heute steht die Nation viel stabiler da, findet Dirk Müller.

 

Was sagen Sie nun, Herr Frey?

03. Dezember 2014  (Kommentar von Niki Vogt) Nach der Meldung vom gestrigen Abend, daß Poroschenko einfach ratzfatz drei Ausländer mit innigen Verbindungen zur US-Großfinanz per Präsidialdekret einbürgert und sie auf die wichtigsten Ministersessel hieven will, fiel mir doch gleich die unvergeßliche Talksendung „Puls4“ vom 24. November ein. In dieser Sendung genierte sich ein gewisser Herr Eric Frey, Journalist beim österreichischen „Standard“ (das Äquivalent zur deutschen BILD) nicht, mit todernsten Nasenlöchern zu behaupten, die USA habe keinerlei Interesse an der Ukraine und halte sich dahingehend völlig aus der Konfrontation zwischen Ukraine und Rußland heraus.

Dirk Müller, ebenfalls Gast in der Talkrunde, konnte ob dieser Steilvorlage gar nicht mehr an sich halten, und platzte laut lachend heraus. Das war zwar nicht ganz fein, aber inhaltlich nachvollziehbar. Diese Sendung sollte man sich unbedingt ansehen. Schon der Antexter auf der Sender-Webseite „Puls4 Pro/Contra“ ist verräterisch:

„Die Stimmung zwischen Europa und Russland ist so schlecht wie schon lange nicht. Seit der Ukraine-Krise hat sich das Verhältnis zwischen Europa und der Großmacht Russland in den letzten Monaten spürbar verschlechtert. Auf beiden Seiten verschärft sich die Rhetorik: Gegenseitig wirft man sich vor, den Konflikt anzuheizen.
Mit Corinna Milborn diskutieren unter anderem der ehemalige Grüne Europaabgeordnete Johannes Voggenhuber, „Putin-Versteher“ Dirk Müller und „Standard“-Journalist Eric Frey.“

Na, servus, möchte man da als Österreicher-Versteher sagen. Hier erstmal die Sendung in voller Länge:

Daß Herr Frey im „Standard“ schreibt, ist ja nicht verwunderlich. Derlei Revolverblattjournalismus kennen wir ja aus unserer BILD zu Genüge und die Reputation dieser Art von Boulevardblättern ist ja auch dementsprechend. Das Schlimme ist aber, daß jemand mit den steilen Behauptungen wie Herr Eric Frey, Österreich-Korrespondent der Londoner Wirtschaftszeitung Financial Times ist und auch in der Londoner Wirtschaftszeitschrift The Economist schreiben darf. Da wird einem schon ganz anders, nämlich bange.

Fassen wir mal die Aussagen des Herrn Frey zur Ukraine zusammen:

  • Die Bevölkerung der Ukrainer will unbedingt zur EU gehören.
  • Darum haben sie einen – wie Frey das nannte –  “chaotischen Volksaufstand” angefangen, um diesen Willen durchzusetzen,
  • was sie mittels – so Frey –  anschließenden “demokratischen Wahlen” schaffen wollen.
  • Die EU lockt ja auch mit dem gesamten Spektrum westlicher Werte: Weltoffenheit, Demokratie, Liberalismus, Freie Marktwirtschaft usw.
  • Deshalb ist Putin der Feind, weil er undemokratisch ist, die westlichen Werte ablehnt und, Zitat Frey: “weil er seine Macht bedroht sieht”,
  • Daher hat er (Zitat Frey) “zu militärischen Mitteln” gegriffen, und die Ukraine „angegriffen“, und die Gebiete der Ostukraine (Zitat Frey) „okkupiert“.
  • Putin hat durch diese militärische Aggression (Zitat Frey) „die Ukraine zerstört“.
  • Die EU muß sich nun gegen die Aggression Putins wehren und die Ukraine verteidigen, die ja unbedingt zu uns in die EU will.
  • Die USA hat damit nichts zu tun, hält sich da heraus und hat ja auch in der Ukraine „keine Interessen“.

Das hat Frey wirklich so dargestellt, kein Scherz und auch nicht übertrieben. Daraufhin brach Dirk Müller in schallendes Gelächter aus und fragte: “Herr Frey, machen Sie Kabarett, oder meinen Sie das ernst?”

Das Problem ist, der meint es ernst. Ob er nun wirklich so realitätsfern ist und das alles glaubt, was er da sagt, oder ob er bewußt und wider besseren Wissens diese groben Tatsachenfälschungen postuliert, ist schwer zu sagen. Er wirkt aber so, als glaube er das, was er sagt. Das allein ist schon erschreckend. Das sind die Leute, die hier die Deutungshoheit in Anspruch nehmen. Das ist wirklich zum Fürchten. Denn entweder sind sie so unglaublich dumm und uninformiert, und das allein ist schon eine Katastrophe, daß solche Leute die Meinungsbildner für ganze Bevölkerungsschichten sind. Oder er weiß genau, was er da sagt. Das würde bedeuten, daß er ganz bewußt daran mitarbeitet, einen ganzen Kontinent in den Krieg zu treiben.

Zu den „demokratischen Wahlen“ schreibt die DWN: „Jazenjuk war von den Amerikanern als Übergangspremier nach dem Sturz Janukowitsch eingesetzt worden. Die Osteuropa-Beauftragte der Obama-Regierung, Victoria Nuland, sagte auf einem von den Russen abgehörten Telefonat: „Jaz is our man!“ Sein Einstieg in die Politik war Teil eines Masterplans, dem sogar der sehr besonnene österreichische Diplomat und ehemalige Kosovo-Beauftragte Wolfgang Petritsch neulich im TV-Sender ATV „putschähnliche Züge“ bescheinigte.“

Erstaunlich gut informiert und sachkundig trug der ehemalige Grüne Europaabgeordnete Johannes Voggenhuber zur Diskussion bei. Er konnte sehr kurz und prägnant die Fakten im Überblick auflisten, die dann sehr schnell klarstellten, daß Rußland –  respektive Putin – ausgiebig vom Westen (USA und EU) düpiert und an der Nase herumgeführt wurde, und daß der Westen Rußland in den latzten 10 Jahren massiv in die Defensive gedrängt hat. Er stellte auch zusammen mit Dirk Müller klar, welche immensen geostrategischen Interessen die USA bei der Konfrontation in der Ukraine verfolgt – und sich daher aus massiv einmischt.

Ebenfalls angesprochen wurden die geopolitischen Positionen der USA, wie sie Zbigniew Brzeznski in seinem Buch „Die einzige Weltmacht, Amerikas Strategie der Vorherrschaft“ formulierte. Die beiden Verfechter der antirussischen Position wollten sich darauf nicht so recht einlassen. Besagter Herr Frey verstieg sich sogar zu der Behauptung, der Herr Brzezenski sei doch ein alter Mann und spiele doch gar keine Rolle mehr. Spätestens da war schon klar, daß soviel Ahnungslosigkeit nicht glaubwürdig ist.

Hier eine Dokumentation zu den geopolitischen Positionen der US-Eliten, wie Zbigniew Brzeznski sie ganz offen darlegt:

Diese Dokumentation zeichnet ein Portrait von Zbigniew Brzezinski, einem polnisch-amerikanischen Politikwissenschaftler, Regierungsberater, Bilderberger und Mitglied des Komitees der 300. Brzezinski ist von einem tiefen Haß gegen Rußland getrieben und frohlockte seinerzeit, als die Sowjetunion in Afghanistan einmarschierte „Jetzt haben wir sie in der Falle!“. Er hatte Recht.

Brzezinski, Mitbegründer der Trilateralen Komission und CFR-Mitglied schrieb im Jahr 1997 sein Buch „The Grand Chessboard – Die einzige Weltmacht, Amerikas Strategie der Vorherrschaft“. Die Dokumentation beschäftigt sich mit der Kernaussage des Buches, den langfristigen, geostrategischen Überlegungen bzw. Planungen der USA (Stand 1997) für Europa.
Im Kapitel: „Eurasisches Schachbrett“ wird dargelegt, daß nach Brzezinski’s Ansicht Deutschland und Frankreich in Europa die wichtigsten geostrategischen Akteure sind.
Hier wird auch deutlich, weshalb gerade die Ukraine derzeit Schauplatz eines Krieges und Umbruches ist und als ein geopolitischer Dreh- und Angelpunkt gilt.

Dieses Buch sollte unbedingt zur Pflichtlektüre eines internationalen Korrespondenten und Journaisten gehören und sei Herrn Frey dringend zu lesen ans Herz gelegt.

Man kann es sogar in Deutsch als PDF aus dem Netz herunterladen: http://www.attac-leipzig.de/allg/material/2014/Die%20einzige%20Weltmacht.pdf

Die unglaubliche Provokation, daß jetzt in der Ukraine drei turbo-eingebürgerte Vertreter US-amerikanischer Finanzinteressen auf politische Schlüsselpositionen in der Ukraine plaziert werden beweist, daß die Durchsetzung der US-amerikanischen Interessen in der Ukraine in voller Fahrt und mit Ziel auf den großen Knall durchgepeitscht wird. Die Ukrainer werden das leider mit ihrem Blut bezahlen. Und die Ukrainer sind möglicherweise erst der Anfang.

Wie eng die neuen Minister mit der US-Regierung zusammenarbeiten, zeigt schon ihr bisheriger Lebenslauf:

Die neue Finanzministerin Natalie Jaresko war zuerst im US-Außenministerium tätig, und bewährte sich als Bankerin für Investments in der Ukraine, wo sie auch eine Zeit als Leiterin der Wirtschaftsabteilung in der US-amrikanischen Botschaft in Kiew war. Sie bekleidete später sogar die hohe Funktion der Vorstandsvorsitzenden beim staatlichen amerikanischen Finanzinvestor Private Equity Fonds WNISEF. Außerdem arbeitete sie als Investmentbankerin bei dem berühmten Bank „Horizon Capital“.

Die Investmentbank Horizon Capital ist nicht irgendeine Bank. Sie ist bekanntermaßen einer der Hauptfinanziers der Stiftung »Open Ukraine«. Weitere Unterstützer von »Open Ukraine« sind die Bankenlobby Chatham House, die NATO, der German Marshall Fund und das US-Außenministerium. Horizon Capital gehört also in die Riege der NGOs und Stiftungen, die überall auf der Welt Revolutionen anzetteln und so der USA mißliebige „Regierungen“ stürzen und diskreditieren.
Es steht zu erwarten, daß Frau Jaresko den unmittelbar bevorstehenden ukrainischen Staatsbankrott hilfreich durch den Verkauf des noch verbliebenen ukrainischen Tafelsilbers an ausländische Investoren abzuwenden sucht. Wetten, daß die Investoren allesamt US-freundlich eingestellt sind?

Zum neuen Wirtschaftsminister schreibt die DWN: „Auch der Litauer Aivaras Abromavicius kommt als neuer Wirtschafts- und Handelsminister aus der Zunft der Investment-Banker: Er kommt vom skandinavischen Private Equity Unternehmen East Capital, welches auf der Website die Ernennung bereits stolz verkündet. Anders als sein deutscher Kollege Sigmar Gabriel wird Abromavicius mit Freihandelsabkommen keine Probleme haben: Der Banker wirkt in einem Board für Schiedsgerichte mit, das sich um den Investorenschutz in Russland kümmert.“

Zu dem Georgier Alexander Kwitaschwili, der das Gesundheits-Ressort übernimmt, gibt es indes so gut wie keine Informationen. Man sagt ihm gute Kontakte zum US-Außenministerium nach.

http://quer-denken.tv/index.php/1028-was-sagen-sie-nun-herr-frey

„Wir erleben ein völlig verzerrtes Bild“

Die Ukraine-Krise ist brandgefährlich, sagt Dirk Müller. Doch an den Märkten wird die Angst von Liquidität übertüncht. Ein Crash ist jederzeit möglich. Trotzdem ist Mr. Dax überzeugt, dass Aktien ins Depot gehören.

Von Jessica Schwarzer

Dirk Müller: Warnung vor einer Unterbewertung der Ukraine-Krise. Quelle: Bert Bostelmann

Dirk Müller: Warnung vor einer Unterbewertung der Ukraine-Krise.Quelle: Bert Bostelmann

Er ist wohl der bekannteste Börsianer Deutschlands und scheut keine offenen Worte. Gerade ist sein Buch „Showdown. Der Kampf um Europa und unser Geld“ als Taschenbuch erschienen – ergänzt um den Ukraine-Konflikt und seine Auswirkungen. Im Interview mit Handelsblatt Online warnt er davor, die Krise und die geopolitischen Interessen Moskaus und Washingtons zu unterschätzen. Die Folgen für die Märkte könnten heftig sein.

Herr Müller, die Märkte haben sich zuletzt deutlich erholt. Wie gefährlich ist die Ukraine-Krise noch?
Extrem gefährlich, weil die Ukraine einer der wichtigsten Bausteine auf dem eurasischen Kontinent ist und damit Teil der geopolitischen Strategie Putins und natürlich auch der USA. Uns droht ein neuer Kalter Krieg, und diese Gefahr sollten wir sehr ernst nehmen.

Klingt dramatisch.
Ich beziehe mich dabei nicht nur auf meine eigene Analyse, sondern habe einen wichtigen Kronzeugen: Zbigniew Brzezinski. Er ist einer der wichtigsten geopolitischen Strategen der USA und hat seit Jimmy Carter die geopolitische Strategie der USA wesentlich mitgeprägt, hat den Kalten Krieg mit orchestriert und erdacht. Er hat schon in den 90er-Jahren in seinem Buch „The Grand Chessboard“ geschrieben, dass die USA ein absolutes Interesse haben, ihre Macht auf dem eurasischen Kontinent auszubauen.

In Ihrem Buch „Showdown. Der Kampf um Europa und unseser Geld“ malen Sie ein sehr düsteres Bild. Ist die Lage wirklich so ernst?

Ja, weil die Ukraine der Schlüsselstein auf dem eurasischen Schachbrett ist. Brzezinski  hat schon 1997 geschrieben, dass die Erweiterung der Nato und damit die Erweiterung der Interessenssphäre Amerikas auf dem eurasischen Kontinent das primäre Ziel der amerikanischen Geostrategie ist. Er hat die Nato-Osterweiterung aufs Jahr genau vorausgesagt und natürlich auch, dass Russland dies zähneknirschend hinnehmen würde. Mit Ausnahme der Ukraine. Er war sicher, dass Russland deren Annäherung an den Westen nicht hinnehmen wird, dass das ein heißer Tanz werden wird. Und genau so kam es auch.

Fragen und Antworten zu Sanktionen gegen Russland

  • Auf welche Sanktionen müssen sich Unternehmen einstellen?

    Die EU diskutiert bislang über eine mögliche Einschränkung für Rüstungsausfuhren sowie für Exporte von Hochtechnologie für den Energiebereich. Offen ist, was damit genau gemeint ist. Außerdem sollen Möglichkeiten geprüft werden, den Zugang Russlands zu den EU-Finanzmärkten zu erschweren.

    Was wären die Folgen?
    Und wie sieht es mit Handelsbeschränkungen aus?
    Wie wichtig ist denn Russland insgesamt als Kunde?
    Dann droht also kein handfester Konjunktureinbruch?
    Wie könnte Russland auf ein Embargo reagieren?

    Wieso ist die Ukraine so wichtig für Russland?
    Ohne die Ukraine ist Russland keine eurasische Großmacht mehr.  Mit der Ukraine steht und fällt die weitere Entwicklung Russlands. Das wusste man ganz genau und deshalb hat man ganz bewusst die Ukraine in Richtung Westen gedreht. Der Widerstand der Russen gegen diese Annäherung war keine Überraschung. Auch wenn Putin ganz sicher kein neues Groß-Russland plant, will er natürlich seine Interessensphäre wahren und erweitern. Dass die Ukraine sich der Nato anschließen wolle, geht gegen die vitalen Interessen Russlands.

    Ein Krieg aber doch auch, oder?
    Wir sollten die Gefahr einer kriegerischen Entwicklung nicht unterschätzen. Sie ist definitiv da. Moskau und Washington spielen mit dem Feuer, sie zündeln – und wir lassen uns da rein ziehen. Aber das ist nicht unser Konflikt. Wir wollten eine Partnerschaft mit Russland, jetzt ist Russland plötzlich wieder unser Feind. Wir lassen uns zum Vasallen machen.

    An den Märkten scheint die Kriegsangst nicht sehr groß zu sein.
    Was wir derzeit an den Märkten erleben, ist ein völlig verzerrtes Bild. Mit der realen Entwicklung oder mit einer vernünftigen Chance-Risiko-Einschätzung hat das nichts mehr zu tun. Die Märkte sind nur noch getrieben von der Liquidität der Notenbanken. Zwar keimt zwischenzeitlich die Angst vor geopolitischen und damit wirtschaftlichen Risiken auf, doch die wird sofort von der Liquidität übertüncht. Wie zuletzt in Japan.

    Bitte weiterlesen:

    http://www.handelsblatt.com/finanzen/boerse-maerkte/anlagestrategie/dirk-mueller-im-interview-wer-angst-hat-sollte-sich-absichern/10964964-3.html

Die Montagsgesellschaft diskutiert die Ukraine-Krise u.a. mit Dirk Müller und Willy Wimmer

Veröffentlicht am 05.11.2014

Die Montagsgesellschaft diskutiert die Ukraine-Krise u.a. mit Dirk Müller und Willy Wimmer

Am 3. November 2014 diskutierte die Montagsgesellschaft in Frankfurt mit hochrangigen Experten wie Willy Wimmer (ehemaliger verteidigungspolitischer Sprecher der CDU/CSU und Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Verteidigung), Professor Boris Saritsky (ehemaliger russischer Senior Konsul in Frankfurt und Botschaftsrat in Berlin) Dr. John C. Hulsman (US-amerikanischer Politikwissenschaftler und Politik-Experte) und Dirk Müller über den Ukraine-Konflikt und seine globale und geostrategische Bedeutung. Passend zum aktuellen Taschenbuch-Nachwort von Dirk Müller wird die geopolitische Vormachtstellung, eventuelle wirtschaftliche Interessen sowie der Einfluss des Konfliktes auf die derzeitige Lage der Finanzwelt und auf Gesamteuropa diskutiert.

http://www.cashkurs.com – Ihre unabhängige Finanzinformationsplattform zu den Themen Börse, Wirtschaft, Finanzmarkt von und mit Dirk Müller