Hirnforschung


(Geschrieben von admin am 20.06.2014)

Von dem Thema bin ich sehr angetan. Ich beschäftige mich seit einiger Zeit damit, so gut ich es als Laie eben kann.

Es gibt ja schon genügend Fachleute, und warum soll ich das Rad neu erfinden. Prof. Hüther ist zur Zeit mein Favorit in dieser Richtung. Davor waren es schon einmal Dr. Arthur Janov (u.a. Gefangen im Schmerz) und Stanislav Groff, die auf diesem Gebiet geforscht haben, letzterer mit LSD-Gaben an seine Patienten. (Topographie des Unbewußten)

Prof. Gerald Hüther beschäftigt sich als Neurobiologe mit dem Aufbau des Gehirns, damit, wie wir lernen können, besonders Kinder, unser Gehirn besser zu nutzen. Er schwört auf Begeisterung, Begeisterung als Motor, um neue Dinge lernen zu können, ob das Sprachen sind, Jonglieren im hohen Alter oder neue Sportarten. Wer sich für eine Sache begeistern kann, wird sehr schnell fähig, diese neu erlernten Dinge umzusetzen und auch dauerhaft zu können. Die Übung legt natürlich das Maß der Perfektion fest. Ich halte es für sehr wichtig, immer wieder Neues zu lernen, damit sich neue Synapsen im Gehirn bilden können oder ganze Kolonnen davon. Gefühle sind dabei sehr wichtig; so Begeisterung, Verliebt-Sein. Ich selbst habe oft nur die ganz pure Lust am Lernen.

Hier kommt eine Abhandlung von Prof. Hüther über Begeisterung und Lernfähigkeit:

Begeisterung ist Doping für Geist und Hirn

Neue Erkenntnisse der Hirnforschung – Wie Eltern lernen können, sich selbst und ihre Kinder zu begeistern

Leider können sich Erwachsene nur vereinzelt an ihre ersten Kindheitserlebnisse erinnern. Erinnern an dieses Glücksgefühl, mit dem sie sich als kleines Kind auf den Weg gemacht haben, die Welt zu entdecken. Sie können sich kaum entsinnen an diese unglaubliche Offenheit, Gestaltungslust und Entdeckerfreude. Sie haben nur eine getrübte Vorstellung von dieser den ganzen Körper durchströmenden Begeisterung über sich selbst und über all das, was es damals zu entdecken und zu gestalten gab. Wären diesen Erinnerungen präsenter, wären viele Sorgen, Probleme und Nöte des Erwachsenseins gar nicht existent.

Leider ist vielen Erwachsenen genau das, weitgehend verloren gegangen was einem Kind die pure Lebensfreude vermittelt: die Begeisterung. Zwanzig bis fünfzig mal am Tag erlebt ein Kleinkind einen Zustand größter Begeisterung. Und jedes Mal kommt es dabei im Gehirn zur Aktivierung der emotionalen Zentren. Die dort liegenden Nervenzellen haben lange Fortsätze, die in alle anderen Bereiche des Gehirns ziehen. An den Enden dieser Fortsätze wird ein Cocktail von neuroplastischen Botenstoffen ausgeschüttet. Diese Botenstoffe bringen nachgeschaltete Nervenzellverbände dazu, verstärkt bestimmte Eiweiße herzustellen. Diese werden für das Auswachsen neuer Fortsätze, für die Bildung neuer Kontakte und für die Festigung und Stabilisierung all jener Verknüpfungen gebraucht, die im Hirn zur Lösung eines Problems oder zur Bewältigung einer neuen Herausforderung aktiviert worden sind.

Das ist der Grund, warum wir bei all dem, was wir mit Begeisterung machen, auch so schnell immer besser werden. Jeder kleine Sturm der Begeisterung führt gewissermaßen dazu, dass im Hirn ein selbsterzeugtes Doping abläuft. So werden all jene Stoffe produziert, die für alle Wachstums- und Umbauprozesse von neuronalen Netzwerken gebraucht werden. So einfach ist das: Das Gehirn entwickelt sich so, wie und wofür es mit Begeisterung benutzt wird.

Deshalb ist es entscheidend, sich als Heranwachsender oder Erwachsener diese Begeisterung zu bewahren. Leider erleben wir im Laufe unseres Lebens alle zu oft das Gegenteil. Wir stellen fest, dass uns die anfängliche Begeisterung, mit der wir uns als kleine Entdecker und Gestalter unserer Lebenswelt auf den Weg gemacht haben, beim Älterwerden zunehmend abhanden kommt. Denn wie oft überwältigt uns heute noch ein Sturm der Begeisterung? Einmal pro Tag, einmal pro Woche? Einmal im Monat? Das Schlüsselwort zur Beantwortung dieser Frage heißt: Bedeutsamkeit. Damit wir uns für etwas begeistern, muss es bedeutsam für uns selbst sein! Das ist die Krux.

Für ein kleines Kind ist noch fast alles bedeutsam, was es erlebt, erfährt und unternimmt. Aber je besser es sich später in seiner Lebenswelt einzurichten und zurechtzufinden gelernt hat, desto unbedeutender wird alles andere, was es in dieser Welt sonst noch zu entdecken und zu gestalten gibt. Wir sind gefangen in Routine. Indem wir älter werden, Erfahrungen sammeln und unsere Lebenswelt nach unseren Vorstellungen gestalten, laufen wir zunehmend Gefahr, im Hirn einzurosten. Wir kennen „unsere Pappenheimer“ und wissen „wie der Hase läuft“. Wir erledigen unseren Job. Wir machen, was getan werden muss. Wir funktionieren. Der Preis dafür ist hoch: für uns verliert das Leben seinen eigentlichen Reiz. Alles ist gleichermaßen bedeutsam oder unbedeutsam. Wir haben zwar unser Leben optimal in den Griff bekommen; unsere kindliche Begeisterungsfähigkeit mit seinen ganzen Reizen für unseren Geist haben wir aber bis zur Leblosigkeit abgewürgt.Es ist dringend an der Zeit, dass wir als Gesellschaft dieser negativen Entwicklung entgegensteuern. Denn wie es einem einzelnen Menschen mit der fehlenden Begeisterung ergeht, ergeht es auch unserer menschlichen Gemeinschaft. Wir erleben das Tag für Tag in der Familie, der Schule, dem Beruf. Unsere ganze Gesellschaft hat gewissermaßen kollektiv die Begeisterungsfähigkeit verloren. Es fehlt ihr sichtbar an Kreativität, Lebensfreude, Entdeckerlust und Gestaltungskraft. Daher dümpelt sie in eingefahrenen Routinen mit festgefügten Verwaltungsstrukturen dahin. Sie hat alles – scheinbar – im Griff und lässt sich sogar von Krisen kaum noch erschüttern. Sie funktioniert noch, aber sie lebt nicht mehr.

Dazu kommt: den allermeisten Menschen (unseren Verwandten, Freuden, Arbeitskollegen) wird es immer wichtiger, gut zu funktionieren. So funktionalisiert diese begeisterungslos gewordene Gesellschaft erst ihre Erwachsenen und am Ende sogar noch ihre Kinder. Die werden mit Wissen abgefüllt und es werden ihnen bestimmte Fähigkeiten und Fertigkeiten beigebracht, anstatt in ihnen die Fackel der Begeisterung am eigenen Entdecken und Gestalten zum Lodern zu bringen.Die moderne Hirnforschung kennt den Weg hinaus aus diesem Dilemma. Sie hat wissenschaftlich ergründet: Alles, was Menschen hilft, was sie einlädt, ermutigt und inspiriert, eine neue, andere Erfahrung zu machen als bisher, ist gut für das Hirn und damit gut für die Gemeinschaft. Menschen, denen es gelingt, ihr Gehirn noch einmal auf eine andere als die bisher gewohnte Weise zu benutzen, bekommen ein anderes Gehirn. Menschen, die sich noch einmal mit Begeisterung für etwas öffnen, was ihnen bisher verschlossen war, praktizieren dieses wunderbare Selbstdoping für das eigene Gehirn.Die Wissenschaft nennt diesen Prozess Potenzialentfaltung. Es ist das genaue Gegenteil von dem, was die meisten Menschen gegenwärtig betreiben: bloße Ressourcennutzung. So lautet die frohe Botschaft der Hirnforscher: Wer sein Gehirn nicht zu einer Kümmerversion dessen machen will, was daraus hätte werden können, der muss seine kindliche Begeisterungsfähigkeit zurück gewinnen. Er muss sich einladen, ermutigen und inspirieren lassen, die Welt noch einmal so zu betrachten, wie damals, als er noch ein Kind war: mit all der Entdeckerfreude und Gestaltungslust, die als Anreiz und Dünger für das eigene Hirn gebraucht werden.

Um bei Heranwachsenden die kindliche Begeisterung dauerhaft virulent zu halten und sie immer wieder neu zu entfachen, müssten die Eltern die Rolle des Motivators übernehmen. Sie könnten, ihre Kinder resistent machen gegen Routine, Trägheit und Trübsal. Das kann aber nur gelingen, wenn sich diese Eltern ihre Befähigung zur Potenzialentfaltung selbst erhalten haben; wenn sie selbst weiter in das Leben verliebt sind und sich für all das begeistern, was dieses Leben tagtäglich in seiner ganzen Buntheit und Schönheit bietet – wie damals, als sie selbst noch kleine Kinder waren.

Eltern, die ein allzu funktionalisiertes Leben bereits in Rolle des Ressourcennutzers gedrängt hat, brauchen allerdings selbst einen äußeren Antrieb, um zurückzufinden zu einer authentischen Begeisterung, die sie auf ihre Kinder übertragen können. Sie müssten ihren Kindern wirklich neue Perspektiven, als Gestalter, nicht aber als Bewältiger ihres Lebens bieten.

Familie und Schule bilden vor diesem Hintergrund ein Beziehungsgeflecht, in dem alle Beteiligten Lehrer, Eltern und Kinder gemeinsam ihre Begeisterung am Entdecken und Gestalten wiedererlangen können. Zu entdecken, mit welchen Methoden und Angeboten die Kinder für das Lernen und die kreative Nutzung von Wissen begeistert werden können, müssten Eltern und Lehrer sich selbst begeistern. Nur wer in der Lage ist, sich an den Kindern zu begeistern, wird in der Lage sein, ihnen auch genug Begeisterungs-Doping für ihr Hirn mit auf den weiteren Lebensweg zu geben.

Quelle: http://www.gerald-huether.de/populaer/veroeffentlichungen-von-gerald-huether/texte/begeisterung-gerald-huether/index.php

Dazu sein Vortrag Glücksgefühle

Gerald Hüther – Ständig steigender materieller Wohlstand ist das Glücksversprechen der westlichen Kultur. Dieses einzulösen, wird immer schwieriger. Dafür gibt es viele Gründe. Doch was geschieht, wenn dieses Glücksversprechen nicht mehr erfüllt wird? Solange die Bevölkerungen der früh industrialisierten Länder darauf ausgerichtet bleiben, ihren materiellen Wohlstand zu mehren, wird dessen Rückgang zu heftigen Reaktionen führen – bis hin zur Infragestellung der freiheitlich-demokratischen Ordnung. Solchen Reaktionen gilt es vorzubeugen oder sie zumindest zu dämpfen. Deshalb sollten materielle Wohlstandseinbußen durch nicht-materielle Wohlstandsformen ausgeglichen werden

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6 Kommentare zu “Hirnforschung

  1. Pingback: Potentialentfaltung unerwünscht? Gerald Hüther im NuoViso Talk – Gegen den Strom

  2. Beschäftige dich doch mal mit der Installation falscher Erinnerungen und warum permanent Sendungen über die ach so böse DDR gesendet werden. Um dir einen Hinweis zu geben: Als falsche Erinnerungen werden Erinnerungen bezeichnet bei der die Person vollständig davon überzeugt ist, das sie wahr sind. So z.b. in Punkto Mißbrauch sind insbesondere Kinder stark durch suggestive Fragen zu beeinflussen. Vergleichbares gilt auch für das Ufo-Phänomen inkl. Entführungen, die Hexenhysterie des Mittelalters und eben auch für die DDR Dämonisierung, denn praktisch jede Information wird ohne Vergleichsfakten in den Raum gestellt.

    Aber spätestens seit NSU wissen wir das seit 1954 systematisch das Telefon- und Postgeheimnis systematisch auch in der BRD gebrochen wurde, das Menschen entführt und Geheimarmeen hier operierten. Kindermissbrauch, Berufsverbot, illegale Tests, alles was der DDR vorgeworfen wird, war/ist im Westen tagtägliche Praxis. 6 Mio Geheimdienstakten gibt es, so schätzt Josef Foschepoth, und sie werden gut gehütet.
    http://www.3sat.de/page/?source=/kulturzeit/lesezeit/166156/index.html

    Falsche Erinnerungen über die DDR werden u.a. über die Dauersendungen der Medien und die tagtägliche Berichterstattung über die DDR eingepflanzt und fallen bei Leuten die sowieso auf persönliche Rache aus sind auf fruchtbarem Boden, genau wie bei Wessis die zwar nie durch die DDR gelitten aber sie dennoch hassen. Völlig zusammenhangslos wird z.B. bei jedem Bericht über Chemieunfälle ein Zusammenhang mit Bitterfeld hergestellt oder die Demokratie-Desillusion damit begründet das man 6jährige in Ostkrippen gleichzeitig aufs Töpfchen setzte. Da schneidet selbst eine komfortable Plattenbausiedlung mit Infrastruktur gegen Containerdorf-Notunterkünfte in München noch schlecht ab. Die Wahrheitsverdrehung ist in der Geschichte Standart. Auch diese Mechanismen der Meinungsbeeinflussung und vorsätzlichen Verdummung der Bevölkerung müssen erklärt und aufgedeckt werden.

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