Eine neue Weltordnung am Horizont

Vladimir Putin und Chinas Präsident Xi Jinping: Gute Kontakte Foto: picture alliance/Russian Look

Donald Trump auf dünnem Eis: Der Volkstribun und Milliardär an der Staatsspitze kämpft mit dem Regelwerk der amerikanischen Demokratie und gegen die um ihre Macht ringenden Medien. Dmitri Trenin, russischer Geopolitik-Experte und Leiter des Moskauer Carnegie-Zentrums, eines Ablegers der US-amerikanischen Denkfabrik Carnegie-Stiftung, sieht im derzeitigen inneramerikanischen Konflikt nur den Beginn einer langen Periode der Auseinandersetzung.

Als solche sei sie charakteristisch für die westliche Welt. Auf der einen Seite stünden die Kräfte, die für das Nationale, Regionale und Partikulare, also das jeweils Besondere, stehen – auf der anderen die Kräfte des, wie Trenin ausdrückt, „weichen Imperialismus“ in Form der westlichen Globalisierung.

Trenin sprach am Mittwoch vor dem Berliner Forschungsinstitut „Dialog der Zivilisationen“ zum Thema „Der Platz Europas in der russischen Strategie des größeren Eurasiens“. Es war ein Vortrag, wie man ihn auf deutschem Boden selten zu hören bekommt: der Gang der Welt aus dem Blickwinkel eines Nichteuropäers.

Europa nur noch Nachbar

Schon die Bezeichnung eines Russen als Nichteuropäer, das ließ auch Trenin nicht unerwähnt, indiziert eine Zeitenwende. Erstmals seit über 300 Jahren, seit Peter dem Großem, gelte Europa den Russen nur noch als Nachbar, nicht mehr als etwas, dem man an- und zugehört. Ein Nachbar zwar, bei dem man sich bestens ausspannen, einkleiden und die Kinder zur Schule schicken könne – aber eben nur ein Nachbar.

Er erinnerte an die zwei geographisch zum europäischen Kontinent gehörenden Länder, die mit dem Wort Europa nicht sich selbst bezeichneten: England und Rußland. Da sei es doch bezeichnend, daß der Brexit und die russische Entfremdung von Europa sich fast gleichzeitig vollzögen.

Von Gorbatschow bis zur Ukraine-Krise 2014 habe die Moskauer politische Elite einen Plan A verfolgt: ihr Land in den Westen zu integrieren, auf Augenhöhe und als eines von drei gleichberechtigten Zentren: Westeuropa, Vereinigte Staaten von Amerika, Rußland. Drei Anläufe hat es gegeben: der frühe Jelzin ab 1992, der frühe Putin ab 2000, der frühe Medwedjew ab 2008. Alle drei seien gescheitert.

Plan B gescheitert

Im Plan B, der bereits in den Neunzigern des vergangenen Jahrhunderts entwickelt worden sei, ging es um die Integration der ehemaligen Sowjetrepubliken in einem Wirtschafts- und Sicherheitsraum unter russischer Führung. In der Ukraine 2013 sei der Plan B zum Testfall geworden – und ebenfalls krachend gescheitert.

Trenins Schlußfolgerung: Seit 2014 weiß man in Moskau, daß Rußland weder integrierbar noch integrierungsfähig ist. Ein Staat sui generis. Seither stehe die russische Sicherheits- und Außenpolitik auf zwei Säulen: zum einen die Vermeidung eines militärischen Konflikts mit den USA, zum anderen die Etablierung des Landes als eurasische Macht zwischen Norwegen und Nordkorea.

Dazu gehöre die enge Beziehung zu China, die Trenin als Entente, also als schwächere Form der Allianz bezeichnet. Man unternehme nichts gegeneinander, aber – ganz wichtig – auch nicht alles gemeinsam. Dazu gehöre etwa, daß China die Krim weiterhin als Teil der Ukraine betrachtet oder daß Rußland im Südchinesischen Meer eine neutrale Position bezieht.

Moskaus unerkannte Stärke 

Hinzu komme eine Moskauer Stärke, die im Westen nicht wirklich wahrgenommen werde: Als einziges Land pflege Rußland gute Kontakte zu allen Staaten und sogar Organisationen auf dem eurasischen Kontinent, selbst zu erbitterten Gegnern wie Israel und dem Iran – abgesehen nur von terroristischen Organisationen wie dem „Islamischen Staat“ oder al-Qaida.

Auf Europa angesprochen, meinte der russische Experte, für Moskau sei der Kontinent kein „strategic player“ mehr. Mit dem Brexit sei der Prozeß der politischen Integration Kontinentaleuropas in die Welt zum Stillstand gekommen. Die osteuropäischen Länder gälten sowieso nur als EU-Mitglieder zweiter Klasse. Hart ins Gericht ging Trenin mit dem Anspruch der Europäer, im Gegensatz zu anderen Nationen im 21. Jahrhundert angekommen zu sein, etwa beim Bestehen auf der Nichtexistenz von Interessensphären.

„Five Eyes“ gegen Rußland und China

Selbst wenn es so wäre, meinte Trenin, ändere das nichts daran, daß der überwiegende Teil der Welt dem traditionellen politischen Denken verhaftet bleibe. Die Fortschritts-Dogmen der Europäer würden dort nur als „Arroganz, wenn nicht Ignoranz“ empfunden.

Was sich nach Trenins Prognose herauskristallisieren wird, ist ein weltumspannender angelsächsischer Block („Five Eyes“), mit dem vor allem Rußland und China – und die von den beiden Ländern unterhaltenen Sicherheitsstrukturen – rivalisieren werden. Er nannte als Beispiel die Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ).

Dabei übernehme China – wie auch Indien – die Rolle der wirtschaftlich dominierenden Macht, während Rußland die traditionelle außenpolitische Schwäche der Chinesen mit seinem beeindruckenden eurasischen Netzwerk kompensiere. Vor dem Hintergrund eines der Tendenz nach isolationistischen Amerikas zeichnet sich derzeit am Horizont eine neue Weltordnung ab.

https://jungefreiheit.de

Großexplosion in China: 7 Tote, 94 Verletzte, zahlreiche Verschüttete – VIDEO

In China ist ein Hochhaus in einer belebten Geschäftsstraße explodiert und eingestürzt. Bisher sind 7 Tote und 94 Verletzte gefunden worden, zahlreiche Verschüttete befinden sich noch unter den Trümmern.
Shanxi-Fugu-Explosion-3

In China ist ein Hochhaus in einer belebten Geschäftsstraße explodiert und eingestürzt. Bisher sind 7 Tote und 94 Verletzte gefunden worden, zahlreiche Verschüttete befinden sich noch unter den Trümmern.

Die Explosion ereignete sich heute Nachmittag um 14 Uhr chinesischer Zeit in der Gemeinde Xinmin, Kreisstadt Fugu, in der Provinz Shanxi.

In einer belebten Geschäftsstraße explodierte ein Gebäude gegenüber einem Krankenhaus. Die Explosion zerstörte das Hochhaus komplett, das daraufhin einstürzte. Es gibt mindestens 7 Tote und 94 Verletzte. Viele Menschen werden unter den Trümmern vermutet. Die örtliche Polizei berichtete davon auf Weibo, dem chinesischen Twitter-Pendant.

Shanxi-Fugu-Explosion-2

Auch das gegenüberliegende Krankenhaus ist laut lokalen Medien schwer zerstört. Weibo-User sagen, das Krankenhaus sei nun praktisch unbenutzbar. Zahlreiche Wohngebäude lagen ringsum. Die Detonation war noch in 10 Kilometer Entfernung zu hören. Vor Ort bildete sich ein Explosionskrater von vier Metern Durchmesser und zwei Metern Tiefe.

Was Augenzeugen berichten

Ein Einwohner der Straße sagte gegenüber EPOCH TIMES: Er hörte plötzlich einen gewaltigen Knall und daraufhin sah er Rauch. In Sekunden stürmten Menschen in Panik nach draußen. Weitere Augenzeugen berichteten EPOCH TIMES von einer Druckwelle, die Fensterscheiben noch in 500 Meter Entfernung zerstörte – darunter auch die eines nahen Kindergartens.

Shanxi-Fugu-Explosion-4

Bis 19:40 Ortszeit waren sieben Tote bestätigt, 94 Verletzte kamen ins Krankenhaus, davon 4 in lebensbedrohlichem Zustand, berichtete die Stadt Fugu.

Die Feuerwehr vermutet zahlreiche Verschüttete unter den Trümmern. Die Ursache der Explosion ist noch unklar. Anwohner sagen, die Explosion könnte in einem geheimen Sprengstofflager in dem Gebäude ausgelöst worden sein.

http://www.epochtimes.de/

China häuft Gold in kleineren Portionen an

Goldbarren China (Foto: malp-Fotolia.com)

China häuft weiter Gold an. Wegen des höheren Goldpreises wird aber weniger gekauft (Foto: Malp – Fotolia.com)

Die offiziellen Goldreserven Chinas sind auf 1.833 Tonnen gestiegen. Im August kamen rund 5 Tonnen Gold hinzu, zwei Drittel weniger als im gleichen Vorjahresmonat.  

Die staatliche State Administration of Foreign Exchange hat die Angaben zu den chinesischen Währungsreserven per Ende August 2016 veröffentlicht.

Demnach gingen die gesamten Währungsreserven Chinas gegenüber Vormonat um 0,55 Prozent auf 3.281,78 Milliarden US-Dollar zurück. Der Wert der Goldreserven fiel um 2,17 Prozent auf 77,175 Milliarden US-Dollar.

Da der Goldpreis gegenüber Vormonat um 2,44 Prozent zurückkam (London P.M.), sind die chinesischen Goldbestände im gleichen Zeitraum aber um 0,27 Prozent oder 4,76 Tonnen auf hochgerechnete 1.833,22 Tonnen gewachsen. Gegenüber dem gleichen Vorjahresmonat lag die gekaufte Goldmenge um zwei Drittel niedriger. Allerdings notierte der internationalen Goldpreis vor einem Jahr mit 1.135 US-Dollar pro Feinunze auch 13 Prozent niedriger.

Offizielle Goldreserven China
Monat Goldpreis (London P.M.) Wert des Goldes Unzen Tonnen Ver„änd. (t)
Juni 2015 1.171,00 $/Uz $ 62,397 Mrd. 53.285.226,30 1.657,17
Juli 2015 1.098,40 $/Uz $ 59,238 Mrd. 53.931.172,62 1.677,26 +20,09
August 2015 1.135,00 $/Uz $ 61,795 Mrd. 54.444.933,92 1.693,24 +15,98
September 2015 1.114,00 $/Uz $ 61,189 Mrd. 54.927.289,05 1.708,24 +15,00
Oktober 2015 1.142,35 $/Uz $ 63,261 Mrd. 55.377.948,96 1.722,24 +14,00
November 2015 1.061,90 $/Uz $ 59,522 Mrd. 56.052.358,98 1.743,23 +20,99
Dezember 2015 1.062,25 $/Uz $ 60,191 Mrd. 56.662.744,17 1.762,21 +18,98
Januar 2016 1.111,80 $/Uz $ 63,570 Mrd. 57.177.549,92 1.778,22 +16,01
Februar 2016 1.234,90 $/Uz $ 71,006 Mrd. 54.499.392,65 1.788,23 +10,01
März 2016 1.237,00 $/Uz $ 71,485 Mrd. 57.789.005,66 1.797,24 +8,77
April 2016 1.285,65 $/Uz $ 74,751 Mrd. 58.142.573,79 1.808,23 +11,00
Mai 2016 1.212,10 $/Uz $ 70,475 Mrd. 58.142.289,50 1.808,24 +-0
Juni 2016 1.320,75 $/Uz $ 77,429 Mrd. 58.625.023,66 1.823,44 +15,20
Juli 2016 1.342,00 $/Uz $ 78,890 Mrd. 58.785.394,93 1.828,46 +5,02
August 2016 1.309,25 $/Uz $ 77,175 Mrd. 58.945.961,43 1.833,22 +4,76
Offizielle chinesische Goldreserven laut State Administration of Foreign Exchange, bewertet mit dem Londoner Goldpreis ( P.M.)

Der Goldanteil an den gesamten Währungsreserven Chinas betrug Ende August 2,35 Prozent.

http://www.goldreporter.de/

Weltbank-Anleihen: Chinesischer Yuan verdrängt bisher dominanten US-Dollar

Die chinesische Banknotendruckerei darf sich über den Yuan als vierte offizielle Weltwährung freuen. Foto: Shizhao / Wikimedia (CC-BY-SA-2.5)

Die chinesische Banknotendruckerei darf sich über den Yuan als vierte offizielle Weltwährung freuen.
Foto: Shizhao / Wikimedia (CC-BY-SA-2.5)
17. August 2016 – 11:30

Eine kleine Revolution findet gerade in der bisher von den USA dominierten Weltbank statt. China hat es offensichtlich durchgesetzt, dass bei einer Neuausgabe von Weltbank-Anleihen nunmehr nicht mehr der Dollar, sondern auch die sogenannten Reservewährungen, in diesem Fall der chinesische Yuan, als Basis zum Zug kommen. Damit wurde der bisherigen Dominanz des US-Dollars ein weiterer Schlag versetzt. Die Weltbank-Anleihe soll in China ausgegeben werden und durch den Währungskorb des Internationalen Währungsfonds (IWF) abgesichert sein.

Als Gesamtausgabevolumen dieser Interbanken-Anleihe geht man von einer Summe von 2,5 Milliarden Euro aus. Aktuell werden bisher 90 Prozent des internationalen Anleihenmarkts über den US-Dollar abgewickelt. Dies könnte sich mit dem Yuan-Engagement nun aber ändern.

Yuan wird im Oktober zur globalen Reservewährung

Diese Expansion auf dem Anleihenmarkt geht Hand in Hand mit der Aufwertung des Yuan zur globalen Reservewährung mit Oktober 2016. Zu diesem Zeitpunkt wird die chinesische Währung gemeinsam mit dem japanischen Yen und dem Euro neben dem US-Dollar zur vierten Reservewährung. Mit diesem Aufstieg anerkennt die Weltbank den wachsenden chinesischen Einfluss auf die Weltwirtschaft. Dies ist neben dem Engagement der Chinesen innerhalb der alternativen Weltbank und der BRICS-Staatengemeinschaft ein weiterer Schritt zur Festigung der Stellung im Konzert der ökonomischen Geopolitik.

https://www.unzensuriert.at

Chinesisches Militärmanöver: »Vorbereitungen auf einen plötzlichen, grausamen Krieg«

Andreas von Rétyi

Eine vermeintliche Routineübung Chinas sorgt für Aufregung. Im Südchinesischen Meer, das großteils von der Volksrepublik beansprucht wird, verdichten sich umfassende militärische Aktionen. Befindet sich die Welt wirklich am Vorabend eines dritten Weltkriegs, vor dem der Erzspekulant George Soros schon länger warnt?

Die Situation im Südchinesischen Meer spitzt sich zu. Ein Großmanöver der VR China demonstriert deren alte Ansprüche auf die Region und gilt als Antwort auf ein am 12. Juli gefälltes Urteil des Schiedsgerichtshofs in Den Haag, das die territorialen Forderungen Pekings ablehnt. Seit Monaten verdichtet sich die militärische Gewalt. Australien rüstet präventiv auf. Und das Reich der Mitte demonstriert seinerseits Härte, will im September ein weiteres Großmanöver zusammen mit Russland durchführen, um die Beziehungen beider Armeen zu stärken.

Die aktuelle Übung sei vor allem darauf ausgelegt, »Angriffsintensität, Präzision, Stabilität und Geschwindigkeit der Truppen unter schweren elektromagnetischen Einflüssen zu verbessern«, so ließ die chinesische Marine kürzlich verlauten. Sie betont, dass ein auf Informationstechnologie basierender Seekrieg »überraschend, kurz und grausam« sein werde. Und genau deshalb sei eine zügige Übermittlung des Kampfstatus nötig, ebenso eine schnelle Vorbereitung sowie hohe Angriffseffizienz.

Peking demonstriert Macht. Alle drei Flotten nahmen an der Großübung teil, die sich laut Aussage des chinesischen Verteidigungsministeriums nicht gegen Dritte richtete. Wie The China Times berichtete, waren an dem Trainingseinsatz rund 300 Schiffe und mehrere Dutzend Kampfflugzeuge beteiligt. Diverse Truppen sicherten die Küsten und waren für Radar, Kommunikation und Abwehr elektronischer Kriegsführung zuständig. Insgesamt spielten zwei gegnerische Trainingsteams verschiedenste moderne Kampfsituationen durch. Beobachter sehen in diesem Aufgebot eine Reaktion auf das aktuelle Urteil aus Den Haag, das den weitreichenden Besitzanspruch Chinas auf das Südchinesische Meer ablehnt. Peking bezeichnete das richterliche Dokument als »Altpapier«.

Die Lage verschärft sich zusehends. Nun zeigte sich auch Australien bereits Anfang des Jahres von der kriegerischen Seite, zumindest im deutlich präventiv-abschreckenden Sinne: Im vergangenen Februar wurde bekannt, dass das Land rund 126 Milliarden Euro in militärische Aufrüstung investieren wolle, vor allem wegen des eskalierenden Streits ums Südchinesische Meer. Und so will Australien seine eigene Position stärken und verdeutlichen. In harten Fakten ausgedrückt, manifestiert sich das unter anderem in sechs neuen U-Booten, drei Marine-Zerstörern, neun Fregatten und einem ganzen Dutzend Patrouille-Booten.

Australien betont, seine guten Beziehungen auch künftig aufrechterhalten zu wollen, was sowohl China als auch die USA betrifft. Die Tabloid-Zeitung The Global Times als Organ der Kommunistischen Partei Chinas wählte unmissverständliche Worte: Das Südchinesische Meer habe anfangs als ausländisches Gefängnis Großbritanniens gedient, anschließend dann als Kolonie mit genügend Ressourcen und gutem Investmentmarkt.

Australien, das sei »wahnhaftes Land mit einer schändlichen Geschichte gewesen«, so das Blatt und betont: »Sollte Australien ins Südchinesische Meer eindringen, dann wird es ein ideales Warn- und Angriffsziel für die VR China darstellen.« Deren nationale Medien bezeichneten Australien als »papiernen Kater« und ließen die Möglichkeit eines Militärschlags durchblicken. Bereits 2015 sei ein australisches Flugzeug ins chinesisches Gebiet eingeflogen. Mit Blick auf diesen Vorfall heißt es dann: »Es wäre traurig, würde ein Flugzeug vom Himmel fallen und sich als australisch herausstellen.«

Die Situation wird immer bedrohlicher, der Konflikt weitet sich aus. 2013 hatten philippinische Behörden einen Antrag beim Internationalen Gericht eingereicht, um den chinesischen Territorialanspruch auf die Region für ungültig zu erklären. China beruft sich hier seinerseits auf sein historisches Recht und erklärt, die Richter in Den Haag hätten nicht über Gebietsstreitigkeiten zu befinden. Peking warnt auch eindringlich vor einer Intervention der USA im Südchinesischen Meer.

Dass auch die USA ein starkes Interesse an der Region haben, steht fest, nicht zuletzt, weil hier werden erhebliche Erdöl- und Erdgasvorkommen vermutet werden. Und auch die australische Aufrüstung resultiert aus der immer engeren Kooperation mit den USA. Schon länger existiert ein US-Stützpunkt im australischen Darwin. Von hier aus sind US-Schiffe unterwegs, um wie es heißt, die Schifffahrtswege gegen die chinesischen Hegemonialansprüche zu verteidigen.

China spricht davon, die USA nutzten den Deckmantel der Freiheit von Schifffahrt und Navigation, um unablässig ihre Stärke zu demonstrieren. Nicht zu vergessen ein militärisches Großmanöver von südkoreanischen Soldaten und US-Streitkräften im vergangenen März, die umfassendste Militärübung der beiden Staaten überhaupt. US-Kriegsschiffe fuhren unmittelbar an Inselgruppen vorbei, die von China beansprucht werden. Auch über dem Ostchinesischen Meer kam es wiederholt zu Zwischenfällen.

Anfang Juni tauchte ein US-Aufklärungsflugzeug in einer 2013 zur Luftverteidigungszone erklärten Region auf. Damit verbindet Peking die Forderung für ausländische Militärpiloten, sich zu identifizieren und den Anweisungen der chinesischen Luftwaffe zu folgen. Das aber wird von den USA und anderen Nationen nicht akzeptiert.

China zielt seinerseits auf eine engere Kooperation mit Russland ab, und so ist bereits für diesen Herbst ein gemeinsames Großmanöver geplant. Die Fronten verhärten sich. Und sie definieren sich immer deutlicher.

In den sozialen Netzwerken breiten sich gegenwärtig Nachrichten über brutale Maßnahmen der chinesischen Regierung gegen die einheimischen Uiguren der größten Provinz Xinjiang aus. Anderslautenden Berichten zufolge komme es zwar dort häufiger zu Auseinandersetzungen, doch entspreche die reale Lage nicht den Schilderungen.

Hinter dieser Hetzaktion stecke niemand anderer als der Megaspekulant George Soros sowie seine Organisationen. Ihnen sei zwischen uigurischem Nationalismus und islamischem Terrorismus alles recht, um China per synthetischer Revolution zu bezwingen, noch bevor es die gefürchtete Allianz mit Russland eingehen könne.

Auf dem Sektor künstlicher Revolutionen dürfte Soros bereits etliche Erfahrungen mitbringen. Nun scheint China mit der nächsten Farbenrevolution an der Reihe. Doch durch solche Aktionen wird das Land nur noch mehr in die Arme Russlands getrieben.

Vielleicht ist das auch Zweck der ganzen Übung. Soros, der Experte für Ungleichgewichte und Revolutionen, aus denen er stets privaten und politischen Nutzen zu ziehen vermochte, scheint einen neuen, noch umfassenderen Coup landen zu wollen. Und auch wenn er seit langem beschwörend vor einem Dritten Weltkrieg warnt, dann könnte gerade er es sein, dessen Aktionen eine solch katastrophale Entwicklung am Ende fördern.

Chinas Transplantations-Industrie in schockierenden Details: 700 Kliniken unter Massenmord-Verdacht – 1,5 Mio. Opfer vermutet

Am 22. Juni wurde ein 800-Seiten starker Bericht veröffentlicht, der Chinas Transplantationsindustrie in nie gesehenen Details darstellt. Die Studie beleuchtet 700 Kliniken, in denen das Geschäft mit menschlichen Organen seit Jahren boomt. Die Indizienkette deutet auf Massenmord an bis zu 1,5 Millionen Menschen – denn ein Spender-System nach westlichem Standard existiert in China nicht.
In über 700 Kliniken in China boomt das Geschäft mit menschlichen Organen in einer schockierenden Dimension.

In über 700 Kliniken in China boomt das Geschäft mit menschlichen Organen in einer schockierenden Dimension.

Am 22. Juni wurde ein 800-Seiten starker Bericht veröffentlicht, der Chinas Transplantationsindustrie in schockierenden Details darstellt. Unter dem Titel „Blutige Ernte / The Slaughter: Ein Update“ dokumentiert ein Experten-Team erstmals gemeinsam die Machenschaften Hunderter chinesischer Kliniken seit dem Jahr 2000.

Machenschaften, die laut ihrer Aussage Massenmord gewesen sein müssen – denn in China gibt es bis heute kein Organspende-System nach westlichen Standards.

Seit dem Jahr 2000 entwickelte sich Chinas Transplantations-Business wie aus dem Nichts. Die Zahl der OPs, die insgesamt durchgeführt wurden, muss zwischen 1,5 und 2,5 Millionen gelegen haben, so die Autoren. Sie schätzen dies anhand der technischen Kapazität der Krankenhäuser, die in chinesischen Quellen genannt wird. In den über 700 vorhandenen Kliniken dürften seit der Jahrtausendwende jährlich zwischen 60.000 und 100.000 Transplantationen stattgefunden haben. Mit einigen Tausend Hinrichtungen pro Jahr ist diese Menge nicht zu erklären.

„Das Fazit dieses Updates und unserer ganzen bisherigen Arbeit ist, dass China Massenmord an Unschuldigen begangen hat“, sagte Autor David Matas, prominenter Menschenrechts-Anwalt aus Kanada am 22. Juni im Washington National Press Club.

Die Autoren von "Bloody Harvest / The Slaughter: An Update": David Kilgour, kanadischer Ex-Staatssekretär, Menschenrechts-Anwalt David Matas aus Kanada und der US-Enthüllungsjournalist Ethan Gutmann (v.r.n.l.)

Die Autoren von „Bloody Harvest / The Slaughter: An Update“: David Kilgour, kanadischer Ex-Staatssekretär, Menschenrechts-Anwalt David Matas aus Kanada und der US-Enthüllungsjournalist Ethan Gutmann (v.r.n.l.)

Festnahme von Falun Gong-Praktizierenden auf dem Pekinger Tiananmen-Platz, 1999.

Festnahme von Falun Gong-Praktizierenden auf dem Pekinger Tiananmen-Platz, 1999.

Foto: Compassion Magazine
Foto: Simon Gross/Epoch Times

Verdächtige Kliniken

Eines der modernsten Krankenhäuser Chinas ist das Generalhospital der Volksbefreiungsarmee – eine Elite-Klinik für Chinas Partei- und Armee-Adel. Die Zahl der Transplantations-OPs ist hier Militärgeheimnis – doch eines ist sicher: Seit den frühen Nuller-Jahren macht genau dieser Zweig die meisten Profite.

„In den vergangenen Jahren entwickelte sich das Transplantationszentrum zur profitabelsten Abteilung, von einem Bruttoumsatz von 30 Millionen Yuan im Jahr 2006 zu 230 Millionen Yuan im Jahr 2010 – innerhalb von fünf Jahren war das fast eine Verachtfachung“, berichtet die Website der Klinik (umgerechnet in US-Dollar war das ein Sprung von 4,5 auf 34 Millionen).

Das Generalhospital der Volksbefreiungsarmee entdeckte nicht als einziges diesen lukrativen Geschäftszweig: Auch demDaping-Krankenhaus in Chongqing, das zur 3. Militärisch-medizinischen Universität gehört, gelang eine erstaunliche Umsatzsteigerung: Von 36 Millionen Yuan in den späten 1990ern (dem Beginn der Transplantationen), auf knapp eine Milliarde im Jahr 2009. Ein 25-faches Wachstum.

Selbst Chinas Gesundheitsminister Huang Jiefu erklärte 2005 gegenüber dem Wirtschaftsmagazin Caijing: „Dass Krankenhäuser mit Transplantationen Geld verdienen, liegt im Trend.“

Thema des neuen Reports ist nun, wie es zu dieser Entwicklung kommen konnte. Denn es gibt in China bis heute kein Organspendesystem nach westlichen Standards.

Der Bericht listet alle bekannten Transplantationszentren Chinas samt Details auf: Von mehr als 700 Einrichtungen erfahren wir alles über deren Bettenzahl, Nutzungsraten, OP-Personal, Schulungsprogramme, neu gebaute Infrastrukturen, Empfänger-Wartezeiten, beworbene Transplantationszahlen, Verbrauch von Medikamenten gegen Abstoßung und vieles mehr. Anhand dieser Daten schätzten Kilgour, Matas und Gutmann die Gesamtzahl aller durchgeführten OPs auf über eine Million.

Doch das ist erst die halbe Geschichte.

Verkehrte Welt

Spenderorgane kann man nicht einfach aus Leichen gewinnen oder einlagern, bis sie gebraucht werden. Sie müssen schnell entnommen und implantiert werden. Westliche Länder entwickelten deshalb ausgefeilte logistische Prozesse – und Wartelisten.

In China scheint jedoch alles umgekehrt zu funktionieren: Hier „warten“ gefangene gehaltene Spender auf passende Empfänger.

Wie sonst ist es möglich, dass das Changzheng-Krankenhaus in Shanghai im April 2006 von 120 „Notfall-Lebertransplantationen“ berichtete? Damit meinte die Militärklinik jene Fälle, in denen ein Patient in lebensbedrohlichem Zustand eingeliefert wurde und innerhalb von Stunden, maximal Tagen ein passendes Organ erhielt, das ihn rettete. In anderen Ländern eine Seltenheit.

Das Changzheng-Krankenhaus jedoch veröffentlichte eine Studie im chinesischen Journal für medizinische Chirurgie, in der es genau seine Erfolge mit den Not-Transplantationen beschrieb. „Die kürzeste Zeitspanne zwischen der Einlieferung und der Operation des Patienten betrug vier Stunden“, hieß es darin.

In der Woche vom 22. bis zum 30. April 2005 wurden in dieser Klinik insgesamt 16 Lebern und 15 Nieren verpflanzt.

Das „1. Hospital der Zhejiang-Universität“ publizierte eine ähnliche Studie: Zwischen Anfang 2000 und Ende 2004 erhielten dort 46 Patienten ihre Lebertransplantation im Notfall-Modus; mit anderen Worten: Der passende Spender wurde innerhalb von nur 72 Stunden gefunden.

Auch das offizielle Register für Lebertransplantationen in China verglich in seinem Jahresbericht 2006 die Anzahl aller Transplantationen zum „gewählten Zeitpunkt“ mit den Not-OPs. Es ergaben sich 3181 reguläre Verpflanzungen. Knapp über ein Viertel (1150 OPs) liefen im Notfall-Modus ab.

Mit Chinas offiziellen Verlautbarungen ist dieses Phänomen kaum – wenn nicht sogar unmöglich – zu erklären. Es ergibt sich der Verdacht, dass eine gefangene gehaltene Spenderpopulation existiert, die jederzeit für Organentnahmen verfügbar ist.

„Für mich ist das sehr erschütternd“, sagte dazu Wendy Rogers, eine australische Bio-Ethikerin von der Macquarie-University. Sie erlebte selbst den unwahrscheinlichen Fall, dass eine enge Freundin ein Leberversagen aufgrund einer Hepatitis erlitt und innerhalb von drei Tagen durch eine Transplantation gerettet werden konnte. „Sie hatte extremes Glück, dass es in diesem Zeitfenster klappte“, so Dr. Rogers. „Aber 46 Mal hintereinander? Für mich gibt es da schwerlich eine andere Erklärung als Mord auf Abruf.“

Der Report beruft sich außerdem auf Whistleblower und medizinische Dokumente aus China, die erklären, dass einige „Spender“ während der Organentnahme noch lebten. So sagte zum Beispiel ein Polizist aus, er sei Zeuge einer Organentnahme ohne Narkose geworden. Das Gleiche berichtete ein Krankenpfleger aus Jinan.

Wer stirbt für die OPs?

Politische Gefangene sind laut den Autoren die unerschöpfliche Organbank, auf die sich Chinas Transplantations-Industrie stützt. Vor allem Falun Gong-Anhänger. Sie befinden sich zu Hunderttausenden in Gefängnissen und Gehirnwäsche-Lagern, landesweit verteilt. Sie sollen 95 Prozent der Todesopfer ausmachen. Weitere Betroffene sind Tibeter, Uiguren und Christen, sagt Ethan Gutmann.

„Staatsfeind Nr. 1“

Falun Gong ist ein traditioneller Kultivierungsweg der buddhistischen Schule. Die fünf Qigong-Übungen für Körper und Geist wurden in den 1990er Jahren hochpopulär. Die Prinzipien der Bewegung sind „Wahrhaftigkeit, Barmherzigkeit und Toleranz“, die sich konträr zur Kampf-Ideologie der Partei befinden. Zunächst hatte das Regime Falun Gong stillschweigend geduldet, sogar unterstützt. Doch schließlich erklärte Staats- und Parteichef Jiang Zemin die Meditierenden zum Staatsfeind: Rund 100 Millionen Falun Gong-Anhänger waren mehr, als die 70 Millionen registrierten Mitglieder der „Kommunistischen Partei Chinas“.

Im Juli 1999 startete Jiang eine landesweite Kampagne zur Auslöschung von Falun Gong. Da er auf Widerstand von Regierungsmitgliedern stieß, nutzte er die Kampagne für einen persönlichen Machtkampf innerhalb der Partei: Wer mitmachte, wurde befördert. Gegner wurden an den Rand gedrängt.

 

Der Organraub an Falun Gong-Praktizierenden scheint wenig später begonnen zu haben. Bereits seit über zehn Jahren ist dieses Verbrechen bekannt, doch so detailliert wie in der neuen Studie wurden die Beweise nie zuvor gesammelt. Auch die Rolle des Regimes als Drahtzieher wird darin erschreckend deutlich. So deutlich, dass selbst die drei Autoren – David Kilgour, David Matas und Ethan Gutmann – überrascht waren. Sie hatten schon vorher zum Thema geforscht, aber noch nie zusammen gearbeitet.

Das Update

In ihrem ersten Report „Bloody Harvest“ (2006/07) fanden Kilgour und Matas 33 Indizienketten für den Organraub an Falun Gong. „Der Ursprung von 41.500 Transplantaten im Zeitraum (…) 2000 bis 2005 ist ungeklärt“, hieß es darin. US-Journalist Gutmann schätzte unabhängig von den Kanadiern die Anzahl der sich ständig in Haft befindlichen Falun Gong-Anhänger auf 450.000 bis 1 Million – und dass dem Organraub bis 2008 bis zu 65.000 Menschen zum Opfer fielen.

In den vergangenen Jahren hatte es dem Anschein nach so ausgesehen, als ob der Organraub im ganz großen Stil zurückgegangen sei – oder zumindest so, als ob Falun Gong und andere Andersdenkende nicht mehr so stark betroffen wären. Denn das KP-Regime war unter Druck geraten und änderte Gesetze, um den Verdacht zu zerstreuen.

Alles andere sei aber der Fall, erklärt nun der neue Report. Die gigantische Maschinerie sei nicht mehr zu stoppen, sagt Gutmann: „Ich glaube, hier geht es schon nicht mehr nur um Profit, sondern um eine Mischung aus Ideologie, Massenmord und Vertuschung, indem man Leute umbringt, die zu viel wissen.“

Der Report enthält eine Liste aller bekannten Kliniken Chinas, die Organe verpflanzen. 712 sind es insgesamt – und über 164 von ihnen wird detailliert gesprochen.

Das „Vorbild“ Dr. Li

Eines davon ist zum Beispiel das von der Armee geführte Nanjing General Hospital. Auf zwei Seiten erfahren wir Interessantes über die Karriere von Li Leishi, dem Gründer des dortigen „Nieren-Forschungszentrums“. Die KP gab ein Dokument heraus, das Ärzten befahl, Lis erfolgreiches „Arbeitsmodell“ zu studieren. Er hatte eines der am schnellsten wachsenden Nierentransplantations-Zentren Chinas eröffnet, und das Regime lobte ihn dafür.

In einem Interview aus dem Jahr 2008 erzählte der damals 82-jährige Li, er habe in der Vergangenheit in der Regel 120 Nieren pro Jahr verpflanzt. Mittlerweile seien es aber nur noch 70. Über einen weiteren Chef-Chirurgen hieß es im Jahr 2001, er habe „Hunderte Nierentransplantationen pro Jahr“ durchgeführt. Insgesamt elf Chefärzte und sechs Assistenz-Chirurgen beschäftigten sich in der Klinik mit Nierentransplantationen. Die Ermittler schätzen deshalb das Gesamtvolumen der Nierentransplantationen auf bis zu 1.000 OPs jährlich.

Erstaunliche Zahlen wie diese ziehen sich durch den gesamten Report:

Am Fuzhou-General-Hospital (ebenfalls dem Militär von Nanjing zugeordnet), verpflanzte Dr. Tan Jianming persönlich 4.200 Nieren bis zum Jahr 2014 – so seine Vita auf der Website des chinesischen Ärzteverbandes.

Das Xinqiao-Krankenhaus der Dritten militärisch-medizinischen Universitätvon Chongqing zählte 2590 Nierentransplantationen bis zum Jahr 2002. Einmal waren es sogar 24 an einem einzigen Tag.

Zhu Jiye, der Direktor des Transplantations-Instituts der Universität Pekingsagte im Jahr 2013: „Es gab einmal ein Jahr, in dem unser Krankenhaus 4.000 Leber- und Nierentransplantationen vornahm.“

Im Juni 2004 veröffentlichte das Medical Journal of the Chinese People’s Armed Police Forces eine Tabelle, in der es hieß: Das Beijing-Friendship-Hospital und das Nanfang-Krankenhaus in Guangzhou hätten bis Ende des Jahres 2000 mehr als 2.000 Nierentransplantationen durchgeführt. Drei andere Krankenhäuser hätten es gemeinsam auf 1.000 Nierenverpflanzungen gebracht. Die meisten dieser OPs müssen innerhalb von nur einem Jahr stattgefunden haben – denn Transplantation war bis Ende der 90er-Jahre in China eine medizinische Nische.

Seite für Seite liest man solche Mengenangaben mit Quellenverweisen: Zahlen aus offiziellen chinesischen Publikationen und Reden, internen Newslettern, Krankenhaus-Websites, medizinischen Zeitschriften, Medienberichten etc.

Eines macht stutzig: Die Krankenhäuser veröffentlichten diese beeindruckenden Zahlen erst ab dem Jahr 2000. Auch der Aufbau von Infrastrukturen im großen Stil und die Ausbildungsprogramme für Chirurgen fingen damals erst an – nachdem die Verfolgung von Falun Gong begonnen hatte.

Das "Erste zentrale Krankenhaus von Tianjin" ist nur eine der erwähnten Kliniken.

Das „Erste zentrale Krankenhaus von Tianjin“ ist nur eine der erwähnten Kliniken.

Foto: Hospital files

Wechselnde Erklärungsversuche

Woher hat das Regime die ganzen Organe? Die offizielle Erklärung änderte sich im Laufe der Zeit. Im Jahr 2001, als der erste Überläufer aus China behauptete, es würden zum Tode verurteilte Gefangene verwendet, dementierte man von offizieller Seite. In China gebe es in erster Linie freiwillige Spender, hieß es.

2005 deuteten jedoch Beamte erstmals an, dass Todeskandidaten dafür herhalten müssten. Nachdem 2006 der Vorwurf des Organraubs an Falun Gong-Praktizierenden laut wurde, erklärten chinesische Beamte schließlich, Todeskandidaten, die einer Organspende zugestimmt hätten, seien die primäre Quelle.

Die neue Studie kommt zu dem denkbar abscheulichsten Schluss: Der gesamte Sektor entstand wie aus dem Nichts – und wurde wohldurchdacht aufgebaut, nachdem plötzlich eine schier unerschöpfliche Organquelle verfügbar war.

Der Staat spielte beim Aufbau des blutigen Business eine treibende Rolle – und das auf zentraler wie lokaler Regierungsebene.

Staatlich gefördert

In den 90er-Jahren war Chinas Gesundheitssystem weitgehend privatisiert worden. Der Staat bezahlte nur noch die Infrastruktur und die Krankenhäuser mussten sich selbst finanzieren. Doch sobald Transplantation im großen Stil möglich wurde, unterstützten sowohl zentrale wie lokale Regierungen den Aufbau der Branche: Forschung und Entwicklung, Klinik-Neubauten, Fortbildungen für medizinisches Personal und die Ausbildung Hunderter Chirurgen im Ausland.

Ein ganzer Pharmaziezweig spezialisierte sich auf Medikamente gegen Abstoßung, während Kliniken begannen, ihre eigenen Konservierungslösungen zu entwickeln – Chemikalien für den Organtransport.

Welche Entwicklungssprünge plötzlich möglich waren, zeigt das bereits erwähnte Renji-Krankenhaus. Es erlebte folgenden Anstieg seiner Transplantationsbetten: Ende 2004 waren es 13, nur zwei Wochen später bereits 23. Im Jahr 2007 verfügte man über 90, im Jahr 2014 über ganze 110 Betten.

Das Erste Zentralhospital von Tianjin erhielt im Jahr 2006 ein neues Gebäude mit 17 Stockwerken und 500 Betten, allein für Transplantationen. Es gibt noch viele solcher Beispiele. Der Bericht enthält auch Fotos der oft eindrucksvollen Gebäude.

Eine vielsagende Dankesbotschaft an die Regierung formulierte das Transplantationszentrum der China Medical University in Shenyang. Es schreibt auf seiner Website: „Für die Möglichkeit, jedes Jahr solch eine große Anzahl von Transplantationen durchführen zu können, müssen wir der Regierung für all ihre Unterstützung danken. Insbesondere haben der

Oberste Volksgerichtshof, die Oberste Volksstaatsanwaltschaft, das Büro für öffentliche Sicherheit, das Justizsystem, das Gesundheitsministerium und das Ministerium für Zivile Angelegenheiten gemeinsam Gesetze erlassen, die die Organbeschaffung unter staatliche Hilfe und Schutz stellen. Dies ist einzigartig auf der Welt.“

Die unbekannte Bilanz

Die Autoren der Studie wollten die Opferzahl nicht konkret schätzen. Zwar ist es möglich, dass verschiedene Organe eines Menschen für mehrere Empfänger verwendet werden, doch ist dies in China unwahrscheinlich. Die medizinische Entwicklung ist noch nicht so weit. Bis zum Jahr 2013 wurden lediglich Ad-hoc- und lokalisierte Matching-Systeme verwendet. Chinesische Chirurgen beklagten bereits die große Verschwendung, da pro Spender meist nur ein Organ zum Einsatz komme.

Der China Medicine Report schrieb dazu Ende 2004: „Weil China derzeit kein interaktives Registrierungssystem für Organe besitzt, wird pro Spender manchmal nur eine einzige Niere verwendet und viele andere Organe werden einfach verschwendet.“ David Matas sagte auf der Pressekonferenz am 22. Juni: „Es gab zwar einige Fälle, in denen mehrere Organe einer Person verwendet wurden, aber statistisch war dies unbedeutend.“

Laut Lan Liugen, dem stellvertretenden chirurgischen Direktor der Armee-Hospitals 303 in der Provinz Guangxi sollen Anfang 2013 nur zwei chinesische Kliniken dazu fachlich in der Lage gewesen sein. Er sagte damals: „Solche Operationen nutzen die Spender-Ressource bestmöglich. Derzeit gelingt nur Ländern wie den USA, Deutschland und Japan die gleichzeitige Verpflanzung (…).“

Die Gesamtzahl der OPs, die seit 16 Jahren stattfanden, muss zwischen 1,5 und 2,5 Millionen betragen haben, vermuten die Autoren. Sie schätzen, dass jährlich 60.000 bis 100.000 Organe verpflanzt wurden. „Ein schleichender Völkermord“, so Ethan Gutmann.

Zum Bericht der englischen EPOCH TIMES

http://www.epochtimes.de/

Erstes Gold-Fixing: China positioniert den Yuan gegen den Dollar

Am Dienstag wurde in Schanghai zum ersten Mal ein Referenzpreis für Gold bestimmt. Damit tritt die Shanghai Gold Exchange mit dem Yuan in direkte Konkurrenz zum Handelsplatz London, wo der Goldpreis in Dollar festgelegt wird. Experten sehen in dem Schritt eine weitere Maßnahme Chinas, sich von der Weltleitwährung Dollar zu emanzipieren.

Der Goldpreis wird fortan auch in Schanghai in Yuan bestimmt. So könnte sich bald der Yuan gegen den Dollar positionieren. (Foto: dpa)

Der Goldpreis wird fortan auch in Yuan bestimmt. (Foto: dpa)

Am Dienstag wurde an der Edelmetallbörse Shanghai Gold Exchange (SGE) zum ersten Mal der Goldpreis in der Landeswährung Yuan bestimmt. Ein Gramm des Edelmetalls kostete demnach 256,92 Yuan (etwa 35 Euro), basierend auf einem Kontrakt für ein Kilogramm Gold. Der Preis wird fortan zweimal täglich von 18 Finanz- und Handelsinstitutionen bestimmt – neben 15 chinesischen auch von drei ausländischen (der britischen Standard Chartered Bank, der australisch-neuseeländischen ANZ Bank sowie vom Schweizer Goldhandelshaus MKS).

Eine Preisbestimmung an der SGE erscheint logisch, weil China nicht nur der wichtigste Importeur des Rohstoffes, sondern inzwischen auch dessen größter Produzent ist. In den vergangenen Monaten hatte die chinesische Zentralbank ihre Goldbestände immer weiter aufgestockt, was zu Spekulationen führte, wonach China die Einführung eines neuen Goldstandards plane. Auch andere wichtige Staaten Asiens verzeichnen eine hohe Nachfrage nach Gold – darunter Russland, Indien und Kasachstan.

Bei der Einführung eines chinesisch dominierten Goldpreises dürfte es sich Beobachtern zufolge um eine Maßnahme zur weiteren Profilierung des Yuan handeln. „Ein Yuan-Goldpreisfixing bedeutet, dass die Chinesen ganz offensichtlich die Yuan-Verwendung stärken wollen – dass sie ihre Währung als eine Alternative zum US-Dollar positionieren wollen. (…). Mit dem chinesischen Vorstoß entsteht ein Konkurrenzangebot zum Londoner Goldpreis-Fixing. London ist bekanntlich der weltweit bedeutendste Marktplatz für das Gold. Seit dem 20. März 2015 wird hier mittels einer elektronischen Auktionsplattform zweimal täglich der LBMA Gold Price ermittelt“, schreibt der Chefökonom von Degussa Goldhandel, Thorsten Polleit.

Der Dollar beziehungsweise London dürften mittelfristig zwar ihre Vormachtstellung auf dem Goldmarkt behalten, aber allein die Tatsache, dass es mit Schanghai nun eine Alternative gäbe, sei für den internationalen Goldmarkt positiv, so Polleit. „Was sind die Folgen? Zunächst einmal dürfte das Yuan-Goldpreis-Fixing wichtig sein für den Handel an der SGE: Es erhöht das Goldhandelsvolumen an der SGE. Beispielsweise werden vermutlich Goldexporteure und auch chinesische Importeure es künftig als vorteilhaft(er) erachten, einen Teil ihrer Transaktionen an der SGE abzuwickeln beziehungsweise Handelskontrakte am Yuan-Goldpreisfixing anstelle des LBMA Gold Price auszurichten. So gesehen steigt der Wettbewerb an den Goldhandelsplätzen, und das sollte die Transaktionskosten senken“, schreibt Polleit.

Ein möglicher Nachteil sei, dass es mit steigender Zahl der Handelsplätze tendenziell zu einer Verschlechterung der Liquidität an den einzelnen Orten kommen könnte. Die Preisfindung würde zudem eine verstärkte Arbitrage-Tätigkeit zwischen den einzelnen Märkten erfordern, die vor allem den am Handel Beteiligten, nicht aber den Goldkäufern und -verkäufern nutzen würde. Insgesamt dürfte ein Goldfixing in Yuan die Attraktivität des Edelmetalls jedoch stärken, was sich wiederum positiv auf die Goldnachfrage und -produktion auswirken könnte.

Die Bestimmung des Goldpreises in Yuan ist eine strategische Entscheidung der chinesischen Führung. Deren letztendliches Ziel ist es, sich von der Weltleitwährung Dollar zu emanzipieren und den Yuan als Alternative aufzubauen. Mit dem Einstieg in das Goldfixing werden Infrastrukturen erschaffen, die es ermöglichen, den Einfluss des Yuan auf dem internationalen Goldmarkt in Zukunft weiter auszubauen.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/