Freyja, Göttin der Liebe

Freja Göttin der Liebe

Die Göttin der Fruchtbarkeit, der Sexualität, der Liebe, des Reichtums und des Glücks ist Freyja. Sie ähnelt der Venus aus dem römischen sowie Aphrodite aus dem griechischen Götterhimmel. Freyja gehört der Götterfamilie der Wanen an. Die Wanen sind die Götter der Bauern und Fischer. Die zweite Götterfamilie sind die Asen, Götter der Aristokraten und Krieger mit dem Vatergott Odin-Wodan an der „Spitze“. Freyja wurde von Paaren oder Einzelnen angerufen, ob die Liebschaft mit dem oder der Auserwählten (ob innerhalb oder außerhalb der Ehe) einen günstigen Verlauf nimmt. Ihr Kult ist wohl der am Längsten währende und hat auch in den Köpfen der Menschen das Christentum überlebt. In einem Falkengewand, in einem von Wildkatzen gezogenen Wagen, reist sie durch die Welt.

Freyja soll einen Mann namens Odr gehabt haben, somit ist anzunehmen dass Freyja und Odin von den Schamanen, Zauberern und Seherinnen als Paar angesehen wurden. Die germanische Mythologie ist dadurch gekennzeichnet, dass die Götter menschliche Züge hatten, also mit Fehlern behaftet waren. Der trickreiche und gerissene Gott Loki machte sich oft einen Spaß, andere Götter zu beschuldigen und mit ihren mutmaßlichen Schwächen zu konfrontieren. So beschuldigte er Freyja, die Göttin der Liebe, mit allen Göttern der Asen, einschließlich ihres Bruders Freyr, sowie den Elfen Geschlechtsverkehr gehabt zu haben. Es gibt mehrere Legenden, in denen Freyja etwa zur Friedensstiftung mit Riesen schlafen sollte, oder mit Zwergen Geschlechtsverkehr, zum Dank für eine magische Halskette, die sie von ihnen geschenkt bekam.

Freyja ist also mit dem Thema Sexualität eng verbunden, jedoch auch mit der transformatorischen, heiligen und gebenden Kraft. Freyja war Hure und Heilige zugleich und stand für Wollust wie für die wahre Liebe. Entgegen unserem christlich geprägten Weltbild, dass der eine Gott unfehlbar ist und über die Menschen richtet, kann es aufgrund der menschlichen Schwächen der germanischen Götter für die Menschen tröstend und motivierend zugleich sein, sich den eigenen Schwächen bewusst zu werden und die Persönlichkeit weiter zu entwickeln.

Freyja war die Göttin der Seherinnen und Orakel  und Wahrsagerei war ein grundlegender Bestandteil der germanischen Spiritualität. Frauen, die dies praktizierten wurden Völvas genannt. Im Zuge der Christianisierung wurde diese „teuflische“ Praxis zunehmend dämonisiert und so wurden die Völvas wegen ihrer sexuellen und spirituellen Kräfte zunehmend den Hexen gleichgestellt. Der Hexenhammer ist voll mit Frauen demütigenden Thesen der Christen.

Freyja, Symbol für die neue und alte göttliche Weiblichkeit

FreyjaFreyja – die Göttin der Liebe

Freyja symbolisiert die verschiedenen Aspekte der Weiblichkeit. Sie ist die goldene Göttin der Liebe, mit ihrer sinnlich-körperlich-lustvollen Art. Als einzige Göttin im Asenhimmel übernimmt sie nicht deren Eheform und Monogamie. Sie liebt eine Reihe unterschiedlicher Männer, Götter und Zwerge, was sie aber nicht hindert, den Gott Odr besonders zu lieben. Um ihn weint sich Goldene Tränen, sie hat von ihm zwei Töchter. Die Lust an der Sexualität ging mit den christlichen Dogmen verloren und so ist es kein Wunder, dass viele Frauen sich ihres Körpers gar schämen. Bis um die Jahrhundertwende wurde der Frau die Orgasmusfähigkeit abgesprochen. Freyjas lebendigste und lustvollste Seite löst bei vielen Frauen heute noch Ängste und Schuldgefühle aus, zu Unrecht wie wir wissen.

Freyja – die Göttin des Sehens

Sehend und intuitiv, vor nichts die Augen verschließend, sieht sie Vergangenes, Gegenwärtiges und Zukünftiges. Ebenso Erfreuliches und Schreckliches. Die verlorenen Potentiale der Frauen müssen wieder freigesetzt werden. Die großen Seherinnen der alten Zeit kannten die Schattenwelt, sie hatten den Mut, dort hinzusehen.

Freyja – die Göttin des Kampfes

Freyjas Begleiter ist unter anderem die Wildsau Hildisvini. Die „rasende Wildsau“ ist das Symbol für eine zornige Frau. Freyia aber hat es gelernt, die Wildsau, sprich ihre Gefühle wie Wut und Zorn, zu reiten, damit umzugehen. Die Völvas (Seherinnen) waren dafür bekannt, sich dagegen zu wehren, wenn sie jemand in ihren Entfaltungsmöglichkeiten einschränkte. Kein Verständnis war dann angesagt, sondern Kampf. Eine wilde Frau, die zum Kampf bereit ist, scharfe Anklage erhebt und zuschlägt? Die Furie in der Frau?

Freyja – die Göttin des Heilens

Die Frauen, insbesondere die Völvas, waren bekannt für ihre hervorragenden Kenntnisse in Naturheilkunde und Kräuterkunde, wofür sie oft genug als Hexen verbrannt wurden. Krankheit ist in vielen Fällen die Ungewissheit über Leben und Tod, eine Art Zwischenwelt. Heilung ist ein Neubeginn nach überwundener körperlicher oder seelischer Krankheit. Mit Sanftheit und Verständnis setzen sich die Völvas für die Genesung ein. Sie waren auch Hebammen und halfen dabei, Neugeborenen den Weg zum Leben zu bereiten.

(Anregungen von Bärbel Kreidt, aus dem Buch „Brunnen der Erinnerung“ von Ralph Metzner)

Beitragsbild: Lorenz Frølich [Public domain], via Wikimedia Commons / http://commons.wikimedia.org/wiki/File%3AFreia_Gestures_to_Hyndla_by_Fr%C3%B8lich.jpg, Bild Mitte: Germanen-Magazin.de

http://www.germanen-magazin.de/2015/05/12/freyja-goettin-der-liebe/

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Iduna – heidnische Göttin der Jugend und Unsterblichkeit

Faun – Iduna
Album : Eden 2011
Iduna ist die Hüterin der goldenen Äpfel, die in einem immergrünen Garten Asgards wachsen. Iduna ist das jüngste Kind Iwaldis, einem kunstfertigem Zwerg, aus dessem Geschlecht einige berühmte Kleinode an die Götter hervorgehen. Der Gatte der Frühlingsgöttin ist der Dichter Bragi, mit dem sie auf ihrem Wohnsitz Brunnakr (Brunnenacker) lebt. Sie selbst gilt als schüchtern und schweigsam und überlässt das Reden lieber ihrem wortgewandten Ehemann. Es heißt dort, wo Iduna ihre Füße hinsetzt, sprießen überall zarte Blumenknospen aus dem Boden hervor. Obwohl die Göttin nur selten erwähnt wird und auch über eine kultische Verehrung nichts bekannt ist, spielt sie als Hüterin der Äpfel dennoch eine wichtige Rolle, da die Götter auf ihre Früchte angewiesen sind, ohne deren Genuss sie wie jeder gewöhnlich Sterbliche altern müssten. Deshalb lautet eine Umschreibung für das Obst auch „der Asen Altersgift“.

Die Edda schildert den Raub der Göttin durch einen Riesen Namens Thjazi (Vater der Skadi). Diesem gelingt es in Adlergestalt den Gott Loki zu ergreifen. Durch die Drohung, ihn in die Tiefe fallen zu lassen, nötigt der Riese Loki das Versprechen ab, ihm die Göttin Iduna samt Äpfeln zuzuführen. Der Eingeschüchterte führt darauf die Göttin unter dem Vorwand aus Asgards Garten heraus, er wolle ihr andere Äpfel zeigen, welche so prachtvoll anzuschauen seien, das nur sie allein über deren Wert entscheiden könne. Zum Vergleich solle sie ihre Äpfel doch gleich mitnehmen. Als die beiden nun an einer ausgemachten Stelle vorbeikommen, stößt der Riesenadler vom Himmel, packt die Göttin samt ihrem Korb und trägt sie in sein Felsennest. Nachdem Iduna verschwunden bleibt, setzt sich bei den Asen unweigerlich der Alterungsprozess in Gang, und man beginnt nachzuforschen, wo sie zuletzt gesehen wurde. Schnell fällt der Verdacht auf Loki, dem die Götter mit Folter und dem Tode drohen, falls er die Göttin nicht unverzüglich zurückhole. So leiht sich Loki Freyjas Falkenkleid und fliegt mit diesem zu Thjazis Burg, wo es ihm gelingt, Iduna aufzuspüren. Er verwandelt sie in eine Nuss und trägt sie zurück nach Asgard. Doch der Riese bemerkt die Flucht und verfolgt die beiden in Adlergestalt. Als die Götter die beiden Vögel kommen sehen, errichten sie einen großen Haufen Hobelspäne und zünden diesen nach Lokis Landung an. Das Gefieder des Riesen, der seinen Flug nicht mehr rechtzeitig zu stoppen vermag, fängt darauf Feuer und Thjazi wird von den Asen erschlagen.