Das Ende der Fachkräftelüge

Ein Aprilscherz der besonderen Art

Bildquelle: shutterstock.com Urheberrecht: Sergey Nivens

Endlich ist es so weit. Nach jahrelangem, nein, sogar jahrzehntelangem Hin und Her gaben jetzt,  1. April 2016, erstmals alle an dieser Lüge Beteiligten zu, dass der sogenannte „Fachkräftemangel“ schon immer ein Hirngespinst gewesen ist.

Wie frühere und heutige Vertreter von Arbeitgeber-, Industrie- und Wirtschaftsverbänden sowie Lobbyisten nun eingestehen, ging es in früheren Jahrzehnten zunächst hauptsächlich darum, auf massive Enttäuschungen zu reagieren, die den Arbeitgebern von Seiten allzu fordernder Arbeitnehmer oder der sich wie Rotzlöffel verhaltenden jungen Generation „angeblich“ zugefügt worden sind. Dieser Wohlstandsverwahrlosung eines Packs, dem es nach Meinung von führenden Vertretern der obigen Organisationen viel zu gut ging, wurde nun durch eine großangelegte Betrugskampagne entgegengewirkt.

Von da an bis heute wurde den Leuten seitdem durch gezielte Propaganda vorgegaukelt, diese müssten sich durch Weiterbildung und Studium lediglich weiterqualifizieren, um eine entsprechende Karriere inklusive beruflichem und sozialem Aufstieg folgen zu lassen. Insbesondere bei Auswahl der sogenannten MINT-Fächer (MINT = Mathematik, Ingenieurswissensschaften, Naturwissenschaften, Technik), so die schriftliche und notariell beglaubigte Aussage der aus mehreren Instituten und Presseorganen bestehenden Münchhausen-Vereinigung, könnten sämtliche Zukunftssorgen ein für allemal als obsolet betrachtet werden.

Das Ziel derartiger Propaganda war es jedoch von Anfang an, einen gigantischen Pool gut ausgebildeter Fachkräfte zu schaffen, um dann durch Konkurrenz die Löhne und Gehälter drücken zu können. Ebenfalls konnten so die, wenn nun auch großenteils studierten, Arbeitnehmer zu immer mehr Überstunden sowie zu einer immer bedingungsloseren Anpassung an die Standards der Arbeitgeber, der Wirtschaft und der Industrie genötigt werden. Wer dagegen aufbegehrte, blieb halt auf der Strecke, da ja draußen noch genügend gute und gefügige Leute auf ihre angebliche Chance warteten.

Aber auch dies genügte den Akteuren nicht. Bereits zu Zeiten des Mauerfalls sammelten sich westdeutsche Arbeitgeber an der innerdeutschen Grenze, um dort hochqualifizierte ostdeutsche Arbeitskräfte anzuwerben und so den Druck auf ihre wohlstandsverwöhnten westdeutschen Arbeitnehmer zu erhöhen.

Später wurden dann gezielt Lobbyisten aus den bereits beschriebenen Verbänden im Bundestag, in anderen politischen Gremien sowie in der EU positioniert, um dort an einer arbeitgeber-, industrie- und wirtschaftsfreundlichen Propaganda mitwirken und die Gesetze zum Teil sogar selber schreiben zu können.

Wieder später wurde noch mehr Propaganda gemacht. Unter dem Werbeslogan „Make it in Germany“ warb eine Arbeitsministerin, ohne sich damit von den Lügen der Vergangenheit wegzubewegen, sogar noch für weitere Fachkräfte aus dem Ausland (siehe auch unterhttps://www.youtube.com/watch?v=jRjWHqQqUyI 2:32 – 2:38 sowie 5:46 – 6:15).

In neuerer Zeit wurden dann sogar auch Fachkräfte unter den Flüchtlingen gesucht, um den Pool an verfügbaren und billigen, auch akademischen, Arbeitskräften so groß wie nur möglich zu halten. Einer Bereicherung, auch des Konkurrenzkampfes zwischen den Stellensuchenden, dürfte somit nun wirklich nichts mehr im Wege stehen.

Und auch diverse Abkommen wie TTIP und CETA sollen nun vermehrt durchgesetzt werden, um alle Arbeitsmärkte bis hin zum ersten Arbeitsmarkt noch unsicherer und somit für Arbeitgeber, Wirtschaft, Industrie und weitere Profiteure noch attraktiver zu gestalten.

Allerdings gingen die bisher erwähnten Aktionen nicht so unauffällig vonstatten, wie es sich die Akteure gewünscht hätten. Unter

https://www.facebook.com/AkademikerundArbeitswelt/posts/716090371764814

sind dementsprechend viele Artikel zu finden, welche die Mär vom sogenannten „Fachkräftemangel“ schon vor einiger Zeit als Lügengebäude enttarnt haben. Nachdem dann nach einem Artikel unter

https://propagandaschau.wordpress.com/2014/09/04/gastbeitrag-die-mar-vom-fachkraftemangel/

sowie der dazugehörigen Reportage unter

https://www.youtube.com/watch?v=BArmrsK_EEE

die Beteiligten völlig aufgeflogen waren, kam offenbar Panik auf. Natürlich wurde die mit der Fachkräftelüge verbundene Medienpropaganda zwar bis heute fortgesetzt. Die Aufklärung durch weitere Artikel, wie sie unter

https://www.facebook.com/AkademikerundArbeitswelt/

noch zu finden sind, aber auch.

Dadurch bedingt werden mittlerweile nun viele Vertreter aus Arbeitgeberschaft, Wirtschaft und Industrie von schweren Gewissensbissen geplagt. Von Schuldgefühlen zerfressen, haben diese sich nun von den früheren Statements der bereits oben erwähnten Münchhausen-Vereinigung sowie von den Lügen diverser Ministerinnen und Minister distanziert sowie Besserung und vor allem Wiedergutmachung gelobt.

So sollen bis zum Tag der Arbeit 2016, der bis dahin übrigens zum Tag der Arbeitssuchenden umgewidmet werden soll, die wirklichen und realen Arbeitslosenzahlen in Deutschland, in Europa und in der restlichen westlichen Welt ungeschönt und für die breite Öffentlichkeit einsehbar auf den Tisch gelegt werden. Ebenfalls werden vom Institut für Wirklichkeitsverzerrung (IW) ab Pfingsten bis zum Tag der Deutschen Einheit bezahlte Praktika angeboten, in denen Unbedarfte das Zurechtbiegen und Fälschen von Statistiken am Beispiel der Arbeitslosenzahlen sogar von erfahrenen Profis erlernen können. Für viele Arbeitssuchende könnte dies auch der Beginn einer Umschulung sein, da in diesem Feld ausnahmsweise wohl ein tatsächlicher Fachkräftemangel besteht und fähige Lügner sowie neue und glaubhafte Lügen sowohl hier wie auch in vielen weiteren Bereichen von Politik, Presse und Öffentlichkeitsarbeit dringend gesucht werden.

Bis zum Ende des Jahres sollen dann bevorzugt alle Älteren und Langzeitarbeitslosen sowie auch alle prekär und fachfremd Beschäftigten in adäquaten und entsprechend bezahlten Jobs untergebracht werden. Zumindest aber soll der Beginn des Jahres 2017 den Beginn einer effektiven Wiedereingliederung in den ersten Arbeitsmarkt für jeden bisher vergessenen oder totgeschwiegenen arbeitssuchenden Ingenieur oder Akademiker bedeuten. Als zusätzliches Weihnachtsgeschenk werden jetzige und ehemalige Manager und auch Minister dann ihre Boni, Abfindungen und Pensionen für die Finanzierung dieser Jobs und der nun erfolgreichen Wiedereingliederungsmaßnahmen spenden.

Natürlich wurde von den äußerst wachsamen, objektiven und vor allem unparteiischen Mitarbeitern der Mainstreampresse umgehend die Frage gestellt, was denn genau diesen Sinneswandel bewirkt haben könnte. Unter Tränen wurde dann vielfach die Auskunft erteilt, dass, nachdem die dreisten Lügen vom „Fachkräftemangel“ sowie auch andere noch weitaus unglaublichere Irreführungen immer mehr aufgedeckt wurden und noch werden, verschiedene hochstehende und gut verdienende Persönlichkeiten mit ihrer Schuld einfach nicht mehr leben könnten. Um nun eine Selbstmordepidemie wie bei den Bankern, siehe auch unter

http://www.focus.de/finanzen/banken/unfaelle-und-selbstmorde-todes-serie-bereits-52-todesfaelle-in-bankenbranche_id_4350656.html

aufgrund von Gewissensbissen zu vermeiden, habe man sich einheitlich dazu entschlossen, die auf sich geladene Schuld noch in diesem Leben abtragen zu wollen. Zumindest bis runter auf das heutige Hartz-4-Niveau, da dieses von den nun bußfertigen (Ex-)Managern und (Ex-)Ministern ja als Existenzminimum für deren restliches Leben benötigt wird. Weiter verpflichten sich diese Menschen nun auch für einen freiwilligen sozialen Lebensabend, im Zuge dessen sie sich in einer noch zu gründenden „Götz-Werner-Vereinigung“ für ein faires und bedingungsloses Grundeinkommen einsetzen wollen.

Einen frohen und gesegneten April wünscht Ihnen

Dr. Jens Romba

PS: Wäre aber doch schön, wenn es wirklich so käme.

https://buergerstimme.com/

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