(Ungarns Führung macht sich immer unbeliebter. Hoffentlich hält sie das durch; es könnte Schlimmes passieren)
Der Bürgermeister der ungarischen Grenzgemeinde Asotthaloms hat ein Video produziert, das illegale Immigranten abschrecken soll, ihre Reise nach Deutschland über Ungarn zu bewerkstelligen. „Ungarn ist eine schlechte Wahl, Asotthalom die schlechteste“, so die unmissverständliche Botschaft. Mit Video.
Laszlo Toroczkai, Bürgermeister der an der ungarisch-serbischen Grenze gelegenen Stadt Asotthalom hat im Internet ein Video veröffentlicht, dass illegale Immigranten davon abhalten soll, auf ihrem Weg nach Deutschland durch Ungarn zu ziehen.
Augenscheinlich an die australische Werbekampagne „Keine Chance – Australien wird nicht eure Heimat”, mit der die australische Zuwanderungspolitik seit über einem Jahr äußerst erfolgreich gegen die illegale Migration vorgeht (blu-News berichtete), hat Toroczkai ebenfalls versucht, ein unmissverständliches Statement zu setzen.

Bürgermeister Laszlo Toroczka (Bild: Screenshot Video )
Aufklärung über den Ist-Zustand
In der rund einmünitigen Einleitung teilt der Bürgermeister der grenznahen Stadt mit, dass jeder, der die ungarischen Gesetze respektiere und das Land über die offiziellen Grenzübergange betrete, willkommen sei.
Jene aber, die versuchen würden, die Grenzen illegal zu passieren, werden ganz einfach im Gefängnis landen. Seit dem 15. September gelte der illegale Grenzübertritt nach Ungarn wie auch die Beschädigung des Grenzzaunes als Verbrechen. Beides könne mit mehrjährigen Gefängnisstrafen geahndet werden. Von jetzt werde der kontinuierlich ausgebaute Grenzzaunes durch tausende Polizisten und von der ungarischen Armee geschützt. Auf dem Gebiet der Großgemeinde Asotthalom würde die Armee durch zivile Wachmannschaften unterstützt, so die Lagebeschreibung des vom Magazin Die Zeit als rechtsextrem eingestufte Politikers.
„Ungarn ist keine gute Wahl. Asotthalom jedoch die schlechteste!“
Nachfolgend ist im Film – die Zeit bewertet das knapp zweiminütige Video als „dummes Propagandavideo“ der „paramilitärische Action-Truppe“ des Bürgermeisters Toroczkai -, zu sehen, wie Polizeiwagen und Motorräder Feldwege entlang fahren.
Das wohl bewusst mit martialischer Musik unterlegte kämpferische Video endet mit der Botschaft: „Falls Du ein illegaler Immigrant bist und du nach Deutschland willst, dann ist von Serbien aus der kürzeste Weg deiner Reise durch Kroatien und Slowenien. Glaube also nicht den Lügen von Schleppern. Ungarn ist keine gute Wahl. Asotthalom jedoch die schlechteste!“
Mediale und reale Bewertung
Über eine Millionen Mal sei das Video, so die Zeit weiter, bereits angeklickt worden und erfreue sich besonders unter der „rechtsradikalen ungarischen Jobbik-Partei“ größter Beliebtheit und weise, so „schräg“ das Video auch sei, auf eine „problematische gesellschaftliche Entwicklung Ungarns“ unter dem, durch seine Bevölkerung breit unterstützen, „rechtsnationalen” Ministerpräsidenten Viktor Orban hin“.
Die britische Daily Mail berichtet, dass der Film im Internet massenhaft verspottet worden sei. Die Kommentare spiegeln indes eine gänzlich andere Einschätzung der ungarischen Videoproduktion wieder. (BS)


