Großbritannien: UKIP von Nigel Farage erringt bei Nachwahlen zweiten Parlamentssitz

Torben Grombery

Mit einer fürchterlich schallenden Ohrfeige für Großbritanniens Premierminister David Cameron und seine Torys ist die Nachwahl für das britische Unterhaus im südenglischen Bezirk Rochester and Strood zu Ende gegangen. Der ehemalige Tory-Abgeordnete und jetzige UKIP-Parlamentarier konnte die Nachwahl klar für sich entscheiden – und das, obwohl Cameron den Wahlkreis unbedingt halten wollte.

Die Nachricht vom deutlichen Wahlsieg der United Kingdom Independence Party (UKIP) von Nigel Farage ist wie eine Atombombe auf der britischen Insel im Atlantischen Ozean eingeschlagen.

Wie die örtliche Wahlkommission am frühen Freitagmorgen bekanntgab, konnte der jetzige UKIP-Kandidat Mark Reckless 42,1 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen und lag damit deutlich vor seiner schärfsten Konkurrentin, der Kandidatin Kelly Tolhurst von den Torys, die als klare Favoritin gehandelt wurde und lediglich 34,8 Prozent der Stimmen auf sich verbuchen konnte. Die Wahlbeteiligung lag bei 50,7 Prozent.

Die Nachwahl für den wichtigen Sitz imbritischen Unterhaus war erforderlich geworden, weil der bisherige Tory-Abgeordnete Mark Reckless vor wenigen Wochen seinen Wechsel ins europaskeptische Lager von Nigel Farage – der diese Form der Europäischen Union der Eliten und des Establishments ablehnt und seit vielen Jahren vehement erfolgreich bekämpft – bekanntgegeben hatte und entsprechend seinen Parlamentssitz niederlegte.

Diesen wichtigen Sitz im britischen Parlament hat der UKIP-Überläufer nun klar auf dem Ticket der Europaskeptiker erneut gewinnen können. Damit hat die UKIP neben Douglas Carswell, der ebenfalls vor wenigen Monaten dieselbe Prozedur für die Partei von Nigel Farage durchgezogen hatte, mit dem frisch gewählten Unterhausabgeordneten Mark Reckless nun schon den zweiten Sitz im britischen Parlament in wenigen Monaten erringen können.

Das jetzige Ergebnis könnte eine richtungsweisende Entscheidung für die aufkommenden Parlamentswahlen in Großbritannien im Mai des nächsten Jahres bedeuten und damit auch die gesamte Europäische Union in schweres Fahrwasser manövrieren.

Unterdessen hat Nigel Farage zeitgleich den Zorn des Establishments der Eurokraten in Brüssel auf sich gezogen. Gemeinsam mit der Chefin der französischen Partei Front National, Marine Le Pen, hat dieser jetzt einen Misstrauensantrag gegen den gerade erst gewählten EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker unterschrieben. Hintergrund ist der so genannte »Lux-Leaks-Skandal«.

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