Die Anti-Rubel-Wetter haben sich total verzockt

Donnerstag, 16. April 2015 , von Freeman um 15:00

Es war der 17. Dezember 2014, da haben die westliche Medien die Schlagzeile gebracht: „Der Rubel rollt in den Abgrund„. Jede Zeitung und jeder TV-Sender erzählte den Medienkonsumenten, die russische Währung würde bald wertlos sein, Russland wäre wirtschaftlich am Ende, die unzufriedenen Menschen würden Putin stürzen, es wurde frohlockt und gleichzeitig schwarzgemalt. Ich habe danach am 26. Dezember 2014 den Artikel veröffentlicht, „Angriff auf den Rubel abgewehrt“ und schrieb: „Die Meute der Journalie konnte gar nicht hetzerisch genug unisono eine Währungskrise herbeireden. Dieser irrationale Hass auf Russland und die Suche jeder Gelegenheit, um Russland-Bashing zu betreiben, kann man nur noch als pathologisch bezeichnen. Und was ist jetzt? Es gibt keinen freien Fall oder Absturz ins Bodenlose, keine Staatspleite und auch kein Kollaps der Wirtschaft.“ Jetzt guckt Euch die Entwicklung des Rubelkurs seitdem an. Was ich vorhergesagt habe ist eingetreten. „Die triumphale Rückkehr des Rubel„. Seit Jahresanfang hat die russische Währung zum Dollar knapp 16 Prozent zugelegt, zum Euro beträgt das Plus sogar 31 Prozent. Keine andere Währung der Welt hat sich 2015 besser entwickelt. Aktuell steht der Kurs bei 53 zum Euro und 50 zum Dollar. Wo sind die ganzen Schwarzmaler und Russlandhasser jetzt?

Wenn eine Währung völlig kaputt ist, dann ist es der Euro. Das habe ich am 10. März beschrieben: „Der Euro stürzt ab und keinen stört es„. Draghi seine Gelddruckerei von 60 Milliarden Euro pro Monat zerstört die Einheitswährung, aber was ist das Thema in den deutschen Medien? „Es ist ein Schock für alle Dortmund-Fans. Jürgen Klopp (47) verlässt die Borussen nach dieser Saison!“ Das Opium der Massen, der Fussball, ist natürlich wichtiger.

Ich zitiere einige Kommentare zur Rubelstärke, weil sich meine Gedanken darin widerspiegeln:

– Nachdem Anfang des Jahres viel Hysterie im Westen war wegen des Rubelverfalls und man schon GANZ düstere Szenarien (z.B. bezüglich Kapitalflucht) an die Wand malte, haben die Maßnahmen der Regierung nun auch zur Stabilisierung beigetragen. Ironischerweise ist der Euro sogar stärker zum Dollar gefallen, als der Rubel. Es ist aber gut das sich die Anzeichen mehren, das allen Unkenrufen zum Trotz sich Russland gegenüber dem Westen behauptet. Gleichzeitig schwindet die Macht von IWF und Weltbank, die von den USA kontrolliert werden. Sobald der Dollar als „Reservewährung“ ausgedient hat, zB Ölhandel in Yuan abgewickelt wird und sich China von seinen US Staatsanleihen trennt, dürfte es für den Dollar eng werden, mit dem die USA auch Machtpolitik betreibt.

– Die Unken der russophoben Kommentatoren lösen sich in Luft auf. Und wer richtig investiert hat, kann ein gutes Geschäft machen. Denn natürlich war abzusehen, dass der Rubel wieder teurer wird und die massive Abwertung des Rubels ein bitter böses Spiel einiger finanzkräftiger Interessenten im internationalen Spiel war (mit freundlicher Unterstützung diverser Sprachrohre). Zwar ist die russische Wirtschaft nicht das kräftigste Zugpferd, doch alle mal robust genug die derzeitigen Sanktionen abzufedern. Den Angriff auf die Währung im Dezember konnte die russ. Notenbank dank genügender Reserven parieren. Und dass der Angriff nicht von Dauer sein würde, davon konnten die Russen ausgehen, denn Europäern und Amerikaner steht das Wasser bis zum Hals. Als Draghi die Geldschleusen öffnete, war das Spiel definitiv vorbei. Denn diese Aktion bedeutet Währungskrieg mit dem Ziel der Abwertung. Die Amerikaner reagieren nervös und haben die angekündigte Zinserhöhung schon um ein Jahr verschoben.

– Der Kursanstieg des Rubels ist schon seit mehr als einer Woche zu beobachten. Die russische Wirtschaft und der Staat scheinen stärker und flexibler, als man es sich im oberschlauen Westen vorzustellen vermochte. Doch scheinbar wollten es die Propheten des russischen Niedergangs zuerst einmal einfach nicht wahrhaben. Nun, da die für den sanktionstollwütigen Westen unschöne Entwicklung doch in das Licht der Öffentlichkeit rückt, versucht man sich in Think Tanks, Ratingagenturen und eingebetteten Redaktionsstuben wohl vergeblich daran, die eigenen Fehleinschätzungen und wirtschaftspolitischen Dummheiten vergessen zu machen. Dass man den russischen Aufschwung kleinreden muss, ist als Rückzugsgeplänkel einzuordnen. Wer gibt schon eigenes Versagen gern zu. Mein Rat: Am Wochenende sollten sich die Sanktionskrieger, NATO-Erweiterer und Elite-Journalisten einfach mal zum Frustsaufen treffen. Vielleicht hilft ihnen das, ihre Niederlage zu akzeptieren.

– Machen wir uns doch nichts vor… die Bewertungen der Ratingagenturen … die in den meisten Medien zu lesenden ganz unverblümt gegen Russland gerichteten Beitrage und anderes, waren ziemlich sicher ein Mittel zum Zweck und nicht einfach nur objektive Berichterstattung. Selbst im Fall der abstürzenden Ölpreise – für den ja durchaus sinnige Gründe angeführt wurden (Fracking etc), wird man den Verdacht nicht los, das hier eine sich bietende Gelegenheit mit viel Freude genutzt wurde. Europa schaut unangenehmen Zeiten entgegen, sollte Russland diese Krise ohne wirklich ernsthafte Blessuren überstehen, im Besitz seiner Rohstoffe bleiben und sein jetziges politisches System behalten. Denn in absehbarer Zukunft werden wir auf diese Rohstoffe angewiesen sein, in Russland aber keinen Partner mehr haben, der uns vertraut.
Ja der Westen und speziell das verräterische deutsche Bundesregime, haben viel Porzellan zerschlagen und die guten Beziehungen zu Russland zerstört. Mit der Schlechtmacherei der Olympiade, mit der NATO-Aggression und Osterweiterung, mit der MH17 Hetzjagd und falschen Unterstellungen, mit der Unterstützung eines Nazi-Regimes in der Ukraine, mit dem Rausschmiss aus den G8, und mit „Putin ist sowieso an allem schuld“ usw. Die Russen vergessen nicht, wie sie ständig mit Dreck beworfen werden, wie man sie andauernd niedermacht, beleidigt, verletzt und falsch beschuldigt. „Kauft doch das teure und umweltschädliche Fracking-Gas von den Amis, wenn ihr unseres nicht wollt„, würde ich den Deutschen sagen. Ausserdem, was ist denn schon Europa, wenn man China und Indien (2 Milliarden Menschen) als Neukunden hat.

Und die Spekulanten, die auf einen Totalabsturz des Rubels gewettet hatten, haben sich total verzockt. Jetzt stehen sie mit riesigen Verlusten da. Wer aber meinen Rat von damals befolgt hat, „so billig wie jetzt (Dezember 2014) sind die Aktien russischer Unternehmen schon lange nicht zu haben„, der macht einen satten Kursgewinn. Ich habe in den Rubel investiert, weil ich mir die sogenannten „fundamentals“ der russischen Wirtschaft und dessen Zukunft angeschaut habe. Die meisten Bodenschätze der Welt, Modernisierung der Wirtschaft, Förderung der Unabhängigkeit durch Eigenproduktion, grossen Binnenmarkt und niedrige Steuern.

Jetzt sehen aber nicht nur die Zocker und die Währungsexperten (lach) alt aus, denn keiner hat die Erholung vorhergesagt, auch die Ratingagenturen blamieren sich wieder völlig. Haben doch Standard & Poor’s im Januar und Moody’s im Februar Russlands Bonität auf Ramschniveau gesenkt. Wie bitte? Russland auf Ramsch? Die haben sie echt nicht mehr alle. Wie wollen sie sich da wieder rausreden, wenn sie so danebenliegen? Oder, das kommt davon, wenn man als Ratingagenturen nicht mehr an Hand von echten Fakten Länder bewertet, sondern nur noch ein politisches Kriegswerkzeug der amerikanischen Aussenpolitik ist.

Ja, der Krieg des Westens gegen Russland läuft auf allen Ebenen, aber der Angriff auf die Währung wurde erfolgreich abgewehrt.

Alles Schall und Rauch: Die Anti-Rubel-Wetter haben sich total verzockt http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2015/04/die-anti-rubel-wetter-haben-sich-total.html#ixzz3XYLuFkVo

Analysten überrascht – Rubel bisher erfolgreichste Währung 2015

Der Rubel ist wieder zurück: Am Montag stand er mit 55,3 gegenüber dem US-Dollar auf seinem bislang höchsten Stand des Jahres. Nachdem 2014 ein Katastrophenjahr für die russische Währung gewesen war und der Rubel als einer der größten Verlierer das Jahr beendet hatte, war er in den ersten drei Monaten des Jahres 2015 sogar die Währung mit der weltweit besten Performance.

„Sanktionen ohne entscheidenden Einfluss“: Analysten staunen über Widerstandsfähigkeit der russischen Wirtschaft

Gegenüber dem Wert des Dollars gewann der Rubel am Montag ein Prozent. Während er sich auf dem Wert von 55,3 gegenüber der US-Währung befindet, steht er mit dem Schlussstand am Montag an der Moskauer Börse gegenüber den Euro bei 60,8.

Einer der wesentlichen Faktoren für die neu gewonnene Stärke des Rubels dürfte sein, dass auch der Spuk bezüglich der Dumpingpreise auf dem Ölmarkt, die Russland im Vorjahr vor massive Probleme gestellt hatten, beendet sein dürfte. So stiegen Brent May Futures tagsüber auf 56,36 US-Dollar pro Barrel, was einer Steigerung von drei Prozent entspricht, nachdem Saudi Arabien sich dazu entschlossen hatte, seine Rohölpreise für Asien zu erhöhen. WTI notierte bei 50,48 US-Dollar je Barrel.

Wie das Nachrichtenportal Bloomberg am Montag bestätigte, wandelte sich der Rubel entgegen allen Erwartungen von einer der schwächsten Währungen des Jahres 2014 in die beste des ersten Quartals von 2015.

Am 16. Dezember 2014 erreichte der Rubel seinen bislang schwächsten Stand. Damals hatte er 20 Prozent seines Wertes verloren und man konnte für einen US-Dollar 80 Rubel erwerben. Nur die ukrainische Hryvnia hatte 2014 ein noch schlechteres Ergebnis.

Im ersten Vierteljahr 2015 jedoch steigerte der Rubel seinen Wert um 4,4 Prozent, und das, obwohl die russische Zentralbank die Benchmark für den Referenzzinssatz um 300 Basispunkte angehoben hatte und Brent-Rohöl im Schnitt bei 55,17 US-Dollar pro Barrel lag, 29 Prozent niedriger als im vorangegangenen Quartal. In der Vorwoche stieg der Wert des Rubels in nur zwei Tagen um 3,6 Prozent.

Die Vielzahl an Einflussfaktoren, die eine weitere Entwicklung des Rubels bestimmen, machen es, so Analysten, jedoch zu „einem der härtesten Jobs“, die weiteren Aussichten der russischen Währung auf den Finanzmärkten vorherzusagen, so Bloomberg. Unter anderem würde auch das weitere Schicksal des Waffenstillstands in der Ukraine mit zur Antwort auf diese Frage beitragen.

Auch der Ölpreis werde eine Rolle spielen, sollte er wieder sinken, könnte dies auch negative Auswirkungen auf die Stärke des Rubels haben. Steigt er aber tendenziell, könnte dies die Entwicklung des ersten Quartals verstärken.

„Keine meiner Erwartungen hinsichtlich des Rubels hat sich erfüllt“, gesteht auch Jewgenij Shilenko von Veles Capital LLC gegenüber Bloomberg ein:

„Das ist unsere neue Realität – es gibt zu viele Einflussfaktoren auf den Rubel, zu viele Elemente in der Matrix. Der Rubel ist komplett unvorhersehbar.“

Auch zahlreiche Ökonomen revidierten ihre Wachstumsprognosen hinsichtlich der russischen Wirtschaft. Die US-Bank JP Morgan geht für 2015 nunmehr von einem Minus von vier Prozent statt der zuvor vorhergesagten fünf Prozent aus.

Sowohl in Russland als auch in den USA mehren sich die Einschätzungen, wonach die russische Wirtschaft das Schlimmste hinter sich habe und die Russische Föderation ein „unterschätztes Land der Möglichkeiten“ wäre. Die Sanktionen des Westens hätten zudem „keinen entscheidenden Einfluss“ auf die Zukunftsaussichten der russischen Wirtschaft.

Der Rubel-lastige MICEX-Index gehörte Analysten zufolge im Februar auch zu den best-performenden Indizes, was ebenfalls auf positive Wachstumsaussichten hinweise. Im Vorjahr bildete der Rubel vor allem die Ölpreise ab – während dort die Preise im Schnitt um 50 Prozent fielen, gab der Rubel um 44 Prozent nach. Derzeit performe der Rubel aber besser als der Brent-Rohölindex.

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