Kanada: Fracking löst bislang größtes Erdbeben aus

Ein Bohrturm außerhalb von Fox Creek im kanadischen Bundesstaat Alberta. (Foto: More Bike Lanes Please, flick.com, CC BY-NC-SA 2.0)

Ein Bohrturm außerhalb von Fox Creek im kanadischen Bundesstaat Alberta. (Foto: More Bike Lanes Please, flick.com, CC BY-NC-SA 2.0)

In Kanada ist das stärkste bislang durch Fracking nachgewiesene Erdbeben registriert worden. Ende Januar bebte die Erde mit einer Stärke von 4,4 auf der Richterskala. Eine US-Behörde spricht von noch nie dagewesenen menschengemachten Erdbeben.

04.02.2015 – Es ist das vermutlich größte Erdbeben, das durch die umstrittene Fracking-Methode aufgezeichnet wurde. Nahe der Stadt Fox Creek im kanadischen Bundesstaat Alberta wurden Ende Januar mehrere Erdbeben durch Fracking gemessen, das größte hatte eine Stärke von 4,4 auf der Richterskala. Das berichtet die kanadische Nachrichtenseite thetyee.ca.

Kanadische Wissenschaftler und Seismologen beobachten die Region rund 260 Kilometer nordwestlich von Edmonton schon seit einiger Zeit. Denn seit dort mehrere Fracking-Firmen wie Chevron Canada, ExxonMobile, Encana, Talisman und Apache vor etwa einem Jahr ihre Aktivitäten entlang einer Linie von zwei Kilometer langen Bohrlöchern intensivierten, treten immer wieder kleiner Erdbeben auf. Sogar ganze Erdbeben-Ketten sind zu beobachten. Und sie finden immer dann statt, wenn mit Fracking Gesteinsschichten tief unter der Erde aufgebrochen werden.

Viele Bürger in der Region sind besorgt, doch die lokalen Behörden reagieren passiv oder abwehrend. Denn Fox Creek mit seinen gerade einmal 2.000 Einwohnern lebt vom schmutzigen Geschäft mit Öl und Gas. Dennoch fordern Anwohner eine bessere Überwachung der Auswirkungen durch die Machenschaften der Konzerne, besonders was Luft, Wasser, Boden und die Gesundheit der Menschen in der Umgebung angeht.

US Geological Survey: „menschengemachte Erdbeben“

Daten des United States Geological Survey, einer Forschungsbehörde des US-Innenministeriums, zeigen eindeutig, dass die Fracking-Industrie für noch nie dagewesene menschengemachte Erdbeben verantwortlich ist. Die Wissenschaftler beziehen sich dabei besonders auf die östlichen und zentralen US-Bundesstaaten, in denen auch die größten Fracking-Aktivitäten stattfinden.

Erst Anfang Januar war bekannt geworden, dass Forscher der Miami University in Oxford (Ohio) ein relativ starkes und ungewöhnliches Erdbeben in einer Analyse zweifelsfrei auf Fracking zurückführen konnten. Dabei ist das Erdbeben aus dem März 2014 in Poland (Ohio) nicht auf neue Verwerfungen zurückzuführen. Vielmehr wurde durch das Fracking in der Region eine alte, bislang unbekannte Verwerfung wieder aktiviert. Insgesamt untersuchten die Forscher 77 Erdbeben mit den Stärken 1 bis 3 auf der Richterskala. Ein Vergleich der Beben mit den Frackingaktivitäten in der Region zeigte eine klare zeitliche und räumliche Übereinstimmung. cw

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