Nach 55 Jahren wird unser Schrebergarten platt gemacht

(Admin: Liebe Leser, BILD ist absolut nicht mein Ding, das wissen bestimmt die meisten von Euch. Aber dieser Beitrag ist okay und sogar untypisch, wie ich finde. BILDet Euch selbst ein Urteil bitte. Daß die Oma Verständnis hat, nun dafür habe ich!! keines.)

Nach 55 Jahren wird unser Schrebergarten platt gemacht

Hilde Schütz (84) und ihr Ehemann Max (78) in ihrem Schrebergarten, den sie seit 55 Jahren bewirtschaftenFoto: Alexander Ehrmann

  • BILD Stuttgart Mitarbeiterportrait Robin Mühlebach ( Muehlebach )  Chefreporter 20.05.2010
  • Von ROBIN MÜHLEBACH

Stuttgart – Traurig stehen Opa Max (78) und Oma Hilde (84) in ihrem Stückle in S-Feuerbach. Seit 55 Jahren baut das Ehepaar hier Gemüse und Obst an, hält sich Tiere. Jetzt sollen sie ihr kleines Paradies verlieren.

Heute um 13 Uhr wollen Finanzbürgermeister Michael Föll (50, CDU) und Sozialbürgermeister Isabel Fezer (55, FDP) neue Standorte für Flüchtlingsheimebekannt geben. Und der Schrebergarten von Max und Hilde Schütz wird nach diesen Plänen einer Unterkunft weichen.

Sohn Stephan mit Pferden
Sohn Stephan (43) kümmert sich um die Pferde im Garten
Foto: Alexander Ehrmann

Oma Hilde ist untröstlich: „Der Garten ist ein Ausgleich zu unserer kleinen, lauten Wohnung an der Bundesstraße. Wir haben alle unsere Urlaube hier verbracht und halten uns hier täglich fit.“

Vor drei Wochen tauchten städtische Vermessungstechniker im Garten auf. Opa Max: „Als wir sie nach dem Grund fragten, bekamen wir keine Antwort.“

Jetzt erfuhr das Rentnerpaar aus der Stadtteil-Zeitung: Auf ihrem Gärtle und auf den Parzellen von neun weiteren Schrebergärtnern sollen zwei Fertigbauten entstehen.

Opa Max baut Gemüse anOpa Max baut auf seinem Stückle viel Gemüse an

Foto: Alexander Ehrmann

Oma Hilde: „Den Flüchtlingen muss geholfen werden. Aber warum hat uns die Stadt nicht früher Bescheid gesagt? In unserem hohen Alter ist es sehr schwer, auf die Schnelle einen neuen Garten zu finden.“

Rathaus-Sprecher Sven Matis (34): „Die Stadt muss bis Ende kommenden Jahres 3600 zusätzliche Plätze für Flüchtlinge schaffen. Das ist eine gewaltige Herausforderung. Notquartiere in Turnhallen oder Bürgerhäusern wollen wir vermeiden.“

Oma Hilde sagt: „Der Garten hat uns ernährt. Ohne ihn bräuchten wird monatlich 300 Euro zusätzlich für Lebensmittel. Das Geld haben wir nicht.“

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