Tausende gegen Gauck

Demonstranten am Sonnabend vor dem Schloß Bellevue in Berlin

Rund 3500 Menschen haben am Sonnabend in Berlin gegen Krieg und Militarismus demonstriert. Auch in anderen deutschen Städten, so in Bochum und München, fanden Kundgebungen gegen den Kurs der Bundesregierung und für den Frieden statt. Die Aktionen waren der Auftakt des »Friedenswinters«, der zum 70. Jahrestag der Befreiung vom Faschismus am 9. Mai 2015 in eine bundesweite Großdemonstration in Berlin münden soll.

Der Zug in Berlin bewegte sich am Sonnabend vom Hauptbahnhof zum Schloss Bellevue, dem Amtssitz von Bundespräsident Joachim Gauck. Gegen dessen Forderungen nach »mehr Verantwortung« Deutschlands in der Welt richteten sich zahlreiche Parolen der Demonstranten, unter anderem »Gauck, Gauck, der nichts taugt – außer für den Kriegsklamauk!« Der Protest zeigte sich auch in Schuhen, die auf die Rasenfläche vor dem Schloss geworfen wurden.

Im Vorfeld der Demonstrationen hatte es Auseinandersetzungen um die Breite des Bündnisses gegeben. Neben Organisationen der traditionellen Friedensbewegung wie den Ärzten für die Verhinderung eines Atomkrieges (IPPNW) oder pax christi gehörten dem Aufruferkreis auch Vertreter der im Frühjahr entstandenen »Montagsmahnwachen« an, die eine nationalistische Schlagseite aufwiesen. Organisationen wie die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN-BdA) hatten deshalb ihre Unterstützung zurückgezogen. (jW)

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Präsident Gauck wird mit Eiern und Tomaten beworfen

Unter Beschuss

Präsident Gauck wird mit Eiern und Tomaten beworfen

Montag, 17.11.2014, 17:41
Miloš Zeman, Prag, Tschechien, Bundespräsident, Joachim Gauck

dpa Personenschützer spannen ihre Regenschirme um Gauck und seine Amtskollegen zu schützen

Bei seinem Besuch in Prag flog dem Bundespräsidenten so einiges Unliebsame entgegen. Gauck musste sogar mit Regenschirmen geschützt werden. Doch ein Ei traf ihn trotzdem – direkt am Kopf. Dabei galten die Angriffe eigentlich einem anderen.

Bei wütenden Protesten gegen den tschechischen Präsidenten Milos Zeman in Prag ist Bundespräsident Joachim Gauck von den Resten eines Eis am Kopf getroffen worden. Das erklärte der tschechische Präsidentschaftssprecher Jiri Ovcacek am Montag. Er sei von dem Treffer erschüttert worden, habe das Programm aber wie geplant fortgesetzt.

Miloš Zeman, Prag, Tschechien, Bundespräsident, Joachim Gauck

AFPBei seinem Besuch in Prag wurde Präsident Gauck mit Eiern und Tomaten beworfen

„Das Ei hat eigentlich mir gegolten“, entschuldigte sich Zeman am Montag nach Informationen aus Teilnehmerkreisen. Die massiven Proteste in Prag überschatteten das internationale Gedenken an die „Samtrevolution“, die friedliche Wende in der früheren Tschechoslowakei vor 25 Jahren.

Pfeifkonzert zur Begrüßung

Ein ohrenbetäubendes Pfeifkonzert übertönte die Redner am Ort einer Studentendemonstration vom 17. November 1989. Mit „Ukraine, Ukraine“ -Rufen wandten sich rund 1000 bis 2000 Demonstranten gegen die Russland-freundliche Haltung des Linkspolitikers Zeman und warfen Eier und Tomaten in Richtung des Rednerpults.

Sie forderten den Präsidenten zum Rücktritt auf und hielten Slogans wie „Zeman in den Müll“ hoch. „Ich habe vor Euch keine Angst, so wie ich auch 1989 keine Angst hatte“, sagte der 70-jährige Zeman seinen Kritikern.

Miloš Zeman, Prag, Tschechien, Bundespräsident, Joachim Gauck

dpa 1000 bis 2000 Menschen protestierte in Prag gegen den russland-freundlichen Kurs von Tschechiens Präsident Zeman

Gauck beruhigt die aufgebrachte Menge

Ruhiger wurde es, als der Getroffene das Wort ergriff. Gauck dankte Tschechen und Slowaken für ihr Engagement bei der friedlichen Wende in Mitteleuropa vor 25 Jahren.

Damals habe er als Pfarrer in Rostock die Demonstranten mit einem Wort des tschechischen Bürgerrechtlers Vaclav Havel in Bewegung gebracht. „Die Macht der Mächtigen kommt von der Ohnmacht der Ohnmächtigen“, zitierte Gauck den vor drei Jahren verstorbenen späteren tschechoslowakischen und tschechischen Präsidenten.

Im Video: Deutschland vom Mauerfall bis zur Wende

Leser-Kommentare (23)
07:51 Uhr
Welch ein Zufall…

von Frank Anetshofer

….. in zwei EU-Länder ist der US-Geheimdienst wieder sehr aktiv. In Ungarn gibt es auch solche bezahlten Demonstranten, die gegen ihre Regierung demonstrieren. Tja, diese Regierungschefs wollen sich nicht den US-Sanktionen gegen Russland und zum Schaden des eigenen Landes unterwerfen. Bin gespannt wann es dort auch einen Maidan gibt und diese nicht US freundlichen Regierungen weggeputscht werden.

Es gibt nicht genug faule Eier

von Joe Popes

auf dieser Welt, wie Gauck verdient hat, auch wenn dieses nicht ihm gegolten haben soll. Ein Bundespräsident, der ganz vorne mit bei den Kriegstreibern gehört, welcher eingesetzt ist, um die letzte Hürde der Demokratie zu verraten und immer unterschreibt, was Merkel ihm vorlegt. Mit ihm lässt sich jeder Militäreinsatz durchsetzen, jedes Handelsabkommen machen und das Volk völlig an die EU-Eliten verraten. ESM Vertrag oder Waffenhandel, er unterschreibt alles. Dafür hat man ihn ja geholt. Sanktionen, Beschuldigungen, alles kein Problem, er braucht keine Beweise, die Richtung war vorher schon klar und er hat seinen Job zu machen.

http://www.focus.de/politik/ausland/bundespraesident-unter-beschuss-gauck-in-tschechien-mit-eiern-und-tomaten-beworfen_id_4280951.html