Nach Vertreibung von IS – Irakische Truppen verüben Kriegsverbrechen an Turkmenen

ISIS Lager im Irak - Foto: RT Press

Eine internationale Menschenrechtsorganisation erklärte, dass sich irakische Regierungstruppen und schiitische Milizen im Kampf gegen den selbst ernannten „Islamischen Staates“ der Kriegsverbrechen schuldig machten. Sie verbrannten und plünderten nach monatelanger Belagerung im vergangenen September eine Stadt in Nordwestirak, die hauptsächlich von sunnitischen Turkmenen bewohnt war.

Die in New York ansässige nichtstaatliche internationale Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) hat am 18. März einen Bericht veröffentlicht, aus dem hervorgeht, dass „infolge der Operationen zur Beendigung der Belagerung von Amerli regierungsnahe Milizen, freiwillige Kämpfer und irakische Sicherheitskräfte sunnitische Dörfer rund um die Region von Amerli in der Provinz Salahuddin und Kirkuk überfielen“.

Weiter sagt der Bericht aus, dass irakische Sicherheitskräfte „Besitztümer von Zivilisten plünderten, die vor den Kämpfen um Amerli flüchteten, sowie Häuser und Geschäfte von sunnitischen Dorfbewohnern verbrannten“.

Der stellvertretende Direkter für die Region Naher Osten und Nordafrika bei HRW Joe Stork warnte, dass „der Irak den Krieg gegen die (IS-)Gräuel nicht mit Angriffen auf Zivilisten, was ein Verstoß gegen das Kriegsrecht ist und menschlichem Anstand zuwiderläuft, gewinnen kann“.

Im Juni des vergangenen Jahres eroberten Milizen des selbst ernannten „Islamischen Staates“ ganze Landstriche nördlich und westlich von Bagdad im Handstreich. Diese Regionen sind vornehmlich sunnitisch geprägt. Die Sunniten des Landes fühlen sich seit dem Sturz des sunnitischen Regierungschefs Saddam Hussein von der nunmehr schiitisch geprägten Zentralregierung in Bagdad, die sich wiederum außen- und innenpolitisch an Teheran hält, diskriminiert.

Nach dem Vormarsch des IS und der Einsicht, dass die irakische Armee nicht fähig ist, den irakischen Bürgerkrieg für sich zu entscheiden, wand sich Bagdad schnelle Hilfe suchend folglich auch an schiitische Milizen, die in vielen Fällen unter direktem Befehl Irans stehen.

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