UK: Obdachlosigkeit seit 2010 um 55% gestiegen

In den vergangenen fünf Jahren sind die Obdachlosenzahlen in Großbritannien förmlich explodiert. Insbesondere in der Hauptstadt London ist die Entwicklung alarmierend. Grund dafür sind die krisenbedingten Kürzungen im sozialen Sektor.

Seit Amtsantritt von David Cameron als Premierminister Großbritanniens sind die Obdachlosenzahlen um 55 Prozent in die Höhe geschossen. Dies geht aus den offiziellen Zahlen des britischen Department for Communities and Local Government (DCLG) hervor.

Man sleeping on Canadian sidewalk
von The Blackbird (Jay Black)Flickr. Lizenz: CC BY-SA 2.0

Die Zahlen wurden am Donnerstag veröffentlicht und besagen, dass im Jahr 2014 insgesamt 2774 Menschen an jedem Tag ohne festen Wohnsitz waren, gegenüber 2414 im Jahr 2013 und 1768 im Jahr 2010, als die Koalitionsregierung gebildet wurde. Allein zwischen 2013 und 2014 ist die Anzahl derer, die jede Nacht auf der Straße verbrachten, in der Hauptstadt London um 37 Prozent gestiegen. Hilfsorganisationen haben die Parteien dazu aufgefordert, sich dieser Entwicklung schnellstens anzunehmen.

Die Wohltätigkeitsorganisation Centre Point bestätigte, dass sich die Zahl der Obdachlosen in London im vergangenen Jahr um fast 40 Prozent erhöht hat. Die Entwicklung liege insbesondere durch die Kürzungen im Sozialbereich durch die Krise begründet. Londons Bürgermeister Boris Johnson, der vor sechs Jahren zusicherte, sich um die steigende Obdachlosigkeit zu kümmern, wurde diesbezüglich ebenfalls kontaktiert.

 

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