Griechenland in Beugehaft?

von Ronald Gehrt

Die Sache ist kompliziert, komplex und knifflig. Und die bisherige Berichterstattung daher ein wenig sehr irreführend. In den Nachrichten hieß es bis heute Mittag, die Eurozone-Finanzminister und Griechenland hätten sich geeinigt, es gebe einen „Deal“. Im Prinzip richtig. Aber genau genommen hat man sich schon wieder darauf geeinigt, sich nicht zu einigen…

Das heißt, wie die Amerikaner es passend ausdrücken, „they kicked the can down the road“. Sie verschieben das Ganze, scheibchenweise, nach hinten. Was man so Einigung nennt.

Auf den ersten Blick wirkt diese „Einigung“ wie eine totale Niederlage des Duos Tsipras und Varoufakis. Statt ihre Forderungen durchzubringen, werden sie nun auch noch für ihre Aufmüpfigkeit bestraft. Die alten Politik-Hasen zwingen die Rebellen in die Knie. Aber ganz so ist es nicht.

Viele Europäer grinsen sich nun zwar eins. Denn Griechenland wird als der Inbegriff von Korruption, Schlendrian und Faulheit gesehen, ein Land, das sich den Euro erschlichen hat, indem es damals falsche Angaben gemacht hatte. Tja. Wie einfach die Welt doch sein kann, wenn man sie sich einfach macht. Immerhin sollte mal eines klar sein: Als man den Beitrittsantrag Griechenlands positiv beschied, wusste man ganz genau, dass diese Angaben falsch waren. Das kam zwar erst 2010 ins Licht der Öffentlichkeit. Aber die EU bestand auch damals nicht aus Horden wirtschaftlicher Vollpfosten auf entscheidenden Stühlen. Man sah geflissentlich darüber hinweg, weil man diese falschen Angaben provoziert hatte, weil man Griechenland im Euro haben wollte! Und weil man einfach naiv davon ausging, dass sich dieses Spielchen immer weiter treiben lässt und so ein paar fiskalische Leichen im Keller nichts ausmachen. Das mal vorweg.

Meyers Money-Fest: Über den täglichen Wahn und Sinn an den Kapitalmärkten

In Griechenland besteht seit ewigen Zeiten – und natürlich nicht nur dort – ein dichter Filz zwischen Politik und Wirtschaft … und der, nun, nennen wir es mal „Schatten-Wirtschaft“. Den kann man nicht per Aushang im Rathaus verbieten und beseitigen, denn so fatal ein solcher Zustand ist, so viele profitieren zugleich davon. Auch viele kleine Leute, durch Pöstchen, durch kleine Geschenke, die das Leben erleichtern und bisweilen sogar angenehm machen. Das funktionierte so lange unproblematisch weiter, bis heute noch nicht namentlich genannte „Große Adressen“ begannen, die Eurozone gezielt unter Feuer zu nehmen. Ich hatte damals, 2010 ff., zahlreiche Kolumnen zu dieser Thematik geschrieben. Cui bono? Die, die keine starke Wirtschaftszone Europa gebrauchen können, also die USA oder China. Und letztere waren es mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht.

Staatsanleihen wurden leer verkauft, dass man die Ohren anlegte. Zuerst die griechischen, dann auch die der anderen schwächeren Länder wie Portugal. Spanien und Italien gerieten zusätzlich ins Fadenkreuz. Das Geld floh zum Teil aus dem Euroraum, zum Teil in die Anleihemärkte der stärkeren Länder. Deutschland profitierte … was den Staat und die Unternehmen anging. Die Zinsen fielen deutlich, während sie in Griechenland stiegen. Während die Sparer plötzlich ihre Renditen davonschwimmen sahen (bei bereits im Depot vorhandenen Anleihen dadurch aber satte Kursgewinne einfuhren), refinanzierte sich der Bund und die Unternehmen immer billiger und mittlerweile fast gratis. Weil Griechenland & Co. unter Wasser gesetzt wurden. Wofür die Griechen letztlich aber nichts konnten.

Diese gezielten Angriffe von außen führten dazu, dass die Zinsen dort durch die Decke gingen, weil die Kurse der Staatsanleihen komplett einbrachen. Die dortigen Sparer verloren ihr Geld. Der Konsum brach ein. Die Arbeitslosigkeit explodierte. Ausländische Unternehmen traten den Rückzug an. Die Refinanzierung des Landes wurde unbezahlbar, der Schuldendienst, sprich die Zinszahlungen waren gefährdet, die Rückzahlung ohnehin. Geld wurde abgehoben, außer Landes transferiert, die Banken gerieten ins Taumeln.

Nicht, weil die Griechen faul sind. Sondern weil auf einmal von außen gezielt nach der Schwachstelle der Eurozone gesucht und diese in Griechenland gefunden wurde. Weil dort der Staatshaushalt am wackligsten war (mal von Zypern und einigen anderen „Zwergen“ abgesehen, aber da anzugreifen hätte sich nicht gelohnt), was an jahrzehnte- bis jahrhundertelang gewachsenen Strukturen lag, die der EU aber vorher völlig egal waren!

Da der natürlich seitens der Angreifer erhoffte Lawineneffekt die Eurozone zu zerreißen drohte, musste man mit massiven Interventionen zum einen die extrem gestiegenen Zinsen in Griechenland ebenso wie in den anderen unter Beschuss geratenen Ländern drücken, zum anderen den unter Wasser geratenen griechischen Staatshaushalt und die Fast-Pleite-Banken stützen. Und da begann etwas schiefzulaufen.

Denn damit man so tun konnte, als wäre man an der ganzen Misere nicht im mindesten mit schuldig und bass über die „Zustände“ im Land überrascht, wurde das Land unter die Aufsicht einer Troika aus EU, EZB und IWF gestellt. Aber die agierten nicht weise, sondern bürokratisch. Man stabilisierte die Banken, stabilisierte den Staatshaushalt und stellte die Forderung auf, dass nun alles zu tun sei, um das fürderhin sicherzustellen. Und das hieß: Weniger ausgeben. Schnapsidee. Um es nett auszudrücken.

Auch das war Gegenstand zahlreicher Kolumnen der letzten Jahre. Auch, wenn man argwöhnen muss, dass deren eigene Großbanken das ganze ausgelöst haben, so haben die Amerikaner in der Beurteilung dieser Vorgehensweise recht, denn sie sagten von vornherein: So wird das Land „kaputtgespart“ … und das sei, gelinde gesagt, bescheuert.

Einem Land in tiefster Rezession das Geld zu entziehen, obwohl man es Güterwaggonweise hineinpumpt, ist grotesk. Man hätte mit einem Teil dieser „Hilfs-Milliarden“ dafür sorgen müssen, dass die Einnahmen wieder steigen! Wie? Nichts einfacher als das!

Wachstumsprogramme, um die Menschen wieder in Lohn und Brot zu kriegen, was die Kosten im Sozialbereich reduziert, die Steuereinnahmen steigert und den Konsum wieder ankurbelt.

Gezielte Programme zur Bekämpfung der Steuerflucht und Steuerhinterziehung, am besten so brutal, wie man es bei der Kürzung der Sozialhilfen, Renten und Staatsgehälter war und dort nicht hätte sein sollen!

DAS hätte man Griechenland verordnen sollen. Doch die Brüsseler Bürokraten ließen sich durch die scharfe Kritik von außen nicht beeindrucken und zogen ihren fatalen Stiefel immer weiter durch. Die vorherige griechische Regierung war zu schwach, um sich aufzulehnen. Und jetzt kommen da zwei, die sagen: „So geht es nicht! So klappt es nicht! Und wenn ihr das nicht kapieren wollt, dann stellen wir uns so lange quer, bis ihr uns auf die richtige Weise helft!“ Und werden niedergeknüppelt.

Das, was hier in manchen Boulevardmedien verzapft wurde, ist einfach grundfalsch. Tsipras hat nie gesagt (nicht einmal gedacht, nehme ich an), dass er den nun entstandenen Schuldenberg einfach nicht mehr zurückzahlen werde. Er hat auch nicht gesagt, dass er kein neues Geld will. Seine Forderung war eigentlich klar und deutlich und wurde nur medial so umgedichtet, dass es zum Bild der Griechen, wie man es seit Jahren zeichnet, passt, um die Schuld voll dort abzuladen.

Seine Forderung lautete: Helft uns richtig. Wir wollen kein neues Hilfsprogramm mehr, weil uns das immer mehr in eine ewige Hilflosigkeit und Uneigenständigkeit trägt. Wir möchten neue Kredite ohne Troika-Bewachung. Denn die tun das Falsche. Gebt uns die Chance, das richtige zu tun! Wachstumsprogramme, Arbeitslosigkeit abbauen, Steuerflüchtlinge attackieren!

http://www.rottmeyer.de/

Blind in der ersten Reihe: Berichte über »Griechen-Poker« sehr widersprüchlich

Markus Gärtner

Für Griechenland tickt bei den Schuldenverhandlungen die Uhr. Und für die Mainstream-Medien, die darüber berichten, auch. Nur: Bei manchen Zeitungen ticken die Uhren offenbar schneller als bei anderen.

Und das geht so: Die Berichte der großen Zeitungen zu den geplatzten Gesprächen zwischen der neuen Regierung von Griechenland und den Euro-Finanzministern am Montag in Brüssel enthielten völlig unterschiedliche Angaben zur Dauer der Gespräche.

Man könnte meinen, mindestens zwei von drei Journalisten seien gar nicht anwesend gewesen oder hätten nicht richtig auf ihre Uhr geschaut, oder manche Korrespondenten wären zu spät vom nächsten Pub an den Verhandlungsort zurückgekehrt.

Laut dem britischen Telegraph wurde das desaströse Hin und Her  zwischen den Griechen und ihren Gläubigern in Brüssel»nach vier Stunden hitzigem Schlagabtausch« beendet. V I E R Stunden, wohlgemerkt.

Ganz anders klingt das in der Süddeutschen. Laut einem Kommentar von Cerstin Gammelin aus Brüssel waren die Verhandlungen am Montag »nach einer reichlichen Stunde vorbei«.

Ist das Jogging-Zeit? Gab es da eine Abkürzung? Haben die Kollegen beim Telegraph vielleicht knappe drei Stunden gepennt, bevor sie das Ende der Gespräche registrierten? Wer weiß. Vielleicht hat die Kollegin von der SZ »reichlich« zu früh auf die Stoppuhr gedrückt, der Redakteur beim Telegraph einfach zu spät – oder er hat die Zeitverschiebung zu London einfach mit reingerechnet.

Aber das war noch nicht alles. Denn bei der WiWo kam noch eine ganz andere Zeit heraus. Das Magazin sah die Verhandlungsteilnehmer »nicht einmal drei Stunden« sitzen.

Auweia: Drei Publikationen, ein und dasselbe Ereignis, drei sehr unterschiedliche Zeitangaben. Wenn es keine Kleinigkeit wäre, würden wir gerne darüber hinwegsehen.

Aber das geht nicht. Denn alle drei haben der Dauer der geplatzten Gespräche selbst einige Bedeutung beigemessen. Und jeder von uns hätte darauf gewettet, dass um ein so wichtiges Verhandlungsthema wie Griechenlands Zukunft zur Not die ganze Nacht gerungen wird.

Die WiWo machte die Zeitangabe zu Beginn des zweiten Absatzes im Bericht über das Scheitern der Schuldengespräche. Bei Frau Gammelin, die sich zu Recht darüber wunderte, dass der Eklat »so schnell kommen würde«, wird der Hinweis gleich im ersten Absatz des Berichts gegeben. Die Dauer der Verhandlungen und deren Ausgang werden verständlicherweise prominent in einen Zusammenhang gesetzt.

Und beim Telegraph wird auf die emotionalen Gespräche im dritten Absatz verwiesen, mit dem Hinweis im selben Satz, dass nach so kurzer Verhandlungsdauer nun »die größte Staatspleite der Weltgeschichte« drohe und Griechenland schon Ende Februar seinen Euro-Hut nehmen könne.

Wie es genau zu den sehr unterschiedlichen Zeitangaben kam, können wir hier nicht aufklären. Das ist aber auch gar nicht einmal der kritische Punkt. Das Entscheidende ist vielmehr:

Wenn bei einem so wichtigen – und einfach messbaren – Detail wie der Dauer der Verhandlungen so stark abweichende Angaben gemacht werden, wie präzise und verlässlich sind dann die übrigen Informationen, die wir bekommen? Vor allem die, die nicht quantifizierbar sind und schwer zu verstehen?

Und wie nah dran an den Gesprächen waren diejenigen, die uns sonst gerne suggerieren, wir säßen mit ihnen in der ersten Reihe?

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Ukraine und Griechenland

P.O. Box 272 – GB Uckfield, TN22 9DJ

NJ-Aktuell Nr. 04, 13.02.2015 – Ukraine und Griechenland

Was geschah am 11./12. Februar 2015 in Minsk?
Der offiziell erwartete Zusammenbruch der Globalisierung steht auch für den Untergang USraels, für das Ende der Lügen und der Verbrechen gegen die Menschlichkeit!
Wie kann der Lobby-Absturz verhindert werden? Was ist der Ausweg für die Finanzelite der Welt? Krieg! Sie wollen den großen Krieg mit Russland um jeden Preis, selbst zum Preis der Vernichtung unseres Planeten. Das Zauberwort dafür aus dem Munde der „Meisterlügner“ heißt „Waffenlieferungen“, damit sich die „demokratische“ Umsturz-Ukraine“ selbst verteidigen könne. Die Waffenlieferungen sind lediglich dafür gedacht, den Einstieg in den großen Krieg herzuleiten. Mehr …

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Griechenland- und Ukraine-Krise – Hölle oder Heil?
Entsetzen in Berlin darüber, dass ein bankrotter Schuldner kein neues Geld möchte
EU-Zusammenbruch jetzt im Bereich des Möglichen?
Als die neue griechische Regierung bekannt gab, dass sie das „Euro-Rettungsprogramm“ nicht mehr verlängern werde, kein neues Geld unter diesen Bedingungen wolle, brach Panik in den Goldman-Sachs-Zentren Europas aus. Vor dem Hintergrund der auf die BRD zurollenden Billionensummen an griechischen und eigenen Wettfälligkeiten war das Entsetzen in Berlin groß, als sich der neue griechische Finanzminister am 11. Februar 2015 in Brüssel weigerte, das von Schäuble vorgefertigte Diktat zu unterschreiben. Man war sich bis zu diesem Moment, Dank des eigenen Glaubens an das Tributsystems, der Unterschrift des Griechen sicher. Doch es kam anders. Mehr ….
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Schäubles Spiel und Griechenlands Veto bei der Eurogruppe

Schäubles Spiel bei der Konferenz der Eurogruppe und das griechische Veto gegen ein angeblich gemeinsames Kommuniqué, das es niemals gab.

Im Nachhall der Konferenz der Eurogruppe am 11 Februar 2015, die mit einer Havarie des geplanten gemeinsamen Kommuniqués endete, bestätigt die griechische Seite, das Thema sei an der Phrase “Verlängerung oder erfolgreiche Vollendung des gegenwärtigen Programms” hängen geblieben.

Regierungsquellen berichten von einem Klima der Zuversicht, da – wie sie äußern – die Gespräche weitergehen, die Kommunikation der Amtsträger und Faktoren der europäischen Seite mit Griechenland kontinuierlich und schnell sei, damit der Boden – auf technischer Ebene – für die nächste Eurogruppe am kommenden Montag (16 Februar 2015) vorbereitet wird.

Offizielles Treffen Merkel – Tsipras steht weiterhin aus

Wie aus griechischen Regierungsquellen verlautet, werde die Kommunikation nach der vorgestrigen Sitzung nicht bis zur kommenden unterbrochen, sondern geht zur Erzielung des bestmöglichen Resultats weiter. Dies wird als positiv gewertet, da es die Bemühung beider Seiten reflektiert, das Thema der Formulierungen zu lösen, die laut der griechischen Seite auch ein Thema der Essenz sind, da – wie sie betonen – “sich aus den Formulierungen konkrete Verpflichtungen ableiten“.

Die Regierung erwartete jedenfalls gewisse positive Zeichen bei der gestrigen Konferenz, wo der Rahmen mehr politisch und nicht technisch / wirtschaftlich ist – wenn auch das Thema Griechenlands nicht zentral war (auf der Tagesordnung befanden sich Themen der Ukraine und des Terrorismus / der Sicherheit, während es auch das Thema gab, das sich auf die Intervention der Eurozone bezieht, wobei eine Bezugnahme auf Griechenland erfolgen kann).

Offiziell ist jedenfalls von keiner Seite eine Begegnung Merkel – Tsipras erörtert worden, jedoch wird mit Interesse das tête-á-tête der beiden Staatschefs am Rand der Konferenz erwartet. Ebenfalls wird erwartet, dass es eine kurze politische Stellungnahme des griechischen Premierministers Alexis Tsipras vor den übrigen Staatschefs geben wird.

Das Kommunique, Schäuble und Varoufakis’ Telefonat an Tsipras

Was das Klima innerhalb der Konferenz betrifft, berichten Regierungskreise, es sei in Art und Stil der Stellungsnahmen in der Tat gemäßigt und auf keinen Fall jähzornig oder streng gewesen. Was zusätzlich auch das Thema mit dem gemeinsamen Kommunique betrifft, das nach der Ablehnung des Begriffs “Verlängerung des gegenwärtigen Programms” von Seite Griechenlands schließlich nicht erging, bestätigen Mitarbeiter des Premierministers, dass es bei den kursierenden Entwürfen auch Texte gab, die einen größeren Versuch unternahmen, die Entfernung zu Griechenland zu überbrücken und z. B. von “Ausweitung und Modifizierung” sprachen. Wolfgang Schäuble lehnte jedoch den einschlägigen Text ab, der eine für Griechenland freundlichere Diskussionsbasis darstellte.

Die selben Quellen dementieren, die Repräsentanten Griechenlands in der Konferenz (Varoufakis, Dragasakis) hätten anfänglich die Formulierungen im Kommuniqué akzeptiert, dessen Inhalt die Finacial Times enthüllte. Wie sie sagen, telefonierte Finanzminister Yanis Varoufakis mit Premierminister Alexis Tsipras und berichtete ihm, es gebe problematische Punkte, die Griechenland nicht akzeptieren könne, und informierte ihn detailliert, woraufhin der Premierminister zustimmte und das finale OK für die Ablehnung des Textes gab.

Jedenfalls wird angenommen, es habe Züge gegeben, damit vollendete Tatsachen hauptsächlich von Seite Deutschlands geschaffen werden. Bezeichnend ist, dass – einschlägige Verlautbarungen in der internationalen Presse kommentierend, die berichten, nach Schäubles Aufbruch habe die griechische Seite auf die gesellschaftliche Krise bezogene Themen gestellt – Regierungsfaktoren betonen, “Griechenland hat keinerlei Thema nach dem Aufbruch irgendjemandes erhoben; von jemand aufstand und wegging um vollendete Tatsachen zu schaffen, sind nicht wir dafür verantwortlich“.

Der griechische Vorschlag

Die griechische Seite präsentierte in der Eurogruppe den griechischen Vorschlag, so wie er uns seit Tagen bekannt ist, in dem in seinem politischen Zweig die Rede ergeht von:

  • einer neuen Übergangsvereinbarung, die eine Brücke zwischen der beendeten alten Situation und dem Mittelfristigen Rahmenprogramm 2015 – 2018 schlägt;
  • Rationalisierung des fiskalischen Rahmens, was bedeutet, dass Griechenland verlangt, die Zielvorgabe für den Primärüberschuss soll für 2015 und 2016 auf dem vorherigen Niveau bleiben (1,49%);
  • einem nationalen Reformplan; hier verweisen die Regierungsquellen auf die Begegnung des Premierministers mit OECD-Generalsekretär Angel Gurria und betonen, in der Eurogruppe habe es gemeinsame Bezugspunkte mit anderen Ländern hinsichtlich des Steuersystems, des Vermögensregisters und des Grundbuchs, der Geschwindigkeit der Rechtsprechung, der Lizenzierung der Rundfunk- und Fernsehsender gegeben.
  • der Linderung der humanitären Krise.

In dem Zweig der Finanzierung umfasste der Vorschlag folgende Punkte:

  • Ablehnung der Tranche der 7,2 Mrd. Euro des ESM mit der Überlegung, Griechenland wolle nicht, dass die europäischen Steuerzahler für ein Programm zahlen, das sich als ineffektiv erwies.
  • Auszahlung der 1,9 Mrd. Euro, welche die EZB aus den Buchgewinnen der griechischen Anleihen zurückhält.
  • Anhebung der Emissionsgrenze für Schatzbriefe um 10 Mrd. Euro.
  • Verwertung der 11,4 Mrd. Euro der FSF für die Sanierung des Banksystems und die Bewältigung des Themas der “roten” Kredite.

In Bezug darauf, ob von dem griechischen Finanzminister konkrete Fakten und Zahlen präsentiert wurden, welche die griechischen Positionen dokumentieren, merkten Mitarbeiter des Premierministers an, es sei ein Bild gegeben worden, ohne jedoch bestätigen zu können, ob dieses vollständig oder einfach nur eine Umreissung war.

(Quelle: To Pontiki, Autorin: Maria Mitsopoulou)

http://www.griechenland-blog.gr/

Die Hölle wird losbrechen

Griechenland hat den Startschuß gegeben für die Rebellion der europäischen Völker gegen den Brüsseler Machtanspruch über den gesamten europäischen Kontinent.
Mit Jean Claude Juncker sitzen die Euro-Finanzminister in der Zwickmühle. Ein harter Kurs gegenüber Griechenland führt zum GREXIT, jedes Nachgeben weckt ähnliche Forderungen in Spanien, Portugal, Italien und auch in Frankreich.

Juncker hat gerade erst gesagt, ‘Griechenland riskiere den Staatsbankrott, wenn sie mit ihrer Strategie fortfahren’. Varoufakis’ Antwort war deutlich: ‘Wir sind bereits bankrott.’
Die rote Linie der Troika steht für  Griechenland fest. Griechenland hat sie inzwischen überschritten. Was geschieht als nächstes? Steigt Griechenland aus dem Euro-System aus, steht die gesamte Struktur der Europäischen Union auf der Kippe.
Die Dinge drohen völlig außer Kontrolle zu geraten. So haben sich die Zentralplaner das nicht vorgestellt. Offensichtlich haben sie keine Notfall-Pläne in der Schublade.
In Spanien gewinnt die Partei Podemos steten Zulauf. Marine Le Pen sieht ihren Kurs bestätigt. In Spanien und Frankreich beginnt die offene Rebellion gegen die Brüsseler Eurokraten. In Italien, Spanien und Portugal wird man die Entwicklung um Griechenland sehr genau beobachten.
Griechenland und die Ukraine werden zum Schlachtfeld im Kampf zwischen Ost und West.Während in der Ukraine ein großer Krieg droht, gibt es um Griechenland einen Währungskrieg um den Erhalt oder die totale Zerstörung des Euro. Griechenland ist in der Auseinandersetzung der Weltblöcke wichtiger als die Ukraine. Die $ 300 Milliarden, die Griechenland den restlichen europäischen Banken schuldet, sind nicht ausschlaggebend. Es geht um die ökonomische Vorherrschaft in der Welt und Griechenland ist aktuell in der Schlüsselposition.

Der Westen ist deutlich im Nachteil, wenn die Russen ihre Pipeline in Griechenland auf´s europäische Festland münden lassen – ganz Ähnliches gilt für das geplante chinesiche Hochgeschwindigkeits-Schienensystem.
Wer die Schlacht gewinnt, wird mit Europa eine dominante Weltposition erreichen.
Gewinnen Rußland und China an größerem Einfluß, würde dies die Zerschlagung der Europäischen Union und der NATO bedeuten. Wird Griechenland aus dem Euro-System ausgeschlossen, werden Rußland und China die Lücke schließen – weitere Länder werden folgen.
Was Alexis Tsipras losgetreten hat, ist viel bedeutender als fast alles, was wir seit 2008 mit der Lehman-Pleite gesehen haben.
Warum wohl beginnen die Niederländer ihr Gold zu repatriieren? Die Deutschen würden den Holländern nur zu gern folgen, aber Frau Merkel unterbindet in vorauseilendem Gehorsam gegenüber der immer noch Besatzungsmacht USA jeden Versuch, das deutsche Gold von der New York FED zurückzufordern. Die Menschen im Land spüren die Bedrohung aus dieser Fremdbestimmtheit. Wie sehr den Deutschen die Hände gebunden sind und was ihnen demnächst blüht, steht in diesem Buch.
Der globale Finanz-Tsunami rollt heran. Wir wissen, er wird aufschlagen – alle wissen das. Das Beben liegt zwar lange zurück, aber jetzt kommt die Monsterwelle. Wer noch nicht vorbereitet ist, hat schlechte Karten, denn mathematisch gibt es kein Entrinnen.
Dazu zitiert die heutige FAZ (09.02.2015) den Bundeswehrverband: “Deutschland muß auf Krieg vorbereitet sein”.
Was jeder tun kann, steht hier:

https://marbec14.wordpress.com/2015/02/11/biete-haarschnitt-gegen-brot-was-zahlt-wenn-das-geldsystem-zerbricht/

http://krisenfrei.de/

 

Michael Winkler – Tageskommentare – Jubiläum

Herzlichen Glückwunsch an Michael Winkler für das Durchhaltevermögen und danke für das bereitete Vergnügen beim Lesen der Texte.

10 Jahre Tageskommentare

9. Februar 2005 – der erste Tageskommentar

Ich freue mich nach wie vor, daß Edmund Stoiber so standhaft die Meinung des Prangers teilt („Warum NPD gewählt wird“, Pranger vom 2.2.2005). Aber vermutlich hat ihm jener Zuträger, der ihm meinen Text ausgedruckt hat, ein paar Kleinigkeiten verschwiegen. Das ist so üblich, denn wer teilt seinem Fürsten schon gerne unangenehme Wahrheiten mit? Also, hier sind die Ergänzungen: Schuld an den Zuwächsen der NPD ist nicht etwa die Regierung, auch nicht die SPD oder die Grünen, schuld daran sind ALLE Politiker. Die NPD gibt es seit mindestens 40 Jahren. Ihre erste Blüte hatte sie 1965 bis 1975, dann verschwand sie fast gänzlich von der Bildfläche. Doch da mittlerweile immer mehr Bürger von den etablierten Parteien (also jenen, die sich „demokratisch“ nennen) die Nase voll haben (und von deren raffgierigen, mit allen Privilegien und umfangreichen Nebenjobs versehenen Abgeordneten), suchen sie eben eine Alternative. Außerdem sind wir politisch noch nicht im Jahr 1932, denn da war die NSDAP schon zahlreich in allen Parlamenten vertreten. Wir stehen eher auf dem Stand von 1925, noch wäre alles zu ändern. Aber eben nicht, indem man immer nur auf die anderen schimpft und die eigene Mitverantwortung ignoriert. Geredet wurde genug, jetzt wollen wir endlich Taten sehen. Taten, keine Untaten. Für Untaten brauchen wir keine Demokraten, dafür gäbe es eigentlich die NPD.

Eine kleine Anmerkung zur Deutschen Bank: Wenn ihr diesen Ackermann (Schweizer und Vorstandsvorsitzender) rauswerft, spart ihr die Gehälter von 300 gewöhnlichen Mitarbeitern auf einen Schlag ein. Und niemand würde euch deswegen schlechten Umgang mit den Mitarbeitern vorwerfen. Aber bitte keine Millionenabfindung, die bekommen eure normalen Entlassenen auch nicht. Ihr habt Herrn Ackermann genügend Geld zugesteckt, damit er sich was für seine alten Tage zurücklegen konnte. Als Banker kann er das doch, oder?

Heute komplett in eigener Sache: Die Jubiläen, die mit Pranger Nummer 500 angefangen haben, enden heute mit zehn Jahre Tageskommentaren. Ein langer Weg liegt hinter mir, und wenn ich in den allerersten Tageskommentar blicke, sind die dort behandelten Herren Stoiber und Ackermann inzwischen aus dem Blick der Öffentlichkeit verschwunden. Die Geschichte ist über sie hinweggegangen, obwohl sie noch nicht abgeschlossen ist. Heute werden die beiden noch positiver dargestellt als dies in zehn weiteren Jahren der Fall sein wird. Wir alle sind in diesen zehn Jahren nicht jünger geworden, und selbst, wenn die eine oder andere Windmühle außer Betrieb gegangen ist, gibt es doch immer wieder neue, die es zu bekämpfen gilt, egal ob sinnvoll oder nicht.

Als ich mit den Tageskommentaren angefangen habe, hatte ich noch die Hoffnung, etwas zu ändern, etwas dazu beizutragen, um die Zustände zu bessern. Nun, besser ist nichts geworden. Wir laufen auf den großen Umbruch zu, der sich immer deutlicher abzeichnet. Die tickende Zeitbombe sehe ich nicht in der Ukraine, nicht im Islamischen Staat oder den sonstigen Terror-Vereinigungen, die uns CIA und Mossad beschert haben. Was uns wirklich blüht, ist Griechenland. Dort gibt es drei Möglichkeiten: Rauswerfen, hart bleiben oder nachgeben. Der Rauswurf fällt schwer, da die bestehenden Verträge diesen nicht vorgesehen haben. Mit dem Rauswurf würden alle Vertragsverhältnisse in der EU unsicher. Griechenland würde sich neu orientieren, und da böte sich Rußland an. Piräus wäre ein guter Hafen für die russische Schwarzmeerflotte…

Hart bleiben stürzt das Land ins Chaos. Die ganzen Hilfsgelder sind ja nicht an das Land oder gar die Bevölkerung geflossen, sondern an die Großbanken, die damit ihre Wettschulden bei Goldman Sucks bezahlt haben. Die Banken sind deshalb nicht stabiler als vor sieben Jahren, zur Zeit der Lehman-Pleite. Härte dürfte dazu führen, daß die Griechen von selbst austreten, sich neu orientieren und Piräus… Bleibt also nur noch nachgeben. Das heißt, Griechenland bekommt in irgendeiner Form Geld und Zahlungserleichterungen. Dann aber kann man diese Portugal nicht verweigern. Anschließend halten Spanien und Italien die Hände auf… Steht die EU das durch? Aber sicher, die EU ist schließlich die Beamtenfestung in Brüssel, da fragt man nicht nach den Völkern Europas. Zumal das Geld ja vorhanden ist: auf den deutschen Sparkonten. Bei einem Freibetrag in Höhe von 10.000 Euro sind die meisten Deutschen nicht betroffen. Alles, was darüber liegt, bezahlt ein „Sonderopfer Europa“, sagen wir, 33% der Guthaben. Das trifft Wohlstandsrentner und Besserverdienende, also hoffentlich jene, die mit „Hinterdeppendorf ist bunt“ auf die Straße gehen. Wer sein Geld in Aktien oder Edelmetallen angelegt hat, ist nicht betroffen. Vielleicht kommt auch eine Wohnraumabgabe, die jeder zu entrichten hat, der in einer zu großen Wohnung haust und nicht bereit ist, einen oder mehrere Asylbewerber aufzunehmen.

Dies könnte im Frühjahr auf uns zukommen. Nicht schon im März, aber ab April droht dies. Aber vielleicht hilft uns ja das Quantitative Easing der EZB. Wenn Draghi Monat für Monat 60 Milliarden frisch gedruckte Euro in den Wirtschaftskreislauf pumpt, erzeugt er jene Inflation, die er die ganze Zeit herbeisehnt. Der Italiener beschert uns auf diese Weise allen die Lira. Die Aktienkurse steigen, und wenn der Dollar 12,50 Euro kostet, erreichen wir ganz sicher DAX 50.000. Der Liter Benzin kostet dann 20,- Euro, womit die Grüninnen sicher sehr zufrieden sein dürften. Das Sparbuch der Oma Tüttelbeck wird nicht angetastet, also das, was dort als Guthaben vermerkt ist. Kaufen kann sie sich dafür nicht mehr viel, aber das ist immerhin besser, als Piräus der russischen Schwarzmeerflotte zu überlassen.

2015 werden die Unruhen vorbereitet, die 2016 dazu führen, daß Rußland einen Polizeieinsatz in Mittel- und Westeuropa durchführt, um die Unruhen in seinem Vorfeld zu beenden. Das ist eine Prognose des am 22. Januar verstorbenen Astrologen Dr. Robert Müntefering, in meine Worte gefaßt. Wer dessen Internet-Seite gekannt hatte, hat Ähnlichkeiten zu meiner Seite festgestellt. Ich habe mich von dieser Vorlage inspiriert gefühlt, und den Prangern die Tageskommentare folgen lassen. In den zehn Jahren haben noch mehr Leute aufgehört oder sind verstorben, dafür sind andere an ihre Stelle getreten. Noch gibt es die Freiheit im Internet, und noch habe ich vor, weiterhin gegen die Windmühlen anzureiten. Ich gebe aber zu, daß ich gelegentlich von einer Auszeit träume, einer langen Auszeit auf den Inseln der Seligen…

Richard Bach, der Autor von „Die Möwe Jonathan“, soll gesagt haben, daß man solange auf der Erde noch etwas zu tun hat, wie man atmet. Demnach habe ich meine Arbeit noch nicht erledigt. Manchmal frage ich mich jedoch, was ich tun würde, wenn alles eingetroffen ist, was ich mir für Deutschland wünsche: Ein souveränes Land, respektiert von der ganzen Welt, unter einem Kaiser und einer vernünftigen Regierung. Ein Land, in dem die Leute gerne leben, ledig von jeder eingeredeten Schuld der Vergangenheit, frei von Erbsünden. Ein glückliches, zufriedenes Volk, das endlich seine Bestimmung im Weltgeschehen erfüllt… Es wäre ein Deutschland, das mich nicht mehr braucht, weil keine Wunden mehr da sind, in die ich meine Finger legen könnte. Es wäre eine Art Nirwana..

http://michaelwinkler.de/

Griechenland: SYRIZAs Dilemma und die verlogenen Reaktionen in Deutschland

Schuldenschnitt? Ja bitte – wir sind alle Griechen!

Von Peter Haisenko

Wie realitätsfern muss man sein, gegenüber Griechenland eine „harte Haltung“ zu fordern? Wie ignorant gegenüber der eigenen Situation? Es ist nur eine Frage der Zeit, bis jedes europäische Land einen Schuldenschnitt braucht. Griechenland ist uns da nur ein paar Jahre voraus. Wir sind alle Griechen.

Die Griechen haben über ihre Verhältnisse gelebt, das steht außer Frage. Dass sie das überhaupt konnten, haben wir zu verantworten. Wir, das heißt die Politik und die Bankenwelt des gesamten Westens. Sobald sich die Gelegenheit bot, haben die Europäer den Griechen verboten, ihre restriktiven Zollgesetze beizubehalten, die verhinderten, dass in Griechenland Importgüter konsumiert werden, die sich das Land eigentlich nicht leisten kann. „Großzügig“ wurden Kredite angeboten, mit denen beispielsweise unsere teuren Autos nach Griechenland verkauft werden konnten. Früher unterlag das strengen Auflagen.

Griechenlands Probleme sind auch die unseren

Die Globalisierung war für Griechenland eine Katastrophe. Die einst leistungsfähige griechische Textilindustrie ist chinesischen Wanderarbeitern und der „Geiz ist geil“-Mentalität zum Opfer gefallen. Die Werftindustrie, einst der Stolz der Hellenen, gibt es nicht mehr. Das Letzte, was Griechenland noch exportieren könnte, wollen wir nicht mehr haben: Das gute griechische Olivenöl, weil die profitgierigen Kaufleute die Deutschen lieber mit dem billigsten, schlechtesten und gesundheitsschädlichen Rapsöl vergiften. Griechenland hat ein akutes Problem, das die armen Griechen aber nicht aus eigener Kraft lösen können.

Die Griechen werden ihre Schulden niemals begleichen können, soviel steht fest. Im Insolvenzrecht steht geschrieben, dass ein Insolvenzverfahren einzuleiten ist, wenn abzusehen ist, dass ein Schuldner seine Schulden nicht in absehbarer, vernünftiger Zeit begleichen kann. Das trifft auf Griechenland zweifelsfrei zu. Allerdings ist an dieser Stelle die Frage zu stellen, auf welchen Staat das nicht zutrifft. Nehmen wir als Beispiel das „gesunde“ Deutschland.

Die „schwarze Null“ steht auf tönernen Beinen

Die Staatsschulden Deutschlands sind immer schneller angewachsen auf mittlerweile etwa 3.000 Milliarden Euro. Schäuble brüstet sich jetzt mir einer „schwarzen Null“, zu deren Entstehung er nichts, aber auch gar nichts beigetragen hat. Schulden tilgen kann er aber nicht. Und selbst wenn er könnte, dann sollte man eine kleine Rechnung aufmachen: Angenommen, und das ist eine absolut unrealistische Annahme, Deutschland würde ab diesem Jahr jedes Jahr Schulden tilgen in Höhe von 50 Milliarden Euro, dann würde es 60 Jahre dauern, bis alle Schulden getilgt sind. Realistisch betrachtet, wird Deutschland selbst in tausend Jahren nicht schuldenfrei sein, so lange nicht wirklich einschneidende Maßnahmen ergriffen werden, wie zum Beispiel ein radikaler Schuldenschnitt. Wir sind alle Griechen!

Schäubles schwarze Null steht auf tönernen Beinen. Nicht nur Griechenland ist abhängig von äußeren Kräften, Deutschland nicht weniger. Es sind unter anderen die US-Ratingagenturen, die mit einem Federstrich Schäubles schwarze Null in ein Defizit von 60 Milliarden verwandeln können, und Schäuble könnte nichts, aber auch gar nichts dagegen tun. Die Ratingagenturen müssen nur die Bonität Deutschlands herunterstufen und schon steigen die Zinsen auf unsere Schulden. Welches Damoklesschwert da über uns hängt, zeigen einfache Rechnungen: Schuldenstand Deutschland – 3.000 Milliarden Euro. Bei einem Schuldzinssatz von nur einem Prozent sind 30 Milliarden jährlich fällig, nur um die Zinsen zu bedienen. Da ist noch kein Euro getilgt. Unser Glück, unser vergängliches Glück ist, dass gerade für Deutschland die Zinsen zur Zeit extrem niedrig sind – im Gegensatz zu Griechenland.

Abhängig von der Willkür der Ratingagenturen

Griechische Staatsanleihen müssen mit hohen Zinsen bedient werden. Es waren schon mal bis zu 16 Prozent und auch heute gibt niemand Geld an Griechenland unter 5 Prozent. Übertragen wir das doch mal auf Deutschland: Ein Prozent auf 3.000 Milliarden ist 30 Milliarden Euro. 5 Prozent würde bedeuten, dass Deutschland allein an Zinsen 150 Milliarden Euro pro Jahr abdrücken müsste. An wen auch immer, denn diese Frage ist seit Jahrzehnten ungeklärt – aber das ist ein anderes Thema. Diese 150 Milliarden wären dann etwa 30 Prozent des deutschen Staatshaushalts. Hat darüber schon mal einer der Ignoranten nachgedacht, die jetzt eine harte Haltung gegenüber Griechenland fordern?

Mit ihrer Wahl haben die Griechen der Welt eine wichtige Botschaft gesendet: Wir machen diesen Wahnsinn nicht mehr mit! Den Wahnsinn, dass irgendwelche privaten (!) Finanzhaie Volkswirtschaften ausplündern mit Hilfe eines perfiden Systems. Erst wird ein Land in Schulden getrieben und dann lässt man es Frondienste leisten, deren Ausmaß man nahezu beliebig steuern kann mit der Höhe der Zinsen. Diese wiederum werden wiederum nahezu beliebig festgeschrieben von wiederum privaten US-Ratingagenturen, die keinerlei vernünftiger Kontrolle unterliegen. Eines muss dabei dem Letzten ins Stammbuch geschrieben werden: Es gibt kein westliches Land, das jemals seine Schulden begleichen kann. (Außer Bayern vielleicht?) Schulden, die nicht beglichen werden können, sind nicht nur unmoralisch, sie müssen, und ich wiederhole, sie müssen in einem Insolvenzverfahren geklärt werden.

Staatsanleihen sind hoch riskante Papiere

Betrachten wir dazu kurz die Gläubigerseite. Entsprechend der Einschätzung der Ratingagenturen sind (nicht nur) griechische Anleihen Hochrisikopapiere. Genau deswegen bringen sie auch Renditen in unanständiger Höhe. Das heißt, dass jeder, der mit diesen Papieren eine hohe Rendite einfahren will, diese Papiere kauft im vollen Bewusstsein, dass er einen Totalverlust erleiden kann. Jeder Privatinvestor weiß das, und wenn das Schlimmste eintritt, dann muss er das zähneknirschend hinnehmen. Warum sollte das mit Staatsanleihen anders sein? Kann es überhaupt Staatsanleihen geben, die dieses Risiko nicht beinhalten? Denn es steht vollkommen außer Frage, dass kein Staat jemals seine Schulden wird begleichen können. Früher oder später werden alle Staatsanleihen wertlos sein, nämlich dann, wenn zum Beispiel Deutschland seine Zinsen nicht mehr bezahlen kann, weil eine US-Ratingagentur Deutschland sein AAA-Rating in einem Akt der Willkür genommen und vielleicht auf BBB zurückgestuft hat. Dann ist Schluss mit den billigen Zinsen, auch für unser Land.

Was jetzt in Griechenland mit der neuen Regierung geschehen könnte, sollte wegweisend für ganz Europa sein und eigentlich für die ganze Welt. In den letzten hundert Jahren hat es eine ganze Menge an „Staatspleiten“ gegeben und die Welt ist nicht untergegangen. Man bedenke, wenn von heute auf morgen alle, restlos alle Schulden und Guthaben annulliert würden, dann würde von dieser schönen Erde nichts verschwinden – außer eben diese völlig irrsinnigen Geldmengen und, ich denke hier liegt das Problem, mit dem Geld die Macht, die dieses Geld ausübt. Es würde aber etwas ganz anderes, Positives geschehen: Alles, alle Waren würden über Nacht um etwa 30 Prozent billiger werden. Wie bitte? Es ist ganz einfach: Die allgemeine Zinslast – der Staaten und im privaten Bereich – macht alles teurer und zwar um den

Zinsanteil für Kredite, die aufgenommen worden sind und sich akkumulieren, um Investitionen tätigen zu können. Diese Zinsen fließen in die Taschen derjenigen, die – auf welchem (unanständigen) Weg auch immer – Unmengen von Geld angehäuft haben und sich so ein Luxusleben auf Kosten der fleißigen Menschen ergaunern.

Globales Insolvenzverfahren ist überfällig

Man muss also nicht nur darüber diskutieren, ob man Griechenland einen neuerlichen Schuldenschnitt „genehmigen“ will, sondern darüber, wann, nicht ob, wann genau so ein Schuldenschnitt für alle Länder anzuwenden ist. Und mit Schuldenschnitt meine ich nicht 50 Prozent, ich fordere 100 Prozent. Alles, was unter 100 Prozent liegt, schreibt nur den jetzigen Zustand weiter fest, auf einem etwas niedrigeren Niveau und es ist dann nur eine Frage der Zeit, wann wir wieder an derselben Stelle sein werden, wie Griechenland heute ist.

Griechenland hat uns einst die Demokratie geschenkt. Vielleicht, und ich hoffe dass das so ist, kann uns jetzt Griechenland die Augen öffnen und die Erkenntnis schenken, in was für einem System des Wahnsinns wir (freiwillig?) leben. Kein Land ist davor gefeit, das nächste Opfer der willkürlichen Zinspolitik zu werden. So muss ich unseren Hardlinern gegenüber Griechenland Ignoranz, Arroganz und vor allem vollkommene Fantasielosigkeit vorwerfen. Oder aber schlimmer: Wessen Geschäft betreiben diese Transatlantiker, diese Knechte der Finanzindustrie? Betreiben es wider besseres Wissen, denn ich will nicht annehmen, dass unsere Vorbeter so beschränkt sind, dass sie nicht auch ganz genau wüssten, was ich dargelegt habe.

Unseren Wohlstand verdanken wir nicht den Banken

Jeder hat in Deutschland, und nicht nur hier, das Recht, ein Erbe auszuschlagen. Wenn ein Kind in Deutschland – beispielsweise – geboren wird, dann „erbt“ es mit der Geburt Schulden in Höhe von etwa 30.000 Euro. Bis dieses Kind 30 Jahre alt ist, werden seine ererbten Schulden auf das Doppelte angewachsen sein. Wie lange wird es noch dauern, bis diese Schulden-Erbe-Generation ihr Erbe ausschlägt? Bis sie, nach griechischem Vorbild, die Rückzahlung der Schulden ihrer Vorfahren einfach verweigert? Wer wollte behaupten, dass die unfreiwilligen Schulden-Erben dazu kein Recht haben? Die Zeit ist überfällig, ernsthaft darüber nachzudenken, ob es nicht besser wäre, ein weltweites Insolvenzverfahren durchzuführen, ehe sich der Unmut über diesen Finanzwahnsinn in blutigen Aufständen entlädt? Dass das passieren wird, wenn wir einfach so weiter machen, steht außer Frage. Da müssen wir nicht nur nach Griechenland sehen.

Wenn die Banken zusammenbrechen, wird die Welt nicht untergehen. Aber die Macht, die die Bankenwelt ausübt, die wird untergehen. Wäre das so schlimm? Sicher nicht! Wie verblödet oder nachhaltig indoktriniert muss man sein anzunehmen, dass unser Wohlstand von irgendwelchen Banken abhängt? Unser Wohlstand hat eine einzige Grundlage: Die Arbeit, die wir leisten und die immer effektiver wird, weil es Ingenieure gibt, denen es gelungen ist, immer mehr Arbeit von Energie leisten zu lassen. Sie sind es, die unseren Wohlstand geschaffen haben, und nicht ein einziger Bankster. Warum also wollen uns die Geldknechte immer noch weiß machen, dass sie es sind, deren Untergang unbedingt zu vermeiden sei?

Griechenland wird ohne radikalen Schuldenschnitt – Schuldenerlass – nie auf die Beine kommen. Wir aber letztlich auch nicht. Ich weiß nicht, ob wir alle „Charly-Hebdo“ sind, wie so schön skandiert worden ist. Aber ich weiß: Wir alle sind Griechen, was unsere Schuldensituation anbelangt. Deswegen sollten, müssen wir jetzt Solidarität mit Griechenland üben und der Bankenwelt die rote Karte zeigen. Die Kunst wird sein, die Schulden abzuwickeln, ohne blutige Aufstände und in einer Weise, die es den Geldgewaltigen nicht erlaubt, unseren mühsam erarbeiteten Wohlstand im Finanzchaos zu vernichten. Lasst uns die Wahl in Griechenland zum Anlass nehmen, das ungerechte Finanzsystem genau zu analysieren und konstruktive Lösungswege zu diskutieren.

http://www.anderweltonline.com/

Wenn das schwächste Glied der Kette reißt – Oder: SOS Germany

Lügen, verheimlichen, verdrehen, vorgaukeln, betrügen … Desinformation gehört zum Alltag. Wissen wir überhaupt noch wo oben, wo unten ist, was richtig, was falsch ist. Wir wissen nicht einmal wie schwach die Wirtschaft und die Lage der Banken im eigenen Land sind.

Wie es um die Lage in Euro-Land tatsächlich bestellt ist, wird nicht nur verschwiegen, sondern mit gefälschten Zahlen und zynischer Schönfärberei ein Aufschwung verkündet, der in Wahrheit eine knallharte Depression ist.

Die neue griechische Regierung unter Präsident Tsipras hat es geschafft, in weniger als drei Tagen, das gesamte Kartenhaus der Euro-Gesundbeter ins Wanken zu bringen. Beim Ablassen des Wassers aus einem idyllischen Teich kommt unweigerlich der gesamte Unrat ans Tageslicht: verrottete Fahrräder, Autoreifen, Giftbehälter und was sonst ins Wasser geworfen wurde. Einen ganz ähnlichen Effekt verursacht das entschiedene Auftreten von Tsipras und seines Finanzminister Yanis Varoufakis im sogenannten Euro-Paradies.

Merkel, Schäuble, Juncker und die übrigen Euro-Fantasten wurden in kürzester Zeit von den beiden Profis ihrer Erpressungsinstrumente beraubt. Varoufakis verzichtet auf die Finanzhilfe in Höhe von 7 Milliarden Euro und setzt die Troika vor die Tür. Womit wollen die phantasie- und kopflosen „alternativlosen Euro-Retter“ die Griechen jetzt unter Druck setzen? Nein, der Druck ist jetzt nicht mehr im griechischen Kessel, sondern in den Kesseln von Berlin und Brüssel. Alles, wofür Blogger bislang als “Verschwörungstheoretiker” verschrien wurden, ist völlig richtig.

Die neue griechische Regierung will einen Schuldenschnitt, etwas anderes akzeptiert sie nicht. Wer das in Berlin oder Brüssel nicht hören will, wird fühlen müssen, was geschieht, wenn Griechenland und seine Banken pleite gehen.
In diese erpressbare Lage haben sich Merkel, Schäuble und die irrlichtenden Koryphäen in Brüssel selbst manövriert. Die Zahlen sprechen Bände, obwohl seit langem bekannt.
Kommt es ganz hart, muß Herr Schäuble seinen gefälschten angeblich ausgeglichen Haushalt mit 65 Milliarden Euro Verlust in Griechenland belasten. 180 Milliarden müßten die anderen Euro-Länder bei einem Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone schultern. Will man Euro-Land daran nicht zerbrechen lassen, müssen die stärkeren Nordländer (voran die BRD) die schwachen Südländer vor dem zwangsläufigen Kollaps bewahren.

Im Rettungsfond ESM sind die versprochenen 500 Milliarden überhaupt nicht als Sicherheitspolster vorhanden. Den größten Teil müßte sich der ESM im Krisenfall auf dem Kapitalmarkt besorgen (leihen). Welche Zinsen in einem solchen Fall verlangt werden, sollte jederman klar sein.
Dramatisch sähe ein Ausstieg Griechenlands auch für den Privatsektor aus. Das Risiko, das die Euro-Retter mit ihrer alternativlosen Euro-Rettung aufgehäuft haben, kumuliert in der Summe griechischer Staatsverschuldung von 320 Milliarden Euro.

Merkels Dauer-Mantra „Wenn der Euro scheitert, scheitert Europa“ hat die Verpflichtungen für die Steuerzahler in schwindelerregende Höhen getrieben. Jetzt setzt Herr Tsipras den Politikern, die seine Vorgänger im Amt in die Enge trieben, die Pistole auf die Brust: “Schuldenschnitt oder ihr macht eine Bruchlandung!”
Die Gesundung Griechenlands entpuppt sich als schöner Wunschtraum von Herrn Schäuble. Die Arbeitslosigkeit in GR liegt über 25 %. Mehr als jeder zweite Jungendliche (65 %) ist arbeitslos. (55% in Spanien, 43% in Italien und jeweils 27% in Portugal und Irland (und auch Frankreich mit 24%). Vermutlich liegen die Zahlen noch höher; wie sie auch in der BRD viel höher sind, als von der Bundesanstalt angegeben. Jeder, der es wissen möchte, findet schnell heraus, daß die eingestandenen 3,2 Millionen Arbeitslose in Wirklichkeit etwa 5 Millionen sind, wenn Kranke, Niedriglöhner, Weitergebildete und alle über 55-Jährigen hinzugerechnet werden.

Bricht das schwächste Glied der Kette, etwa Griechenland, folgt eine Kettenreaktion unbeschreiblichen Ausmaßes. Dann bewahrheitet sich Merkels Orakel: “Bricht der Euro, dann bricht Europa”. Nicht, weil sie Recht hat, sondern weil sie und die übrigen Rettungs-Narren Europa an diese Klippe gebracht haben. Zur Zeit der Lehman-Pleite hätte man mit wesenlich geringeren Schäden den Euro beerdigen können. Heute zerrüttet es sämtliche Haushalte – der Staaten und der Bürger.

Die Märkte wissen ziemlich sicher, daß Griechenland weiter auf der Kippe steht; also entgegen anderslautender Dauerpropaganda noch lange nicht über den Berg ist. Herr Tsipras spielt ein riskantes Blatt. Strauchelt Griechenland, wird eine Kettenreaktion Spanien, Italien, Portugal, sogar Frankreich erfassen und letztlich vor keinem deutschen Bankhaus Halt machen.

“Der deutsche Steuerzahler ist nicht in der Lage, den gesamten europäischen Kontinent zu retten.Es ist ironisch, aber alle halten bei den Deutschen die Hände auf, und es scheint, als hätte Merkel … unter dem Label „Rettungspaket“ Reparationszahlungen für den Ersten Weltkrieg und den Zweiten Weltkrieg zu Lasten ihrer Landsleute zu leisten.” (Martin Armstrong)

Hieronymus sagte, daß die Römer sogar dann noch lachten, als Rom fiel. Es sieht aber nicht so aus, als würde dieses Mal irgendjemand lachen, da die Fußballweltmeisterschaft zur Ablenkung der Massen bereits vorbei ist.
S.O.S. Germany!

http://krisenfrei.de/

GRIECHENLAND – FREIHEIT ODER KNECHTSCHAFT?

Einar Schlereth
28. Januar 2015

Da ich mir Zeit nehmen musste für eine gründlichen Untersuchung im Krankenhaus, ging leider der halbe Tag verloren. Deswegen gibt es jetzt nur einen kurzen Überblick zur Lage in Griechenland. Ich stimme Fefes Meinung zu, dass Tsipras ihm sympathisch wird, da er sich von neuen EU-Sanktionen gegen Russland distanziert und er den Amtseid auf die Bibel verweigert hat (außerdem legte er diesen Artikel aus der Süddeutschen bei).

Das neue Kabinett

„die vom Westen erzwungene Austerität, die in eine Einkommensumverteilung von den unteren 80 % an die oberen 20 % bedeutete;Das klägliche Zurückrudern der Merkeltante fand jedoch nur mit einem Ruder statt, weshalb es zu einem sich-im-Kreis-drehen wurde. Sich auf die alte Freundschaft zum Land der Griechen zu berufen, ist aus diesem Schandmaul der blanke Hohn. Sie, die alles getan hat, um Griechenland in jeder Weise zu schaden. Hätte sie nur eine Funken Anstand und Courage, würde sie gesagt haben: Gut, wir machen einen neuen Anfang und rechnen unsere Schulden an die Griechen gegen deren Schulden auf. Dann sind wir quitt. Aber vergiß es – das würde so gar nicht zu ihr passen.
Interessanter ist dieser Artikel von Jon V. Kofas „The Global Significance of Greek Elections in 2015“ (Die globale Bedeutung der Griechischen Wahlen 2015). Er sieht sie im Symbol der Opposition des Volkes gegen:

  1. die unverfrorene Missachtung der nationalen Souveränität der Schuldner-Länder seitens der hegemonistischen Gläubiger-Länder, die das Finanz -Kapital repräsentieren;
  2. der Ansteckungseffekt, da andere politische Bewegungen wie die PODEMOS in Spanien zum Beispiel dem Muster der griechischen Wahlen folgen werden;
  3. ein schwerer Schlag gegen das neoliberale Modell der Entwicklung unter der Globalisisierung, was der Westen als „den einzigen Weg“ präsentierte für eine ökonomische und soziale Politik;
  4. die Volksdemokratie kann gewinnen trotz der massiven Propaganda durch die Mainstreammedien, die jede politische Partei oder Bewegung dämonisiert,  die an soziale  Gerechtigkeit appeliert;
  5. EU und USA werden enormen Druck auf die neu gewählte Regierung ausüben, damit die neoliberale Politik zu einer verwässerten Version von sozialer und wirtschaftlicher Politik verkommt, die ein wenig Rücksicht nimmt auf die Arbeiterklasse und die schwindende Mittelklasse. Kurz gesagt, hat die Strategie der Ko-Optierung bereits begonnen, damit die Zentrum-Links-Partei dem Wesen nach zu einer neoliberalen Partei in ihrer Politik wird, aber Zentrum-Links in ihrer Rhetorik;
  6. wenn die Ko-Optierung missglückt, stehen die politischen und Finanzeliten vor der Herausforderung, populäre politische Parteien in anderen Ländern daran zu hindern, auf die nationale Souveränität und soziale Gerechtigkeit zu pochen als Eckpunkte ihrer Plattformen. Das bedeutet, dass es eine internationale und offene Medienkampagne und verdeckte Aktionen mit politischen und  wirtschaftlichen Mitteln geben wird, um die gewählten Regierungen zu unterminieren, zu diskreditieren und zu stürzen, um Regimewechsel herbeizuführen.“

Kofas geht dann auf die Reaktion der Mainstreammedien ein, die von Panik bis zu Warnungen und Drohungen reichte. Die einen nannten die SYRIZA kommunistisch, andere links und wieder andere populistische Linke. Niemand machte sich die Mühe, ihr Programm vorzustellen.

Kofas fasst zusammen:
„Syriza ist eine Koalition aus sozialistischen und reformistischen politischen Zentrums-Elementen, die sich auf eine Ideologie des Reformismus innerhalb des Systems stützen. Sie haben Wurzeln im europäischen Sozialismus und dem Euro-Kommunismus der 70-er Jahre …
die Ideologie der Syriza ist die der klassischen europäischen Sozialdemokratie, trotz ihrer Rhetorik, die zum Sozialismus tendiert. Die Parteiplattform hält am Privatsektor fest, der vom Staat gestützt wird, an multi-dimensionaler Handelspolitik und einer Außenpolitik, die sich mehr an nationalen Interessen statt an westlichen imperialen Interessen orientiert.“

Kofas sieht allerdings eine große symbolische Bedeutung im Sieg der SYRIZA, der die Neoliberalen in ganz Europa schockierte, weil erstmals wieder die nationale Frage und der Widerstand des Volkes in den Vordergrund traten. Dies konnte über Jahrzehnte erfolgreich unter den Teppich gekehrt werden. Aber ist es ein Wunder, dass dieses „Gespenst“ wieder putzmunter AUF dem Teppich steht?

Nach einer derartig brutalen, unmenschlichen Ausplünderung des griechischen Volkes, das obendrein noch verhöhnt und beschimpft wurde? Bei der obendrein alle Versprechungen (2010 geht es wieder aufwärts) sich als freche Lügen entpuppten und im Gegenteil die Daumenschrauben noch mehr angezogen wurden und die Ökonomie immer tiefer in den Abgrund rutschte, die Arbeitslosen- und Armutszahlen, vor allem unter der Jugend, schwindelnde Höhen erreichten? Da sollten die Griechen nichtsdestotrotz weiterhin an die Segnungen des Kapitalismus und Globalismus glauben? Wenn wundert es, dass die Griechen auf den nationalen Stolz zurückgriffen (nur eine Minderheit in Form der ultrarechten Variante), sich auf Selbstbewusstsein und die eigene Kraft besannen?
Dies ist ein Beispiel für alle anderen Volksbewegungen  in Europa und könnte am Ende  der größte Erfolg dieser Wahl sein.

Denn Kofas ist skeptisch bezüglich der Erklärung von Tsipras, am Euro festzuhalten. Da sieht er wenig Spielraum für eine souveräne Politik. Und da die EU sehr genau wisse, dass ein griechischer Ausstieg aus dem EURO-Land sie selbst am härtesten treffen würde, wird alles getan, um die Griechen im Geschirr zu halten. Möglicherweise lässt Kofas dabei einen Faktor unbeachtet: den unbändigen Freiheits-willen seiner Landsleute, der sich leicht zu Raserei steigert, die den Tsipras, falls er sich als störrischer Gaul erweist, voranpeitschen könnte.