Michael Winkler – Tageskommentar vom 09.12.2014

Zwei Tage war die CSU die Partei, die Zudringlingen und anderen Ausländern die deutschen Flötentöne beibringen wollte. Dann wurde geseehofert, also zurückgerudert. Jetzt möchte man die Damen und Herren Ausländer „motivieren“, die deutsche Sprache zu benutzen. Nur, wie will man Leute „motivieren“, eine komplexe Sprache zu verwenden, wenn bei Bedarf ein Übersetzer auf Kosten der deutschen Steuerzahler gestellt wird? Wenn es Formulare in der jeweiligen Muttersprache gibt? Und wenn uns deutsch Sprechenden bei jeder Gelegenheit eingetrichtert wird, daß uns diese Herrschaften kulturell „bereichern“, mithin so überlegen sind, daß wir armen Barbaren doch glatt von den Bäumen fallen, auf denen wir unsere tristen Tage mit Fellpflege verbringen.

Zuerst war die kalte Progression in der CDU merkelhaft, also alternativlos. Steuerverschwenderische Volldemokraten empfinden es schließlich ganz angenehm, wenn bei jeder Lohnerhöhung die Steuern noch viel deutlicher ansteigen. Dieses Geld wird schließlich dringend gebraucht, um Israel atomwaffenfähige Unterseeboote zu schenken, um abgelehnte Asylbetrüger zu alimentieren oder um angeschlagene Großbanken zu retten. Aber jetzt hat jemand bei der CDU gemerkt, daß 2017 Bundestagswahlen stattfinden. Und schon darf bei der kalten Progression nachgebessert werden. Allerdings erst 2017, wenn die Genossin Staatsratsvorsitzende wieder Wählerstimmen braucht. Bei den Vorbereitungen des Kölner Parteitages trug sie übrigens ein himbeerfarbenes Jackett der neu entdeckten Designermarke Tsu Kurz.

Der Merkantilismus war in Europa die vorherrschende wirtschaftliche Lehrmeinung der Frühmoderne (vom 16. bis zum 18. Jahrhundert). Kurz gefaßt, wollte man möglichst viel exportieren, möglichst wenig importieren und so reich werden. Noch kürzer gefaßt: mehr einnehmen als ausgeben. In der damaligen Zeit hatte das seine Berechtigung, weil mit Gold bezahlt wurde, mithin ein erfolgreicher Merkantilist goldene Berge anhäufte. Mit diesem Gold baute sich der jeweilige König Prunkschlösser und feierte rauschende Feste, er kurbelte also die Wirtschaft an. Dies führte zu Preisanstiegen, weil eben zu viel Geld umlief. Der König konnte dieses Gold aber auch in seiner Schatzkammer vergraben, was alsbald die Begehrlichkeiten der lieben Nachbarn erweckte, ihm diese Schätze mittels eines Eroberungsfeldzugs abzunehmen.

Unsere Volldemokraten sind also geistig ein halbes Jahrtausend hinter der Zeit, wenn sie immer wieder herausstreichen, daß Deutschland Exportweltmeister ist und höchste Leistungsbilanzüberschüsse erzielt. Bezahlt wird dabei nicht mit Gold, sondern bestenfalls mit grüner Krätze, also Inflations-Dollars, im schlimmsten Fall wird gar nicht bezahlt, weil der Schuldner anschreiben läßt. Waren und Dienstleistungen abliefern, ohne daß dafür bezahlt wird, nennt man landläufig Sklaverei, Schutzgeld oder im staatlichen Maßstab auch Tribut. Grüne Krätze ist übrigens auch keine Bezahlung, da diese aus dem nächsten Drucker stammt und keinerlei Wert besitzt. Prunkschlösser bauen und rauschende Feste feiern können unsere Volldemokraten. Was in der Schatzkammer ist, plündern gerade die Invasionsheere der Zuwanderer. Aber es hat auch sein Gutes: Weil wir so brav Tribute zahlen, gibt es sehr viel Platz in den Hamsterrädern. Die Jugendarbeitslosigkeit ist gering und die Beschäftigung ist hoch. Da sagen wir doch: Danke, Kanzlerin!

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