Asylpolitik: Ich kann arbeiten – alles

Das ewige Märchen vom Fachpersonal

flickr.com/ blu-news.org/ (CC BY-SA 2.0)

Na, solche Arbeitnehmer nimmt man doch gern oder wohl eher doch nicht, denn wenn wer sich so seinem möglichen Arbeitgeber anbietet, der leidet möglicherweise an totaler Selbstüberschätzung. Gut, wenn es sich um einfache Tätigkeiten handelt, wofür man keine Ausbildung benötigt, dann mag das allerdings zutreffen. Und noch mehr bei Jobs, in denen man nicht auf Kommunikation mit anderen angewiesen ist. Aber gibt es überhaupt Jobs ohne irgendeine Form der Kommunikation?

Wenn ein Flüchtling aus Gott-weiß-woher nach monatelanger Flucht hier in Deutschland ankommt, kann er dann bereits so weit Deutsch, daß er sich mühelos in jedem x-beliebigen Job mit Kollegen und Kunden austauschen kann? Wohl eher kaum. Wie soll dieser dann alles arbeiten können, wenn er der deutschen Sprache nicht mächtig ist und ihm keiner erklären kann, was er wann und wie zu erledigen hat?

Aber genau das wollen einem die Politiker erzählen. Und natürlich werden für solche Aussagen immer irgendwelche angeblichen Ingenieure oder sonstigen Akademiker vorgeführt. Spricht man an den Universitäten der Flüchtlingsgebiete jetzt schon Deutsch? Könnte ja sein, daß man zufällig eines Tages nach Deutschland flüchten muß? Selbst wenn von den Zehntausenden von Flüchtlingen ein paar dabei sein sollten, die tatsächlich studiert haben, so kann man bestenfalls darauf hoffen, daß die mal ein oder zwei Semester Englisch belegt haben. Aber selbst mit Englisch allein ist es hierzulande schwierig, sich in einem Job zurechtzufinden, oder mit seinen Kollegen zu kommunizieren.

Aber das interessiert natürlich die da oben nicht, es wird weiter schön das Märchen vom dringendst benötigten Facharbeiter verbreitet, und auch die Bundesagentur für Arbeit bläst in dasselbe falschklingende Horn, zumindest wenn es um Maschinenbauingenieure geht. Da scheint ja echt eine große Bedürftigkeit nach zu herrschen. Studieren in Deutschland so wenig Maschinenbau, oder ist es nicht doch eher so, daß die Arbeitgeber zwar Studierte suchen, diese aber am liebsten wie Auszubildende bezahlen wollen? Natürlich ist es so. Maximale Arbeitsleistung des Arbeitnehmers gegen minimalstmögliche Bezahlung. Na und so ein Flüchtling wird sicher für den Bruchteil dessen arbeiten, was ein studierter Deutscher verlangen kann. Außerdem bieten viele Unternehmen kaum noch Festanstellung vom ersten Tag an. Da werden die Arbeitnehmer mit Zeitverträgen und billigen Versprechungen abgespeist. So ein Flüchtling dagegen wird schon dankbarer sein.

Bei dieser täglichen oder wöchentlichen Berieselung vom arbeitswilligen und vor allem fachkundigen Flüchtling vergessen all diese Wellcomer, jene, die mit dem Pappschild an den Aufnahmelagern stehen, daß wir hier in Deutschland sehr wohl Potential und vor allem Studierte haben, die aber wegen der Billiglohnansprüche der Arbeitgeber auf der Straße sitzen. Auch Potential für alle möglichen Fachgebiete wäre vorhanden, wenn die Agentur für Arbeit wieder das erledigen würde, wozu sie da sind, pardon einmal waren: nämlich den Arbeitsuchenden bei der Findung neuer Arbeitsplätze zu unterstützen und zu fördern. Für die, die noch zu jung sind: Die Agentur für Arbeit war früher das Arbeitsamt, die solche Aufgaben wahrgenommen hatte. Dann wurde es zur Agentur für Arbeit und auf Profit getrimmt, sprich „Umsatz“. Man hat also aus einer sozialen Einrichtung ein ganz normales Unternehmen gemacht, daß die arbeitende Bevölkerung zwangsfinanziert.

Also wie gesagt, Deutschland hat genug Arbeitslose und sonstiges Potential, um die angeblichen offenen Stellen erfolgreich zu besetzen. Dieses Land ist auf Flüchtlinge in keiner Weise angewiesen. Und kommen Sie jetzt bloß nicht mit der anderen Geschichte. Sie wissen schon: Demographiewandel. Ja, wer hat denn mit seiner Politik der Zerstörung von Familienstrukturen und Sozialabbau erst dafür gesorgt, daß wir angeblich zu wenig Nachwuchs bekommen? Wer hätte dem denn rechtzeitig entgegen wirken können?

Jetzt wollen die aus Mitteldeutschland, sprich den aufgekauften Bundesländern der DDR doch noch ein richtiges Dunkeldeutschland machen, weil da der Bevölkerungsschwund wesentlich größer ist als in den „alten“ Bundesländern (und das nach 25 Jahren). Toller Aufbau „Ost“. Da zahlen die Menschen jahrelang ihren Soli für, und es passiert da einfach nichts, naja, fast nichts, aber die Autobahn ist saniert (Da war doch noch was?). Auch Mitteldeutschland und vor allem die Menschen dort sind von den Politikern verraten und den Unternehmen, die Subventionen kassiert haben, verkauft worden.

Aber jetzt sollen angebliche Fachkräfte aus der Völkerwanderung diese Ecken wiederbeleben? Es gibt aber keine Kaffeeplantagen und Baumwollfelder in Sachsen oder in Thüringen, auch nicht in Sachsen-Anhalt, Brandenburg oder Meck-Pom. Aber vielleicht tun es Spargel und Erdbeeren ja auch.

Ihr

Rainer Hill

https://buergerstimme.com