Afghanistan: Russland sperrt Nachschubwege für Nato

20. Mai 2015

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Die NATO kann ihre Truppen in Afghanistan nicht mehr über Russland mit Kriegsgerät ausrüsten. Moskau stellt nach sieben Jahren den Transit von Nachschub nach Afghanistan ein. Das geht aus einer am Montag veröffentlichten Verordnung von Ministerpräsident Dmitri Medwedew hervor.

Russland hatte sich am US-geführten Militäreinsatz ISAF nicht beteiligt, aber 2008 Versorgungsrouten über russisches Gebiet ermöglicht. Die ISAF-Mission, an der auch Deutschland mit mehr als 5.000 Soldaten teilgenommen hatte, war Ende 2014 nach 13 Jahren beendet worden. Tausende internationale Ausbilder blieben aber in Afghanistan.

Am Montag ist eine von Regierungschef Dmitri Medwedew unterzeichnete Anordnung veröffentlicht worden, die den Transit von Nato-Technik durch Russland untersagt.

Das russische Außenministerium ist beauftragt worden, ausländische Regierungen und internationale Organisationen zu informieren, dass der Transitweg geschlossen worden ist, schreibt die „Wedomosti“ am Dienstag.

Ein Nato-Vertreter in Brüssel erklärte, dass die ISAF ihren Einsatz am Hindukusch am 31. Dezember 2014 beendet und die Verantwortung für die Stabilität und Sicherheit den lokalen Behörden übergeben hatten (Afghanistan: Bundeswehr doch an gezielten Tötungen beteiligt). Deswegen sei der Transit durch Russland nicht mehr nötig. Der Leiter des Nato-Informationsbüros in Moskau, Robert Pshel, teilte mit, die wichtigsten Transporte wurden bereits im vergangenen Jahr abgeschlossen. Deswegen sei der Transit durch Russland nicht mehr notwendig.

Nach Angaben einer Quelle im Verteidigungsministerium eines Nato-Landes wurden die tödlichen Waffen per Flugzeug auf Grundlage der bilateralen Abkommen befördert. Von 2011 bis 2012 wurde über die Einrichtung eines Logistik-Zentrums in der russischen Stadt Uljanowsk verhandelt, was aber nicht realisiert wurde. Bereits im Mai 2014 wurde der Transit durch Russland de facto eingestellt, als Unternehmen keine Aufträge für solche Transporte mehr hatten.

Dennoch funktioniert die Zusammenarbeit zwischen dem Westen und Russland in Bezug auf Afghanistan in einigen Richtungen. Nach den Angaben einer Quelle aus der russischen Rüstungsindustrie wurden auf Betreiben des Pentagons die US-Sanktionen gegen den Erwerb von Zulieferteilen und weitere Dienstleistungen zur Sicherung der Kampfbereitschaft der zuvor erworbenen 60 Mi-17-Hubschrauber für die afghanische Nationalarmee aufgehoben.

Literatur:

Der Dritte Weltkrieg – Schlachtfeld Europa: Wie die nächste globale Katastrophe unseren Kontinent und damit auch Deutschland treffen wird von Peter Orzechowski

Nato-Geheimarmeen in Europa: Inszenierter Terror und verdeckte Kriegsführung vonDaniele Ganser

Das Szenario eines Dritten Weltkriegs: Die geheimen Pläne des Pentagons zur Errichtung einer Neuen Weltordnung von Michel Chossudovsky

Quellen: jungewelt.de/de.sputniknews.com vom 19.05.2015

Afghanistan: Russland sperrt Nachschubwege für Nato

Russische Superwaffe: Armata-Panzer erhält leistungsstärkere Kanone

Panzer T-14 Armata

Der neue russische Panzer T-14 Armata, der bei der Siegesparade auf dem Roten Platz erstmals öffentlich gezeigt wurde, wird in Zukunft mit einer leistungsstärkeren 152-mm-Kanone ausgestattet, wie Vize-Premier Dmitri Rogosin der Zeitung „Iswestija“ sagte.

„Für diesen Panzer gibt es bei uns Geschosse, die bis zu einem Meter dicken Stahl durchschlagen können und mit denen die Armata-Panzer bestückt werden sollen“, so Rogosin.

Panzer der neuen Generation T-14 Armata waren am 9. Mai im Rahmen der Militärparade zum 70. Jahrestag des Endes des Großen Vaterländischen Krieges über den Roten Platz in Moskau gerollt.

Der Hauptvorteil des neuartigen Kampffahrzeuges sind der unbemannte Turm und die gepanzerte Besatzungskapsel, die vom Munitionsbunker getrennt ist. Diese Konstruktion erhöht die Überlebenschancen für die Panzer-Crew auch dann, wenn der Munitionsbunker gesprengt werden sollte.

Untypisch für Panzer aus russischer Produktion ist der Turm, der aus Panzerelementen unter unterschiedlichen Winkeln zusammengeschweißt ist. Diese Beschaffenheit und die Spezialbeschichtung des Turms machen den Panzer im Infrarot- und im Radarspektrum weniger sichtbar. Der Turm sowie das Raupenfahrwerk und die Wanne sind durch Reaktivpanzerung gut geschützt.
http://de.sputniknews.com/

Gnadelos zerstörtes Vertrauen

13. Mai 2015

Die Zerstörung des über Jahre geschaffenen Vertrauens zwischen Rußland und der Bundesrepublik ist mehr als ein Nebenaspekt der Ukrainekrise. Die gewachsenen, für beide Seiten vorteilhaften guten Beziehungen zu torpedieren, ist eines der Hauptziele der atlantischen Strategen. Die Auswirkung des antirussischen Sanktionsregimes hat zu einem Bruch… zwischen den Partnern geführt.

Der russische Botschafter in der Bundesrepublik, Wladimir M. Grinin:
Es wird vor unseren Augen all das vernichtet, was unsere Vorgänger im Laufe der vergangenen Jahrzehnte mit so viel Aufwand geschaffen haben. Es wurde ein präzedenzlos hohes, man kann sogar sagen, strategisches Niveau der Partnerschaft zwischen Russland und Deutschland erreicht, das sich beispielsweise am rekordhohen bilateralen Warenumsatz von 80 Milliarden Euro im Jahr 2012 gezeigt hat. Bedauerlicherweise wurde heute diese positive und nachhaltige Entwicklung durch besorgniserregende Signale ersetzt.

Daß es dahin kommen mußte, ist für jeden nachvollziehbar, der die langfristigen Ziele der US-amerikanischen Außenpolitik kennt. Eine eurasische Partnerschaft wäre nach deren Plänen tödlich für die weltweite Vormachtstellung der USA. In jüngster Zeit kam für die atlantischen Imperatoren (USA und GB) durch den wirtschaftlichen und politischen Aufstieg Chinas ein weiteres Problem hinzu. Die Verwirklichung einer Eurasische Union einschließlich Chinas wäre der absolute Gau für die USA (und GB, das sich an dieser Union niemals beteiligen würde).

Darin ist der Schlüssel für die Ukraine-Krise zu suchen. Mit der Gefahr für Rußland, die Krim mit dem Hafen der russischen Schwarzmeerflotte Sewastopol durch einen Anschluß der Ukraine an die Nato zu verlieren, war die absolute Provokation der russischen Regierung. Wladimir Putin konnte nicht anders entscheiden, als die Krim von der Ukraine zu lösen. Die Strategen des Council on Foreign Relaitions haben nichts anderes erwartet. Diese Entwicklung gehörte zu ihrem Plan, ebenso wie die prompt erfolgte Aufforderung an die europäischen Partner, der russischen “Annektion” mit Sanktionen zu begegnen – allen voran die deutsche Kanzlerin.

Was Frau Merkel angerichtet hat, läßt sich an der deutschen Außenhandelsstatistik ablesen.

Wladimir M. Grinin:
2014 brachen die deutschen Exporte nach Russland dramatisch ein (…) der Warenumsatz zwischen Russland und Deutschland (schrumpfte) um 12,09 Prozent auf 67,7 Milliarden Euro (gegen 77,03 Milliarden im Jahr 2013). Anfang 2015 setzte sich diese absteigende Tendenz fort. Im Januar-Februar dieses Jahres erreichte der Rückgang der deutschen Exports mit 34 Prozent einen weiteren Tiefpunkt.

Ob in Zukunft die zahlreichen deutsch/russischen Projekte wieder aufleben könnten, schein zweifelhaft, da die Sanktionspolitik zweierlei Nachteile für die Westeuropäer und vor allen Dingen die Deutschen Unternehmen zeitigte: Rußland wendet sich jetzt mehr Richtung China und verstärkt gleichzeitig seine wirtschaftliche Autarkie. Unsere “alternativlose” Kanzlerin hat in vasallentreuer Gefolgschaft dem deutschen Volk großen Schaden zugefügt und vergrößert diesen durch neue bürokratische Auflagen maßgeblich, indem die noch vorhandene Kooperation zwischen den Handels-In den vorausgegangenen Jahren entwickelte sich eine für beide Seiten florierende Partnerschaft beim Ausbau zahlreicher Industrieprojekte. Heute sind viele deutsche Unternehmen bereit, angesichts der eingetrübten Perspektiven, das Land zu verlassen. Die Zahl der deutschen Unternehmen in Russland beträgt heute nur noch 6.000.

Ob in Zukunft die zahlreichen deutsch/russischen Projekte wieder aufleben könnten, schein zweifelhaft, da die Sanktionspolitik zweierlei Nachteile für die Westeuropäer und vor allen Dingen die Deutschen Unternehmen zeitigte: Rußland wendet sich jetzt mehr Richtung China und verstärkt gleichzeitig seine wirtschaftliche Autarkie. Unsere “alternativlose” Kanzlerin hat in vasallentreuer Gefolgschaft dem deutschen Volk großen Schaden zugefügt und vergrößert diesen durch neue bürokratische Auflagen maßgeblich, indem die noch vorhandene Kooperation zwischen den Handels- und Industriepartnern  durch erweiterte Auflagen und langwierige Prüfverfahren. Jeder Verdacht, daß mit einer Lieferungen eine Sanktionsbestimmung unterlaufen werden könnte, führt automatisch zur Kündigung von Verträgen und Strafmaßnahmen gegen deutsche Partner.

Eine weitere Belastung kommt hinzu. Die deutschen Medien unterlassen keine Gelegenheit, Rußland als unzuverlässigen Partner und Kriegstreiber darzustellen (Putin-Bashing).

Rußland unternimmt erhebliche Anstrengungen, die entstandene Mauer zu überwinden, etwas mit der deutschsprachigen Online-Plattform des TV-Senders Russia Today.

Sollte es Frau Merkel weiter auf das – vermutlich in Kürze – sterbende System des US-Imperialismus verlassen, wird selbst ein loser Anschluß an die neue geschaffene Eurasische Wirtschaftsunion (Rußland, Weißrußland, Kasachstan und Armenien) unmöglich. Die deutsche Wirtschaft wäre von einem riesengroßen Markt mit ca. 180 Millionen Verbrauchern und Arbeitskräften abgeschnitten.

Die Strategen des Council on Foreign Relations hätten wieder einmal ihr Ziel erreicht.

http://krisenfrei.de/gnadelos-zerstoertes-vertrauen/

Russland zieht Rückschlüsse aus Ukraine-Krise und entwickelt neue Sicherheitsdoktrin

Der Chef des russischen Sicherheitsrates hat angesichts zahlreicher Lehren, die aus den jüngsten politischen Krisen im Nahen Osten und der Ukraine zu ziehen waren, erklärt, dass die Russische Föderation ihre Sicherheitsdoktrin überarbeiten und in einer den geänderten Bedrohungen gerecht werdenden Weise anpassen werde.

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„Um die grundlegenden Konzepte der nationalen Sicherheit zu aktualisieren, hat der Rat angeordnet,  einige Korrekturen an den wichtigsten strategischen Verteidigungsplänen, damit ist die Nationale Sicherheits- und Informationssicherheitsstrategie der Russischen Föderation bis 2020 gemeint, zu unternehmen“, hieß es in der russischen Zeitung „Krasnaya Zwezda“ (zu Deutsch: Roter Stern), die tagtäglich vom Verteidigungsministerium veröffentlicht wird.

Der hochrangige Sicherheitsbeamte, Nicolaj Patruschew, erklärte in seinem Bericht, dass die Ereignisse rund um den sogenannten „Arabischen Frühling“ und der Umsturz in der Ukraine neue Maßnahmen notwendig machen würden. Die Ereignisse begannen alle mit forcierten Massenprotesten, die in gewaltsame Kundgebungen mündeten. In jedem Fall scheinen all diese „Revolutionen“ ein Ziel zu haben: den Bürgerkrieg.

Dieser ist für jede Regierung schwer zu verhindern, wenn Demonstranten beginnen, ihre Steine gegen Waffen einzutauschen. Die vermeintlichen Revolutionen, die in Nordafrika, dem Nahen Osten und schließlich in der Ukraine zu beobachten waren, profitierten von einer nicht zu beruhigenden Eskalationsspirale, in der sich entweder Islamisten oder wie im ukrainischen Fall Faschisten einnisten konnten, um am Ende offen gegen unliebsame Elemente innerhalb eines Staates vorgehen zu können.

Patruschew führte an, dass die Ereignisse einen klaren Trend aufweisen, wonach sich Bedrohungen der Sicherheit aus dem militärischen Bereich heraus nunmehr in den Informationsbereich verlagern. Eine direkte militärische Bedrohung rückt damit in den Hintergrund. Der Autor schrieb:

„Führende Nationen kämpfen, wenn es um ihre Interessen geht, in der Regel mit sogenannten ‚indirekten Aktionen‘. Dabei greifen diese beispielsweise [subversiv] auf eine [vorhandene] Proteststimmung innerhalb einer Bevölkerung, auf radikale oder extremistische Gruppen und auch private Militärfirmen zurück.“

Überdies verwies der Moskauer Redakteur auf die zunehmend aggressive Haltung der USA und damit der NATO gegenüber Russland, indem er betonte, dass das westliche Militärbündnis bei jeder sich bietenden Möglichkeit mittels Truppenstationierungen näher an die russische Grenze rückt. Für Russland jedenfalls wird das Bild einer militärischen Einkreisung seitens der USA immer deutlicher.

Zudem hält Washington seine Partner in Europa kollektiv dazu an, Raketenabwehrsysteme zu stationieren, um Russlands atomares Abschreckungspotenzial  zu mindern. So glaubt man zumindest, selbstbewusster auf Tuchfühlung in russischen Einflusszonen gehen zu können.

Der Sicherheitsrat ist Russlands Top-Beratungsgremium in Sachen nationaler Sicherheit. Nicolaj Patruschew leitet ihn seit 2008. Zuvor war er neun Jahre Direktor des Föderalen Sicherheitsdienstes.

Zuvor, im Oktober 2014, beschuldigte Patruschew die USA offen, eine führende Rollen in den aktuellen Turbulenzen in der Ukraine eingenommen zu haben, wie bereits in den Jahren zuvor in Georgien oder im Nordkaukasus.

Im vergangenen September forderte der russische Präsident Wladimir Putin das Militär und sämtliche Sicherheitsorgane des Landes auf, im Sinne der nationalen Sicherheit eine neue Doktrin zu verfassen, die die genannten neuen Bedrohungslagen berücksichtigt und einarbeitet.Auch räumte der hochrangige Sicherheitsbeamte einst in einem Presseinterview ein, dass US-amerikanische Geheimdienstanalysten eine umfassende Strategie zur Niederringung Russlands entwarfen, die bis in die 1970er Jahre, der aktiven Zeit des Geostrategen Zbigniew Brzezinskis, zurückreicht. Dabei gehe es darum, interne Probleme eines Staates in sogenannte „allumfassende Existenzkrisen“ für den Feind zu verwandeln.

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Haben Russland, China und der Iran in Moskau mit dem Aufbau einer Koalition gegen die NATO begonnen?

Von Mahdi Darius Nazemroaya Global Research, 23.04.15

( http://www.globalresearch.ca/did-a-chinese-russian-iranian-coalition-opposing-nato-debut-in-moscow/5445273 )

Von der (vom 15. bis 17. April abgehaltenen) Moskauer Konferenz zur Internationalen Sicherheit (s. http://eng.mil.ru/en/mcis/program.htm ) ging die Warnung aus, dass andere Weltmächte dem Treiben der USA und der NATO nicht mehr tatenlos zusehen werden. Neben Gesprächen über gemeinsame Maßnahmen Chinas, Indiens, Russlands und des Irans gegen die andauernde NATO-Expansion wurden auch Dreiergespräche zwischen Peking, Moskau und Teheran über eine engere militärische Zusammenarbeit geführt, die fortgesetzt werden sollen. Verteidigungsminister und Militärs aus aller Welt haben sich am 16. April in dem bekannten Radisson Royal Hotel in Moskau getroffen, das früher einmal Hotel Ukraina hieß, ein herausragendes Beispiel sowjetischer Architektur zur Zeit Stalins ist und zu den „Sieben Schwestern“ (s. http://de.wikipedia.org/wiki/Sieben_Schwestern_%28Moskau%29 ) gehört.

Die vom russischen Verteidigungsministerium veranstaltete zweitägige Zusammenkunft war die vierte der Moskauer Konferenzen für Internationale Sicherheit / MCIS, zu denen jährlich einmal eingeladen wird. Zivile und militärische Vertreter aus mehr als siebzig Staaten, auch aus NATO-Staaten, waren der Einladung gefolgt – darunter 15 Verteidigungsminister, von denen nur der griechische aus einem NATO-Land kam. Anders als in früheren Jahren hat die Ukraine an der MCIS 2015 nicht teilgenommen. Der stellvertretende russische Verteidigungsminister Anatoli Antonow erklärte dazu: „Weil wir die Konferenz nicht mit dem Meinungsstreit über die Krise in der Ostukraine belasten wollten, haben wir uns entschieden, unsere ukrainischen Kollegen diesmal nicht einzuladen.

“ Aus persönlichem Interesse verfolge ich diese Art Konferenzen seit Jahren, weil dort häufig wichtige Erklärungen zu Fragen der Außen- und Sicherheitspolitik abgegeben werden. In diesem Jahr habe ich die Moskauer Sicherheitskonferenz mit großer Spannung erwartet, weil sie in einer Zeit stattfand, in der sich die geopolitische Landschaft auf unserem Erdball gerade sehr schnell verändert. Mein Interesse an den Ergebnissen der Konferenz war auch deshalb besonders groß, weil die russische Botschaft in Kanada 2014 bei mir angefragt hat, ob ich an der 4. MCIS teilnehmen wolle. In Moskau ging es nicht nur um „transatlantische Sicherheitsprobleme“ Die Moskauer Konferenz ist das russische Gegenstück zur Münchener Sicherheitskonfe- 1/8 Friedenspolitische Mitteilungen aus der US-Militärregion Kaiserslautern/Ramstein LP 091/15 – 01.05.15 renz, die im Hotel Bayerischer Hof in Deutschland stattfindet.

Zwischen den beiden Konferenzen gibt es jedoch große Unterschiede. Während sich die Münchener Sicherheitskonferenz vorwiegend mit der Sicherheit der USA und der Europäischen Union befasst und die globale Sicherheit nur aus der „transatlantischen“ Sicht der NATO betrachtet, sieht die MCIS das Sicherheitsproblem aus einer viel breiteren globalen Perspektive. Sie befasst sich mit dem Sicherheitsbedürfnis der Staaten, die nicht zur NATO gehören, besonders der Staaten im Mittleren Osten und im asiatisch-pazifischen Raum – von Argentinien über Indien und Vietnam bis nach Ägypten und Südafrika. In der Konferenz im Hotel Ukraina kamen Vertreter vieler großer und kleiner Staaten zu Wort, deren Ansichten und Sicherheitsbedürfnisse von den Repräsentanten der USA in München weitgehend ignoriert werden. Sergei Schoigu (s. http://de.wikipedia.org/wiki/Sergei_Kuschugetowitsch_Schoigu ), der russische Verteidigungsminister und Offizier, dessen Rang dem eines Viersternegenerals in den meisten NATO-Ländern entspricht, eröffnete die Konferenz. Neben ihm saßen weitere hochrangige Vertreter Russlands – darunter auch der russische Außenminister Sergej Lawrow, der eine sehr wichtige Rede hielt (s. http://www.luftpost-kl.de/luftpostarchiv/LP_13/LP09015_290415.pdf ). Alle kritisierten den Kriegskurs Washingtons und von den USA angezettelte „bunte Revolutionen“ wie den Euro-Maidan in der Ukraine und die Rosenrevolution in Georgien (s. http://de.wikipedia.org/wiki/Rosenrevolution ), in denen es nur darum ging, Regimewechsel herbeizuführen. Schoigu wies auch darauf hin, dass in Venezuela und in der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong bunte Revolutionen gescheitert sind.

Außenminister Lawrow warnte die Anwesenden vor einem gefährlichen Weltkonflikt, der drohe, weil die USA und die NATO die Sicherheitsbedürfnisse anderer Staaten missachteten und einen konstruktiven Dialog verweigerten. In seiner Rede zitierte Lawrow den USPräsidenten Franklin Roosevelt, der im Rückblick auf den Zweiten Weltkrieg einmal gesagt habe: „Es kann keinen Mittelweg geben. Wenn wir uns nicht für die Zusammenarbeit aller Staaten der Welt einsetzen, sind wir für einen weiteren Weltkonflikt verantwortlich. Eine der wichtigsten Lehren aus dem verheerendsten Konflikt der Weltgeschichte lautet: Der Frieden kann nur gemeinsam gesichert werden, und dazu ist es notwendig, die legitimen Interessen aller Partner zu respektieren.“ Schoigu hatte mehr als zehn bilaterale Treffen mit verschiedenen Verteidigungsministern und Militärs, die an der MCIS in Moskau teilnahmen. In einem Gespräch mit dem serbischen Verteidigungsminister Bratislav Gašić sagte er, Moskau betrachte Belgrad als zuverlässigen militärischen Kooperationspartner. Eine russisch-chinesisch-iranische Koalition – der Albtraum Washingtons! Auch der Mythos, Russland sei international isoliert, wurde während der Konferenz durch wichtige Ankündigungen widerlegt. Imanghali Tasmaghambetow (s. http://de.wikipedia.org/wiki/Imanghali_Tasmaghambetow ), der Verteidigungsminister Kasachstans, und Schoigu gaben bekannt, dass der Aufbau eines gemeinsamen kasachisch-russischen Luftverteidigungssystems begonnen habe. Das zeigt, dass die gemeinsame Verteidigung des Luftraums der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (s. http://de.wikipedia.org/wiki/Organisation_des_Vertrags_%C3%BCber_kollektive_Sicherheit ) und gegen die Bedrohung, die von dem Raketenabwehrschild der NATO ausgeht, fortschreitet. 2/8 Die eindrucksvollste Erklärung gab der iranische Verteidigungsminister Hosein Dehqan (s. http://de.wikipedia.org/wiki/Hosein_Dehqan ) ab. Brigadegeneral Dehqan bat darum, dass sich China, Indien und Russland gemeinsam mit dem Iran der Osterweiterung der NATO und der Bedrohung der internationalen Sicherheit, die von deren Raketenabwehrschild ausgehe, entgegenstellen. [s. dazu auch http://rt.com/news/250209-iran-cooperation-amdnato/ ] Während eines Treffens mit dem chinesischen Verteidigungsminister Chang Wanquan (s. http://de.wikipedia.org/wiki/Chang_Wanquan ) betonte Schoigu, für Moskau habe die militärische Zusammenarbeit mit Peking „absoluten Vorrang“.

In einem weiteren bilateralen Treffen bestätigten die Verteidigungsminister des Irans und Russlands, ihre Kooperation gehöre zu den Ecksteinen einer neuen multipolaren Ordnung, und Moskau und Teheran verfolgten eine gemeinsame Strategie gegen den Herrschaftsanspruch der USA. Nach einem Treffen des iranischen Verteidigungsministers Dehqan und der iranischen Delegation mit Schoigu und russischen Verteidigungsexperten wurde bekannt gegeben, dass Peking, Moskau und Teheran sich zu einem Dreiergipfel treffen werden. Das wurde später auch von der chinesischen Delegation bestätigt. Die geopolitische Lage wird sich in absehbarer Zeit stark verändern – allerdings nicht zum Vorteil der USA. Im Herzen der ehemaligen Sowjetunion haben Armenien, Weißrussland, Kasachstan, und Russland eine Eurasische Wirtschaftsunion (s. dazu auch http://de.wikipedia.org/wiki/Eurasische_Wirtschaftsunion ) gegründet, und Peking, Moskau und Teheran sind dabei, nach einem langen Prozess der politischen, strategischen, wirtschaftlichen, diplomatischen und militärischen Annäherung einen Eurasischen Dreibund (s. http://www.strategic-culture.org/news/2012/01/22/eurasian-triple-entente-touch-iran-war-hear-russia-china.html ) zu bilden. Das Zusammenrücken eurasischer Staaten gefährdet auch die bisher unangefochtene Stellung der USA in ihrem Brückenkopf Europa; schon beginnen US-Verbündete in Europa und im Mittleren Osten nach mehr Unabhängigkeit zu streben. [s. auch http://rt.com/opedge/236741-west-east-eurasian-union-cooperation/ ]. Das ist eines der Hauptthemen, die ich in meinem Buch „The Globalization of NATO“ (zu beziehen über amazon) behandelt habe. Schon der frühere US-Sicherheitsberater Zbigniew Brzezinski warnte die US-Eliten vor der Bildung einer „eurasischen Koalition, welche die Vorherrschaft der USA bedrohen könnte“. Brzezinski befürchtete, dass eine solche Koalition aus einem chinesisch-russisch-iranischen Dreierbündnis unter Führung Pekings hervorgehen könnte. „Da sich die chinesischen Strategen mit dem Dreierbündnis aus den USA, Europa und Japan konfrontiert sehen, könnten sie versuchen, als geopolitisches Gegengewicht ein erweitertes Dreierbündnis aus China, Russland, dem Iran und anderen Staaten am Persischen Golf zu bilden,“ warnte Brzezinski.

„Zu Chinas künftigen Optionen gehört auch, sich als wirtschaftlich erfolgreicher und politisch selbstbewusster, aber vom westlichen Sicherheitssystem ausgeschlossener Staat zum Verfechter der Interessen aller wirtschaftlich benachteiligten Staaten der Welt zu machen und in einem Bündnis mit ihnen die Führung zu übernehmen; dadurch könnte China zu einem mächtigen geopolitischen Herausforderer für das gegenwärtig die Welt beherrschende westliche Dreierbündnis werden,“ ergänzte er. Diese Rolle scheinen die Chinesen tatsächlich anzustreben. Minister Wanquan forderte auf der MCIS auch eine „gerechtere Weltordnung“.

3/8 Eine chinesisch-russisch-iranische Koalition wäre nach Brzezinskis Worten auch deshalb eine Bedrohung für die USA, „weil sie ein starker Magnet wäre, der auch andere Staaten anziehen könnte, die mit den gegenwärtigen Zuständen unzufrieden sind“. Dem Raketenabwehrschild der USA und der NATO etwas entgegensetzen Washington versucht rund um Russland, China, den Iran und ihre Verbündeten mit dem Raketenabwehrschild der USA und der NATO einen neuen „Eisernen Vorhang“ zu errichten. Dieser „Abwehrschild“ ist ein offensives und kein defensives System, obwohl das behauptet wird. Das Pentagon will mit dem Abwehrschild verhindern, dass Russland oder andere eurasische Mächte nach einem atomaren Erstschlag der USA mit noch rechtzeitig gestarteten Interkontinentalraketen Vergeltung an den USA üben können. Die (von den USA) Angegriffenen sollen ihrer Zweitschlagsfähigkeit beraubt werden. Bereits 2011 wurde berichtet, der stellvertretende russische Ministerpräsident Dmitri Rogosin (s. http://de.wikipedia.org/wiki/Dmitri_Olegowitsch_Rogosin ), der vorher Botschafter Russlands bei der NATO war, werde Teheran besuchen, um über den NATO-Raketenabwehrschild zu sprechen. Auch die Teheran Times behauptete, die Regierungen Russlands, des Irans und Chinas planten die Errichtung eines gemeinsamen Raketenabwehrschildes, um dem der USA und der NATO etwas entgegenzusetzen. Rogosin hat diese Berichte mit der Versicherung zurückgewiesen, Fragen zur Raketenabwehr würden nur zwischen dem Kreml und seinen militärischen Verbündeten in der Organisation des Vertrages über kollektive Sicherheit / OVKS besprochen.

Die Idee, China, der Iran und Russland sollten bei der Abwehr der von dem NATO-Raketenschild ausgehenden Bedrohung zusammenarbeiten, existiert seit 2011. Seither hat sich der Iran der OVKS angenähert und wie Afghanistan und Serbien den Beobachterstatus erlangt. Auch Peking, Moskau und Teheran sind wegen des Konfliktes in Syrien, der vom Euro-Maidan ausgehenden Entwicklung und der Neuorientierung der USA auf Asien näher zusammengerückt. Die Bitte des iranischen Verteidigungsministers Dehqan, China, Indien, der Iran und Russland sollten sich gemeinsam gegen den Raketenabwehrschild und die ständige NATO-Erweiterung zur Wehr setzen und die auf der MCIS angekündigten militärischen Dreiergespräche zwischen China, dem Iran und Russland haben diese Tendenz verstärkt.

Als erste Reaktion auf den neuen „Eisernen Vorhang“ werden die russischen Luftverteidigungssysteme S-300 (s. http://de.wikipedia.org/wiki/S-300_%28Flugabwehrraketensystem %29 ) und S-400 (s. http://de.wikipedia.org/wiki/SA-21_Growler ) von Weißrussland über Armenien bis zur Halbinsel Kamtschatka (gegenüber Alaska) in Stellung gebracht. Diese Luftverteidigungssysteme machen es Washington viel schwerer, eine Reaktion auf einen atomaren Erstschlag der USA zu verhindern. Sogar Vertreter der NATO und des Pentagons, die das System S-300 mit dem Codenamen SA-21 bezeichnen, geben das zu. „Wir beschäftigen uns seit Jahren damit, wie wir es ausschalten können und fürchten uns deshalb nicht davor. Wir wissen aber, dass S-300 ein sehr mobiles, treffsicheres und gefährliches Raketensystem ist,“ hat Clint Hinote, ein ehemaliger Oberst der US Air Force vom Council on Foreign Relations in Washington, (s. http://de.wikipedia.org/wiki/Council_on_Foreign_Relations ) darüber geschrieben. Auch wenn (im Westen) darüber spekuliert wird, dass sich Russland mit dem Verkauf des Systems S-300 an Teheran, der unmittelbar nach der Beendigung der Gespräche (über 4/8 das iranische Atomprogramm) in Lausanne bekannt wurde (s. dazu auch http://de.sputniknews.com/militar/20150413/301899344.html ), einen Vorsprung bei den wieder anlaufenden Waffengeschäften mit dem Iran verschaffen wollte, trifft das so nicht zu.

Teheran kauft zwar militärische Ausrüstung in Moskau oder anderswo im Ausland, ist aber militärisch unabhängig, weil es die meisten seiner Waffen selbst herstellt. Der Iran baut eigene Panzer, Raketen, Kampfjets, Radargeräte, Handfeuerwaffen, Drohnen, Hubschrauber, Torpedos, Mörsergranaten, Kriegsschiffe und sogar Unterseeboote. Das iranische Militär behauptet, sein Luftverteidigungssystem Bavar-373 (s. http://de.wikipedia.org/wiki/Bavar-373 ) sei dem System S-300 eigentlich ebenbürtig. Bei der Lieferung des russischen Systems S-300 an Teheran geht es weniger ums Geschäft. Damit soll vor allem die militärische Kooperation zwischen Russland und dem Iran gefestigt werden. Sie ist ein großer Schritt auf dem Weg zur Schaffung eines eurasischen Luftverteidigungsnetzes zur Abwendung der vom dem NATO-Raketenabwehrschild ausgehenden Gefahren; dieses eurasische Luftverteidigungsnetz soll bald alle Staaten schützen, die ihre Knie nicht vor den USA und der NATO beugen wollen. (Wir haben den Artikel komplett übersetzt und mit Ergänzungen und Links in runden Klammern versehen. Die Links in eckigen Klammern hat der Autor selbst eingefügt. Infos über ihn sind nachzulesen unter https://wikispooks.com/wiki/Mahdi_Darius_Nazemroaya . Anschließend drucken wir den Originaltext ab.)

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Russland und Syrien unterzeichnen gemeinsames Anti-Terror-Abkommen

29. April 2015, verfasst von Bürgender

Die Innenminister Russlands und Syriens haben ein Abkommen unterzeichnet, das den Terrorismus in beiden Ländern mittels neuer Mechanismen “bekämpfen und ausrotten” soll. Zudem sollen die Beziehungen verbessert werden.

Bild: Latuff Cartoons

Bild: Latuff Cartoons

Russland und Syrien haben laut Syriens Nachrichtenagentur SANA ein Abkommen unterzeichnet, laut der die beiden Länder mittels neuer Mechanismen zur “Bekämpfung und Ausrottung des Terrorismus” kooperieren werden.

Russlands Innenminister Vladimir Kolokoltsev und sein syrischer Amtskollege Mohammad Ibrahim al-Shaar unterzeichneten die Vereinbarung am Montag in der russischen Hauptstadt Moskau. Shaar befindet sich derzeit auf einer Reise durch Europa, um sich mit Politikern aus verschiedenen Ländern zu treffen. Das Abkommen soll zudem auch die russisch-syrischen Beziehungen kontinuierlich verbessern,sagte Kolokoltsev während der Zeremonie.

Shaar merkte an, dass die Bekämpfung von Terrorismus und Extremismus die oberste Priorität für beiden Seiten darstelle. Der syrische Minister dankte Russland für die Unterstützung während der seit vier Jahren dauernden Krise in seinem Land.

Die Unruhen in Syrien begannen im März 2011 infolge einer Nahrungsmittelkrise. Bis Ende 2010 hatten sich nach einer massiven Ausweitung der Dollar- und Euro-Geldmenge die Preise für Getreide in schlagartig verdoppelt, was Proteste in vielen nordafrikanischen und arabischen Ländern auslöste.

Die Krise in Syrien findet bis heute kein Ende, da die westliche Wertegemeinschaft ausländische Kampftruppen ausbildet, illegal ins Land schleust und mit Waffenlieferungen sowie Geldmitteln unterstützt.

 

http://www.gegenfrage.com/russland-und-syrien-unterzeichnen-gemeinsames-anti-terror-abkommen/

EU droht Gazprom mit Milliardenbußgeld wegen angeblicher “Dominanz in Mittel- und Osteuropa”

Ein wegweisendes Treffen hinsichtlich der Energiezukunft Griechenlands, vielleicht auch ganz Europas, hat am Dienstag in Athen stattgefunden. Der CEO des staatlichen russischen Energieversorgers Gazprom, Alexej Miller, traf mit Regierungschef Alexis Tsipras und Energieminister Panagiotis Lafazanis zusammen. Brüssel beobachtet die griechisch-russische Annäherung mit verstärktem Misstrauen und droht im Gegenzug Gazprom mit einem Milliardenbußgeld wegen dessen angeblicher Dominanz in Mittel- und Osteuropa und versucht gleichzeitig die Türkei gegen Russland auszuspielen.

Griechenland soll künftig in wesentlicher Weise von Turkish Stream profitieren

Gegenstand des Treffens waren Vorgespräche zur künftigen Erweiterung einer Gaspipeline auf griechischem Boden. Ein Abkommen wurde noch nicht unterzeichnet, aber die Gespräche verliefen nach Angaben aller Beteiligten sehr konstruktiv. Miller sicherte auch zu, dass der Bau der Pipeline sich nach EU-Maßgaben der EU richten werde.

Beide Seiten haben, so hieß es aus Athen, einen Projektplan ausgearbeitet und die Bildung einer Arbeitsgruppe beschlossen die klären soll, was von jeder Seite jeweils zu tun sei. Von einer Vorauszahlung aus Moskau auf zukünftige Transitgebühren war jedoch noch nicht die Rede. Über die Möglichkeit einer solchen in Höhe von drei bis fünf Milliarden Euro war unter Berufung auf griechische Quellen in einigen Medien berichtet worden.

Griechenland, das zwar immer noch hoch verschuldet ist, sich aber mit einer Drosselung der Neuverschuldung von zuvor 12,3 auf nunmehr nur noch 3,5 Prozent spürbar auf dem Weg der Wiedergenesung befindet, könnte mittels des Projekts perspektivisch vom Armenhaus Europas zu einem wichtigen Player im Bereich der Energieversorgung werden.Die geplante Pipeline soll die Verlängerung des geplanten Projekts Turkish Stream darstellen, durch die Russland nach dem Aus für das ursprüngliche Projekt South Stream ab 2017 Gas in die Türkei pumpen will. Die Verlängerung durch Nordgriechenland bis zur Grenze zu Mazedonien soll einen finanziellen Aufwand von rund zwei Milliarden Euro nach sich ziehen.

In Westeuropa, wo man Länder wie Griechenland, die Türkei, die Russische Föderation oder Aserbaidschan offenbar immer noch als Befehlsempfänger betrachtet, die ihre Politik an den Wünschen der EU auszurichten hätten, betrachtet man diese Entwicklungen mit Argwohn.

Die EU-Behörde sandte Gazprom am Mittwoch in dem seit mehr als zwei Jahren laufenden Kartellverfahren die offiziellen Beschwerdepunkte zu. Brüssel droht mit einer EU-Kartellstrafe von bis zu zehn Prozent des Jahresumsatzes.Auch dies dürfte mit dazu beigetragen haben, dass die EU mit einer neuerlichen Provokation gegenüber der Gazprom droht, nämlich einem Milliardenbußgeld durch die EU-Kommission wegen dessen Dominanz in Mittel- und Osteuropa. Man wirft Russland vor, diese Märkte „abgeschottet“ zu haben.

Um die eigene Abhängigkeit von Russland zu vermindern, will man seitens der EU nun die sonst so vielgescholtene Türkei mit ins Boot holen und die Fertigstellung der Transanatolischen Pipeline (TANAP) noch stärker unterstützen. Die Pipeline soll europäische Märkte unter Umgehung Russlands mit aserbaidschanischem Erdgas versorgen.

Der Vizepräsident der Europäischen Kommission für Energie-Union, Maros Sefcovic, erklärte am vergangenen Montag, dass die EU ihre Unterstützung für die Türkei hinsichtlich der Realisierung der Transanatolischen Pipeline erhöhen werde.

Allerdings macht man sich mit arroganten Auftreten auch in Ankara und Baku keine Freunde. So will man, obwohl weder Russland noch die Türkei Mitglied der EU sind, auch bezüglich der russischen Projektoption „Turkish Stream“ mitentscheiden, die eine weit größere Lieferkapazität haben werde als TANAP, und die, so heißt es aus Brüssel, nur gebilligt werde, wenn diese den EU-Rechtsvorschriften entspreche.

Die Anfangslieferkapazität der Transanatolischen Pipeline werde voraussichtlich bei 16 Milliarden Kubikmeter Erdgas pro Jahr erreichen. Rund sechs Milliarden werden dem türkischen Konsumentenmarkt zu Gute kommen. Der große Rest soll an Europa weiterverkauft werden.Das TANAP-Projekt sieht den Transport von Erdgas aus Aserbaidschan vor. Dort steht das Schah Deniz-Erdgasfeld zur Verfügung, das gesicherten Angaben zufolge gigantische Vorkommen ausweist. An der Grenze zu Georgien wird TANAP das aserbaidschanische Erdgas aufnehmen und bis an die westlichen Grenzen der Türkei transportieren.

http://www.rtdeutsch.com/

US-Militär erhöht Präsenz an Russlands Grenze

21. April 2015

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Gestern haben gleichzeitig in zwei postsowjetischen Ländern Militärübungen unter Beteiligung von US-Soldaten und -Offizieren begonnen, schreibt die “Rossijskaja Gaseta” am Dienstag.

In Estland startete das fünftägige Militärmanöver „Tornado“. Nach Angaben des estnischen Militärs nahmen fast 2000 eigene Soldaten und amerikanische Fallschirmjäger an den Übungen teil. Das estnische Militär will dabei den Bereitschaftszustand für das bevorstehende größere Manöver „Hedgehog“ vom 4. bis 15. Mai feststellen. Bei diesem Großmanöver werden mehr als      13 000 Soldaten eingesetzt.

Bei Übungen in der Ukraine kamen gestern US-Fallschirmjäger zum Einsatz. In der Nähe der westukrainischen Stadt Lwow hatten bereits am 17. April 290 US-Fallschirmjäger Übungen absolviert.

Die Sprecherin des US-Außenministeriums, Marie Harf, gab an, dass die Übungen mit den Fallschirmjägern angeblich nicht mit der Lage im Donezbecken zusammenhängt. Sie räumte sogar ein, dass diese Übungen bereits seit nahezu 20 Jahren abgehalten werden.

Laut Militärexperten ist es schwierig, die genaue Zahl der US-Militärstützpunkte in den Gebieten, die in der Nähe Russlands liegen, anzugeben. Viele dieser Militärstützpunkte werden geheim gehalten.

Laut offiziellen Angaben haben die USA 860 Stützpunkte in mehr als 50 Ländern. Davon befinden sich 305 in Deutschland. Mehr als 100 000 Soldaten sind dort stationiert. Die zur russischen Grenze am nächsten gelegenen Stützpunkte befinden sich in Bulgarien und der Türkei.

Vor dem Ausbruch des Ukraine-Konflikts hatten die Amerikaner einen Abbau ihrer Militärstützpunkte in Europa angekündigt. Nach Angaben des Sicherheitsberaters des US-Verteidigungsministeriums Derek Chollet sollen 15 Militäreinrichtungen geschlossen werden.

Dabei wollen sich die Amerikaner aus den von Russland am weitesten entfernten europäischen Ländern zurückziehen — Großbritannien, Portugal, Belgien, Italien und den Niederlanden.

Damit will das Pentagon nach eigenen Angaben knapp 500 Millionen US-Dollar jährlich einsparen. Ob dieses Geld für mehr Militärübungen in Osteuropa und in den baltischen Ländern ausgegeben wird, geben die USA nicht preis.

Literatur:

Krieg in der Ukraine von F. William Engdahl

Russland verstehen: Der Kampf um die Ukraine und die Arroganz des Westens von Gabriele Krone-Schmalz

Die Weltbeherrscher: Militärische und geheimdienstliche Operationen der USA von Armin Wertz

Quelle: de.sputniknews.com vom 21.04.2015

http://www.pravda-tv.com/

Gegen Russland: Eine US-Milliarde für die Aufrüstung Osteuropas

in Contra-Spezial, Ukrainekrise

Ein US-General mit einem ukrainischen Soldaten. Bild: Flickr / U.S. Army Europe Pictures CC-BY 2.0
Ein US-General mit einem ukrainischen Soldaten. Bild: Flickr / U.S. Army Europe Pictures CC-BY 2.0

Im Kampf gegen die angebliche „Aggression“ Russlands in der Ukraine, die nachweislich ein NATO-Propagandakonstrukt ist, scheut Washington keine Kosten. Eine knappe Milliarde Dollar soll in die osteuropäische militärische Infrastruktur gepumpt werden.

Von Marco Maier

Ein Großteil der Finanzmittel, die der US-Kongress im vergangenen Dezember gebilligt hat, soll in die militärische Infrastruktur im Baltikum und der Ukraine gesteckt werden, die NATO-Seestreitkräfte im Schwarzen Meer verstärken, Militärübungen finanzieren und Waffendepots bestücken. Dies geht aus einem Bericht des US-Magazins „Stars and Stripes“ hervor.

So soll unter anderem eine schwer gepanzerte Brigade für Osteuropa damit finanziert werden, sowie ein Geschwader von F15-Kampfjets in Lakenheath (England). Die insgesamt 985 Millionen Dollar für die „European Reassurance Initiative“ laufen außerhalb des regulären Pentagon-Budgets und müssen demnach zu den offiziellen Militärausgaben hinzugerechnet werden.

Die zunehmende Militarisierung Osteuropas als Folge des von der NATO künstlich aufgebauschten Disputs mit Russland bezüglich der Krise in der Ukraine schafft jedoch ein enormes politisches Sprengpotential. Aus der „Beruhigungsinitiative“ wird so immer deutlicher eine „Aufrüstungsinitiative“, die vielmehr die Kriegsgefahr deutlich erhöht. Dazu zählen auch die US-Truppen in der Ukraine, die angeblich nur die ukrainische Armee und die ukrainische Nationalgarde trainieren sollten.

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„Er ist nicht der Teufel, zu dem wir ihn machen“: CNN-Gründer Schonfeld kritisiert Medienhetze gegen Putin

Mit erstaunlich moderaten Worten meldete sich der Gründer und ehemalige CEO des weltweit operierenden, US-amerikanischen TV-Senders CNN, Reese Schonfeld, zu Wort und wandte sich deutlich gegen die Dämonisierungsstrategie gegenüber dem Präsidenten der Russischen Föderation, Vladimir Putin, wie sie in gängigen US-Kanälen zu beobachten ist. Mit Verweis auf historische Fakten und persönliche Erfahrungen tritt er der Einschätzung entgegen, Russland wäre ein Feind der USA.

„Er ist nicht der Teufel, zu dem wir ihn machen“: CNN-Gründer Schoenfeld kritisiert Medienhetze gegen Putin

Der russische Präsident „mag kein netter Kerl sein, aber er ist mit Sicherheit nicht der Teufel, zu dem wir ihn stempeln“, schrieb Reese Schonfeld in seiner Huffington-Post-Kolumne am Donnerstag. Putin agiere „wie es jeder politische Führer sollte, nämlich indem er versucht, sein Land zu schützen und zu schirmen“. Die Kolumne trug den Titel „Nein, die Russen kommen nicht II“ – bereits im März 2014 hatte Schonfeld eine Kolumne gleichen Titels verfasst.

Maurice „Reese“ Schonfeld war Gründer und CEO von CNN im Jahre 1979, drei Jahre später übertrug er dieses Amt weiter an Ted Turner. Mittlerweile ist er Berater mehrerer Medienprojekte und hat eine regelmäßige Kolumne in der Huffington Post.Russland hätte beispielsweise, so der Kolumnist, im UN-Sicherheitsrat Sanktionen gegen den Iran verhindern können. Stattdessen machte der damalige Präsident Dmitrij Medwedew deutlich, dass es auch im besten Interesse Russlands wäre, einen nuklear bewaffneten Iran zu verhindern. In weiterer Folge sei es den USA und Russland gemeinsam gelungen, ein Abkommen auszuhandeln, „in dem die Iraner rechtsgültig auf ihr Recht verzichtet haben, eine nukleare Waffe zu bauen“.

Bereits im März 2014 hatte er in der Kolumne „Nein, die Russen kommen nicht“ Kritik am Agieren der USA in Osteuropa geübt. Damals warf er unter anderem die Frage auf:

„Kann Amerika eigentlich existieren, ohne dass wir einen Popanz kreieren, dem wir alle unsere Ängste und Feindseligkeiten auf internationaler Ebene zuschieben?“

Schonfeld strich zudem heraus, dass die USA „die Spaltung Jugoslawiens ignorierten, aber öffentlich und laut die der Ukraine bejammerten“. Der Journalist, der ein guter Freund eines Kollegen war, der die Enkelin Nikita Chruschtschows geheiratet hatte, machte auch deutlich, dass die Überlassung der Halbinsel Krim an die damalige Ukrainische SSR in den Augen der meisten Russen „Chruschtschows Fehler“ war, während ihre Wiederangliederung als wesentlicher Erfolg der zweiten Amtsperiode Putins als Präsident gesehen werde.

„Es wird Zeit, unsere Angst vor allem Russischem in den Griff zu bekommen und die Tatsache zu akzeptieren, dass die Russen das Recht haben, ihre Entscheidungen im eigenen besten Interesse zu treffen“, so Schoenfeld.

Für den Aufmarsch der NATO von Lettland bis nach Rumänien und US-Kriegsschiffe im Schwarzen Meer fehlt es Schonfeld an jedwedem Verständnis. „Ich kann mich noch erinnern, wie zehn Millionen Russen starben, als sie Hitler bekämpft hatten, der sie vom Westen her angriff. Ich verstehe Putins Bestreben, seine Westflanke zu schützen.“

Historikern zufolge starben bis zu 27 Millionen Sowjetbürger, darunter zehn Millionen Soldaten, zwischen Juni 1941 und Mai 1945, als sie Nazideutschland und seine italienischen, rumänischen, finnischen, ungarischen und kroatischen Verbündeten bekämpften.

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