Angriff auf die Pressefreiheit: SPD versucht KOPP-Verlag einzuschüchtern

(Admin: Eine sehr gute Analyse des Geschehens und gleichzeitig ein Spiegel, den die SPD vor´s Gesicht gehalten bekommt.  Ob die Genossen da auch ´reinschauen ist ihre eigene Verantwortung. Bisher verhalten sich alle als Volksverräter, auch alle anderen Parteien).

Gerhard Wisnewski

»Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann das Recht, den Leuten etwas zu sagen, was sie nicht hören wollen«, hat einmal George Orwell geschrieben. Nur die SPD hält von solchen Freiheiten in diesen Tagen nichts mehr. In einem Offenen Brief verlangt sie vom KOPP-Verlag nun die Distanzierung von einem Artikel über die Flüchtlingskrise und die »Migrationswaffe«, und zwar »mit aller Konsequenz«. Und eine »eindeutige Positionierung« erwartet sie auch. Na dann – hier ist sie…

»Flüchtlingswelle ist der Verteidigungsfall«, hatte ich am 25. August 2015 auf der KOPP-Seite gewarnt: »Wir müssen die illegale Einwandererwelle als das sehen, was sie ist: als Invasion… Wie hier schon mehrmals berichtet, handelt es sich bei der gegenwärtigen Flüchtlingswelle um eine militärische Operation gegen Deutschland und Europa mithilfe der Migrationswaffe.«  Deutschland habe im Gegensatz zu anderen europäischen Staaten  »bereits die Kontrolle über seine Grenzen und sein Staatsgebiet verloren und lässt Flüchtlinge unkontrolliert einreisen«.

Schuld daran seien »nicht die Migranten, sondern die Drahtzieher dieser Migrationswelle, einschließlich der Bundeskanzlerin«. Die Flüchtlingswelle sollte daher natürlich nicht militärisch bekämpft, sondern mithilfe von administrativen Maßnahmen eingedämmt werden, die am Ende des Berichts aufgelistet werden. Dazu gehört auch die Seenotrettung der Bootsflüchtlinge, um sie anschließend in ihre Ausgangshäfen zurückzubringen.

Kein Faible für klare Worte

Diese klaren Worte haben der SPD nun überhaupt nicht gefallen. Am 28. August 2015 hat sie einen Offenen Brief an den Verleger Jochen Kopp geschrieben und ihn zur Stellungnahme aufgefordert. Nach dem Geschmack der SPD ist der Artikel zu reißerisch und enthalte »krude Theorien«. Außerdem würden die Behauptungen nicht durch »nachvollziehbare Argumente belegt«.

Nun weiß man natürlich nicht, welche Argumente die SPD überhaupt noch nachvollziehen kann. Aber gleich zu Beginn meines Artikels wurde auf zwei frühereBerichte verlinkt, in denen der Begriff »Migrationswaffe« ausführlich erläutert wurde. Mithilfe eines Mausklicks hätte die SPD nachlesen können, woher das Wort von der »Migrationswaffe« stammt, nämlich von der amerikanischen Wissenschaftlerin Kelly M. Greenhill.

Ihr Buch trägt den Titel »Weapons of Mass Migration – Forced Displacement, Coercion, and Foreign Policy«, also »Massenmigrationswaffen – Vertreibung, Nötigung und Außenpolitik«. Von Frau Greenhill werden künstlich erzeugte Flüchtlingsströme als Kriegführung beschrieben – von wegen »krude Theorien« und »keine nachvollziehbaren Argumente«. Man müsste halt auch mal bei der SPD lernen, auf Links zu klicken.

Am 20. August 2015 warnte auch »das Gewissen der CDU«, der bekannte frühere CDU-Bundestagsabgeordnete und ehemalige Verteidigungsstaatssekretär Willy Wimmer, auf KOPP Online vor der »Migration als Waffe« und schrieb: »Es muss unter allen Umständen verhindert werden, dass sich die heutige Entwicklung weiter zur Migrationswaffe ausbaut. Heute schon gibt es öffentlich vorgebrachte Hinweise darauf, dass diese Entwicklung ganz oder in Teilen aus angeblich befreundeten Staaten befeuert wird.«

Die Ukrainisierung Deutschlands

In meinem Artikel wurde ausführlich beschrieben, wie die USA und weitere NATO-Partner die einst sicheren Lebens- und Rückzugsräume der Menschen in Nordafrika durch Kriege und Umstürze zerstört und die Flüchtlinge auf den Weg nach Europa geschickt haben. Dazu wird die österreichische Nachrichtenseite info-direkt.at zitiert, wo ein Mitarbeiter des österreichischen Abwehramtes, also des Geheimdienstes, zu Wort kommt.

Demnach werde immer wieder der Verdacht geäußert, »dass die USA im Sinne einer geostrategischen Strategie die Finger mit im Spiel hätten« (worauf die SPD in ihrem Brief lieber erst gar nicht eingeht). »Es gibt Erkenntnisse darüber«, zitierte die Seite den Informanten, »dass Organisationen aus den USA ein Co-Finanzierungsmodell geschaffen haben und erhebliche Anteile der Schlepperkosten tragen. … Es sind dieselben Brandstifter am Werk, die vor einem Jahr die Ukraine ins Chaos gestürzt haben.«

Verrat an den Vordenkern

Ob sich der SPD angesichts dessen nun die Haare sträuben oder es ihr dabei übel »aufstößt«, wie sie schreibt, ist freilich relativ uninteressant. Wir sind nicht dazu da, Artikel zu schreiben, die der SPD gefallen. Dafür ist die SPD-Pressestelle da. Die könnte dann ja auch erklären, warum die heutige SPD ihre Vorväter verraten hat.

Zum Beispiel das SPD-Urgestein Herbert Wehner: »Wenn wir uns weiterhin einer Steuerung des Asylproblems versagen, dann werden wir eines Tages von den Wählern, auch unseren eigenen, weggefegt. Dann werden wir zu Prügelknaben gemacht werden«, sagte er am 15. Februar 1982 in einer Sitzung des SPD-Vorstandes. Und: »Wir sind am Ende mitschuldig, wenn faschistische Organisationen aktiv werden.«

Dem bleibt wohl kaum noch etwas hinzuzufügen. Ein Teil der Heidenauer Entwicklungen, die die SPD gerne so beklagt, ist das beste Beispiel dafür. Denn: »Es ist nicht genug, vor Ausländerfeindlichkeit zu warnen – wir müssen die Ursachen angehen, weil uns sonst die Bevölkerung die Absicht, den Willen und die Kraft abspricht, das Problem in den Griff zu bekommen« (in: Spiegel 22/1993).

Schmidt: »Mir kommt kein Türke mehr über die Grenze!«

Irgendwie hat man den Eindruck, die modernen Genossen sind die Totengräber der SPD, während wir hier ihren politischen Nachlass verwalten. Zum Beispiel den von Willy Brandt. Die SPD hat ihren Sitz doch im Willy-Brandt-Haus, oder? Oder hat sie es etwa nur besetzt? Also dann:

  • »Wenn die Zahl der Ausländer, die als Minderheit in einer Nation leben, eine bestimmte Grenze überschreitet, gibt es überall in der Welt Strömungen des Fremdheitsgefühls und der Ablehnung, die sich dann zur Feindseligkeit steigern«, sagte Willy Brandt 1973.
  • Oder wie wäre es mit Gerhard Schröder (1997): »Wer unser Gastrecht missbraucht, für den gibt es nur eines: Raus, und zwar schnell!«
  • Und natürlich Helmut Schmidt (1981): »Wir können nicht mehr Ausländer verdauen, das gibt Mord und Totschlag!« Oder 1982: »Mir kommt kein Türke mehr über die Grenze.«

Und das sind nicht etwa alte Kamellen. Noch 2005 verlangte Helmut Schmidt im Focus einen radikalen Kurswechsel in der Ausländerpolitik: »Wir müssen eine weitere Zuwanderung aus fremden Kulturen unterbinden«, sagte er da. »Als Mittel gegen die Überalterung komme Zuwanderung nicht infrage«, zitierte das Blatt den Altkanzler: »Die Zuwanderung von Menschen aus dem Osten Anatoliens oder aus Schwarzafrika löst das Problem nicht, schaffte nur ein zusätzliches dickes Problem.«

Deutschland habe sich in den vergangenen 15 Jahren zu viel zugemutet: »Wir sind nicht in der Lage gewesen, alle diese Menschen wirklich zu integrieren«, sagte Schmidt. »Sieben Millionen Ausländer in Deutschland sind eine fehlerhafte Entwicklung, für die die Politik verantwortlich ist.« Es sei deshalb falsch, Ausländer für die Arbeitslosigkeit verantwortlich zu machen. Diejenigen, die sich nicht in die deutsche Gesellschaft integrieren wollten oder könnten, »hätte man besser draußen gelassen«.

SPD rüttelt an den Grundfesten der Gesellschaft

Und dann wäre da natürlich noch die heutige GroKo-Kanzlerin Angela Merkel, die 2004 sagte: »Die multikulturelle Gesellschaft ist gescheitert.« Genau. Und die SPD ist auch gescheitert. In Wirklichkeit ist sie es, die mit ihrer Schlepper-Politik an den Grundfesten unserer Gesellschaft rüttelt. Die Politik der SPD und der anderen Blockparteien spaltet die Bevölkerung, nicht Artikel wie meiner.

Der Bericht ist eine freie Meinungsäußerung und der Dramatik der Situation angemessen. Er erfüllt keinerlei strafrechtliche Tatbestände. In allen meinen Artikeln, auch in diesem, wurde klargemacht, dass die Flüchtlinge nur als Waffe benutzt werden. Es wird in keiner Weise zum Hass oder gar zur Gewalt aufgerufen. Stattdessen werden am Ende des Artikels administrative Maßnahmen vorgeschlagen, die auch die Seenotrettung der Flüchtlinge beinhalten.

Sachliche Fehler hat die SPD ohnehin keine gefunden. Die »Sozialdemokraten« dagegen bekennen sich in ihrem Offenen Brief zur Zensur, indem sie den Verlag kritisieren, den Artikel überhaupt veröffentlicht zu haben. Sie drohen implizit mit Maßnahmen, indem sie sagen, sie wollten nicht weiter dabei zuschauen, wie hier »Stimmung gemacht« werde. Ja, sie fordern den Verleger auf, »sich davon in aller Form und als Folge mit aller Konsequenz« zu distanzieren, was man wohl kaum anders denn als Aufforderung zur Nichtbeschäftigung eines Journalisten verstehen kann – nämlich von mir.

Mit anderen Worten: Die SPD startet hier einen Angriff auf die freie Meinungsäußerung.  Der ganze Brief strotzt vor Intoleranz und totalitärem Denken. Er bedient sich der Mittel der Denunziation und Einschüchterung. Insbesondere der Schluss weckt ungute Erinnerungen an den 1989 untergegangenen Staat der SPD-Schwesterpartei SED, mit der sie einst gemeinsame Grundsatzpapiere verfasst hat.

Mit anderen Worten hat die heutige SPD offenbar ein äußerst gespanntes Verhältnis zur Presse- und Meinungsfreiheit und zu ihren wirklich bedeutenden Leitfiguren. Willy Brandt und Helmut Schmidt sind nämlich der Markenkern der SPD, der heute von Leuten wie Sigmar Gabriel aufgezehrt wird. Zurück bleibt nur eine leere Hülle, die mit Gott-weiß-was gefüllt wird, nur nicht mit sozialdemokratischen Inhalten. Dazu erwarten wir und viele andere Bürger in aller Form eine Stellungnahme – ebenfalls zeitnah.

„Linke Gutmenschen“ oder US-Agenturen?

„Linke Gutmenschen“ oder US-Agenturen?

Wer Deutsche hinter der Kampagne „Fluchthelfer“ vermutet und auf „linke Gutmenschen“ schimpft, geht den US-Agenturen voll auf den Leim. Wie nämlich bereits ausführlich dargelegt, steckt hinter der Kampagne „Werde Fluchthelfer“ ein Netzwerk von US-Think Tanks.

Trotzdem hält sich in Online-Medien die hartnäckige Behauptung, es würde sich um „linke“ Aktivisten handeln. Der Zorn auf die „linken Gutmenschen“ entlädt sich dann in den sozialen Netzwerken, was die eigentlichen transatlantischen Macher der Kampagne eine riesen Freude bescheren dürfte. Das Teile und Herrsche-Prinzip geht voll auf!

Verantwortlich für die Kampagne „Fluchthelfer“ wird nämlich das medial aufgebauschte „Peng-Kollektiv“ gemacht, welches mal als „Künstlerkollektiv“ und mal als „Aktivistengruppe“ bezeichnet wird. Doch „Peng“ ist nur eine Täuschung, um davon abzulenken, dass aggressive US-Agenturen dabei sind sich in die inneren Angelegenheiten der noch bestehenden europäischen Staaten einzumischen. „Peng“ ist ein falscher Köder, um zu verschleiern, dass Europa destabilisiert werden soll.

Eine Analyse der Webseite des Peng-Kollektivs (www.pen.gg) zeigt sofort, dass sämtliche anscheinend so transparent auftretenden Aktivisten allesamt Fake-Profile sind. Die Bilder sind nicht echt, Namen und Vita sind nicht echt.
Alle Bilder wurden von einem „Random User Generator“ erstellt: Eine Software zur Erstellung von Platzhalter-Texten und Platzhalter-Bildern.
Das angebliche Team des Kollektivs wird vom Generator http://www.randomuser.me (4 aus 1000 Personen) bei jedem Aufruf neu erstellt. Die Bilder werden zufällig gewählt.

Nicht die „Rechten“ sollten auf die „Linken“ schimpfen: Der Provokateur ist jenseits des Atlantiks zu suchen. US-Agenturen wollen Europa destabilisieren.

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http://www.info-direkt.at/

Jugend: Nur Porno im Kopf

Pornografie ist allgegenwärtig, immer und überall verfügbar und schädlicher denn je. Immer mehr Jugendliche werden pornosüchtig, eifern haltlosen Schönheitsidealen nach und entwickeln eine falsche Vorstellung von Sexualität. Die Generation Porno ist da! Was passiert aber mit unserer Gesellschaft, wenn immer mehr Kinder Pornos konsumieren? Was hat das für Auswirkungen auf ihre Entwicklung – ja gar auf ihr Gehirn?
Von: David Seiler
Jede vierte Suchanfrage im Internet bezieht sich auf pornografische Inhalte. Das Durchschnittsalter der Erstkonsumenten liegt bei elf Jahren!

Jede vierte Suchanfrage im Internet bezieht sich auf pornografische Inhalte. Das Durchschnittsalter der Erstkonsumenten liegt bei elf Jahren!

Man braucht heute weniger als zehn Sekunden, um im Internet an härteste Pornografie zu kommen. Glauben Sie nicht? Ist aber so:Schritt eins: den Internetbrowser starten und die Suchmaschine Google öffnen.
Schritt zwei: ‚Porno‘ eintippen und auf ‚suchen‘ klicken.
Schritt drei: beliebige Porno-Webseite aus den Suchergebnissen aufrufen und Video nach Wahl anschauen.

Sie fragen sich jetzt vielleicht, was diese ‚Do-it-yourself‘-Anleitung in der ZeitenSchrift soll. Nun, sie dient ganz einfach der Aufklärung. Denn es ist heute im Internet aufwändiger und zeitraubender, ein Buch zu bestellen, als an Hardcore-Pornografie zu kommen. Und was Erwachsene können, können Kinder schon lange. Eltern müssen daher verstehen, dass Pornografie heute in der Welt der Jugendlichen – und vermehrt auch der Kinder – allgegenwärtig ist. Ob sie es wollen oder nicht. Darum ist es immens wichtig, Kinder entsprechend zu schützen. Wer dies nicht tut und es vorzieht, vor dem ‚schmutzigen‘ Thema Pornografie lieber die Augen zu verschließen, der ermöglicht es seinen Kindern, über die oben aufgezeigten drei Schritte an härteste Pornografie zu gelangen. Und schädigt sie dadurch in ihrer physischen und seelischen Entwicklung nachhaltig. Denn wir reden hier nicht von ‚normalem‘ Sex, wie er heute schon zur besten Sendezeit im Fernsehen zu sehen ist, sondern von kranken und abartigen Sexual-Praktiken. Ein interviewter Jugendlicher sagt dazu selber: „Ich habe ein paar wirklich erschreckende Dinge im Internet gesehen. Wenn Eltern das sehen würden, die wären wirklich schockiert. Und sie würden fragen: ‚Warum ist das im Internet? Das sollte nicht da sein, das ist abartig!‘ – Aber für uns [Jugendliche] ist das normal. Wir haben das schon so oft gesehen. Ich denke nicht, dass Eltern die leiseste Ahnung haben, was da im Internet wirklich abgeht.“ Ein Mädchen erzählt: „Meine Mutter kann noch nicht mal einen Computer anschalten. Aber wenn sie es könnte und wenn sie auf die Seiten gehen würde, die sich Jugendliche heute anschauen, dann wäre sie schockiert. Ich finde es abscheulich, was da gezeigt wird.“

So abstoßend es für uns auch sein mag, es ist wichtig zu verstehen, was Kinder im Internet erwartet. Wenn Zehnjährige aus Neugier bei Google ‚Porno‘ eintippen, dann erwarten sie, dass sie ein paar Brüste oder nackte Frauen zu sehen bekommen. Die harte Realität sieht jedoch ganz anders aus. Innerhalb von Sekunden werden sie in eine Welt voller Gewalt, Erniedrigung und Grausamkeit katapultiert. Diese jungen Kinder haben aber noch keinerlei Erfahrungen sexueller Art gemacht. Ohne Vorwarnung werden sie mit Bildern überflutet, die sie total überfordern. Denn was sie im Internet zum Teil vorfinden, lässt auch erwachsenen Männern die Haare zu Berge stehen. Ein Vierzehnjähriger berichtet: „Das Abstoßendste, was ich einmal gesehen habe, ist, wie eine Frau sich ihre Genitalien mit Honig einreibt und ein Schwein (ja, das Tier) den Honig von ihr ableckt und sie so oral befriedigt.“ Ein anderer Junge erzählt, er habe einmal einen Film gesehen, „in dem eine nackte Frau in der Nacht im Park liegt. Neben ihr liegt ein Mann mit einer Horrormaske. Und vor ihr steht ein Mann, der auf sie uriniert.“ Solche Filme findet man nicht im hintersten Winkel des Internets; die sind frei zugänglich, wenn man sich auf Pornoseiten bewegt. Das Verstörendste für Stefan war eine täuschend echt nachgespielte Vergewaltigung. So echt, dass er sich noch lange danach gefragt hatte, ob sie wirklich nur gestellt war.

Die erwähnten Beispiele sind in der Tat sehr abstoßend und hoffentlich auch nicht das Filmmaterial, das sich Jugendliche jeden Tag ansehen. Und doch stolpert man problemlos darüber. Auch in der ‚normalen‘ Hardcore-Pornografie werden Frauen wie ein Stück Fleisch behandelt, nur auf ihr Aussehen reduziert und als billige und willige Schlampen hingestellt, die alles noch so gerne mit sich machen lassen. Und genau dieses Frauenbild haben die jungen Männer von heute. Doch dazu später mehr.

Goldesel Pornografie

Das Geschäft mit nackter Haut, Sex und Lust ist ein sehr einträgliches, wie eine Auswertung von netzsieger.de eindrücklich aufzeigt.

— Ende des Artikelauszugs —

Von der Lust auf Herrschaft zur Herrschaft der Lust

‚Sex sells‘ – daß ‚Sex verkauft‘, wissen wir längst. Sex kontrolliert aber auch. Denn über nichts anderes als über seine Triebe läßt der Mensch sich so leicht manipulieren. Dies macht sich die herrschende Elite seit Jahrhunderten zunutze. Die als Befreiung gepriesene sexuelle Revolution wurde daher ausschließlich zur Kontrolle der Massen durchgeführt.
Von: Benjamin Seiler

Als die israelische Armee am 30. März 2002 Ramallah und die Westbank besetzte, wurden die meisten palästinensischen Fernsehstationen sofort geschlossen – allerdings nur für kurze Zeit. Dann begannen die israelischen Besatzer über Al Watan und andere arabische TV-Sender Pornographie zu senden. ‚Hard Core‘ nonstop. Der einzige noch freie palästinensische TV-Sender setzte deshalb eine ständige Bildunterschrift in sein TV-Programm, „daß alles, was momentan von Al Watan und anderen Fernsehstationen ausgestrahlt wird, nichts mit den palästinensischen Programmen zu tun hat, sondern von den israelischen Besatzern gesendet wird. Wir fordern die Eltern auf, Vorsichtsmaßnahmen zu treffen.“

Stellen Sie sich vor, Ihr Kind möchte mitten am Nachmittag die Sesamstraße schauen und gerät mitten in einen Pornofilm! Die Empörung des palästinensischen Volkes war groß. Auch die religiösen, auf Palästinensergebiet lebenden jüdischen Siedler forderten das sofortige Einstellen der Pornosendungen – und hatten schließlich Erfolg. Obwohl dieser Vorfall in der Westbank ausführlich im Internet dokumentiert und auch von einigen westlichen Zeitungen beschrieben worden war, nahm die Weltöffentlichkeit davon kaum Notiz. Bis heute leugnet die israelische Armee übrigens, hinter diesen „verachtenswerten Machenschaften“ (Zitat eines Militärsprechers) gesteckt zu haben.

Doch was wollte man überhaupt mit solchen Sexfilmen bezwecken? Die Antwort gibt ein Text, der knapp drei Monate früher erschienen war. Am 12. Januar 2002 publizierte die Islamic Association for Palestinian News Agency einen Artikel, wonach Vertreter des amerikanischen Geheimdienstes CIAund Experten des israelischen Geheimdienstes Shin Beth vorgeschlagen hätten, die eher konservative palästinensische Bevölkerung mit Pornographie, Drogen und Glücksspiel zu überfluten. Laut den israelischen Geheimdienstlern sei dies die einzige Möglichkeit, um die palästinensische Jugend von ihrer „feindseligen Fixierung auf Israel“ abzulenken und zu verhindern, daß sie sich dem bewaffneten Widerstand gegen die israelische Besatzungsmacht anschlössen.

Israelische Pornographie sollte also den Freiheitswillen der Palästinenser schwächen und ihren Willen, notfalls mit dem eigenen Leben für bessere Lebensbedingungen einzustehen, durch politisches Desinteresse ersetzen, da ja genug ‚Brot und Spiele‘ zur Ablenkung bereitstünden. Anders gesagt: Gibt man den Leuten die ‚Freiheit‘, ihre Triebe auszuleben, verlangen sie nach keiner höheren Freiheit mehr.

Das Schlagwort ‚Freiheit‘ hatte sich auch die sexuelle Revolution der Sechziger Jahre auf ihre Fahnen geschrieben: Befreit die Gesellschaft vom engstirnigen Druck längst überholter Moralvorstellungen! Denn volle Freiheit kann erst genossen werden, wenn wir uns hemmungslos den sexuellen Begierden hingeben dürfen. Diese Botschaft predigt auch der wenige Jahre alte Hollywood-Film The People vs. Larry Flynt (‚Das Volk gegen Larry Flynt‘). Er ist eine Hommage an Amerikas einflußreichsten Sexunternehmer und endet in einem Gerichtsmelodram, worin die Figur des Larry Flynt wortgewaltig darlegt, daß unser aller Bürgerrechte nicht wirklich sicher seien, solange es ihm, Larry Flynt, verwehrt bleibe, ungestraft Sexmagazine zu verkaufen. – Doch stimmt das wirklich?

Wir zeigen auf, was antike Philosophen wie Plato oder Aristoteles über Lust und Sklaverei zu sagen hatten. Wir beschäftigen uns mit dem berühmten Kirchenvater Origines und seinem Wort, daß ein Mensch so viele Herren habe wie er Laster besitze. Lesen Sie auch, worin der geistige Sündenfall der vielgepriesenen Ära der Aufklärung besteht, und wie dieser in den Schriften des Marquis de Sade weitergeführt wurde.

Erfahren Sie mehr über das Leben dieses Mannes, dessen Werk weit mehr ist als bloße Sexromane. Der Marquis de Sade zeigte auf, wie man die sexuelle Lust gezielt zur Manipulation der Massen einsetzen kann – und weshalb gewalttätige Revolutionen und rohe Sexualität immer Hand in Hand gehen. Dies beleuchten wir am Beispiel der Französischen Revolution näher.

Und auch Aldous Huxley schrieb in seinem Werk von der ‚Schönen Neuen Welt‘ schon detailliert, wie die herrschende Elite den menschlichen Sexualtrieb nutzen kann, um das Volk politisch zu verkslaven.

— Ende des Artikelauszugs —

Alles gefälscht? Russland will US-Mondlandung untersuchen

(Admin: Wir kennen das ja schon, aber wenn das „offiziell“ bekannt gegeben wird, falls es soweit kommt, werden vielleicht einige dumm in die Röhre gucken. Die Generalfrage wäre jedoch, was in dieser Matrix nicht gefälscht ist – und wie uns die Großmächte bzw. den dahinter steckenden Eliten zum Narren halten, Beispiel: Welche Rolle spielt Putin).

18. Juni 2015, verfasst von Bürgender

Die wirtschaftlichen Sanktionen und militärischen Bedrohungen haben möglicherweise auch ihr Gutes: Russland könnte damit anfangen, mit allerlei Schwindel der US-Regierung aufzuräumen. Wie sieht es mit der Mondlandung im Jahr 1969 aus? Fakt oder Fiktion?

Wehende US-Flagge auf dem Mond, Bildquelle: NASA, Lizenz: public domain

Russland möchte eine weit verbreitete Theorie, nämlich dass die USA im Jahre 1969 die Mondlandung nur inszeniert hätten, auf ihren Wahrheitsgehalt überprüfen. Dies meldet das US-Magazin Washington Post.

Seit Jahren publizieren Experten, unabhängige Journalisten, Blogs und nichtstaatliche Dokumentarfilme-Produzenten über einige Unstimmigkeiten in Bezug auf die Mondlandung und kommen immer wieder zum Schluss, dass das weltweit ausgestrahlte Live-Event zuvor in einem Studio gedreht worden sein musste. Etwa die wehende Flagge, mehrere Lichtquellen, das Strahlungsproblem, Spiegelungen im Astronautenhelm, versteckte Kabel und vieles mehr deuten darauf hin.

Nach Angaben der Moscow Times möchten russische Experten das verdächtige Verschwinden einiger Aufnahmen der Mondlandung im Jahr 1969 überprüfen, sowie Mondgestein untersuchen, welches bei verschiedenen Missionen auf die Erde gebracht wurde.

http://www.gegenfrage.com/

Gekaufte Forschung: Wissenschaft im Dienst der Konzerne

15. Juni 2015

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Wie frei ist unsere Wissenschaft? Ergebnisse auf Bestellung? Ein Professor rechnet mit der privat finanzierten Forschung ab!

Ein „Hörsaal Aldi Süd“, ein von Veolia bezahlter Professor für Wasserwirtschaft an der TU Berlin, ein Geheimvertrag zwischen der Universität Köln und Bayer, schokoladenfreundliche wissenschaftliche Untersuchungen durch einen Mars-Professor für Ernährung: Die Liste von Beispielen, wie Konzerne Einfluss auf Hochschulen und Wissenschaft nehmen, wird fast täglich länger. Die Drittmittelfinanzierung deutscher Hochschulen hat sich allein in den zehn Jahren von 2000 bis 2010 mehr als verdoppelt, der Anteil der Drittmittelfinanzierung stieg im selben Zeitraum von 14,9 auf 22,3 Prozent.

Der Strom von privaten Geldern in die Wissenschaft ist in den letzten Jahrzehnten dramatisch angeschwollen. Großkonzerne sind jedoch keine Wohltätigkeitsvereine. Sie verfolgen mit dem Einsatz von Kapital gezielte Interessen. Nicht der Nutzen der Allgemeinheit, der breiten Bevölkerung soll dadurch erhöht werden, sondern der Nutzen der Konzerneigentümer, die Gewinne.

Und so stellt sich die Frage: Wie steht es mit der Freiheit von Wissenschaft und Forschung, wie sie im Grundgesetz verankert ist? Dient unsere Forschung an den öffentlichen Hochschulen dem Allgemeininteresse, also möglichst allen Menschen oder dient sie zunehmend Partikularinteressen, einseitigen Gewinninteressen Weniger? Anders ausgedrückt: In welchem Umfang ist unsere Wissenschaft an Hochschulen gekauft?

Dr. Christian Kreiß, ehemaliger Investmentbanker und heute Professor für Finanzierung, zeigt anhand einer Fülle konkreter Beispiele systematisch Umfang und Auswirkungen von Industriegeldern auf Forschungsergebnisse und schlägt konkrete Gegenmaßnahmen vor.

»Gelenkte Forschung ist der Anfang vom Ende einer freiheitlichen Gesellschaft.«
Christian Kreiß

Ein systemimmanentes Problem

Lenkt die Industrie die universitäre Forschung? In seinem neuen Buch, „Gekaufte Wissenschaft“, kritisiert Christian Kreiß die Abhängigkeit staatlicher Hochschulen von privaten Geldern und zeigt ihre Folgen auf: Gutachten, die Gesundheitsrisiken verschweigen, Professoren, die bei kritischen Ver- öffentlichungen um ihre Stelle bangen, Hochschulen, die den Geldgebern vertraglich Einflussnahme zusichern. Seine Anschuldigungen belegt Kreiß mit haarsträubenden Beispielen aus Tabak-, Agrar- oder Pharmaindustrie. Internationale Großkonzerne wie Monsanto, BASF oder GVK Bio fälschten skrupellos Studien, um ihre Produkte zu vermarkten. Der Leser soll verstehen: Die Einflussnahme von Wirtschaftsinteressen auf Lehre undForschung ist kein Einzelfall, sondern ei

Und dem liegt, folgt man Kreiß, ein doppelter Irrglaube zugrunde: erstens die Annahme, dass industriegesponserte Forschung per se gut für die Wissenschaft sei und oft gar als Beweis ihrer Exzellenz gewertet werde. 7,1 Milliarden Euro an Drittmitteln, rund ein Viertel des gesamten Hochschuletats, warben deutsche Hochschulen 2013 bei Unternehmen und öffentlichen Forschungsprogrammen ein. 2001 waren es noch gerade mal 3 Milliarden Euro. Der Trend zeige, wie sehr sich Hochschulen um private Gelder bemühten. Der zweite Irrglaube: Die Industrie könne gar keinen Einfluss auf Lehre und Forschung nehmen, wenn man nur die Verträge entsprechend gestalte.

Dafür führt der Autor, der eine Professur für Finanzierung an der FH Aalen innehat, eine persönliche Erfahrung an: Vor ein paar Jahren zog Kreiß seine Bewerbung für einen Stiftungslehrstuhl für Corporate Finance an der Hochschule München zurück. Nicht weil der Unternehmensberater, der den Lehrstuhl auf begrenzte Zeit finanzierte, irgendwelche Vorgaben gemacht oder bei der Berufung des Professors reingeredet hätte, sondern weil Kreiß die „Schere im Kopf“ fürchtete. Äußere er sich kritisch über Unternehmensfinanzierung, habe dies möglicherweise Einfluss auf seine Position. Dass es an Hochschulen Selbstzensur gibt, davon ist Kreiß überzeugt: Finanzielle Abhängigkeit führe zu Wirtschaftshörigkeit. Selbst wenn es keine expliziten Vorgaben gebe, finde eine Einflussnahme in den Köpfen der Wissenschaftler statt.

Top secret: Forschen für Philip Morris

Zunächst können wir uns an ein paar besonders auffallenden wirtschaftshistorischen Beispielen klar machen, dass gekaufte Forschung häufig die Allgemeinheit schädigt. So bezahlte die Tabakindustrie jahrzehntelang renommierte Forscher dafür, dass sie wahrheitswidrig behaupteten, Rauchen bzw. Passivrauchen sei nicht schädlich. Ein Beispiel: Der schwedische Arzt Ragnar Rylander wurde jahrzehntelang über verdeckte Kanäle von Philip Morris bezahlt und veröffentlichte als Professor der Universität Genf in dieser Zeit wissenschaftliche Studienergebnisse, die angeblich zeigten, dass Passivrauchen nicht schädlich sei, obwohl er selbst wusste, dass das nicht stimmt – wie interne Unterlagen und persönliche Stellungnahmen zeigen. Die Finanzierung des Wissenschaftlers war dabei für Philip Morris „top secret“, um den Anschein der Unabhängigkeit zu wahren und damit die Glaubwürdigkeit des gekauften Wissenschaftlers so hoch wie möglich erscheinen zu lassen. Diese Strategie führte dazu, dass raucherfeindliche Gesetze jahrzehntelang verzögert wurden. Das erhöhte die Gewinne der Tabakkonzerne – laut Schätzung der US-Regierung von 1954 bis 2006 um über 700 Milliarden Dollar – und kostete zahllosen Menschen, beispielsweise Passivrauchern, das Leben.

Ähnlich verfährt die Chemieindustrie

Ähnlich verfuhr die Chemieindustrie in mehreren Fällen. Durch gekaufte Forscher wurden Studienergebnisse zu gesundheitsschädigenden Chemikalien gefälscht, so dass diese jahrzehntelang weiterproduziert werden konnten. Die angesehene naturwissenschaftliche Fachzeitzeitschrift „Nature“ wies 1985 in dem Artikel „Assessing the risk of dioxin exposure“ auf explizite Fehlaussagen in Studien zu Gesundheitsrisiken durch die Monsanto-Angestellte Judith Zack und den Medizinprofessor Dr. R.Suskind, Universität Cincinnati, hin. Diese Fehlaussagen sah „Nature“ als so gravierend an, dass alle vorliegenden Daten nachgeprüft und neu bewertet werden müssten. „Nature“ löste dadurch die Offenlegung eines Fälschungsskandals aus. Die französische Journalistin und Filmemacherin Robin schrieb in ihrem Buch 2008: „In einem [… deutschen] Werk hatte sich 1953 ein ähnlicher Unfall wie im November 1953 in Nitro [Produktionsstandort eines US-Werks von Monsanto] zugetragen. 1982 veröffentlichten von dem deutschen Konzern bezahlte Wissenschaftler […] einen Aufsatz, der behauptet, dass die von dem Unfall betroffenen Arbeiter nicht an besonderen Krankheiten litten. Sieben Jahre später enthüllte ein Artikel im New Scientist, dass die Studie mit denselben groben Tricks verfälscht worden war wie die von Monsanto: Zwanzig Angestellte, die nicht mit 2,4,5-T kontaminiert waren, wurden der kontaminierten Gruppe zugerechnet, womit man deren erhöhten Lungen- Luftröhren- und Magen-Darm-Krebsrate kaschiert hat.“ Das erhöhte die Gewinne der Unternehmen und schädigte die Gesundheit zahlloser Menschen.

Medikamente: 90 Prozent der Studien werden von der Pharmaindustrie finanziert

In der Medikamentenforschung werden heute etwa 90 Prozent aller veröffentlichten Studien durch die Pharmaindustrie finanziert. Es ist derzeit gängige Praxis, dass negative Studienergebnisse nicht veröffentlicht werden, so dass die Belege, auf denen unsere Entscheidungen in der Medizin basieren laut Aussagen unabhängiger Fachleute systematisch verfälscht werden, um den Nutzen der verwendeten Medikamente aufzubauschen und die Schäden zu verharmlosen. Ein Beispiel für diese fragwürdige Vorgehensweise: Im Dezember 2014 wurden in Deutschland 80 Medikamente aus dem Verkehr gezogen, denn es hatte sich herausgestellt, dass die Studien, die westliche Pharmaunternehmen bei dem indischen Forschungsinstitut GVK Biosciences in Auftrag gegeben hatten, wissenschaftlich nicht haltbare Ergebnisse zu Gunsten der bezahlenden Auftraggeber geliefert hatten. Eine Fülle von detailliert recherchierten Einzelbeispielen, die bis in die Gegenwart reichen zeigt der renommierte unabhängige Arzt und Wissenschaftler Peter Gotzsche in seinem 2015 auf Deutsch erschienenen Buch „Tödliche Medizin und organisierte Kriminalität – Wie die Pharmaindustrie das Gesundheitswesen korrumpiert“ auf. Hier liegt wissenschaftliches Fehlverhalten in großem Stil, auf internationaler Ebene vor. Das erhöht die Gewinne der Pharmakonzerne und geht zu Lasten der Gesundheit von uns allen. Nach Schätzungen von Peter Gotzsche ist die Einnahme von Medikamenten in den USA und Europa die dritthäufigste Todesursache, dadurch sterben derzeit in den USA und Europa jeweils etwa 200.000 Menschen jährlich.

Lügen lohnte

Die Strafen in Gerichtsprozessen gegen Tabak-, Chemie- und Pharmakonzerne waren in fast allen verfolgten Fällen, gemessen an den durch die Lügen erreichten Umsatz- und Gewinnzuwächsen, sehr gering. Aus Konzernsicht war bislang die Strategie gekaufter und gefälschter Forschung sehr lukrativ. Lügen lohnte.

Hat man sich das Grundprinzip gekaufter Forschung an Hand solch skrupelloser Fälle klar gemacht, kann man diese Erkenntnisse auf die zahllosen, sehr viel subtileren Fälle von Einflussnahme durch Industriegelder auf scheinbar unabhängige Forschungsergebnisse anwenden, die im tagtäglichen wissenschaftlichen Leben an öffentlichen Hochschulen stattfinden.

Die Uni Köln lässt ein Institut durch Energiekonzerne finanzieren

Ein paar Beispiele: An der Universität zu Köln gibt es das Energiewirtschaftliche Institut (EWI), das stark durch Energiekonzerne finanziert wird. Obwohl das Institut seine Unabhängigkeit betont, sind die zentralen Aussagen der wissenschaftlichen Leiter dieses Instituts nur allzu häufig im Sinne ihrer Geldgeber. Insbesondere zeichnet sich das EWI durch seine stark atomenergiefreundlichen Aussagen aus. Kritiker sprechen von einem „getarnten Subunternehmen von EON und RWE“, seinen Hauptgeldgebern, statt von einem objektiver Wahrheitsfindung verpflichteten wissenschaftlichen Institut.

An der Ludwig-Maximilians-Universität München besteht das Zentrum für Arbeitsbeziehungen und Arbeitsrecht, das von mehreren Arbeitgeberverbänden aus Stiftungskapital von insgesamt 55 Millionen Euro finanziert wird. Obwohl das Institut vielfach seine Unabhängigkeit beteuert und von sich selbst sagt, es verfolge ausschließlich gemeinnützige Zwecke und sei selbstlos tätig, sind die Aussagen der Institutsleiter alles andere als ausgewogen. Praktisch alle Verlautbarungen sind sehr einseitig arbeitgeberfreundlich. Der DGB wirft dem Institut beispielsweise vor, dass es „in Sachen Lohndumping schult und zum Streikbrechereinsatz durch Leiharbeitnehmer ermuntert“.

Warum kooperiert Google mit der Humboldt-Universität?

Seit 2011 gibt es eine Kooperation zwischen Google und dem Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft an der Humboldt-Universität Berlin. Anfangs war Google der einzige Finanzier mit etwa 1,5 Millionen Euro pro Jahr. Kritische Studien zum Thema Internet oder den Interessen von Google entgegenlaufende Untersuchungen sind unter den Institutsveröffentlichungen nicht oder kaum zu finden. Die Frankfurter Allgemeine kommentierte das Institut 2013: „Jeder weiß, dass es bei der Gründung des der HU angegliederten Google-Instituts primär um Lobbyarbeit von Google im Umkreis des Berliner Parlaments ging und nicht um ein Carepaket der Onkels von der Westküste für die notleidende Studentenschaft.“

Eine große Zahl unabhängiger Studien kommt zu dem Ergebnis, dass industrienahe Forschung einseitig verzerrt ist zugunsten der Geldgeber, dass häufig keine ergebnisoffene Forschung stattfindet, sondern solche, die von den Geldgebern erwünscht ist. Studien mit unerwünschten Ergebnissen für den Finanzier werden im Normalfall nicht veröffentlicht oder abgebrochen.

Eine sehr große Rolle spielen in der deutschen Forschungslandschaft staatliche Drittmittel aus Bundes- oder EU-Haushalten. Diese Forschungsgelder sind in den letzten Jahren sprunghaft gestiegen. Bei der Vergabe dieser Mittel zeigt sich massiver Industrieeinfluss über die Besetzung der Entscheidungsgremien, in denen Industrievertreter stark dominieren, während zivilgesellschaftliche Vertreter hier fast gänzlich fehlen. Dadurch fließen jährlich von der Allgemeinheit finanzierte Milliardenbeträge in Forschungsprojekte, die unmittelbar oder mittelbar der Industrie zu Gute kommen statt dem Allgemeinwohl. So fließen Jahr für Jahr verdeckte Subventionen in Milliardenhöhe an Großunternehmen.

Wer einen dicken Geldbeutel hat, setzt sich durch

Das Kernproblem gelenkter Forschung ist in den meisten Fällen nicht, dass die wissenschaftlichen Ergebnisse gekaufter Forschung falsch sind, sondern dass Teilwahrheiten zur einzigen oder Gesamtwahrheit erklärt werden und mit großer Kapitalkraft in der Öffentlichkeit kommuniziert werden. So setzen sich in den Medien und der Politik nicht die besseren Argumente durch, sondern diejenigen mit dem dickeren Geldbeutel.

Durch den zunehmenden Einfluss von Großkonzernen auf unsere öffentliche Forschung, sei es über direkte Zahlungen an Hochschulen, sei es über einseitig industriefreundliche  Gremienbesetzungen, wird unsere Forschung immer einseitiger und immer stärker interessengeleitet. Dadurch verliert die Wissenschaft in der Bevölkerung immer stärker an Glaubwürdigkeit. Kein Wunder. Zu viele Skandale und subtile, auf Halb- oder Viertelwahrheiten beruhende so genannte wissenschaftliche Empfehlungen, die in Wahrheit verdeckte Werbebotschaften sind, lassen viele Menschen immer mehr am Ruf der Wissenschaft zweifeln. Wollen wir das wirklich?

Missbrauchte Wissenschaft

Prof. Christian Kreiß über die Wissenschaft im Dienst der Konzerne und Investitionen in Unis:

Herr Kreiß, Ihr neues Buch dreht sich um „gekaufte Forschung“. Ist es wirklich schon so schlimm um die Wissenschaft im Lande bestellt?

Christian Kreiß: Vor sechs Monaten wurden in Deutschland vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte 80 Medikamente aus dem Verkehr gezogen, weil die Gesellschaft, die die Medikamente an Patienten im Ausland prüfte, so unseriös arbeitete, dass wissenschaftliche Zweifel daran aufkamen, ob die Medikamente überhaupt wirksam und ihre Nebenwirkungen nicht viel zu ausgeprägt sind. Man stelle sich vor: Medikamente, die viele von uns bereits genommen haben! Sind wir denn Versuchskaninchen der Pharmaunternehmen?

Und das ist kein Einzelfall, sondern hat System. Insidern ist das seit Langem bekannt, es gibt sogar mehrere Bücher darüber. Interessanterweise fallen die falschen wissenschaftlichen Prüfergebnisse dabei praktisch immer zugunsten der geldgebenden Pharmaunternehmen aus, und nicht etwa zugunsten der Patienten.

In der Medikamentenforschung werden heute etwa 90 Prozent aller veröffentlichten Studien von der Pharmaindustrie finanziert. Das heißt wir wissen nicht wirklich, welche unserer Medikamente eigentlich wie wirksam sind und wie stark die Nebenwirkungen sind, denn welche Studien veröffentlicht – und vor allem eben auch: nicht veröffentlicht – werden, entscheiden zum großen Teil die Pharmaunternehmen selbst. In der Pharmaindustrie sind die Missstände zwar besonders gravierend, sie beschränken sich aber bei Weitem nicht nur auf diese Branche.

Haben Sie vielleicht ein, zwei Beispiele parat?

Christian Kreiß: Na klar. Das Energiewirtschaftliche Institut an der Universität zu Köln wird stark von E.ON und RWE mitfinanziert. Ein Gutachten vom 27. August 2010 zur Laufzeitverlängerung der deutschen Atomkraftwerke, das das EWI miterstellt hat, kommt zum Ergebnis, dass eine Verkürzung von Reaktorlaufzeiten teuer werde und also nicht zu empfehlen sei.

Bei der Erstellung des Gutachtens wurden laut Umweltministerium allerdings „haarsträubende Fehler“ gemacht, um zu diesem für die Atomkraftwerke-Betreiber günstigen Ergebnis zu kommen.

Die Bundestagsabgeordnete Bärbel Höhn meinte dazu: „Das EWI sieht nach einem getarnten Subunternehmen von E.ON und RWE aus. (…) Es ist gezielte Strategie, durch finanzierte Wissenschaft und scheinbar unabhängige Personen und Institutionen Stimmung zu machen.“

Oder ein anderes Beispiel: Das Zentrum für Arbeitsbeziehungen und Arbeitsrecht an der Ludwig-Maximilians-Universität München wurde 2004 mit 55 Millionen Euro Stiftungskapital von drei Arbeitgeberverbänden begründet. Es veröffentlicht häufig sehr arbeitgeberfreundliche wissenschaftliche Papiere.

Trotz aller anderslautenden Beteuerungen der Unabhängigkeit schätzt die IG Metall das Institut bzw. einen seiner Leiter jedoch wie folgt ein: „Rieble zählt zum Kreis der Hochschullehrer, die scheinbar unabhängig und im Dienst von Forschung und Lehre auftreten, sich aber tatsächlich von Arbeitgebern finanzieren lassen. Mit ZAAR steht den Unternehmen ein Arbeitsrechtsprofessor einer renommierten Hochschule zur Seite, der sie in Sachen Lohndumping schult und zum Streikbrechereinsatz durch Leiharbeiter ermuntert.“

Diese Beispiele, die beinahe beliebig vermehrt werden können, zeigen, dass über Geldzuwendungen seitens der Wirtschaft versucht wird, die Wissenschaft auf einseitige Interessen festzulegen.

Lesen Sie die ausführliche Interview bei heise online.

Literatur:

Gekaufte Forschung: Wissenschaft im Dienst der Konzerne von Christian Kreiß

Tödliche Medizin und organisierte Kriminalität: Wie die Pharmaindustrie unser Gesundheitswesen korrumpiert von Peter C. Gøtzsche

Heilen verboten – töten erlaubt: Die organisierte Kriminalität im Gesundheitswesen von Kurt G Blüchel

Geplanter Verschleiß: Wie die Industrie uns zu immer mehr und immer schnellerem Konsum antreibt – und wie wir uns dagegen wehren können von Christian Kreiß

Quellen: PRAVDA TV/taz.de/europa-verlag.com/tagesspiegel.de vom 15.06.2015

Das “geheime Komitee für Täuschungsoperationen” Ronald Reagans (Video)

15. Mai 2015

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Verschwörungen, die die Welt an den Rand des Abgrunds treiben? – Gibt’s doch gar nicht! Und hat es noch nie gegeben. Und wenn doch: Die Politiker und Oligarchen, die uns heute regieren, tun sowas Böses ganz bestimmt nicht. Sondern wollen nur das Gute. Das verbürgt doch bereits ihr staatsmännisches Grinsen, das uns aus den Wahlplakaten und dem Flachbildschirm entgegenstrahlt.

Wenn in dieser ARTE-Doku gezeigt wird, wie US-Spitzenpolitiker, Geheimdienstchefs und Präsidenten wie Kleinkinder in der Sandkiste mit Granaten und Atombomben spielen, dann sind das eben genauso kranke Einzeltäter wie der Pilot, der vor Kurzem seinen mit Passagieren vollbesetzten Jumbo angeblich mutwillig in die Alpen krachen hat lassen.

Aber unsere jetzige Politiker- und Geheimdienst-Generation, die ist gesund und hat natürlich alle Machtallüren, Egomanien und Destruktivismen, wie wir sie aus der Geschichte kennen, überwunden – wer anderes behauptet, der ist eben ein unverbesserlicher Verschwörungstheoretiker.

Zur Sendung / (c) ARTE 2015:

“Mit seinem Machtantritt im Jahre 1981 bestimmt Ronald Reagan die Strategie der USA im Kalten Krieg neu: Angriff statt Verteidigung. Sein „Komitee für Täuschungsoperationen“ ist neben der Aufrüstung eines der wichtigsten Instrumente im Kampf gegen die Sowjetunion. Gasleitungen werden mit eingeschleusten Computerchips und Trojanern sabotiert, Flug- und Seemanöver vor dem wichtigsten Stützpunkt der Sowjets in Murmansk durchgeführt.

Das Ziel: Verunsicherung und Demütigung bei gleichzeitiger Demonstration von Stärke und technischer Überlegenheit. Diese Aktionen bringen die Welt an den Rand des Atomkrieges.

Als in den 80er Jahren der schwedische sozialdemokratische Ministerpräsident Olof Palme mit Willy Brandt und Egon Bahr seine Strategie der gemeinsamen Sicherheit vorschlägt und Schweden nicht mehr als „unsinkbaren Flugzeugträger“ der Nato zur Verfügung stellen will, macht er sich nicht nur die konservativen Machteliten im eigenen Land zum Feind. Sein Ansatz ist auch Reagan schon früh ein Dorn im Auge, denn ein Einlenken der Sowjetunion im Wettrüsten des Kalten Krieges wäre für seine Strategie kontraproduktiv. So werden die Annäherungsgespräche sabotiert und die Person Palme diskreditiert. Im Februar 1986 wird Palme von einem unbekannten Täter ermordet.

Der Film zeigt die Bedeutung der geheimen Kriegsführung der USA im Kalten Krieg unter Bezugnahme auf hochkarätige Zeitzeugen und exklusives Filmmaterial. Einmal mehr wird deutlich, dass die USA zur Durchsetzung eigener Interessen auch vor der Souveränität demokratischer Staaten nicht Halt machte. Eine Thematik, die gerade in Anbetracht der aktuellen politischen Lage und der jüngsten Geheimdienstskandale von beachtenswerter Aktualität ist.”

Literatur:

Die Jahrhundertlüge, die nur Insider kennen 2: erkennen-erwachen-verändern von Heiko Schrang

Nato-Geheimarmeen in Europa: Inszenierter Terror und verdeckte Kriegsführung vonDaniele Ganser

Was Sie nicht wissen sollen!: Einigen wenigen Familien gehört die gesamte westliche Welt und nun wollen sie den Rest! von Michael Morris

Psychologie der Massen von Gustave Le Bon

Video:

Quellen: arte tv/nachrichtenspiegel.de vom 07.05.2015

Merkels geheime Psycho-Keule: So wehre ich mich gegen »Nudging«

Peter Harth

Psychologen regieren jetzt im Kanzleramt und bringen Merkels Politik unter das Volk. Sie erziehen uns zu Musterbürgern. Ihre »sanfte« Manipulation heißt »Nudging« – ein Trick, der aus den USA stammt. In Wahrheit sind wir für die Technokraten hoffnungslose Fälle, die man durch hinterhältige Gängelung lenken muss – »liberaler Paternalismus« heißt das. Es droht ein Staat, der unsere Interessen nicht mehr vertritt, sondern sie ändert. Ohne jede demokratische Kontrolle. Zeit für wirksame Gegenstrategien.

Nudging: US-Präsident Obama enterte mit diesem Superwerkzeug das Weiße Haus, Großbritanniens Premier David Cameron hält sich damit an der Macht – jetzt kommt der neueste angelsächsische Manipulationstrick zu uns. Auch Bundeskanzlerin Merkel träumt vom »Nudgen« – wie sie ihre Politik mit Hilfe von Psychologen unter das politikverdrossene Volk bringt.

Und mehr noch: Wir sollen gegen unsere eigenen Interessen zu Musterbürgern in deren Sinne umerzogen werden. Ganz heimlich, ohne jede demokratische Kontrolle und mit dem maximalen Größenwahn – denn was moralisch ist, bestimmen in Zukunft Technokraten. Merkel öffnete zwar nicht die Büchse der Pandora, aber den Psycho-Experten die Türen ihres Kanzleramtes und das Tor zur Macht.

Wie schnell wir zu Organspendern werden

Schon die Stellenausschreibung für die Seelenschnüffler klang 2014 beängstigend: Sie sollten»hervorragende psychologische, soziologische, anthropologische, verhaltensökonomische bzw. verhaltenswissenschaftliche Kenntnisse« mitbringen. Die drei Experten arbeiten im Verborgenen. Sie sind die Vorstufe zu einer Nudging-Einheit der Regierung, wie es sie in den angelsächsischen Regierungen schon gibt.

Was aber ist »Nudging« überhaupt? Werfen wir einen Blick in Merkels Zukunft, eine Kuschelrepublik der gelenkten Deutschen. Offenbar ein Traum unserer Kanzlerin. 2016, der Bundestag verabschiedet ein neues Gesetz zur Organspende. Keine Sorge, niemand wird uns zwingen. Bisher musste aber jeder sagen: »Ja, ich will spenden« – jetzt ist automatisch jeder Spender.

Wer das nicht will, muss einfach nur »Nein« sagen. Kein Problem, glauben Sie? Dann ab zur neuen Organspende-Behörde. Sagen Sie dort »Nein« und rechtfertigen Sie sich: »Warum wollen Sie kein guter Mensch sein? Wir wissen, dass niemand gerne an die Sterblichkeit denkt, schon gar nicht an die eigene. Wären Sie aber nicht dankbar, falls Ihr Leben durch so eine Spende gerettet wird? Geben Sie anderen doch auch diese Chance!«

Der Staat verbietet nicht mehr, er lenkt uns

Durch unser schlechtes Gewissen fällt das »Nein« immer schwerer. Geschäftstüchtige Ärzte freuen sich dafür über viele neue Organspender. Das ist also Nudging. Hinter der niedlichen englischen Vokabel (»Anschubsen«) lauert die sanfte Manipulation. Unsichtbar und hinterhältig setzt der Staat entspannt seinen Willen durch.

Genau das macht diese Methode so effektiv: Wer psychologische Verhaltensforschung einsetzt, braucht keine Verbote mehr. Die sind durch demokratisch garantierte Freiheitsrechte ohnehin nur schwer durchzusetzen. Der Staat lenkt seine Bürger, indem er unsere Auswahlmöglichkeiten manipuliert und die Standardeinstellung ändert.

Wir wollen, was man uns gibt

Dazu wieder ein Beispiel aus den USA, die bereits im Nudging-Fieber sind. Dort haben die Bundesstaaten Pennsylvania und New Jersey ihren Bürgern zwei Autoversicherungen angeboten. In New Jersey war die billigere Variante der Standard, die meisten Bürger nahmen diese. In Pennsylvania war aber die teurere Variante Standard und trotzdem griff die Mehrheit zu. Psychologen konnten also beweisen: Wir wollen, was man uns gibt. Hauptsache, wir müssen uns nicht entscheiden.

Das bricht alle Dämme gegen die Manipulation. Wir neigen also zum festgelegten Standard. Zwar gibt es noch das trügerische Gefühl von Freiheit, man könnte ja anders wählen. Doch das wollen nur wenige, weil Widersprechen Kraft kostet. »Wer denn wirklich die Mousse au Chocolat haben will, kann sie bekommen, wenn er unter die Rückseite des Tresens greift.« Lieber lassen wir uns in die »richtige« Richtung schubsen. Doch Nudgen ist mehr als das, es ist auch eine sanfte Form der Brutalität.

Ein Brief vom Finanzamt lobt die Steuermoral der Nachbarn

Sie öffnen den Briefkasten. Darin ein Brief vom Finanzamt, der die Steuermoral Ihrer vorbildlichen Nachbarn lobt. Ist das ein Wink mit dem Zaunpfahl? Eine Drohung? Ein Bluff? Angstschweiß läuft über Ihre Stirn. Sie sinken auf dem Sofa zusammen: »Was wissen die? Soll ich mich lieber selbst anzeigen?« Diese Zweifel werden nagen, bis Sie es nicht mehr aushalten.

Was nach Utopie klingt, ist in Großbritannien längst Realität. Die Finanzämter auf der Insel verschicken diese Psycho-Briefe und schubsen so die Bürger in die gewünschte Richtung. Die Zahl der Selbstanzeigen steigt. Woher die Ideen zu so etwas kommen? Bereits 2010 gründete Premier David Cameron eine Nudging-Einheit für seine Regierung. Keiner spricht darüber, sie ist ihm direkt unterstellt. 2008 ließ sich Barack Obama im Wahlkampf von 30 Verhaltenspsychologen eine Kampagne maßschneidern.

Nudging ist das politische Werkzeug der Wahl für jeden Politiker und dessen Botschaft: »Du musst dich ändern!« Obamas Psychologen fanden darauf eine Antwort: »Yes, we can!«. Auch im Weißen Haus arbeitet schon lange eineNudging-Einheit, das »Office of Information and Regulatory Affairs«.

»Liberaler Paternalismus« – ein paradoxer Doppelpack

Der Vater der entspannten Manipulation heißt Cass Sunstein. Der Harvard-Professor war Direktor von Obamas Nudging-Einheit und hat den »liberalen Paternalismus«geprägt. Diese Ideologie ist der paradoxe Unsinn hinter dem harmlos niedlichen Wort »Nudging«. Freiheit und Bevormundung kann es nicht im Doppelpack geben, deshalb ist der »liberale Paternalismus« ein Widerspruch in sich.

Befehle und Strafen sind zwar überholt, trotzdem soll der Mensch zur willenlosen Marionette werden. Durch den »Nudge«, also den sanften Schubs, sollen wir glauben, dass wir wollen, was wir sollen. Das anstrengende Denken hat man uns ja abgenommen. Was stört es da noch, dass unsere Entscheidung manipuliert war?

Ohne Ausweg: Der Mensch soll vor sich selbst beschützt werden

Offenbar eine Menge. Die USA leiden seit Jahren unter dem Nudging, die Republikaner beschimpfen Obama als »elitären Big Brother«, der einen »Nanny-Staat« schafft. Wirklich frei sei nur der, der auch unvernünftig handeln darf.

Hier beginnt das eigentliche Problem: In Sunsteins »liberalen Paternalismus« diagnostiziert der Staat bei seinen Bürgern unerwünschtes Verhalten, das therapiert werden muss. Wir selbst sind demnach nicht in der Lage, in unserem eigenen besten Interesse zu handeln. Der Mensch muss also vor sich selbst beschützt werden. Wollen Sie unter einer solchen Ideologie leben? Es gibt nämlich keinen Ausweg: Vater Staat sagt seinen Kindern nicht, dass sie unvernünftig sind oder falsch handeln. Er will sie auch nicht verbessern. Stattdessen nutzt er unsere Entscheidungsschwäche gegen uns. Der gefügige Musterbürger wird sowieso zur richtigen Entscheidung getrieben.

Auf dem Irrweg in die Technokratie

Der Kernpunkt ist: Wer legt fest, was richtig und vernünftig oder was falsch und unvernünftig ist? Psychologen und akademische Experten, die niemand gewählt hat, die im Verborgenen arbeiten, die keiner demokratisch kontrolliert. Das ist der Irrweg, auf dem die Politik ist. Sie legt den Willen des Volkes in die Hände von Technokraten und schafft sich damit schlussendlich sogar selbst ab.

Merkels Kuschelrepublik wird am Ende ein riesiges Sanatorium mit Dauerbetreuung. Die Deutschen enden als dressierte Hausschweine. Zeigen Sie dem Nudging von Anfang an die Stirn.

Der »Veggieday« der Grünen war nur ein Vorgeschmack. Lassen Sie so etwas nicht zur Erfolgsstory werden. Es drohen am Ende mehr als nur schnitzelfreie Tage für die Gesundheit. Der Staat wird nämlich dann unsere Interessen nicht mehr vertreten, sondern ändern!

Die Gegenstrategien

Die wichtigste Regel: Der Staat ist nicht ihr väterlicher Freund. Er ist eine Institution, die Macht und Freiheit entzieht, um sie dann neu zu verteilen – nach seinen Regeln. David darf aber nie nach den Regeln Goliaths spielen, wenn er gewinnen will. Kommt der Riese mit dem Schwert, greifen Sie zur Schleuder und bleiben auf Distanz. Machen Sie Ihre eigenen Regeln, spielen Sie nicht mit. Wer kein Musterbürger ist, den kann man nicht manipulieren!

Leben Sie unvernünftig. Klar, wer nicht raucht, könnte am Ende ein paar Jahre länger leben. Was nützt Ihnen das aber, wenn Sie schon mit 28 Jahren im Bus einen Hang hinunterrollen? Exitus, bevor Ihre Abstinenz Früchte tragen konnte. Sie hätten also ruhig als Kettenraucher sterben können. Das Leben ist unberechenbar, lassen Sie sich nicht durch Technokraten, Politiker und selbsternannte Experten formen. Der Preis dafür ist zu hoch: Sie geben die Macht über sich selbst ab.

Willenskraft ist eine Batterie, die man leersaugen kann

Entziehen Sie sich, bleiben Sie ruhig – geradezu stoisch. Ihre Willenskraft ist eine Batterie, die man leersaugen kann. Das passiert dem, der eine Entscheidung nach der anderen treffen muss. Nehmen Sie keine unverlangten Ratschläge an. Überhören Sie die guten Gründe. Wir sind darauf geeicht, alles zu akzeptieren, was begründet wird – selbst wenn das bei näherer Betrachtung Unsinn ist.

Apropos: Statistiken sind bei Regierungen so beliebt, weil wir unsere Umwelt ständig beobachten. Was ist normal, was ist die Meinung der Mehrheit, was ist der Durchschnitt? Wer aus dem Rahmen fällt, riskiert etwas. Statistiken erzeugen also vor allem ein schlechtes Gewissen. Statistiken sind scheinbar neutral, wahr und definieren den Mittelwert – einen Musterbürger, der aber bloß ein Trugschluss ist. Selbst, wenn der Fluss im Schnitt nur einen Meter tief ist, ertrinken Sie dort, wo er zehn Meter in den Abgrund reicht. Der Durchschnitt sagt nichts über die Verteilung der Extreme aus.

Warum Informationen wertlos sind

Leben Sie mit einem Minimum an Informationen. Mit mehr treffen Sie auch keine besseren Entscheidungen. Natürlich wollen wir alles wissen. Deshalb lesen wir Horoskope und befragen Trendgurus, hören auf den Rat von Experten. Trotzdem bleibt die Zukunft offen. Wir können nur orakeln, was passiert, wenn alles so bleibt, wie es ist. Die Antwort darauf bleibt wertlos. Weil nichts so bleibt. Tausende Ökonomen, Regierungen, Autoren und Wahrsager konnten die Finanzkrise 2008 nicht sehen, weil so etwas noch nicht da war. Wir leben im digitalen Informationszeitalter – aber davon sind 99 Prozent wertloser Müll!

Gerade diese gefühlte Informationsallmacht speist den Größenwahn der Technokraten. Experten dürfen Dank des Nudgings jetzt Politik machen. Experten sezieren uns wie Laborratten in einem Experiment. Experten bestimmen, was vernünftig ist – und was unvernünftig. Warum dürfen die das? Weil wir ihnen das zutrauen. Sie sind Fachidioten. Grandios auf einem einzigen Gebiet, uns mit ihrem Wissen dort überlegen. Also legen wir unser Schicksal in ihre Hände?

Was Technokraten alles nicht können

Aber sie werden scheitern. Wissen lässt sich nicht von einem Bereich auf einen anderen übertragen. Ein Weltklasse-Schachspieler kann bei allem anderen versagen und bleibt immer noch ein Meister im Schach. Ärzte rauchen, Beziehungs-Therapeuten sind oft ihre besten Kunden, Top-Manager können Unternehmen führen und versagen bei der eigenen Familie. 1990 bekam Harry Markowitz den Wirtschaftsnobelpreis für seine Theorie der Portfolio-Auswahl. Theoretisch beschrieb er das optimale Portfolio aus Aktien und Anleihen. Warum hat er dieses Wissen nicht auf sich selbst angewandt und damit viel Geld verdient? Er konnte es nicht. Der Transfer von der Wissenschaft in die wirtschaftliche Realität ging gründlich schief.

Wir überlassen denen jetzt das Regieren, die ihr Wissen in schöne Worte fassen – nicht den Praktikern und Tüftlern. Dabei wird in der Wissenschaft eine Welt im Kleinen nachgebaut, die es so nicht gibt. Sie ist einfacher, klarer als die Realität. Nur eine Theorie, die falsche Sicherheit vorgaukelt. Ein Blick in die Geschichte zeigt aber, dass nur Versuch und Irrtum die Menschheit voranbringt. Eine Art ständiges Krisenmanagement. Dafür braucht es keine Technokraten.

Weshalb ein Experte seinen eigenen Unsinn liebt

Diese »Experten« haben noch einen weiteren Nachteil – ihren Tunnelblick. Ein Ökonom betrachtet die Welt immer durch die ökonomische Brille. Probleme wird er immer ökonomisch lösen wollen. Genau, wie auch ein Psychologe oder ein Mediziner nicht aus seiner Haut kann. Experten auf ihrem Gebiet bleiben oft blind für Alternativen. Wer mit dem Hammer arbeitet, für den ist jedes Problem ein Nagel.

Misstrauen Sie aber nicht nur den Experten, misstrauen Sie auch dem Fachwissen. Was uns als unumstößliche Wahrheit verkauft wird, ist oft nur die akademische Resterampe. 2000 Jahre lang, bis ins 19. Jahrhundert, haben Ärzte ihren Patienten literweise das Blut abgeschröpft.

Entweder konnte der Patient die eigentliche Krankheit besiegen – oder er ist am Aderlass gestorben. Die Ärzte waren nutzlos. Sie haben wider besseres Wissen gehandelt – das zeigten ihnen Kranke, die nicht in ihre Fänge gerieten und ohne Aderlass wesentlich schneller gesund wurden.

»Ich habe eigentlich keine Ahnung«

Trotzdem hielten die Mediziner an ihrer unsinnigen Theorie fest. Warum? Weil sie keine bessere hatten. »Ich habe eigentlich keine Ahnung.« Darf ein Experte so etwas sagen? Nicht, wenn er Experte bleiben will. Auch jetzt halten Regierungen und Zentralbanken an der ökonomischen Theorie der Geldmengensteuerung fest. Dabei wissen die meisten Experten: Es wirkt nicht. Sie kennen aber keine bessere Alternative.

Wenn Experten Idioten sind, ihr Wissen nutzlos, dann wollen sie vielleicht sogar das Beste für die Menschheit, aber können sie es auch? Nein, weil ihnen der Mensch ein Rätsel bleibt. Er ist zu komplex, um in die Welt der wissenschaftlichen Modelle gepresst zu werden. Zumindest so lange, bis es eine »Universaltheorie« gibt, die alles erklärt. Wie können sich einzelne akademische Disziplinen anmaßen zu sagen, was gut für alle sein soll?

Sie sind mehr als eine genetische Programmierung

Sie wissen nicht einmal, was gut für sie selbst ist. Mathematikprofessor Barry Mazur konnte sich nicht zwischen Stanford und Harvard entscheiden. Er bekam den Rat, doch eine Liste aller Vor- und Nachteile aufzustellen, mit Berechnung des erwarteten Nutzens. Das war die ganz klassische Entscheidungstheorie. Seine Antwort: »Ich bitte dich, […] das hier ist eine ernste Angelegenheit!«In der Praxis funktioniert so etwas schon deshalb nicht, weil niemand alle möglichen Vor- und Nachteile kennt – auch nicht die Technokraten.

Das waren nur ein paar Anregungen, die Ihnen die Freiheit zurückgeben können. Es lohnt sich, die Dinge infrage zu stellen. Sie sind nicht hoffnungslos unvernünftig, Sie sind mehr als eine genetische Programmierung. Sie müssen nicht sein, was »die« wollen..