Chinas Transplantations-Industrie in schockierenden Details: 700 Kliniken unter Massenmord-Verdacht – 1,5 Mio. Opfer vermutet

Am 22. Juni wurde ein 800-Seiten starker Bericht veröffentlicht, der Chinas Transplantationsindustrie in nie gesehenen Details darstellt. Die Studie beleuchtet 700 Kliniken, in denen das Geschäft mit menschlichen Organen seit Jahren boomt. Die Indizienkette deutet auf Massenmord an bis zu 1,5 Millionen Menschen – denn ein Spender-System nach westlichem Standard existiert in China nicht.
In über 700 Kliniken in China boomt das Geschäft mit menschlichen Organen in einer schockierenden Dimension.

In über 700 Kliniken in China boomt das Geschäft mit menschlichen Organen in einer schockierenden Dimension.

Am 22. Juni wurde ein 800-Seiten starker Bericht veröffentlicht, der Chinas Transplantationsindustrie in schockierenden Details darstellt. Unter dem Titel „Blutige Ernte / The Slaughter: Ein Update“ dokumentiert ein Experten-Team erstmals gemeinsam die Machenschaften Hunderter chinesischer Kliniken seit dem Jahr 2000.

Machenschaften, die laut ihrer Aussage Massenmord gewesen sein müssen – denn in China gibt es bis heute kein Organspende-System nach westlichen Standards.

Seit dem Jahr 2000 entwickelte sich Chinas Transplantations-Business wie aus dem Nichts. Die Zahl der OPs, die insgesamt durchgeführt wurden, muss zwischen 1,5 und 2,5 Millionen gelegen haben, so die Autoren. Sie schätzen dies anhand der technischen Kapazität der Krankenhäuser, die in chinesischen Quellen genannt wird. In den über 700 vorhandenen Kliniken dürften seit der Jahrtausendwende jährlich zwischen 60.000 und 100.000 Transplantationen stattgefunden haben. Mit einigen Tausend Hinrichtungen pro Jahr ist diese Menge nicht zu erklären.

„Das Fazit dieses Updates und unserer ganzen bisherigen Arbeit ist, dass China Massenmord an Unschuldigen begangen hat“, sagte Autor David Matas, prominenter Menschenrechts-Anwalt aus Kanada am 22. Juni im Washington National Press Club.

Die Autoren von "Bloody Harvest / The Slaughter: An Update": David Kilgour, kanadischer Ex-Staatssekretär, Menschenrechts-Anwalt David Matas aus Kanada und der US-Enthüllungsjournalist Ethan Gutmann (v.r.n.l.)

Die Autoren von „Bloody Harvest / The Slaughter: An Update“: David Kilgour, kanadischer Ex-Staatssekretär, Menschenrechts-Anwalt David Matas aus Kanada und der US-Enthüllungsjournalist Ethan Gutmann (v.r.n.l.)

Festnahme von Falun Gong-Praktizierenden auf dem Pekinger Tiananmen-Platz, 1999.

Festnahme von Falun Gong-Praktizierenden auf dem Pekinger Tiananmen-Platz, 1999.

Foto: Compassion Magazine
Foto: Simon Gross/Epoch Times

Verdächtige Kliniken

Eines der modernsten Krankenhäuser Chinas ist das Generalhospital der Volksbefreiungsarmee – eine Elite-Klinik für Chinas Partei- und Armee-Adel. Die Zahl der Transplantations-OPs ist hier Militärgeheimnis – doch eines ist sicher: Seit den frühen Nuller-Jahren macht genau dieser Zweig die meisten Profite.

„In den vergangenen Jahren entwickelte sich das Transplantationszentrum zur profitabelsten Abteilung, von einem Bruttoumsatz von 30 Millionen Yuan im Jahr 2006 zu 230 Millionen Yuan im Jahr 2010 – innerhalb von fünf Jahren war das fast eine Verachtfachung“, berichtet die Website der Klinik (umgerechnet in US-Dollar war das ein Sprung von 4,5 auf 34 Millionen).

Das Generalhospital der Volksbefreiungsarmee entdeckte nicht als einziges diesen lukrativen Geschäftszweig: Auch demDaping-Krankenhaus in Chongqing, das zur 3. Militärisch-medizinischen Universität gehört, gelang eine erstaunliche Umsatzsteigerung: Von 36 Millionen Yuan in den späten 1990ern (dem Beginn der Transplantationen), auf knapp eine Milliarde im Jahr 2009. Ein 25-faches Wachstum.

Selbst Chinas Gesundheitsminister Huang Jiefu erklärte 2005 gegenüber dem Wirtschaftsmagazin Caijing: „Dass Krankenhäuser mit Transplantationen Geld verdienen, liegt im Trend.“

Thema des neuen Reports ist nun, wie es zu dieser Entwicklung kommen konnte. Denn es gibt in China bis heute kein Organspendesystem nach westlichen Standards.

Der Bericht listet alle bekannten Transplantationszentren Chinas samt Details auf: Von mehr als 700 Einrichtungen erfahren wir alles über deren Bettenzahl, Nutzungsraten, OP-Personal, Schulungsprogramme, neu gebaute Infrastrukturen, Empfänger-Wartezeiten, beworbene Transplantationszahlen, Verbrauch von Medikamenten gegen Abstoßung und vieles mehr. Anhand dieser Daten schätzten Kilgour, Matas und Gutmann die Gesamtzahl aller durchgeführten OPs auf über eine Million.

Doch das ist erst die halbe Geschichte.

Verkehrte Welt

Spenderorgane kann man nicht einfach aus Leichen gewinnen oder einlagern, bis sie gebraucht werden. Sie müssen schnell entnommen und implantiert werden. Westliche Länder entwickelten deshalb ausgefeilte logistische Prozesse – und Wartelisten.

In China scheint jedoch alles umgekehrt zu funktionieren: Hier „warten“ gefangene gehaltene Spender auf passende Empfänger.

Wie sonst ist es möglich, dass das Changzheng-Krankenhaus in Shanghai im April 2006 von 120 „Notfall-Lebertransplantationen“ berichtete? Damit meinte die Militärklinik jene Fälle, in denen ein Patient in lebensbedrohlichem Zustand eingeliefert wurde und innerhalb von Stunden, maximal Tagen ein passendes Organ erhielt, das ihn rettete. In anderen Ländern eine Seltenheit.

Das Changzheng-Krankenhaus jedoch veröffentlichte eine Studie im chinesischen Journal für medizinische Chirurgie, in der es genau seine Erfolge mit den Not-Transplantationen beschrieb. „Die kürzeste Zeitspanne zwischen der Einlieferung und der Operation des Patienten betrug vier Stunden“, hieß es darin.

In der Woche vom 22. bis zum 30. April 2005 wurden in dieser Klinik insgesamt 16 Lebern und 15 Nieren verpflanzt.

Das „1. Hospital der Zhejiang-Universität“ publizierte eine ähnliche Studie: Zwischen Anfang 2000 und Ende 2004 erhielten dort 46 Patienten ihre Lebertransplantation im Notfall-Modus; mit anderen Worten: Der passende Spender wurde innerhalb von nur 72 Stunden gefunden.

Auch das offizielle Register für Lebertransplantationen in China verglich in seinem Jahresbericht 2006 die Anzahl aller Transplantationen zum „gewählten Zeitpunkt“ mit den Not-OPs. Es ergaben sich 3181 reguläre Verpflanzungen. Knapp über ein Viertel (1150 OPs) liefen im Notfall-Modus ab.

Mit Chinas offiziellen Verlautbarungen ist dieses Phänomen kaum – wenn nicht sogar unmöglich – zu erklären. Es ergibt sich der Verdacht, dass eine gefangene gehaltene Spenderpopulation existiert, die jederzeit für Organentnahmen verfügbar ist.

„Für mich ist das sehr erschütternd“, sagte dazu Wendy Rogers, eine australische Bio-Ethikerin von der Macquarie-University. Sie erlebte selbst den unwahrscheinlichen Fall, dass eine enge Freundin ein Leberversagen aufgrund einer Hepatitis erlitt und innerhalb von drei Tagen durch eine Transplantation gerettet werden konnte. „Sie hatte extremes Glück, dass es in diesem Zeitfenster klappte“, so Dr. Rogers. „Aber 46 Mal hintereinander? Für mich gibt es da schwerlich eine andere Erklärung als Mord auf Abruf.“

Der Report beruft sich außerdem auf Whistleblower und medizinische Dokumente aus China, die erklären, dass einige „Spender“ während der Organentnahme noch lebten. So sagte zum Beispiel ein Polizist aus, er sei Zeuge einer Organentnahme ohne Narkose geworden. Das Gleiche berichtete ein Krankenpfleger aus Jinan.

Wer stirbt für die OPs?

Politische Gefangene sind laut den Autoren die unerschöpfliche Organbank, auf die sich Chinas Transplantations-Industrie stützt. Vor allem Falun Gong-Anhänger. Sie befinden sich zu Hunderttausenden in Gefängnissen und Gehirnwäsche-Lagern, landesweit verteilt. Sie sollen 95 Prozent der Todesopfer ausmachen. Weitere Betroffene sind Tibeter, Uiguren und Christen, sagt Ethan Gutmann.

„Staatsfeind Nr. 1“

Falun Gong ist ein traditioneller Kultivierungsweg der buddhistischen Schule. Die fünf Qigong-Übungen für Körper und Geist wurden in den 1990er Jahren hochpopulär. Die Prinzipien der Bewegung sind „Wahrhaftigkeit, Barmherzigkeit und Toleranz“, die sich konträr zur Kampf-Ideologie der Partei befinden. Zunächst hatte das Regime Falun Gong stillschweigend geduldet, sogar unterstützt. Doch schließlich erklärte Staats- und Parteichef Jiang Zemin die Meditierenden zum Staatsfeind: Rund 100 Millionen Falun Gong-Anhänger waren mehr, als die 70 Millionen registrierten Mitglieder der „Kommunistischen Partei Chinas“.

Im Juli 1999 startete Jiang eine landesweite Kampagne zur Auslöschung von Falun Gong. Da er auf Widerstand von Regierungsmitgliedern stieß, nutzte er die Kampagne für einen persönlichen Machtkampf innerhalb der Partei: Wer mitmachte, wurde befördert. Gegner wurden an den Rand gedrängt.

 

Der Organraub an Falun Gong-Praktizierenden scheint wenig später begonnen zu haben. Bereits seit über zehn Jahren ist dieses Verbrechen bekannt, doch so detailliert wie in der neuen Studie wurden die Beweise nie zuvor gesammelt. Auch die Rolle des Regimes als Drahtzieher wird darin erschreckend deutlich. So deutlich, dass selbst die drei Autoren – David Kilgour, David Matas und Ethan Gutmann – überrascht waren. Sie hatten schon vorher zum Thema geforscht, aber noch nie zusammen gearbeitet.

Das Update

In ihrem ersten Report „Bloody Harvest“ (2006/07) fanden Kilgour und Matas 33 Indizienketten für den Organraub an Falun Gong. „Der Ursprung von 41.500 Transplantaten im Zeitraum (…) 2000 bis 2005 ist ungeklärt“, hieß es darin. US-Journalist Gutmann schätzte unabhängig von den Kanadiern die Anzahl der sich ständig in Haft befindlichen Falun Gong-Anhänger auf 450.000 bis 1 Million – und dass dem Organraub bis 2008 bis zu 65.000 Menschen zum Opfer fielen.

In den vergangenen Jahren hatte es dem Anschein nach so ausgesehen, als ob der Organraub im ganz großen Stil zurückgegangen sei – oder zumindest so, als ob Falun Gong und andere Andersdenkende nicht mehr so stark betroffen wären. Denn das KP-Regime war unter Druck geraten und änderte Gesetze, um den Verdacht zu zerstreuen.

Alles andere sei aber der Fall, erklärt nun der neue Report. Die gigantische Maschinerie sei nicht mehr zu stoppen, sagt Gutmann: „Ich glaube, hier geht es schon nicht mehr nur um Profit, sondern um eine Mischung aus Ideologie, Massenmord und Vertuschung, indem man Leute umbringt, die zu viel wissen.“

Der Report enthält eine Liste aller bekannten Kliniken Chinas, die Organe verpflanzen. 712 sind es insgesamt – und über 164 von ihnen wird detailliert gesprochen.

Das „Vorbild“ Dr. Li

Eines davon ist zum Beispiel das von der Armee geführte Nanjing General Hospital. Auf zwei Seiten erfahren wir Interessantes über die Karriere von Li Leishi, dem Gründer des dortigen „Nieren-Forschungszentrums“. Die KP gab ein Dokument heraus, das Ärzten befahl, Lis erfolgreiches „Arbeitsmodell“ zu studieren. Er hatte eines der am schnellsten wachsenden Nierentransplantations-Zentren Chinas eröffnet, und das Regime lobte ihn dafür.

In einem Interview aus dem Jahr 2008 erzählte der damals 82-jährige Li, er habe in der Vergangenheit in der Regel 120 Nieren pro Jahr verpflanzt. Mittlerweile seien es aber nur noch 70. Über einen weiteren Chef-Chirurgen hieß es im Jahr 2001, er habe „Hunderte Nierentransplantationen pro Jahr“ durchgeführt. Insgesamt elf Chefärzte und sechs Assistenz-Chirurgen beschäftigten sich in der Klinik mit Nierentransplantationen. Die Ermittler schätzen deshalb das Gesamtvolumen der Nierentransplantationen auf bis zu 1.000 OPs jährlich.

Erstaunliche Zahlen wie diese ziehen sich durch den gesamten Report:

Am Fuzhou-General-Hospital (ebenfalls dem Militär von Nanjing zugeordnet), verpflanzte Dr. Tan Jianming persönlich 4.200 Nieren bis zum Jahr 2014 – so seine Vita auf der Website des chinesischen Ärzteverbandes.

Das Xinqiao-Krankenhaus der Dritten militärisch-medizinischen Universitätvon Chongqing zählte 2590 Nierentransplantationen bis zum Jahr 2002. Einmal waren es sogar 24 an einem einzigen Tag.

Zhu Jiye, der Direktor des Transplantations-Instituts der Universität Pekingsagte im Jahr 2013: „Es gab einmal ein Jahr, in dem unser Krankenhaus 4.000 Leber- und Nierentransplantationen vornahm.“

Im Juni 2004 veröffentlichte das Medical Journal of the Chinese People’s Armed Police Forces eine Tabelle, in der es hieß: Das Beijing-Friendship-Hospital und das Nanfang-Krankenhaus in Guangzhou hätten bis Ende des Jahres 2000 mehr als 2.000 Nierentransplantationen durchgeführt. Drei andere Krankenhäuser hätten es gemeinsam auf 1.000 Nierenverpflanzungen gebracht. Die meisten dieser OPs müssen innerhalb von nur einem Jahr stattgefunden haben – denn Transplantation war bis Ende der 90er-Jahre in China eine medizinische Nische.

Seite für Seite liest man solche Mengenangaben mit Quellenverweisen: Zahlen aus offiziellen chinesischen Publikationen und Reden, internen Newslettern, Krankenhaus-Websites, medizinischen Zeitschriften, Medienberichten etc.

Eines macht stutzig: Die Krankenhäuser veröffentlichten diese beeindruckenden Zahlen erst ab dem Jahr 2000. Auch der Aufbau von Infrastrukturen im großen Stil und die Ausbildungsprogramme für Chirurgen fingen damals erst an – nachdem die Verfolgung von Falun Gong begonnen hatte.

Das "Erste zentrale Krankenhaus von Tianjin" ist nur eine der erwähnten Kliniken.

Das „Erste zentrale Krankenhaus von Tianjin“ ist nur eine der erwähnten Kliniken.

Foto: Hospital files

Wechselnde Erklärungsversuche

Woher hat das Regime die ganzen Organe? Die offizielle Erklärung änderte sich im Laufe der Zeit. Im Jahr 2001, als der erste Überläufer aus China behauptete, es würden zum Tode verurteilte Gefangene verwendet, dementierte man von offizieller Seite. In China gebe es in erster Linie freiwillige Spender, hieß es.

2005 deuteten jedoch Beamte erstmals an, dass Todeskandidaten dafür herhalten müssten. Nachdem 2006 der Vorwurf des Organraubs an Falun Gong-Praktizierenden laut wurde, erklärten chinesische Beamte schließlich, Todeskandidaten, die einer Organspende zugestimmt hätten, seien die primäre Quelle.

Die neue Studie kommt zu dem denkbar abscheulichsten Schluss: Der gesamte Sektor entstand wie aus dem Nichts – und wurde wohldurchdacht aufgebaut, nachdem plötzlich eine schier unerschöpfliche Organquelle verfügbar war.

Der Staat spielte beim Aufbau des blutigen Business eine treibende Rolle – und das auf zentraler wie lokaler Regierungsebene.

Staatlich gefördert

In den 90er-Jahren war Chinas Gesundheitssystem weitgehend privatisiert worden. Der Staat bezahlte nur noch die Infrastruktur und die Krankenhäuser mussten sich selbst finanzieren. Doch sobald Transplantation im großen Stil möglich wurde, unterstützten sowohl zentrale wie lokale Regierungen den Aufbau der Branche: Forschung und Entwicklung, Klinik-Neubauten, Fortbildungen für medizinisches Personal und die Ausbildung Hunderter Chirurgen im Ausland.

Ein ganzer Pharmaziezweig spezialisierte sich auf Medikamente gegen Abstoßung, während Kliniken begannen, ihre eigenen Konservierungslösungen zu entwickeln – Chemikalien für den Organtransport.

Welche Entwicklungssprünge plötzlich möglich waren, zeigt das bereits erwähnte Renji-Krankenhaus. Es erlebte folgenden Anstieg seiner Transplantationsbetten: Ende 2004 waren es 13, nur zwei Wochen später bereits 23. Im Jahr 2007 verfügte man über 90, im Jahr 2014 über ganze 110 Betten.

Das Erste Zentralhospital von Tianjin erhielt im Jahr 2006 ein neues Gebäude mit 17 Stockwerken und 500 Betten, allein für Transplantationen. Es gibt noch viele solcher Beispiele. Der Bericht enthält auch Fotos der oft eindrucksvollen Gebäude.

Eine vielsagende Dankesbotschaft an die Regierung formulierte das Transplantationszentrum der China Medical University in Shenyang. Es schreibt auf seiner Website: „Für die Möglichkeit, jedes Jahr solch eine große Anzahl von Transplantationen durchführen zu können, müssen wir der Regierung für all ihre Unterstützung danken. Insbesondere haben der

Oberste Volksgerichtshof, die Oberste Volksstaatsanwaltschaft, das Büro für öffentliche Sicherheit, das Justizsystem, das Gesundheitsministerium und das Ministerium für Zivile Angelegenheiten gemeinsam Gesetze erlassen, die die Organbeschaffung unter staatliche Hilfe und Schutz stellen. Dies ist einzigartig auf der Welt.“

Die unbekannte Bilanz

Die Autoren der Studie wollten die Opferzahl nicht konkret schätzen. Zwar ist es möglich, dass verschiedene Organe eines Menschen für mehrere Empfänger verwendet werden, doch ist dies in China unwahrscheinlich. Die medizinische Entwicklung ist noch nicht so weit. Bis zum Jahr 2013 wurden lediglich Ad-hoc- und lokalisierte Matching-Systeme verwendet. Chinesische Chirurgen beklagten bereits die große Verschwendung, da pro Spender meist nur ein Organ zum Einsatz komme.

Der China Medicine Report schrieb dazu Ende 2004: „Weil China derzeit kein interaktives Registrierungssystem für Organe besitzt, wird pro Spender manchmal nur eine einzige Niere verwendet und viele andere Organe werden einfach verschwendet.“ David Matas sagte auf der Pressekonferenz am 22. Juni: „Es gab zwar einige Fälle, in denen mehrere Organe einer Person verwendet wurden, aber statistisch war dies unbedeutend.“

Laut Lan Liugen, dem stellvertretenden chirurgischen Direktor der Armee-Hospitals 303 in der Provinz Guangxi sollen Anfang 2013 nur zwei chinesische Kliniken dazu fachlich in der Lage gewesen sein. Er sagte damals: „Solche Operationen nutzen die Spender-Ressource bestmöglich. Derzeit gelingt nur Ländern wie den USA, Deutschland und Japan die gleichzeitige Verpflanzung (…).“

Die Gesamtzahl der OPs, die seit 16 Jahren stattfanden, muss zwischen 1,5 und 2,5 Millionen betragen haben, vermuten die Autoren. Sie schätzen, dass jährlich 60.000 bis 100.000 Organe verpflanzt wurden. „Ein schleichender Völkermord“, so Ethan Gutmann.

Zum Bericht der englischen EPOCH TIMES

http://www.epochtimes.de/

Erstes Gold-Fixing: China positioniert den Yuan gegen den Dollar

Am Dienstag wurde in Schanghai zum ersten Mal ein Referenzpreis für Gold bestimmt. Damit tritt die Shanghai Gold Exchange mit dem Yuan in direkte Konkurrenz zum Handelsplatz London, wo der Goldpreis in Dollar festgelegt wird. Experten sehen in dem Schritt eine weitere Maßnahme Chinas, sich von der Weltleitwährung Dollar zu emanzipieren.

Der Goldpreis wird fortan auch in Schanghai in Yuan bestimmt. So könnte sich bald der Yuan gegen den Dollar positionieren. (Foto: dpa)

Der Goldpreis wird fortan auch in Yuan bestimmt. (Foto: dpa)

Am Dienstag wurde an der Edelmetallbörse Shanghai Gold Exchange (SGE) zum ersten Mal der Goldpreis in der Landeswährung Yuan bestimmt. Ein Gramm des Edelmetalls kostete demnach 256,92 Yuan (etwa 35 Euro), basierend auf einem Kontrakt für ein Kilogramm Gold. Der Preis wird fortan zweimal täglich von 18 Finanz- und Handelsinstitutionen bestimmt – neben 15 chinesischen auch von drei ausländischen (der britischen Standard Chartered Bank, der australisch-neuseeländischen ANZ Bank sowie vom Schweizer Goldhandelshaus MKS).

Eine Preisbestimmung an der SGE erscheint logisch, weil China nicht nur der wichtigste Importeur des Rohstoffes, sondern inzwischen auch dessen größter Produzent ist. In den vergangenen Monaten hatte die chinesische Zentralbank ihre Goldbestände immer weiter aufgestockt, was zu Spekulationen führte, wonach China die Einführung eines neuen Goldstandards plane. Auch andere wichtige Staaten Asiens verzeichnen eine hohe Nachfrage nach Gold – darunter Russland, Indien und Kasachstan.

Bei der Einführung eines chinesisch dominierten Goldpreises dürfte es sich Beobachtern zufolge um eine Maßnahme zur weiteren Profilierung des Yuan handeln. „Ein Yuan-Goldpreisfixing bedeutet, dass die Chinesen ganz offensichtlich die Yuan-Verwendung stärken wollen – dass sie ihre Währung als eine Alternative zum US-Dollar positionieren wollen. (…). Mit dem chinesischen Vorstoß entsteht ein Konkurrenzangebot zum Londoner Goldpreis-Fixing. London ist bekanntlich der weltweit bedeutendste Marktplatz für das Gold. Seit dem 20. März 2015 wird hier mittels einer elektronischen Auktionsplattform zweimal täglich der LBMA Gold Price ermittelt“, schreibt der Chefökonom von Degussa Goldhandel, Thorsten Polleit.

Der Dollar beziehungsweise London dürften mittelfristig zwar ihre Vormachtstellung auf dem Goldmarkt behalten, aber allein die Tatsache, dass es mit Schanghai nun eine Alternative gäbe, sei für den internationalen Goldmarkt positiv, so Polleit. „Was sind die Folgen? Zunächst einmal dürfte das Yuan-Goldpreis-Fixing wichtig sein für den Handel an der SGE: Es erhöht das Goldhandelsvolumen an der SGE. Beispielsweise werden vermutlich Goldexporteure und auch chinesische Importeure es künftig als vorteilhaft(er) erachten, einen Teil ihrer Transaktionen an der SGE abzuwickeln beziehungsweise Handelskontrakte am Yuan-Goldpreisfixing anstelle des LBMA Gold Price auszurichten. So gesehen steigt der Wettbewerb an den Goldhandelsplätzen, und das sollte die Transaktionskosten senken“, schreibt Polleit.

Ein möglicher Nachteil sei, dass es mit steigender Zahl der Handelsplätze tendenziell zu einer Verschlechterung der Liquidität an den einzelnen Orten kommen könnte. Die Preisfindung würde zudem eine verstärkte Arbitrage-Tätigkeit zwischen den einzelnen Märkten erfordern, die vor allem den am Handel Beteiligten, nicht aber den Goldkäufern und -verkäufern nutzen würde. Insgesamt dürfte ein Goldfixing in Yuan die Attraktivität des Edelmetalls jedoch stärken, was sich wiederum positiv auf die Goldnachfrage und -produktion auswirken könnte.

Die Bestimmung des Goldpreises in Yuan ist eine strategische Entscheidung der chinesischen Führung. Deren letztendliches Ziel ist es, sich von der Weltleitwährung Dollar zu emanzipieren und den Yuan als Alternative aufzubauen. Mit dem Einstieg in das Goldfixing werden Infrastrukturen erschaffen, die es ermöglichen, den Einfluss des Yuan auf dem internationalen Goldmarkt in Zukunft weiter auszubauen.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/

Konkurrenz für die Weltbank: Die AIIB wurde feierlich eröffnet

Epoch Times, Sonntag, 17. Januar 2016 07:42
Die Asiatische Infrastruktur-Investmentbank (AIIB) ist offiziell eröffnet. Heute wird über die ersten Projekte beschlossen, es tagen der Verwaltungs- und der Aufsichtsrat. Deutschland will in den Jahren 2016 bis 2019 rund 900 Millionen Dollar einbringen.
Staatschef Xi Jinping enthüllte die Skulptur der AIIB auf der Eröffnungsfeier der AIIB am 16. Januar 2015 in Peking
Staatschef Xi Jinping enthüllte die Skulptur der AIIB auf der Eröffnungsfeier der AIIB am 16. Januar 2015 in Peking

Nachdem im Dezember die Ratifizierungsurkunden von 17 Staaten vorlagen und die Abkommen in Kraft treten, hat nun die offizielleEröffnungszeremonie stattgefunden.

Chinas Staatschef Xi Jinping und Premier Li Keqiang eröffneten die feierliche Zeremonie. Zu den Feierlichkeiten kamen Vertreter anderer Staaten, multilateralen Banken und Finanzinstituten. Der erste Präsident der AIIB, Jin Liqun, bezeichnete die Eröffnung als „einen wahrlich historischen Anlaß“.

Derzeit sind 57 Staaten Mitglieder der AIIB, auch Deutschland nimmt teil. DieAIIB wird ihren Hauptsitz in Peking haben. Es ist vorgesehen, dass das Stammkapital der Bank 100 Milliarden Dollar beträgt, den größten Teil davon erbringt China. Der Verwaltungsrat wird seine erste Sitzung kurz nach der Aufsichtsratsitzung abhalten.

Die AIIB wird in den Medien als eine chinesische Alternative zur Weltbank bezeichnet. China, Indien, Russland, Deutschland, Südkorea und Australien sind die sechs größten Teilhaber der AIIB. China hält mit 30,34 Prozent den Hauptanteil der Aktien, Indien 8,52 und Russland 7,5 Prozent der Anteile. Deutschland ist mit 4,1 Prozent vertreten.

Deutschland will in den Jahren 2016 bis 2019 rund 900 Millionen Dollar zuschießen und daneben 3,6 Milliarden Dollar Gewährleistungen ab 2016 übernehmen. Das deutsche Finanzministerium begründete seine Beteiligung damit, dass die Bundesregierung über multilaterale Finanzinstitutionen Infrastrukturprojekte fördern will. (ks)

http://www.epochtimes.de/china/konkurrenz-fuer-die-weltbank-die-aiib-wurde-feierlich-eroeffnet-a1299678.html

In China öffnet ein Rivale der Weltbank

Freigeschaltet am 16.01.2016 um 17:23 durch Thorsten Schmitt

Xi Jinping, 2013

Xi Jinping, 2013
Foto: Antilong
Lizenz: CC BY-SA 3.0
Die Originaldatei ist hier zu finden.
In Peking hat die Eröffnungszeremonie der Asiatischen Infrastruktur-Investmentbank (AIIB) stattgefunden, meldet die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua.

Die deutsche Ausgabe des russischen online Magazins „Sputnik“ schreibt auf ihrer Webseite weiter: „Die Eröffnungsrede hielt Chinas Staatschef Xi Jingping. Russland repräsentierten bei dieser feierlichen Zeremonie der Chef des Ministeriums für Wirtschaftsentwicklung, Alexej Uljukajew, und der Vize-Finanzminister Sergej Stortschak.

Es ist vorgesehen, dass das Stammkapital der Organisation 100 Milliarden US-Doller beträgt, den größten Teil davon wird China einbringen.  Der Hauptsitz der AIIB befindet sich in Peking.

Die Idee, eine neue internationale Finanzorganisation zu schaffen, äußerte der chinesische Staatschef Xi Jingping im Jahr 2013. Im Oktober 2014 unterzeichneten 21 Länder (hauptsächlich aus Asien) das Abkommen über die Gründung der Bank. Später schlossen sich ihnen weitere 36 Länder an, darunter Russland und  führende EU-Länder – Großbritannien, Deutschland, Frankreich und Italien.

Wie die Agentur TASS konkretisiert, habe Russland 5,92 Prozent der Stimmen in der neuen Organisation erhalten, womit es nach China und Indien den dritten Platz einnimmt.

Die Medien bezeichnen die Asiatische Infrastruktur-Investmentbank als eine chinesische Alternative zur Weltbank und zur Asiatischen Entwicklungsbank. Peking meint, diese internationalen Organisationen seien zu sehr dem Einfluss der USA und ihrer Bündnispartner ausgesetzt.“

Quelle: Sputnik (Deutschland)

http://www.extremnews.com/nachrichten/weltgeschehen/6d3a15a6ac6d5aa

Militärische Befestigungen: Bereitet sich Japan auf einen Krieg mit China vor?

Die JS Izumo, Hubschrauberträger der Japanischen Selbstverteidigungskräfte. Bild: Wikimedia / Dragoner JP CC BY-SA 3.0

Die JS Izumo, Hubschrauberträger der Japanischen Selbstverteidigungskräfte. Bild: Wikimedia / Dragoner JP CC BY-SA 3.0

Angetrieben von den USA, beginnt Japan mit der militärischen Befestigung seiner Inselkette im Ostchinesischen Meer um ein Bollwerk gegen China zu errichten. Sind dies Kriegsvorbereitungen?

Von Marco Maier

Offiziell geht es Japan laut Angaben von Militär und Regierung darum, China von der Beherrschung des Westpazifiks abzuhalten. Allerdings steigt der Druck Washingtons auf die Verbündeten in der Region, zu denen auch das Kaiserreich gehört, die Militarisierung voranzutreiben. Territoriale Konflikte zwischen China und Japan fördern das Ganze dazu noch.

Demnach will Japan im Laufe der nächsten fünf Jahre die Truppen auf den Inseln im Ostchinesischen Meer um ein Fünftel auf 10.000 Mann erhöhen. Das klingt zwar nicht nach viel, allerdings ist dies mit der Installation einer rund 1.400 Kilometer langen Linie aus Anti-Schiff- und Anti-Flugzeug-Raketenbatterien zwischen dem japanischen Festland und Taiwan verbunden, wie RT berichtet.

Eine solche „Abwehrkette“ hin zum Westpazifik wäre demnach zwar weiterhin für chinesische Kriegsschiffe und Kampfjets durchlässig, da es sich um internationale Gewässer handelt, dennoch wären sie stets im Fokus der japanischen Militärs.

Betrachtet man die jüngste Änderung der japanischen Militärdoktrin, die geplanten Waffenlieferungen an Taiwan, die erneute Annäherung der USA an die Philippinen und weitere taktische Maßnahmen Washingtons in der Region, ergibt sich daraus langsam ein Muster, welches ein militärisches Einschnüren Chinas an der gesamten maritimen Flanke aufzeigt. Beinahe könnte man hierbei schon sagen, dass dies Kriegsvorbereitungen gegen China gleicht.

https://www.contra-magazin.com/2015/12/militaerische-befestigungen-bereitet-sich-japan-auf-einen-krieg-mit-china-vor/

Historische Entscheidung: Yuan steigt zu Reservewährung im IWF auf

Markus Gärtner

Chinas Renminbi – oder Yuan, wie er im Englischen genannt wird – ist jetzt offiziell eine Reservewährung. Der Internationale Währungsfonds nahm am Montag in einer Sitzung unter Führung von IWF-Chefin Christine Lagarde den Yuan in den Korb elitärer Leitwährungen auf. China musste lange auf diesen Schritt warten. Seit dem Jahr 2000 war der Währungskorb des IWF nicht mehr geändert worden.

Damals wurde der neu eingeführte Euro aufgenommen, er löste die Deutsche Mark und den französischen Franc ab. Bisher gehören dem Währungskorb des IWF, der als Preisbasis für Notkredite an Wackelländer dient, lediglich der Dollar, der Euro, das britische Pfund und der japanische Yen an.

Bestimmte Verpflichtungen seitens der Chinesen sind mit der viel beachteten Aufnahme nicht verbunden. Aber die Entscheidung des IWF hat enorme symbolische Bedeutung. Sie adelt den Yuan als eine der wichtigsten Währungen auf der Welt.

Die Volksrepublik kommt damit einen deutlichen Schritt näher an ihr Ziel, den US-Dollar als die unumstrittene Weltleitwährung abzulösen. Mit diesem Privileg können die USA fast beliebig Anleihen drucken und sich in ihrer eigenen Währung im Rest der Welt verschulden.

China ist mit knapp 1,26 Billionen US-Dollar in amerikanischen Staatsanleihen vor Japan zum größten internationalen Anleihegläubiger der USA aufgestiegen.

Mit der schrittweisen Liberalisierung seines Währungsregimes treibt China seit Jahren die Verbreitung des Yuan als Handels- und Abrechnungswährung voran. Neben Hong Kong, Singapur und London hat auch Frankfurt bereits Vereinbarungen mit den Chinesen zum Handel in Yuan.

Im März 2014 hatten die Notenbanken von Deutschland und China vereinbart, dass Frankfurt die erste europäische Stadt mit einem Abrechnungssystem für die Begleichung von Außenhandel in chinesischen Yuan wird.

Als Abrechnungswährung für den internationalen Handel hat sich der Yuan im August vor den japanischen Yen geschoben und ist zur viertwichtigsten Handelswährung auf der Welt geworden.

In weiten Teilen Asiens wird der Yuan auch im Einzelhandel akzeptiert. China rechnet bereits über ein Fünftel seines Außenhandels in der Währung ab.

Copyright © 2015 Das Copyright dieser Seite liegt, wenn nicht anders vermerkt, beim Kopp Verlag, RottenburgBildnachweis: Sean K / Shutterstock

Dieser Beitrag stellt ausschließlich die Meinung des Verfassers dar. Er muss nicht zwangsläufig die Meinung des Verlags oder die Meinung anderer Autoren dieser Seiten wiedergeben.

http://info.kopp-verlag.de/

China etabliert den Yuan als kommende Weltwährung

10. November 2015 – 17:30

Chinas Yuan soll bis 2020 die zweite Weltwährung werden. Foto: Elyyo/Wikimedia(PD)

Chinas Yuan soll bis 2020 die zweite Weltwährung werden.
Foto: Elyyo/Wikimedia(PD)

China möchte in den kommenden fünf Jahren das Weltwährungssystem revolutionieren. Präsident Xi Jinping hat im Rahmen der Präsentation des Fünf-Jahresplans 2015 bis 2020 angekündigt, dass die chinesische Währung Yuan zukünftig neben dem Dollar „die Weltwährung“ sein soll. Zu diesem Zweck hat Peking jetzt ein umfassendes Wirtschafts- und Finanzreformpaket gestartet.

Dabei soll durch klare Vorgaben der Notenbank das chinesische Währungssystem gestärkt werden. Klares Angriffsobjekt dieser neuen Weltwährung ist der US-Dollar und damit die ökonomische Weltherrschaft der USA.

BRICS-Staat China bringt die Währung ein

Die Etablierung des Yuan als zweite Weltwährung ist keineswegs ein Alleingang Pekings. Ganz im Gegenteil, China bringt durch seine Währung einen ganz wesentlichen Eckstein für eine alternative Weltordnung ein. An dieser multipolaren neuen Weltordnung arbeiten seit 2014 die sogenannten BRICS-Staaten, in denen Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika vereinigt sind.

Bisher haben die BRICS-Staaten bereits eine alternative Weltbank und einen alternativen Währungsfonds aus der Taufe gehoben. Währungspolitisch soll jetzt der Yuan dieses neue System abrunden.

https://www.unzensuriert.at