„Die Überflutungen sind eine Hochwasser-Katastrophe mit Ansage gewesen“


Ein erschütternder Leserbericht aus dem Katastrophengebiet

Ein Leserbericht.

Ich bin betroffen von der Katastrophe in Euskirchen. Meine Familie hat in Odendorf alles verloren, wir sind ohne Strom, warmes Wasser, Internet, Telefon oder Mobilfunk, alles an Hab und Gut ist weg. Ich bin weniger materiell betroffen, aber meine Familie hat es schlimm erwischt. Ich fange von vorne an: Die Überflutungen sind eine Hochwasser-Katastrophe mit Ansage gewesen. Bereits Wochen vor dem Unglück waren die Talsperren randvoll und die Böden so durchnässt, dass kein weiteres Wasser aufgenommen werden konnte. Die Informationen kann man bei den Talsperren-Ständen überprüfen. Die Wetterlage mit Dauerregen und Starkregen kann man ebenfalls online überprüfen.

Schon vorher hätte der Katastrophenschutz Wasser abpumpen müssen, um der angekündigten Wetterlage entgegenzuwirken. Am 14.7. wandelte sich der Dauerregen in Starkregen. Gullys und Kanäle waren bereits um 18:00 Uhr überflutet und Fontänen schossen, inklusive Teichfischen, aus den Straßen. Um 19:00 Uhr erreichten mich die ersten Bilder von Odendorf, das Auto meiner Schwiegertochter und das von deren Mutter schwammen bereits, der kleine Bach hatte sich in ein tosendes, reißendes Gewässer verwandelt, Straßen überflutet, Schienen unterspült. Das Untergeschoss war geflutet und man flüchtete ins Obergeschoss. Inzwischen war bereits Euskirchen überschwemmt, Stromausfälle und Kommunikation lagen bereits lahm.

Das Wasser war überall. Die Fußgängerzone, Parkhäuser, Wohnhäuser, Geschäfte – alles unter Wasser. In Odendorf drückte das Wasser mit aller Gewalt durch die Decke des Obergeschosses. Möbel und Elektrogeräte schwammen gegen die Wände, schlugen an die Decke. Meine Familie flüchtete über den Speicher aus dem inzwischen gefluteten Haus, mit einer 4-Jährigen! Zu dem Zeitpunkt hing alles an der freiwilligen Feuerwehr. Kein Katastrophenschutz, keine Bundeswehr. Das THW und anliegende Bauern mit Güllepumpen waren die einzige Unterstützung.

Der Nachbar meiner Familie ertrank im eigenen Haus. Am nächsten Tag war das Ausmaß in Euskirchen katastrophal. Wir waren komplett von der Außenwelt abgeschnitten und Nachbarn halfen sich gegenseitig. Das schrottreife Inventar wurde aus den Häusern geräumt.


Die Grundversorgung ist tot. Man brauchte Lebensmittel, aber Geschäfte waren bis auf wenige geschlossen und man konnte nur mit Bargeld bezahlen. Hat man uns doch während Corona eingetrichtert, dies zu vermeiden. In der wenig betroffenen Filiale einer Sparkasse war Bargeld-Auszahlung auch 2 Tage nach dem Hochwasser nicht möglich. So sprangen wieder Nachbarn ein, damit wenigstens Wasser gekauft werden konnte. Wir haben 500 Meter in 45 Minuten geschafft mit dem Auto, sind dann umgedreht. Man konnte niemanden erreichen, das Handy-Netz ist bis heute tot. Odendorf ist nicht betretbar, wir waren nicht informiert, da ja weder Radio noch Fernseher Empfang hatten. Wenn man denn überhaupt noch ein Gerät hat … in der Zwischenzeit kommt es zu Plünderungen in der Innenstadt. Ohne Strom keine Sicherheit – diejenigen, die mit leerem Blick Schutt, Schlamm und Müll kehren, sind nicht mehr in der Lage, sich zu wehren. Das war ein Augenzeugen-Bericht meines Schwagers.

Das Haus ist eine Ruine

Alles liegt in Trümmern, Pflastersteine weggerissen, alle Geschäfte zerstört. 24/7-Sirenen, Rettungskräfte, Hubschrauber, man fühlt sich wie im Krieg. Man schläft nicht. Um 4.00 Uhr nachts der erste Empfangsbalken auf dem Handy. Verzweifelte Versuche, die Familie in Odendorf zu erreichen. Zwecklos. Kein Empfang. Endlich die Vermisstenstelle erreicht. Odendorf wurde evakuiert, aber man hatte keine Listen, wer evakuiert worden ist. Diese Liste wird aufgenommen aufgrund der Anrufe, die Vermisste melden. Zwei Tage verzweifelte Suche nach dem Sohn, seiner Frau, ihrer Mutter und meiner Enkeltochter. Am 16.7. dann endlich gefunden, in einem 15 km entfernten Ort. Sie haben alles verloren. Inzwischen ist deren Auto kopfüber auf den Bahnschienen in Odendorf gefunden worden. Das Haus ist eine Ruine.

Unser „öffentlich-rechtliches Fernsehen“ sind Nachbarn und Bekannte, die sich austauschen. Aber wir haben gehört, wie traurig unsere Kanzlerin ist, wie betroffene Politiker unsere Orte aufsuchen. Ernsthaft? Wir wurden nicht geschützt, Hilfe kommt von Anwohnern! Wir bieten Schlafplätze, organisieren Kleidung und Essen, bereitgestellt von Privatunternehmen, Nachbarn und Freunden. Wir brauchen kein Mitleid! Wir brauchen dringend und unbürokratisch Hilfe in Form von Geld! Man hat hier alles verloren: Häuser, Autos, Hab und Gut, Fotos, Spielzeug. Alles! Wir in den betroffenen Gebieten sind gemeldet, haben eine Steuernummer, über die Soforthilfe verteilt werden kann! Wir brauchen eine Grundversorgung! Wie sollen wir Wasser abkochen ohne Strom?

Luisa Neubauer streikt für uns und das Klima? Bitte lass es sein! Mach Geld locker, Deine Familie hat genug! Das Letzte, was wir brauchen, sind springende, unfähige Aktivisten! Wären wir mit E-Autos hier weggekommen? Wo hätten wir die laden sollen? Macht Euch mit Schaufel, Werkzeug und Notstromaggregaten auf zu uns und helft aktiv! Ich gebe der Politik die Schuld an der Misere. Wir waren schutzlos und mutwillig der Katastrophe ausgeliefert. Alle waren vorgewarnt, aber man hat abgewartet und geguckt, wie schlimm es wird. Jetzt nehmt gefälligst Geld in die Hand und helft den Menschen, die alles verloren haben. Geld aus Maskendeals, Kindergeld ins Ausland, Geld für ein nutzloses Europa, Geld für China, Indien etc. brauchen jetzt wir! Mitleid und Diskussionen könnt Ihr Euch schenken. Sichert unsere Grundversorgung! Packt mit an! Wir können jede helfende Hand gebrauchen.

Wir sind traumatisiert. Jeder hat irgendwen verloren, den er kennt. Und es ist noch nicht vorbei. Danke für nichts, gar nichts. Man kann sich unsere Situation nicht im Entferntesten vorstellen! Aber ich bin dankbar für den unermüdlichen Einsatz der Helfer! Ich bin traurig mit den Menschen, die ihre Angehörigen und Freunde verloren haben. Und ich bin wütend, weil man es vielleicht nicht vermeiden, aber mildern hätte können.

Normalerweise bitte ich an dieser Stelle für Unterstützung für meine Seite. Heute möchte ich Sie bitten, den Opfern des Hochwassers zu helfen. Hier drei Spenden-Möglichkeiten:

  •  Stichwort: Hochwasser-Hilfe. Weitere Spendenmöglichkeiten: http://www.diakonie-rwl.de/hochwasser-hilfe
  • Diakonie Wuppertal: Diakonisches Werk Wuppertal; Stadtsparkasse Wuppertal; Iban DE31 3305 0000 0000 5589 24; Bic WUPSDE33XXX, Stichwort „Hochwasser“.
  • Gemeinschaftsstiftung für Wuppertal; IBAN: DE43 3305 0000 0000 1157 09; BIC/SWIFT-Code: WUPSDE33XXX

Gastbeiträge und Leserbeiträge geben immer die Meinung des Autors wieder, nicht meine. Ich schätze meine Leser als erwachsene Menschen und will ihnen unterschiedliche Blickwinkel bieten, damit sie sich selbst eine Meinung bilden können.
Bild: M M Stock Photo/Shutterstock (Symbolbild, Hochwasser Bonn 2018)
Text: Gast

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5 Kommentare zu “„Die Überflutungen sind eine Hochwasser-Katastrophe mit Ansage gewesen“

  1. DANKE chichi1940
    das liest sich ermutigend. Der Diakonie traue ich auch nicht. Geld nur direkt an die Opfer. Wenn die Organisationen das erst mal haben, versickert es auf irgend eine Weise. Das war allzuoft der Fall. Ich werde mit dem Organisator unserer Flohmärkte reden. Vielleicht hat er ein offenes Ohr und fährt den Rest, der diesmal übrig bleibt direkt in unser „Kriegsgebiet“. Danke, Ihre Hilfsbereitschaft ist ansteckend.

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  2. Verdammich, das hört sich ja ganz böse an! Stelle ich mir ganz schlimm vor, wenn von dem einstigen Haus & Co. nichts mehr vorhanden ist oder nur noch eine Ruine da steht. Erinnert mich ganz schwer an Sachsen 2001. Mal sehen, ob ich wieder was auf die Beine stellen kannii. Der Diakonie und ähnlichen Einrichtungen traue ich nicht über den Weg. Da habe ich meine eigenen einschlägigen Erfahrungen gemacht. Selbst ist die Frau! Die Eifel ist ja von uns nicht so weit weg, wie Sachsen. Da waren wir mit dem Lastwagen über 8 Stunden unterwegs. Drckt die Daumen, daß ich wieder nette Leute hilfsbereite finde!!!

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    • Hier eine neue, verwirrende Information:

      „Habe Informationen von freiwilligen Helfern der Flutkatastrophe, weil ich selber dorthin fahren wollte. Und zwar von „Eltern Stehen auf hilft“. Ich las dann, dass die vor Ort (Ahrweiler) in ihrer Arbeit zu helfen, massiv blockiert werden (von Behörden und Polizei), weil sie ja „rechtsextreme“ sein sollen. Darauf rief ich den Koordinator vor Ort an, um zu erfahren, was da dran ist, und ob es überhaupt sinnvoll ist, da jetzt hin zu fahren (ich bin Psychologe, Psychotherapeut, Traumatherapeut, Coach, Pädagoge und Rettungsassistent, und war bei internationalen Krisen, wie Tsunami 2004, Fukushima, etc).
      Dort erfuhr ich dann, dass tatsächlich die Helfer blockiert werden, und dass der Krisenstab gerade zwei mögliche Szenarien plant: das mildeste ist, dass sie in Zwangsquarantäne gehen müssen, Zwangstestungen. Das heftigste ist, dass sie eingekesselt werden, dann auch eine Zwangsimpfung bekommen sollen.
      Sie halten beides für sehr wahrscheinlich, wissen nicht, wie lange sie erreichbar sind (die sollen auch kein Strom und keine Handys mehr nutzen dürfen). Sie bitten, dass dies in möglichst vielen Kanälen verbreitet wird. Nämlich, damit dies nicht passiert, weil es dann bekannt wäre. Der Koordinator warnte ganz eindringlich, jetzt gerade dorthin zu fahren.“ …. Dies war um ca. 18:40 Uhr. Quelle: https://t.me/aerzte/20902

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      • Zu diesem Thema hat sich inzwischen einiges getan, was nicht nur höchst unerffrulich, sondern hochkriminell ist. Das Ausmaß dieses Unglücks hätte vermieden werden können, wenn die nicht legitimierte „Regierung“ und die vor Ort die erfolgten Warnungen ernst genommen hätten. Sie wurden vollständig ignoriert und ich gehe inzwischen davon aus, daß das mit voller Absicht geschehen ist! WARUM wurden die Warnungen unterlassen und zumindest viele Menschenleben gerettet?! Der Sohn einer Bekannten, die nicht allzuweit von der Ahr leben, ist mit einigen seiner Kumpels mit schwerem und leichten Gerät am Samstag hingefahren, um zu helfen. Sie kamen von unten wegen der Zerstörungen nicht dran und sind von oben hin. Vor Ort auf dem Berg (hat sie nicht geschrieben wo und die Ahr ist lang!) waren viele Helfer, THW usw., aber sie kamen nicht runter. So hat sich ein Erkundungstrupp nach unten auf den Weg gemacht, einer davon hat sein kleineres Gerät gleich mitgenommen und ist auch geblieben. Die anderen haben geprüft, welche Geräte (Baumaschinen und Co.) sie mit runter nehmen sollten und sind wieder zurück. Es gab einen einzigen Bagger im Ort! Die Leute ffreuten sich, als sie hörten, sie wollten helfen.Als sie oben ankamen, war die Polizei da und hat ihnen nicht nur untersagt, sondern verboten, runter zu fahren!!!!! Sie hatten einen Arzt dabei, der die Kranken vor Ort versorgen wollte, der sagte dann, was sie machen wollten, wenn er trotzdem runter führe. Antwort: „Wir haben Munition dabei“! Sie haben also einen Arzt mit der Waffe bedroht, wenn er runter fährt!!!!! Sie sind unverrichteter Dinge wieder nach Hause gefahren. Er hatte im Ort seine Mobilnummer hinterlassen, um in Verbindung zu bleiben. Als er zu Hause ankam erhielt er einen Anruf und wurde gefragt, wo der Arzt bleibt, den er versprochen hatte? Er hat demjenigen dann die Sachlage erklärt.
        Ich habe den Brief von ihr veröffentlicht, weil sie ihre Erlaubnis dazu gegeben hat, denn ich finde, daß sol etwas die Runde machen muß. Ich habe dann noch mit ihr telefoniert und sie hat mir dann noch einiges mehr erzählt, was im Brief gar nicht drin stand. Es muß richtig bösartig gewesen sein, wie sich die Polizei und die dortigen „Behrden“ aufführten.
        In Sachsen hatte ich mit meinen Hilfslieferungen NULL Probleme! und hier untrbinden sie jede Hilfe?! WAS IST IN DIESEM LAND LOS?! WAS IST DAS FÜR EIN VERKOMMENES PACK, DAS JEDE HILFE UNTERSAGT?!
        Die Menschen vor Ort werden voll im Stich gelassen – und sie haben Hilfe dringend nötig! Sie wurden auch mit Sicherheit nicht gefragt, was SIE wollen!

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