Spediteurverband: Die Lage verschlimmert sich „von Stunde zu Stunde“

So wie der politische Wille es wünscht. Mal bleiben die Grenzen zu mal sind sie sehr weit geöffnet. R.

RND-InterviewCoronavirusVerkehr

  • Seit Montag müssen Einreisende aus Tschechien und Tirol negative Corona-Tests vorweisen.
  • Der Verband der Spediteure kritisiert massiv die strengen Kontrollen an den Grenzen und fordert freie Fahrt für den Güterverkehr.
  • Vorstandssprecher des Bundesverbandes Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL), Dirk Engelhardt, informiert im RND-Interview über mögliche Folgen.
Frank-Thomas Wenzel

Frank-Thomas Wenzel|15.02.2021, 19:18 Uhr

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Frankfurt am Main. Der Verband der Spediteure kritisiert die neuen Einreisebeschränkungen für Reisende aus Tschechien und Tirol scharf. Die Folgen könnten dramatisch sein, warnt BGL-Vorstandschef Dirk Engelhardt im Gespräch mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

Herr Engelhardt, wie ist die aktuelle Lage?

Sie verschlimmert sich von Stunde zu Stunde. Die italienische Regierung hat am Montagmorgen begonnen, die Brennerautobahn schon ab Verona zu sperren und zu kontrollieren, welche Lkw in Richtung Deutschland unterwegs sind. Der Rückstau an der tschechischen Grenze war am Montagmittag auch bereits 20 Kilometer lang. Dem Transportwesen wurde ein Bärendienst erwiesen.

Und es wird sich weiter verschlimmern?

Die Lage wird in den nächsten Tagen sehr schnell eskalieren. Wenn nur ein weiteres Nachbarland zum Virusvariantengebiet wird, dann potenziert sich das Problem zusätzlich noch. Autobauer müssen die Fertigung stoppen, und Lücken in Supermarktregalen werden die Folge sein – und wir wissen alle, welche verheerenden Folgen es hatte, als Klopapier oder Nudeln vermeintlich knapp waren. Dominoeffekte wären die Folge.

Frankfurt am Main. Der Verband der Spediteure kritisiert die neuen Einreisebeschränkungen für Reisende aus Tschechien und Tirol scharf. Die Folgen könnten dramatisch sein, warnt BGL-Vorstandschef Dirk Engelhardt im Gespräch mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

Herr Engelhardt, wie ist die aktuelle Lage?

Sie verschlimmert sich von Stunde zu Stunde. Die italienische Regierung hat am Montagmorgen begonnen, die Brennerautobahn schon ab Verona zu sperren und zu kontrollieren, welche Lkw in Richtung Deutschland unterwegs sind. Der Rückstau an der tschechischen Grenze war am Montagmittag auch bereits 20 Kilometer lang. Dem Transportwesen wurde ein Bärendienst erwiesen

Und es wird sich weiter verschlimmern?

Die Lage wird in den nächsten Tagen sehr schnell eskalieren. Wenn nur ein weiteres Nachbarland zum Virusvariantengebiet wird, dann potenziert sich das Problem zusätzlich noch. Autobauer müssen die Fertigung stoppen, und Lücken in Supermarktregalen werden die Folge sein – und wir wissen alle, welche verheerenden Folgen es hatte, als Klopapier oder Nudeln vermeintlich knapp waren. Dominoeffekte
Bei den coronabedingten Grenzkontrollen zwischen Frankreich und Großbritannien vor wenigen Wochen hat die französische Regierung zunächst mit Großbritannien gemeinsam ein Testszenario entwickelt, dann die Testinfrastruktur aufgebaut und dann erst die obligatorischen Tests eingeführt. Für uns ist nicht nachvollziehbar: Wenn ein Lkw-Fahrer im Transit durch Tirol isoliert im Fahrerhaus fährt, warum muss er sich dann negativ testen lassen?

Lkw-Fahrer sind ungefährlich?

Ich erinnere an die Green-Lane-Guideline, die die EU unter deutscher Präsidentschaft auf den Weg gebracht hat, um den Fluss des Warenverkehrs zu gewährleisten. Einige Monate später erinnert man sich daran nicht mehr und macht einen derartigen Blödsinn. Bei den Tests von Lkw-Fahrern vor Weihnachten wurden in Dover seinerzeit 0,15 Prozent positiv getestet. Der Fahrer ist isoliert in seinem Fahrerhaus. Am Ziel öffnet er isoliert auf dem Betriebsgelände den Lastwagen, schließt den Lkw nach der Entladung wieder und hat keinerlei Kontakt mit jemandem. Man könnte jetzt noch vorschreiben, dass die Fahrer das Fahrzeug nur mit FFP2-Maske verlassen dürfen.

Bitte hier weiterlesen:

https://www.rnd.de/wirtschaft/spediteurverband-zu-grenzkontrollen-die-lage-verschlimmert-sich-von-stunde-zu-stunde-GRKBIRFWZVE43CGCPASP23KZMA.html

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