Kritik an Corona-Politik: Söders Säuberungen in Bayern

ETHIKRATMITGLIED MUSS GEHEN

Bild: Kremlin.ru / CC BY

In Bayern müssen kritische Stimmen den Zorn des Ministerpräsidenten und CSU-Chefs Markus Söder fürchten. Vor allem, wer der Corona-Politik widerspricht, fällt den Söderschen Säuberungen zum Opfer.
Dies musste jetzt auch der Ökonom und Philosoph Christoph Lütge feststellen. Der Professor für Wirtschaftsethik an der Technischen Universität in München wurde aus dem bayerischen Ethikrat entfernt, schließlich hatte er seit Monaten die Corona-Maßnahmen – und damit die allerhöchste Politik des Landeschefs – scharf kritisiert.

Lockdown ist mittelalterlich

Die Absetzung des kritischen Professors erfolgte durch einen einstimmigen Beschluss des Kabinetts. Die bayerische Staatskanzlei erklärte zu der Entlassung, dass „wiederholte öffentliche Äußerungen von Herrn Professor Lütge, die mit der verantwortungsvollen Arbeit im Ethikrat nicht in Einklang zu bringen sind und auf Dauer dem Ansehen des Gremiums Schaden zufügen könnten.“

Lütge hielt unter anderem den Lockdown für „mittelalterlich“ und forderte dessen sofortige Aufhebung. Auch die neuerlichen Beschlüsse der Bundesregierung und der Länder, wonach der Lockdown verlängert wird, machten in „fassungslos“, wie er auf Twitter schrieb. Bereits im Jänner hatte er für Aufsehen gesorgt, als er erklärte, dass das Durchschnittsalter der Corona-Toten bei ungefähr 84 Jahren liege und man dies bei den Lockdownentscheidungen berücksichtigen müsse, den in diesem Alter würden Menschen nunmal auch sterben, ob an Corona oder an etwas anderem.

Entlassung spreche „für sich“

Gegenüber dem Bayerischen Rundfunk bestätigte der Professor seine Abberufung aus dem Ethikrat, wollte diese aber nicht weiter kommentieren. Die Entlassung habe ihn zwar überrascht, zumal gerade der Ethikrat „kritisch und ergebnisoffen“ arbeiten solle, aber das Vorgehen spreche für sich. Der im Oktober 2020  gegründete Ethikrat ging eigentlich auf eine Initiative Söders zurück, um sich bei ehtischen Fragen beraten zu lassen. Auch Lütge wurde zunächst, wie auch die anderen Mitglieder des Gremiums als Experte gepriesen. Doch seine Offenheit war dem Ministerpräsidenten schließlich offenbar zu viel.

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Ein Kommentar zu “Kritik an Corona-Politik: Söders Säuberungen in Bayern

  1. Der Ethikrat wurde von Söder gegründet, weil er sich „beraten lassen wolklte“?!
    Daß paßt doch wieder wie Faust auf Auge: Ein Diktator will sich beraten lassen, wahrscheinlich faselt er auch von einer „Demokratie“, die er mit Füßen tritt?!
    Echt, ich hätte mich gerade vor Lachen über diesen Popans wegschmeißen können. Es ist wirklich verdrehte Welt! Absurdes Theater par excellence!
    Ei schöner Tag, wenn ich von solchen Pfeifen lese, hihihi……

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