Epidemiologe Prof. Dr. Bhakdi im SWR unerwünscht – Das „widerspricht unserem Auftrag“

Daran zeigt sich ganz eindeutig, welcher Art dieser Auftrag lautet. R.

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Von Reinhard Werner5. Oktober 2020Aktualisiert: 5. Oktober 2020 20:07

Prof. Dr. Bhakdi im Talk Spezial am 7. September 2020. (Symbolfoto)Foto: Screenshot/https://www.youtube.com/watch?v=_Hc-kyU4M0IWährend in Österreich oder der Schweiz eine offene Debatte mit dem Forscherehepaar Sucharit Bhakdi und Karina Reiss gepflegt wird, das die Corona-Maßnahmen ablehnt, bestätigt SWR-Intendant Kai Gniffke einem Leser, dass dessen Präsenz im TV unerwünscht sei.

Wie viel offenen Austausch – auch von umstrittenen Thesen – verträgt eine Gesellschaft unter den Bedingungen einer Pandemie? In Österreich haben Fernsehsender wie „Servus TV“ die Frage beantwortet, indem sie ein Format geschaffen haben, in dem Kritiker der Corona-Maßnahmen wie Infektionsepidemiologie Sucharit Bhakdi auf deren Verteidiger treffen.

Auch in der Schweiz treten Prof. Dr. Bhakdi und seine Ehefrau und Mitautorin des Buches „Corona Fehlalarm?“, Karina Reiss, vor elitären Klubs auf oder geben Zeitungsinterviews. In Deutschland haben sie hingegen nach wie vor de facto Bildschirmverbot.

Bhakdi: „Corona richtet Schaden an, ist aber kein Killervirus“

Anlässlich einer jüngst abgehaltenen Veranstaltung des Rotary Club Küssnacht-Rigi-Meggen in Vitznau (Kanton Luzern) mit Bhakdi und Reiss hat das Wissenschaftler-Paar auch der „Aargauer Zeitung“ ein Interview gegeben. Darin halten sie an ihrer Kritik an den Pandemie-Maßnahmen fest, die die meisten Staaten Europas ergriffen hatten.

Bhakdi beharrt auf der Einschätzung, COVID-19 sei „keine ungewöhnlich gefährliche Infektionskrankheit“. Diese begründet er mit der geringen Mortalität unter Personen, die das 70. Lebensjahr noch nicht vollendet hätten. Nicht die Zahl der Infektionen sei entscheidend, um die Gefährlichkeit einer Krankheit zu beurteilen, sondern die der Verstorbenen ohne Vorerkrankungen, die jünger als 70 Jahre seien. Und was dies beträfe, sei die Gefahr unterm Strich nicht größer als im Fall der Grippe. Bhakdi erklärt:

„Bei Menschen unter 70 Jahren liegt sie sogar eher tiefer als bei der Grippe. Wenn ein richtig gefährliches Virus zirkuliert wie SARS oder MERS, dann sterben daran auch junge Menschen. Wir behaupten nicht, das Coronavirus richte keine Schäden an, aber es ist kein Killervirus, das die ganze Welt bedroht. Deshalb sollte man diesem Virus auch keine unverhältnismäßig hohe Bedeutung beimessen.“

Schweden erlebt noch keinen Wiederanstieg

Reiss versucht, der wissenschaftlichen Kritik an dieser Einschätzung durch eine Differenzierung zu begegnen: Im Normalfall liege demnach die Sterblichkeit bei der Grippe zwischen und 0,1 und 0,2 Prozent – und damit unter jener von COVID-19, die 0,5 Prozent erreichen könne. Allerdings könne in schweren Grippejahren die Mortalität auch bei über ein Prozent liegen, sodass der Vergleich zulässig sei, zumal Grippewellen keine Lockdown-Maßnahmen nach sich zögen.

Bhakdi und Reiss hatten im Umgang mit der Corona-Seuche von Beginn an für jenen Weg plädiert, der in Schweden beschritten wurde – wo es nicht einmal in der heißesten Phase der Pandemie einen Lockdown gegeben hatte. Die Zahl der Infektionen hatte sich dort später beruhigt als in den Lockdown-Ländern, die Zahl der täglichen Todesfälle war deutlich höher als in vergleichbaren Staaten wie

Österreich und noch bis in den Juli hinein zweistellig – es gibt aber heute keine zweite Welle und die Seuche ist stabil unter Kontrolle.

Chronische Atembeschwerden nach Erkrankung „spekulativ“

Mit Blick auf die hohe Zahl der Todesfälle unter alten Menschen in Alten- und Pflegeheimen, die in der Zeit des Lockdowns als Kehrseite des schwedischen Modells angesprochen wurden, sieht Prof. Dr. Bhakdi die Ursache eher in den unzureichenden systemischen Voraussetzungen

„Die Schweden haben nicht mutwillig die Senioren wegsterben lassen. Unsere schwedischen Kollegen haben uns das Problem erläutert: Ein großer Teil des Pflegepersonals stammt aus dem Ausland und beherrscht die Landessprache zu wenig gut. Diese Menschen konnten die Instruktionen nicht lesen und wurden unzureichend instruiert. Das hat Schweden realisiert und steuert jetzt gegen.“

Auch von gravierenderen Langzeitwirkungen einer Corona-Erkrankung ist Bhakdi nicht überzeugt. Berichte über Atembeschwerden bei Corona-Patienten, die sich noch Monate nach der Genesung gezeigt hätten, hält er für „spekulativ“. Die Zeit seit Ausbruch des Virus sei noch zu kurz für seriöse Einschätzung – Thrombosen seien bei COVID-Patienten viel häufiger.

Diese jedoch würden vor allem durch Bewegungsmangel begünstigt, den Lockdown-Maßnahmen zwangsläufig verstärkten. Dies unterstreiche die These der beiden Forscher, wonach die Pandemie-Maßnahmen mehr Schaden anrichten würden als die Pandemie selbst. Reiss fügt hinzu, dass auch nach Erkrankungen an der „echten“ Grippe Beschwerden dieser Art noch wochenlang anhalten könnten.

„Englische Fassung ohne Polemik“

Auf Vorwürfe, ihr Buch sei „unwissenschaftlich“, erwidern Bhakdi und Reiss, es sei bewusst „populärwissenschaftlich“, damit „jeder es verstehen kann, auch Politiker“. Man habe aber alle Aussagen durch Referenten belegt. Für die bevorstehende Neuauflage des Buches habe Bhakdi den Dekan seiner Universität in Kiel angeschrieben und um Entgegnungen ersucht, sollte die Arbeit sachliche Fehler enthalten.
Kritiker hatten ihren Vorwurf, die Thesen von Bhakdi und Reiss seien „wissenschaftlich nicht haltbar“, unter anderem an einer Vielzahl rhetorischer Fragen und heftiger Polemik festgemacht. Die Autoren räumen gegenüber der Aargauer Zeitung ein, dass die Folgewirkungen des Lockdowns heftige Äußerungen im Buch begünstigt hätten. Es sei jedoch, so Bhakdi, „eine englische Version des Buches gerade erschienen, in der die polemischen Passagen entfernt worden sind“.

Gniffke: „Nicht jede Kritik muss von Medien aufgegriffen werden“

Im öffentlich-rechtlichen deutschen Fernsehen ist Prof. Dr. Bhakdi de facto nicht präsent. Er ist unter anderem wegen eines mittlerweile von YouTube gelöschten Videos ins Visier von „Faktencheckern“ geraten, die ihm vorwarfen, seine Annahmen, die darauf schließen ließen, dass die Gefährlichkeit des SARS-CoV-2-Erregers überschätzt werde, seien „oft nicht wissenschaftlich belegt“ und „verweisen vor allem auf Datenlücken“ – die jedoch „kein Grund [seien], Entwarnung zu geben“.

Der Publizist Boris Reitschuster zitiert aus einem Antwortschreiben des SWR-Intendanten Kai Gniffke an einen Zuschauer, in dem dieser unter Bezugnahme auf diesen „Faktencheck“ erklärt, dass „Herrn Bhakdi eine zumindest zweifelhafte Rolle zufällt“. Dessen strittige Thesen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk eine Plattform zu bieten, „widerspricht unserem Auftrag“.

Kritik an den aktuell getroffenen politischen Maßnahmen gegen die Ausbreitung der Pandemie sei zwar „zwingend notwendig“, führte Gniffke weiter aus, nicht jede Kritik habe deshalb jedoch „automatisch das Recht, von Medien aufgegriffen zu werden“.

Prof. Dr. Bhakdi in Fuldaer Zeitung: „80 bis 90 Prozent der Deutschen immun gegen Corona“

Immerhin erwecken Bhakdi und Reiss jedoch das Interesse lokaler Presseerzeugnisse. So waren beide am Montag (5.10.) Interviewpartner der „Fuldaer Zeitung“. Bhakdi forderte in dem Gespräch die Aufhebung aller Corona-Maßnahmen. Es gäbe „keine Epidemie von nationaler Tragweite und somit keinen Grund für die Einschränkungen“.

Derzeit, so Bhakdi, seien bereits „80 bis 90 Prozent der Deutschen immun gegen Corona“. Dies bedeute nicht, dass man sich nicht mit dem Virus infizieren könne. Es bedeute jedoch, dass die Erkrankung mit COVID-19 keinen schweren Verlauf nehme.


Kritiker wie der Fuldaer Immunologe Prof. Dr. Peter M. Kern warnten hingegen vor einer zweiten Corona-Welle und davor, „eine gewisse Todesrate zu akzeptieren“.

https://www.epochtimes.de

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