Deutschland, das Armenhaus von Europa: Warum die Nullzinspolitik der EZB Deutsche besonders hart trifft

Wer vor sich dreißig Jahren ein kleines Vermögen zusammengespart oder geerbt hat, konnte gut von den Zinsen leben und brauchte sich mit Blick auf die Zukunft keine Sorgen machen. Heute ist das Dank der Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank anders.

Heute wird das mühsam erwirtschaftete Geld von Kleinsparern zu Gunsten der Reichen und der Industrie umverteilt. In diesem Fall unten nach oben. Und dass soll nach Willen von EZB-Präsident Mario Draghi auch noch eine Weile so bleiben.

Am Donnerstag vergangene Woche erklärte Draghi, dass die Nullzinspolitik nicht, wie ursprünglich geplant, zum Sommer beendet wird, sondern mindestens noch bis zum Jahresende beibehalten wird. Lesen Sie hier, warum die Nullzinspolitik aus Deutschland ein Armenhaus gemacht hat. Von Frank Schwede.

Mittlerweile dürfte nun wohl auch dem Dümmsten klar geworden sein, dass die Menschen in Europa, vor allem die Kleinsparer, von einer Normalität weit entfernt sind und das die EZB offenbar über dem Gesetz steht und mit dem Geld der Sparer machen kann, was sie will.

31 Prozent aller Deutschen verfügen über keinerlei finanzielle Rücklagen. Im europäischen Vergleich liegt Deutschland mit dieser hohen Quote auf dem unattraktiven Rang zwei. Das ergibt eine aktuelle der Studie der Privatbank ING Diba. Sie ist nach eigener Auskunft mit gut neun Millionen Privatkunden die Nummer drei am deutschen Markt.

Schlimmer stehen mit Vergleich unter 13 Ländern nur die Rumänen mit 37 Prozent da – ein Land, das eine deutlich geringere wirtschaftliche Leistung aufweist als Deutschland. Der europäische Durchschnittswert liegt bei 26 Prozent.

Die EZB hat sich viel von ihrer Nullzinspolitik erhofft, doch scheint die Rechnung bis heute nicht aufgegangen zu sein. Die Zentralbank beschließt nun weitere Programme zur Ankurbelung der Wirtschaft in Europa, ab September dieses Jahres sollen bis 2021 jedes Quartal neue zweijährige Kredite an Banken vergeben werden.

Profitieren werden von dieser Wirtschaftspolitik wieder mal nur die Reichen, die Schere zwischen Arm und Reich wird weiter aufgehen und die gesellschaftliche Entwicklung wird sich in ganz Europa auf Dauer weiter verschlechtern. Vor allem aber in Deutschland. Steigende Mieten und Lebenshaltungskosten zehren irgendwann auch den letzten Geldbeutel aus – doch niemand klagt diese Fehlentwicklung an.

Die EZB spielt Gott und jeder schaut zu und schweigt wie ein Grab. Die Medien, deren Pflicht es eigentlich wäre, auf diese Art von Missständen hinzuweisen, tut einfach so, als seien Europa und Deutschland tatsächlich das vielgepriesen Schlaraffenland auf Erden (Der Crash der Kabale … wird kommen, aber nicht so wie es geplant war!).

Wer jetzt noch immer glaubt, dass irgendeines schönen Tages eine „gute Fee“ dahergeflogen kommt, um ihr Füllhorn über das sozial gebeutelte Deutschland auszuschütten, hat sich längst aus der bitteren Realität verabschiedet. Die Welt ist kein Märchen, das Leben wird weiter ein Kampf sein, doch eins sollte man in Zeiten wie diesen niemals tun: schlafen bis der Arzt kommt.

Und genau das tun die Deutschen schon seit Jahren, in der Hoffnung, dass sich das Blatt eines schönen Tages doch wieder zum Guten wenden könnte. Doch das wird nicht geschehen. Vor allem große Konzerne haben längst Blut geleckt und Blutsbrüderschaft mit der Politik geschlossen.

Jeder sollte wissen: ein Wolf gibt seine Beute niemals wieder her. Abwarten und Tee trinken ist nicht! Anpacken und verändern sollte vielmehr die Devise für alle lauten (JP Morgan kennt den Zeitpunkt des nächsten Finanz-Crashs).

Nullzinspolitik ist Finanzraub im großen Stil

Vor allem die Armen müssen die Sache jetzt selbst in die Hand nehmen und für ihre Rechte kämpfen, weil niemand anderes diesen Job übernehmen wird. Kein Politiker, kein Gewerkschaftler wird sich jemals wirklich für die Belange der Armen einsetzen.

Die Nullzinspolitik war von Anfang an als Diebstahl im großen Stil gedacht. Mario Draghi und seine Gefolgschaft sehen sich über dem Gesetz stehend und genauso handeln sie auch. Doch möglich geworden ist dieser „Finanzraubzug“ erst durch das Schweigen der Lämmer.

Ein Ladenbesitzer, der sich gegen Diebstahl nicht wehrt, wird weiter bestohlen werden, weil die Diebe spätestens nach dem dritten Mal merken, dass sie es mit einem Idioten zu tun haben, den man ausnehmen kann wie eine Weihnachtsgans (Aktienmärkte vor dem großen Sturz: Etwas Großes ist im Anmarsch).

Auch Unternehmer und Politiker sehen die Bevölkerung mittlerweile nur noch als ein Heer schwachsinniger Idioten, die noch Danke sagen, wenn man ihnen die Wurst von der Stulle klaut.

Schon zu allen Zeiten ist „Ziviler Ungehorsam“ von Nöten gewesen, wenn es darum geht, Veränderungen im großen Stil innerhalb der Gesellschaft herbeizuführen, doch scheinen wir gegenwärtig in Zeiten zu leben, wo jeder nur noch erschrocken seinen Kopf einzieht, wenn der Kahn mal zu schaukeln beginnt.

Ein Volk, das nur aus lauter braven und schüchternen Kindsköpfen besteht, wird über kurz oder lang den Säuen zu Fraß vorgeworfen und genau das geschieht gerade. Nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa – nur in Deutschland ist die Situation besonders prekär, weil es hier nahezu keinen Widerstand aus der Bevölkerung gibt, anders als in den Nachbarländern Frankreich und Italien.

Widerstand ist nicht nur wichtig, in vielen Fällen sogar überlebensnotwendig, nämlich dann, wenn sich die sozialen Verhältnisse eines Landes für mindestens fünfzig Prozent der Gesellschaft soweit verschlechtern haben, dass das Leben für diese fünfzig Prozent zu einem Überlebenskampf geworden ist.

Wer sich in so einem Fall als Opfer von Politik und Wirtschaft sieht, hat das Spiel bereits schon verloren. Niemand wird als Opfer geboren, man macht sich immer selbst zum Opfer. In Deutschland hat sich mittlerweile nahezu jeder zweite Bürger freiwillig zum Opfer erklärt und genau deshalb hat der Kahn hier schon seit Jahren Schlagseite.

Deutschland ist der „billige Jakob“ für ganz Europa. In keinem anderen europäischen Land werden derart niedrige Löhne gezahlt, Arbeit hat in Deutschland keinen Wert mehr, nicht weil die gegenwärtige Sklavenwirtschaft kein anderes System mehr zulassen würde, sondern weil sich mehr als ein Drittel der Bevölkerung freiwillig zur Sklavenschaft bereit erklärt hat (Der Crash 2019: Ablauf, Folgen und Chancen)

“Von 2014 bis 2018 hatte Deutschland Rekordsteuereinnahmen und Überschüsse in Höhe von 105.6 Milliarden Euro – historisch einmalig in der Geschichte der Bundesrepublik. Nun kommt unser Finanzminister Scholz und sagt „Ups nächstes Jahr fehlen aber 6 Milliarden“. Wo ist die Kohle hin?” – Finanzexperte Marc Friedrich.

Konzerne haben die deutsche Regierung mit der Drohung Arbeitsplätze zu streichen erpresst

Gutmütigkeit in Verbindung mit „Hände in den Schoss legen“ hat in diesem Fall nichts mit Anstand zu tun, sondern mit Dummheit. Und es ist in diesem Fall die Dummheit vieler, die ein ganzes Land mittlerweile an den Rand des Abgrunds geführt hat.

Die Nullzinspolitik hat in Deutschland nur deshalb so verheerenden Folgen, weil hier durch den Billiglohnmarkt in Verbindung mit enorm hohen Miet- und Lebenshaltungskosten kein finanzieller Puffer mehr in den meisten Haushalten vorhanden ist.

Das heißt, das Geld, das man hier irgendwann einmal auf die „hohe Kante“ gelegt hat, ist in den letzten Jahren zum Stopfen der Haushaltskasse aufgrund von niedrigen Löhnen draufgegangen.

In anderen europäischen Nachbarländern, wo die Löhne den Lebenshaltungskosten einigermaßen angepasst wurden, sieht die Sache noch etwas anders aus. Deutschland aber nimmt europaweit hier eine Sonderrolle ein. Das heißt: niedriger Lohn versus hohe Lebenshaltungskosten (Ausblick 2019: Ein neuer Zyklus beginnt! Das Ende der Volksparteien wird eingeläutet, der Bullenmarkt ist am Ende und die Rezession kommt!).

Für Konzerne und Firmen ist Deutschland mittlerweile ein Paradies, da Firmen ihre Produkte nicht mehr in frühere Billiglohnländer im asiatischen Raum produzieren lassen müssen, sondern dies nun direkt vor der Haustür können – und das zu ebenso günstigen Konditionen. Die deutschen Arbeitnehmer haben in den letzten Jahren also einen hohen Preis für ihren Arbeitsplatz gezahlt. Einen viel zu hohen.

Nicht nur die Arbeitnehmer wurden von der Industrie mächtig verschaukelt, auch die Politik. Konzerne haben die deutsche Regierung mit der Drohung Arbeitsplätze zu streichen erpresst. Und dieses Spiel geht munter weiter- bis das letzte Schäflein das Licht ausknipst.

Der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder hat seinen Ruf als „Boss der Bosse“ alle Ehre gemacht, als er zur Freude aller großen Konzerne seine Agenda 2010 präsentiert hat. Die Zeche dafür zahlt noch heute der Mittelstand, von den sozialen Randgruppen mal ganz zu schweigen.

Im Herbst vergangenen Jahres wurde von Sarah Wagenknecht und Oskar Lafontaine das Projekt „Aufstehen“ ins Leben gerufen. Sicherlich ein gut gemeinter Weckruf an alle Benachteiligten im ach so reichen Deutschland (Helikoptergeld – Herr schmeiß Geld (und Hirn) vom Himmel (Videos)).

Heute, nach einem knappen halben Jahr, ist von der einstigen Euphorie der beiden Protagonisten nur noch wenig bis gar nichts mehr zu spüren. Die Massenmedien haben die Bewegung von Anbeginn ignoriert, so, wie auch weite Teile der Bevölkerung dies getan hat, da sich die meisten Bundesbürger noch immer schlafend im Schlaraffenland wähnen. Doch Schlaraffenland ist abgebrannt und baut sich nicht von alleine wieder auf (Finanzkrise: Die Welt ist nicht vorbereitet auf das, was demnächst kommt).

Vielleicht war ja auch der Titel der Bewegung nur etwas unglücklich gewählt. Bekanntlich erfolgt ja vor dem Aufstehen erst das Erwachen, erst dann kann ein erfolgreicher Start in den Tag erfolgen.

Aufwachen sollte also künftig zur Bürgerpflicht werden, denn erwachte Menschen sehen nicht nur die Wahrheit, sondern auch den Weg in ein neues, vielleicht viel schöneres Schlaraffenland – nur aufbauen müssen sie es selbst.

Bleiben Sie aufmerksam!

Literatur:

Die Unersättlichen: Ein Goldman-Sachs-Banker rechnet ab

Wehrt Euch, Bürger!: Wie die Europäische Zentralbank unser Geld zerstört

Der Weg ins Verderben: Wie die Eliten die nächste Krise vorbereiten und wie Sie sich davor schützen können

Wer regiert das Geld?: Banken, Demokratie und Täuschung

Videos:

Quellen: PublicDomain/Frank Schwede am 17.03.2019
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4 Kommentare zu “Deutschland, das Armenhaus von Europa: Warum die Nullzinspolitik der EZB Deutsche besonders hart trifft

  1. Laut einer EZB-Studie aus dem Jahr 2017 (lt. mehrerer Informationen soll sie über 2 Jahre in den Schubladen der EZB geschlummert haben. bevor sie sie veröffentlichten!. Verlogene Aussage der Verantwortlichen: Sie hätten Angst davor gehabt, die Deutschen damit zu erschrecken!) Diese Aussage war jedoch vollkommen unbegründet, denn die meisten DEUTSCH haben das sowieso nicht mitbekommen. Ich selber hatte es leider versäumt , mir davon einen Screenshot zu machen, denn diese Statistik war sehr schnell wieder aus dem Internet verschwunden. War über mich selbst sehr verärgert, weil ich es wissen mußte, daß solche Dinge sehr schnell wieder verschwinden.
    Vielleicht hat ein aufgeweckter Mensch diese Statistik fotokopiert oder gespeichert? Ich würde sie sehr gerne verbreiten, denn die meisten, denen ich darüber berichte, halten mich für total bescheuert, weil ich so einen „Blödsinn“ verbreite.
    Kann mir diese EZB-Studie einer zuschicken? Würde mich riesig darüber freuen!
    uebecken@t-online.de

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  2. Pingback: Deutschland, das Armenhaus von Europa: Warum die Nullzinspolitik der EZB Deutsche besonders hart trifft — Gegen den Strom | haluise

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