Genderwahnsinn – Immunität politischer Ideologien gegenüber biologischen Fakten

Genderwahn – Der Dummheit letzter Schluß?

von Jürgen Fritz

https://juergenfritzphil.files.wordpress.com/2018/04/23.png

Ein Gastbeitrag von Ulrich Kutschera

Vor vier Tagen veröffentlichte ich einen Artikel des Transteams von Philosophia perennis auf Jürgen Fritz Blog unter dem Titel Genderideologie: wissenschaftlich unhaltbar, gleichwohl sehr erfolgreich – Wie kommt’s?Im Kern wurde darin die Genderideologie als wissenschaftlich unbelegt kritisiert und gefragt, weshalb sie trotzdem so erfolgreich sein kann. Hierbei befassten sich die Autoren auch kurz mit Prof. Kutscheras Aussagen, einem der führenden Evolutionsbiologen weltweit und einer der bedeutendsten Genderkritiker in unserem Land. Prof. Kutschera hat den Gesprächsfaden aufgenommen und PP eine Stellungnahme zugesandt, die hier vollständig wiedergegeben wird.

Vorbemerkung des PP-Transteams

Prof. Ulrich Kutschera ist unzweifelhaft, auch durch seine wissenschaftlichen Hintergrund, einer der bedeutendsten Genderkritiker in unserem Land. Neben Unterstützung seiner Forderung nach Ausbau der Bioforschung haben wir auf die fehlende respektive aus unserer Sicht ungenügende Einarbeitung der Neurobiologie hingewiesen. Wir verlinken hier beispielhaft auf eine wissenschaftliche Übersicht zum Thema biologische Grundlage des Gehirngeschlechts von Prof. Milton Diamond. Er wird vielleicht manchem als einer der ersten und profiliertesten Kritiker von Money, dem „Erfinder“ der Genderideologie bekannt sein.

Wir freuen uns über die konstruktive Aufnahme unserer Kritik und die Würdigung unseres Beitrags als „gelungene Darstellung“. Bei den Punkten 1, 2, 4 und 5 (siehe unten) herrscht volle Übereinstimmung mit Prof. Kutschera. Wir möchten insbesondere auf diese beiden Artikel unter unserer Sonderseite PP-Thema: Gender hinweisen.

Bei dem Punkt 3 freuen wir uns auf die 2. Auflage des Buches von Prof. Kutschera und sind gespannt.

Ulrich Kutschera: Genderwahnsinn – Immunität politischer Ideologien gegenüber biologischen Fakten

Vor einigen Tagen veröffentlichte das Transteam von PP einen Artikel mit dem Titel Genderideologie: wissenschaftlich unhaltbar, gleichwohl sehr erfolgreich – Wie kommt’s? (auf PP lautete der Titel: „Werden die Kritiker den Kampf gegen die Gender-Ideologie verlieren?“). Zu dieser gelungenen Darstellung möchte ich mich, als einer der dort Zitierten, wie folgt äußern.

  1. Die Erfolge der sozialkonstruktivistischen  Gender-Dogmatik – von mir als “Frau-gleich-Mann-Ideologie“bezeichnet – sind unter anderem mit der bundesweit verbreiteten Ablehnung der Biologie als physikalisch-chemisch untermauerte Naturwissenschaft zu begründen, so zum Beispiel ein Editorial in Nature kurz vor der Weihnachtspause 2017.  Diese  als Biophobiezu bezeichnende Gutmenschen- Ungeisteshaltung kommt auch zum Beispiel in der Zuwanderungsdebatte zum Ausdruck – wer auf die reale Gender-Ratio, das heißt den Männerüberschuss, hinweist, wie ich es getan habe, wird diffamiert.
  2. Der Mythos von den angeblichen 200 Gender-Lehrstühlen sollte nicht immer wieder aufgetischt werden. Ein Lehrstuhl ist eine C4- bzw. W3-Professur mit entsprechender Ausstattung und glücklicherweise sind die Gender-Planstellenfast alle auf Mitarbeiter- bzw. W2-Niveau angesiedelt. Selbstverständlich ist jede dieser  Uni- bzw- FH-Stellen zur Beforschung des Gender- Hokuspokus eine zu viel!
  3. Der Vorwurf, ich hätte die Erkenntnisse der Neurobiologie bzw. Gehirnforschung der letzten zwei Jahrzehnte ignoriert ist falsch.In meinem Fachbuch “Das Gender- Paradoxon, 2016″, werden unter anderem die Unterschiede der männlichen und weiblichen Gehirnstruktur auf aktuellstem Niveau dargelegt. In der 2. Auflage (wird in wenigen Tagen ausgeliefert) habe ich auf Seite 235 darüberhinaus die embryonalen Differenzen-m-w- behandelt.

Das primär weiblich angelegte Gehirn wird im XY-Embryo  unter der Wirkung des SRY-Gens, und danach von dem resultierenden Testosteron-Anstieg, vermännlicht. Die Unterschiede sind somit genetisch verankert. Eine sachliche Auseinandersetzung mit diesen Fakten von Seiten der Gender-Ideologen ist mir nicht bekannt.

  1. Frau Birgit Kelle ist keine Biologin und verbreitet daher leider oft Dinge, die sachlich daneben sind. Ihre Verdienste liegen aber in populären Büchern zur Absurdität der  Gender-Mythen, mit welchen sie viele Leser erreicht und wachrüttelt.
  2. Fazit: Die mich kritisierenden Gender-Kritiker mögen bitte ein eigenes Fachbuch vorlegen, in welchem dann die von mir nur auschnittsweise dargelegten, letztendlich aber genetisch (XX-bzw. XY-) determinierten Unterschiede m-w- bezüglich der Gehirnfunktion behandelt sind. Ich werde dieses Werk mit Interesse lesen und gerne bewerben. Das wird die Gender-Lobby aber nicht interessieren.

Es geht hier um die Verbreitung einer radikalfeministischen politischen Ideologie und diese ist, wie andere derartige Volksfantasien mit dem Ziel der Machtausübung, bekanntlich faktenresistent.

Literatur: Kutschera, U. (2018): Das Gender-Paradoxon – Mann und Frau als evolvierte Menschentypen, 2., erweiterte Auflage, Lit-Verlag, Berlin

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Dieser Artikel erschien zuerst auf Philosphia perennis

, einem der führenden freien Medien. Er erscheint hier mit freundlicher Genehmigung der Blogbetreiber.

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Titelbild: YouTube-Screenshot von Prof. Dr. Ulrich Kutschera

https://juergenfritz.com/2018/04/29/genderwahnsinn/ 

Genderideologie: wissenschaftlich unhaltbar, gleichwohl sehr erfolgreich – Wie kommt’s?

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  1. Apr. 2018

von Jürgen Fritz

Ein Gastbeitrag des Transteams von Philosophia perennis

Die Erfolge der Genderideologie sind überwältigend. Wer hätte noch vor 20 Jahren gedacht, dass es eine Ideologie mit einer wissenschaftlich unhaltbaren Kernaussage zu mehr als 200 Lehrstühlen und Universitätsinstituten bringen könnte? Sind die Kritiker dieser wissenschaftlich nicht fundierten und wahrscheinlich überhaupt nicht haltbaren Ideologie aus politischen Gründen gleichwohl chancenlos, fragt das Transteam von Philosophia perennis und beleuchtet die Sache etwas genauer.

Warum scheinen die Genderkritiker zu unterliegen?

Eine Ideologie, die jeder Alltagserfahrung widerspricht, würde Medien und Politik erobern? Ein Glaubensgebilde, das Geschlechtsidentität als losgelöst von der biologischen Grundlage begreift und in der Folge als gesellschaftlich definiert und beliebig wechselbar ansieht, hat einen beispiellosen Siegeszug durch westliche Gesellschaften hinter sich. Und die Pläne dieser Ideologie reichen noch weiter. Die komplette Dekonstruktion der Geschlechterrollen steht auf dem Programm. Quasi als eine Art Pendant zur Aufhebung der Klassen im längst auf dem Müllhaufen der Geschichte entsorgten Marxismus.

Aber wie kommt es, dass die Genderkritiker so wenig auszurichten vermögen? Keine der Kernaussagen der Gendertheorie wurde wissenschaftlich erfolgreich belegt. Und mit Ersatzreligionen haben westliche Kulturen doch mehr als genug Erfahrungen, um sie in die Schranken zu verweisen. Und doch: Genderkritik steht im öffentlichen Bild im Geruch einer skandalösen, ewig gestrigen Denkweise. Wer eine biologische Grundlage der Geschlechtsidentität als gegeben ansieht, sieht sich Kampagnen gegenüber. Wer gar Schlussfolgerungen aus dieser wissenschaftlich gut beweisbaren Tatsache zieht, lernt die brutal ausgeübte Macht derer kennen, die kein Interesse daran haben, dass ihr Glaube durch Fakten Schaden erleidet.

Viele Genderkritiker machen es den Ideologen leicht, weil sie selbst wissenschaftlich nicht auf der Höhe sind

Dass Genderkritiker wissenschaftlich häufig noch im letzten Jahrhundert feststecken mag auch dazu beitragen. Wer, wie Prof. Kutschera, die Erkenntnisse der Neurobiologie der letzten zwei Jahrzehnte ignoriert, weil sie nicht zu seiner monokausalen, ausschließlich genetisch bestimmten Definition von Geschlechtsidentität passen, bietet natürlich Angriffspunkte für pseudowissenschaftliche Genderideologen.

Noch schlimmer hat sich Birgit Kelle in eine selbst gestellte Falle manövriert. Anlässlich des Urteils des BVerfG zum „Dritten Geschlecht“ ließ sie den Deutschlandfunk wissen, dass Intersexuelle ein drittes Geschlecht seien. Wenn man es der in unseren Kreisen weitgehend als transphob eingestuften Birgit Kelle nicht so von Herzen gönnen würde, mit Ihrem Halbwissen mal so richtig einzubrechen, man hätte eher Grund zum Weinen als zum Lachen. Ein drittes Geschlecht? Welche, nicht in den beiden Geschlechtern vorhandenen „Bauteile“ oder sonstigen Merkmale geschlechtlicher Identität, kann Frau Kelle denn anführen?

Genderideologie kann nur mit Wissenschaft begegnen werden

Immerhin war Kelle konsequent. Wer Geschlechtsidentität als ausschließlich genetisch begründet ansieht, muss konsequenterweise bei Intersexualität unterschiedliche Geschlechter diagnostizieren. Selbst Schuld, wenn man die Gehirnforschung beim Thema Geschlechtsidentität ignoriert.

Nur: Solche Genderkritiker sind ein Geschenk an Genderideologen. Genderideologie kann nur mit Wissenschaft begegnet werden. Und zwar mit Wissenschaft ohne Scheuklappen und ohne Befindlichkeit. Bei vielen Genderkritikern liest man das Unwohlsein heraus, das Thema überhaupt zu denken. Angst, Unsicherheit in der eigenen Identität? Oder nur Angst davor, Dinge durchdenken zu müssen, die man selbst, genau wie die Genderideologen, lieber durch Glaubenssätze, als durch Wissenschaft beantworten lässt.

Sehr gute, qualifizierte Kritik kommt von der AfD

Die AfD steht in der vordersten Reihe der Genderkritiker: Alice Weidel und Nicole Höchst sind mutig und stellen oft die richtigen Fragen. Gerade Nicole Höchst hält Reden und Vorträge, die wir in weiten Teilen in Bezug auf Gendertheorie sofort unterschreiben würden. Die AfD fordert die Einstellung der Genderforschung und hat damit unsere Sympathie. Aber warum gibt es, was folgerichtig wäre, keine Anträge die wissenschaftliche Erforschung der Geschlechtsidentität auszuweiten?

Prof. Kutschera ist Genderkritiker, Evolutionsbiologe, Genetiker. Er forderte bereits vor Jahren den Ausbau der Bioforschung in diesem Bereich und auch die Tatsache, dass er selbst vorhandene Forschung beharrlich ignoriert, macht diese Forderung nicht weniger richtig. Stattdessen spielen zu viele Genderkritiker das Wunschprogramm der Genderideologen. Argumente aus der Mottenkiste, das Bedienen von abgründigen Vorurteilen anstatt knallharter, sachlicher Konfrontation machen es den Genderistas leicht, Angriffe beziehungsweise die dahinter stehenden Personen zu diskreditieren.

Was denken Sie: Werden die Kritiker den Kampf gegen die Genderideologie verlieren?

Werden die Kritiker also den Kampf gegen die Genderideologie verlieren? Mit uns allen als Leidtragenden? Gender künftig in allen Lebenslagen? Wir wollen wissen, was unsere Leser darüber denken. Werden die Kritiker den Kampf gegen die Genderideologie verlieren? Hier geht es zum Voting (ganz unten).

https://juergenfritz.com/2018/04/25/genderideologie/ 

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