Erdbebenzone Deutschland: Maximalmagnitude wurde angehoben (Video)

 

Deutschland hat in Sachen Erdbebengefährdung Glück. Entlang des Rheins von der Schweizer bis zur niederländischen Grenze, auf der Schwäbischen Alb und im Vogtland gibt es seismische Aktivität von nennenswerter Stärke. Ansonsten ist es hierzulande wie auch im Rest des nördlichen Mitteleuropas ziemlich ruhig.

Das heißt jedoch nicht, dass die Gefährdung gleich Null wäre. Auf dem 5. Kolloquium über Historische und Paläoseismizität, das diesmal in Hannover stattfand, wurden die Herausforderungen deutlich, vor denen die Abschätzung seismischer Gefährdung in Deutschland steht.

„Erdbeben können überall in Deutschland vorkommen, auch in den Regionen mit geringer Seismizität“, betont Fabrice Cotton, Sektionsleiter Erdbebengefährdung beim Deutschen Geoforschungszentrum in Potsdam (GFZ).

Denn auch wenn die seismische Aktivität drastisch geringer ist als etwa in Italien, so ist die Kruste auch in Deutschland von Störungen durchzogen. Dort kann sich Stress aufbauen – nur dauert das eben länger.

Die GFZ-Seismologen um Francois Cotton koordinieren in Deutschland die Erstellung von sogenannten Gefährdungskarten. Für das Gebiet der Bundesrepublik wird darin verzeichnet, in welchen Regionen die tektonische Aktivität zu spürbaren bis riskanten Bodenbeschleunigungen führen kann.

Bauaufsichtsbehörden zum Beispiel nehmen das als Grundlage für entsprechende Anforderungen an die Erdbebenfestigkeit der Gebäude.

(Titelbild: Beschädigte Häuser in Völkershausen (Rhön) nach dem Gebirgsschlag vom 13. März 1989. Die planmäßig durchgeführte Sprengung im Grubenfeld des DDR-Kalibergbaubetriebes Ernst Thälmann führte untertägig zum großflächigen Zusammenbruch eines Abbaufeldes und zeitgleich an der Oberfläche zu einem Erdbeben der Stärke 5,6 auf der Richterskala)

Die derzeit aktuelle Gefährdungskarte stammt aus dem Jahr 2016 und zeigt die Maximalbewegungen, die innerhalb von 50 Jahren mit einer Wahrscheinlichkeit von mindestens zehn Prozent zu erwarten sind. Das Bild ist seit vielen Jahrzehnten vertraut: Entlang des Rheins, auf der Alb und im Vogtland gibt es farbige Gefahrenzonen, jenseits davon nicht.

Doch seit dem vergangenen Jahr gibt es etwas Neues: „Wir haben versucht die Unsicherheiten in der Gefährdungsabschätzung darzustellen“, so Cotton auf dem 5. Kolloquium über historische und Paläoseismizität, das diesmal die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) in Hannover ausrichtete.

So ist zum Beispiel unklar, wie lang der Zeitraum ist, bis es im Oberrheingebiet wieder zu einem so starken Beben kommt, das 1356 Basel zerstörte. Derzeit gehen die Experten von einer Wiederkehrzeit von 2500 Jahren aus, „aber“, so GFZ-Experte Cotton, „das ist eine heiß umstrittene Frage“.

Ähnlich rätselhaft ist das Bebengeschehen um Albstadt auf halbem Weg zwischen Stuttgart und dem Bodensee. Die 45.000-Einwohner-Stadt wurde im 20. Jahrhundert mehrfach von Erdbeben durchgeschüttelt, zuletzt am 3. September 1978 von einem der Magnitude 5,7.

„Wir haben Aufzeichnungen über größere Beben im 12. Jahrhundert, aber sonst nahezu keine Hinweise“, sagt Fabrice Cotton, „mit einem solchen Bebenschwerpunkt in jüngster Zeit können wir unsere Modelle nur sehr schwer einstellen.“

Bitte hier weiterlesen:

https://www.pravda-tv.com/2017/10/erdbebenzone-deutschland-maximalmagnitude-wurde-angehoben-video/

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