Salzburgs Bermuda-Dreieck: Zeitlöcher und Mythen am Untersberg

Der Untersberg ist Ausgangsort zahlreicher Mythen und Legenden.

Der Untersberg ist Ausgangsort zahlreicher Mythen und Legenden. – © Neumayr/SB/Archiv

Um den Untersberg im Grenzgebiet von Salzburg und Bayern ranken sich seit Jahrhunderten zahlreiche Mythen und Legenden. Dass diese mitunter auf einen wahren Kern zurückzuführen sind, das weiß wohl niemand besser als der Salzburger Autor Wolfgang Stadler alias Stan Wolf.


Der Untersberg ist mit Sicherheit kein gewöhnlicher Berg. Der eigentlich dreieckige Gebirgszug erinnert mit den unglaublichen Ereignissen, die sich darauf zutragen, an das Bermuda-Dreieck. Für den gebürtigen Halleiner Autor Wolfgang Stadler begann die Faszination mit dem Untersberg im August 1987. Damals beschäftigte eine großangelegte Suchaktion nach drei vermissten Bergsteigern aus Deutschland die Bayerischen und Salzburger Einsatzkräfte. Mehrere Helikopter und rund 150 Helfer suchten vergebens nach den Abgängigen, bis sie sich im Oktober desselben Jahres von einem Schiff auf dem Roten Meer meldeten und ihre Abwesenheit mit einem Scherz erklärten.

zeitung2Ein Bericht in den Salzburger Nachrichten zu den verschollenen Bergsteigern im Jahr 1987. /Screenshot/Alpenfestung.com ©

Der wahre Grund für die Abwesenheit

Wolfgang Stadler meint jedoch zu wissen, was wirklich passiert ist: Wie er später herausfand, sollen die Drei versucht haben, mögliche Zeitlöcher auf dem Untersberg zu untersuchen. Die zwei Frauen und ein Mann waren demnach am 15. August 1987 am Friedrichssteig unterwegs, als es zu regnen begann und sie Schutz vor dem Wetter in einer Höhlung suchten. Nach einer Jause, die nicht länger als eine Stunde dauerte, gingen sie wieder aus der Höhlung. „Draußen war es dann wesentlich kühler, auch Laub befand sich kaum mehr auf den Bäumen. Die Drei stiegen zu ihrem Auto ab und stellten fest, dass sich dieses nicht mehr am Parkplatz befand. Der Mann ging zu einem Zeitungsständer und ahnte bereits, was passiert war. Ein Blick auf das Datum der Zeitung brachte dann Gewissheit: Es war bereits Oktober“, so Stadler im Gespräch mit SALZBURG24. Wohl wissend, dass ihnen diese Geschichte so niemand glauben würde, machten sich die Drei auf in Richtung Süden und erfanden die ominöse Reise, um von ihrem Erlebnis abzulenken.

stan2Im Herbst erscheint der bereits achte Band von „Steine der Macht“ von Wolfgang Stadler. /SALZBURG24 ©

Stadler wird selbst Zeuge von Zeitlöchern

Das brachte auch Wolfgang Stadler – der zuvor nichts von solchen Phänomenen wusste – dazu, den Berg im Grenzraum genauer unter die Lupe zu nehmen. Gemeinsam mit seiner damals 16-jährigen Tochter stieg er auf den Untersberg auf. „Wir haben zuvor die Uhren verglichen. Ich dachte mir, wenn es solche Zeitlöcher gibt, müssen sie sich wohl auch messen lassen“, so Stadler. In einem Hochwald oberhalb der Steinbrüche verschwand seine Tochter dann plötzlich von einem Moment auf den anderen. „Ich schrie nach ihr – Sabine, Sabine! – keine Antwort. Dann auf einmal stand sie wieder neben mir mit einer Blume in der Hand und fragte mich, warum ich denn so schreie“, erzählt der Autor. Daraufhin verglichen die beiden ihre Uhren, sie ergaben eine Abweichung von einer Minute und 57 Sekunden.

Mysteriöse Artefakte am Untersberg

Nun ließ der Berg Stadler nicht mehr los. Die letzten 30 Jahre brachte der gelernte Schlosser und nun Autor damit zu, das Rätsel vom Salzburger Bermuda-Dreieck zu lösen. Dabei stolperte er über zahlreiche Artefakte wie rätselhafte runde Steine oder eine Metallplatte, deren Inschrift bis heute niemand entziffern kann. Auch die Nazis beschäftigte in der Zeit des Zweiten Weltkrieges der Berg im Grenzgebiet. Stadler fand weitere Artefakte aus dieser Zeit bei seinen unzähligen Wanderungen. Adolf Hitler soll vom Untersberg so begeistert gewesen sein, dass er am Obersalzberg sein Feriendomizil zum zweiten Regierungssitz ausbaute – mit Blick auf den mysteriösen Berg.

artfeakte2Mysteriöse Artefakte fand Stadler bei seinen Expeditionen am Untersberg. /SALZBURG24 ©

Untersberg behält Geheimnisse für sich

Selbst nach bald 30 Jahren Forschung kann sich Wolfgang Stadler keinen Reim darauf machen, was auf dem Untersberg tatsächlich vorgeht. „Ich hatte vier oder fünf Theorien, die habe ich aber allesamt wieder verworfen“, so Stadler. Seit 2009 schreibt er seine Erlebnisse unter dem Pseudonym Stan Wolf in Roman-Form nieder. Im Herbst dieses Jahres erscheint im Novum-Verlag sein mittlerweile achter Band der Serie „Steine der Macht“. „Der Großteil der Geschichten in den Büchern ist so wirklich passiert. Einen geringen Teil habe ich dazu gedichtet, um die Sache runder zu gestalten“, gibt Stadler im Gespräch an.

Dalai Lama über Untersberg: „Herzchakra Europas“

Die Phänomene vom Untersberg gehen bis weit in die Geschichte zurück. Die zahlreichen Mythen und Legenden rund um den Berg, die sich auch in den Brauchtümern der umliegenden Gemeinden wiederspiegeln, dürften also zumindest einen wahren Kern haben. Auch der Dalai Lama dürfte sich dessen bewusst sein, er nannte den Untersberg im Jahr 1992 das „Herzchakra Europas“ (Anm.: unter „Chakras“ versteht man im Hinduismus und Buddhismus Energiezentren im Körper).

 http://www.salzburg24.at/
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