Putin kann über „US-Härte“ nur lachen – US-Experte

Russlands Präsident Wladimir Putin beim Unternehmerforum „Delowaja Rossija“ am 18. Oktober 2016 (Archivbild)

20:54 03.08.2017(aktualisiert 21:26 03.08.2017) Zum Kurzlink
Neue US-Sanktionen gegen Russland – Moskau und Brüssel drohen Konsequenzen an (38)

Der US-Kongress hat seine Sanktionen gegen Russland verschärft. Der US-Publizist, Journalist und Content Direktor bei der Denkfabrik Foundation for Economic Education Jeffrey Tucker erzählt, was wohl dahinter steckt und wieso einfache Weltbürger für US-Strafmaßnahmen büßen.

Laut Tucker sind die Strafmaßnahmen rein symbolischer Natur, die wie eine Antwort auf russische Hackerangriffe und Einmischung aussehen sollen – als ob ein ganzes Land für angebliche Handlungen einiger Hacker oder gar eines Menschen zur Verantwortung gezogen werden sollte. Obwohl es ja bislang keinerlei Beweise für eine Unterstützung seitens des Kremls gegeben habe, betont der Experte.Und auch wenn solche Beweise doch noch auftauchen sollten, „warum sollte ein ganzes Land an den Handlungen seiner Regierung schuld sein?“, fragt sich Tucker.

Dabei denke niemand an die Folgen – man wolle nur politisch punkten.

„Niemand glaubt ernsthaft, dass Wladimir Putin sagen wird: „Ok, ich habe hier etwas Schlimmes getan. Aber jetzt sehe ich, dass es die USA ernst meinen und mein Land bestrafen. Deshalb muss ich mich wirklich ändern, nicht mehr sündigen, und mich auch künftig von allem Sündhaften fernhalten“, schreibt der Publizist.

Am Beispiel dessen, wie die USA andere Staaten, die ihnen gegen den Strich gehen würden isoliert hätten, sieht man laut Tucker, welch erbärmlichen Ergebnisse diese Strategie aufweise – so würden Sanktionen auch ganz im Gegenteil eher zur Popularität der Führung dieser Länder beitragen, da ja die meisten Bürger weltweit patriotisch gesinnt seien.

Dabei würden die Sanktionen den Amerikanern und anderen vollkommen unschuldigen Menschen schaden: Bislang seien US-Sanktionspakete durch das Office of Foreign Assets Control (OFAC) des US-Finanzministeriums umgesetzt worden, obwohl die Behörde keinerlei Kontrolle über die inneren Angelegenheiten eines anderen Staates haben sollte und nur gegen Menschen unter US-Jurisdiktion ermittle. Wer in den Vereinigten Staaten justiziabel sei, muss aufgrund dieser Sanktionen gegen andere Länder damit rechnen, in das Visier dieser Behörde zu geraten. Man wolle also anhand der Sanktionen auch eigene Bürger kontrollieren können.

Als Beispiel führt Tucker den gegenwärtigen US-Außenminister Rex Tillerson an, der als CEO von Exxon Mobil eine durchaus auch für Russland vorteilhafte Tätigkeit betrieben habe. Unter seiner Führung habe das Unternehmen aber dann gegen neue Russlandsanktionen verstoßen.

„Es hätte ein normaler Deal werden sollen — eine sehr gute Sache für alle und ein krönender Abschluss jahrelanger Vorbereitungen und Verhandlungen. Stattdessen hatte das US-Finanzministerium die Unverfrorenheit, einer amerikanischen Firma zu sagen, was diese mit ihrem Eigentum tun und welche Entscheidungen sie zu treffen habe“, schreibt der Experte. 

„Das ist keine Freiheit, sondern das Eindringen eines Staates dorthinein, wo es nicht hingehört. Das schadet den Amerikanern und allen anderen in einer globalisierten Wirtschaft.“

Ein weiterer Fall sei der britische Programmierer Elliott Smith, dem wegen einer Kuba-Reise das Konto geschlossen worden sei – unter dem Vorwand, dass er als Inhaber eines US-Kontos seinen Wohnsitz gewechselt haben könnte und in Kuba lebe, gegen das ja Sanktionen eingeführt worden seien.

Im Falle von Russland, welches eng in den Welthandel eingebunden sei, würden die US-Sanktionen dagegen nicht nur US-Unternehmen, sondern auch europäische Firmen treffen. Deshalb sei es durchaus verständlich, dass die Europäische Union Strategien zum Schutz der eigenen industriellen und finanziellen Interessen in Betracht ziehe.

Fazit: Man wolle Russland „bestrafen“. Leiden müsste nicht nur das russische Volk, sondern auch andere Seiten, die von den Arbeits- und Handelsbeziehungen abhängen würden. „Es werden diejenigen Leute völlig ohne Grund bestraft, die Arbeits- und Handelsbeziehungen mit Menschen in Russland unterhalten. Und bei all dem geht es – hier hat Putin Recht – um Innenpolitik.“

„Die USA wollen in ihrer Auseinandersetzung mit Russland sich als hart präsentieren, worüber Putin nur lachen kann.“ Wieder einmal sei das Wachstum des Welthandels, welches den besten Weg zu weltweitem Wohlstand und Frieden darstelle, gegen staatliche Macht über Geschäftsleute ersetzt worden, schließt der Experte.

 https://de.sputniknews.com
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