Die Weltschulden befinden sich in schwindelerregender Höhe

…und die Weltschulden sind ein RiesenSchwindel.  R.

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Eine ökonomische Binsenweisheit besagt, dass man nicht mehr ausgeben kann, als man einnimmt. Dank moderner Finanzvehikel und klassischer Kreditvergabe lässt sich die zwingende Gültigkeit dieser Regel zwar aufweichen und ihre Einhaltung auf die Zukunft verschieben. Die Frage aber ist, wie sehr dies möglich ist und konkret, ob die im bestehenden Schulden im aktuellen globalen Wirtschaftsregime überhaupt jemals wieder zurückgezahlt werden können.

Von Ingmar Blessing

Laut 720Global liegen die Gesamtschulden, also sämtliche Staats- und Privatschulden, alleine in den USA derzeit bei astronomischen 41 Billionen Dollar. Pro Kopf entspricht dies gut 120.000 Dollar und damit dem zweifachen des durchschnittlichen Jahreseinkommens. Die Welt insgesamt muss eine Schuldenlast von 214 Billionen Dollar tragen, wobei die meisten der Schulden auf die entwickelte Welt fallen. Wachstumsregionen wie China und Indien holen aber stark nachh und verfügen über einen unregulierten Schattenmarkt für Kredite, dessen Dimensionen und Gefahren für die Finanzstabilität nur abgeschätzt werden können.

Dabei waren die Schulden nicht immer da. In den USA stiegen die Schulden seit den 1980er Jahren um das 14-fache und auch in Deutschland stieg die Staatsverschuldung von 600 Milliarden Euro oder knapp 40 Prozent relativ zum BIP vor der Widervereinigung auf das 2,5 fache vor der Finanzkrise von 2007, nur um in den vergangenen 10 Jahren unter der Merkel Regierung im Angesicht von Finanz- und Eurokrise noch einmal um etwa 25 Prozent gesteigert zu werden. Nicht berücksichtigt bleiben hier die staatlichen Pensionslasten, die Deutschland bereits heute absehbar noch große Probleme bereiten werden. Das Beispiel des Niederganges bis hin zur möglichen Auflösung von Illinois könnte auch in Deutschland einzelnen Bundesländern einmal drohen. Nicht weniger dramatisch, eher schlimmer sieht es in anderen Ländern vor allem der Eurozone aus, wie etwa in Portugal, Italien und Griechenland, wo alleine die Staatsschuldenquote deutlich über 100 Prozent liegt und deren Verschuldungsquote nach wie vor steigt.

Ob man die mit den neuen Schulden finanzierten Ausgaben dafür als postitiv erachtet oder zumindest als notwendig sei dahingestellt. Was bleibt ist, dass die Schulden in der ein oder anderen Weise wieder zurückerstattet werden müssen, da andernfalls ein großes Loch zurück bleibt, da das geliehene Geld weg ist, weil die Schuldner es nicht gut angelegt haben.

Was auf individueller Ebene, sei es im privaten oder unternehmerischen, normal ist und Abschreibungen immer wieder einmal vorgenommen werden müssen, so ist dies auf kollektiver staatlicher Ebene nicht nur deswegen ein Problem, weil die politischen Entscheider über die Ausgaben – jenseits der Abwahl mit goldenem Fallschirm – kaum zur Rechenschaft gezogen werden können, sondern auch, weil sich diesen der vermeintliche Ausweg über die Notenpresse bietet, damit aber allerhand Probleme einhergehen, die nicht nur die kalte Enteignung von Kleinsparern betrifft.

Aufgrund der exorbitant hohen Schulden weltweit wird das Drucken von frischem Geld inzwischen von allen großen Zentralbanken der entwickelten Volkswirtschaften angewandt und ihnen bleiben angesichts immer weiter wachsenden Schulden auch nichts anderes übrig, als weiter die Druckerpresse zu bedienen, da den Staaten ansonsten die Handlungsunfähigkeit droht, was massive Konsequenzen für die Funktionstüchtigkeit der Wirtschaft hätte.

Die Behandlung des Schuldenproblems mit frischem Geld auf so hohem Niveau hat fatale Nebenwirkungen. Neben der Tatsache, dass der Preis für Kredite immer weiter sinkt und damit Privatpersonen und Unternehmen sich auf den ersten Blick immer günstigere Gelegenheiten bieten sich noch mehr zu verschulden, was die Verschuldung weiter anheizt, entsteht mit der Dominanz einiger weniger Aktuere, namentlich der Federal Reserve, der Eruopäischen Zentralbank und der Bank Of Japan, eine äußerst fragile Situation.

Obwohl diese eigentlich der Geldwertstabilität verpflichtet sind (die FED hat überdies den Auftrag der Konjunkturbeeinflussung), übertreten die Institutionen politisch erlaubt ihre streng limitierte Grenzen und steuern, sprich verzerren, die Lage in ganzen Volkswirtschaften. Süditalien blutet beispielsweise weiterhin aus, in Griechenland hält die Kapitalflucht weiter an und von Portugal bis Griechenland ist noch immer mehr als ein Viertel der Jugend ohne Arbeit. Gleichzeitig erlebt Deutschland die erste Immobilienblase seiner Geschichte und muss in einer Lage agieren, in der die Währung deutlich zu niedrig bewertet ist, was selbst die vierrädrige Spinne im Netz zugibt. Nicht weniger verzerrend wirkt das Agieren der anderen Zentralbanken und diese Verzerrungen dominieren das gesamte Wirtschaftsgeschehen, da buchstäblich jeder auf das Zentralbankgeld angewiesen ist.

Die große Frage ist, was passiert, wenn sich plötzlich eine unerwartete Entwicklung ergibt, eine dieser Zentralbanken einen Fehler macht, oder eine unerwartete Entscheidung trifft, wie es die relativ kleine schweizerische SNB vor gut zwei Jahren kurzzeitig vormachte, als sie ohne Vorwarnung vorübergehend die Bindung des schweizer Franken an den Euro aufhob.

Alle wirtschaftlichen Aktuere, die weltweit jährlich den Gesamtwert von dutzenden Billionen umsetzen hängen am Tropf und an der Verlässlichkeit der wenigen Zentralbanken. Janet Yellen von der FED meinte vor einiger Zeit zwar: „Wir unternehmen viel mehr, um die Risiken für die Finanzstabilität zu finden,“ und dass sie aus der „unerwarteten“ Finanzkrise von 2007 gelernt hätten und bei der Beurteilung der wirtschaftlichen Lage inzwischen ein weit größeres Spektrum an Faktoren berücksichtigen.

Nur, werden alle relevanten Faktoren berücksichtigt? Sind überhaupt alle relvanten Faktoren (auch in ihrem Einfluss) bekannt? Das ist angesichts der Komplexität der Materie eher unwahrscheinlich.

Und genau diesen Gedankengang treibt die Analysten der Weltwirtschaft um. Es gibt momentan eine Handvoll extrem großer und extrem wichtiger Spielern, die in eine Lage manövriert wurden und sich teilweise selbst in eine Lage manövriert haben, in der es kaum mehr einen Spielraum für „gute“ Entscheidungen gibt, wenn überhaupt noch gute Entscheidungen möglich sind. Die Gesamtsituation ist so angespannt, dass es einem Tanz auf einer Klinge gleicht, der so lange anhalten wird, bis die Weltschulden wieder ein langfristig tragfähiges Niveau erreicht haben. Also absehbar Jahrzehnte.

Sollte sich in dieser Zeit aber nur ein einziges für die Stabilität essenzielles Element außerhalb der Erwartung bewegen und sich beispielsweise ein starkes Erdbeben an der US Westküste ereignen, dann könnte das gesamte Kartenhaus einstürzen, da die Zentralbanken keine Reaktion mehr zeigen können außer jener, die sie bereits seit einem Jahrzehnt mit wenig Erfolg darbieten und zwar dem Drucken von Geld.

Nicht nur wäre dann die Rückzahlung der US Schulden in Gefahr, vielmehr würde in dem Fall aufgrund des plötzlichen Wegfalls eines Teils der Zahlungen aus den Zinsen für US Schulden und der Zerstörung von Wertanlagen auch bei allen anderen Schulden ein unmittelbarer Zahlungsausfall drohen.

Aber nicht nur das. Die Gesamtsumme aller Derivate weltweit, also Spekulationen auf die wirtschaftliche Entwicklung basierend auf dem Status Quo der wirtschaftlichen Lage, liegt laut King World News bei 2,25 Billiarden Dollar – einer 15-stelligen Zahl, die pro Kopf der Lebensleistung eines Menschen entspricht. Die Zahlungen aus diesen Verträgen wären ebenfalls akut bedroht.

Der Welt – vor allem dem entwickelten westlichen Teil – könnte also ein Vermögensverlust drohen, der für die gesamte Bevölkerung buchstäblich im Nichts endet. Der Analyst Bill Gross beschrieb den Zustand unseres hochgradig gehebelten Finanzsystems so, „als würde man mit einer LKW Ladung Nitroglyzerin auf einer Stasse voller Schlaglöcher fahren.“ Und da die Reduktion der Schulden auf ein tragfähiges Niveau nicht von heute auf morgen geschehen kann wird dieses Szenario noch so lange akut bleiben, bis die Entscheidung getroffen wird, ein umfassende Konsolidierung vorzunehmen und nicht nur höhere Steuern verlangt werden, da diese letztlich auch nur das Feuer anheizen, was zwar den Schmerz der Zinsen kurzfristig verringert, gleichzeitig aber mittelfristig die Wirtschaftstätigkeit abwürgt.

Momentan sieht es nicht so aus, als gäbe es ernstgemeinte Versuche, dies zu erreichen. Vielmehr scheint es eher so, als würden die globalen Spieler im Hintergrund – und zwar im Westen wie im Osten und auf supranationaler Ebene – bereits an einem Plan B mit einer umfassenden Währungsreform und neuem Geld arbeiten. Ob die bestehenden Schulden der Welt in diesen Planungen noch vorkommen, oder ob das alles für ein Szenario nach dem großen Knall ausgearbeitet wird bleibt Spekulation.

http://www.journalistenwatch.com

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2 Kommentare zu “Die Weltschulden befinden sich in schwindelerregender Höhe

  1. Gewinne werden privatisiert und Verluste sozialisiert. Das Vermögen der reichsten Deutschen übertrifft bei Weitem die Staatsverschuldung. Das Durchschnittsvermögen der Griechen ist mit 100.000 Euro doppelt so hoch wie das der Deutschen mit 50.000 Euro. Das Problem mit dem Durchschnitt ist allerdings: links vorbei und rechts vorbei geschossen, gibt auch einen Treffer. 200 Milliarden griechischen Geldes sollen allein in der Schweiz liegen. Und , und, und. Man könnte das Problem lösen. Wenn man wollte. Der Finanzcrash ist das finale Szenario (3. Reiter der Apokalypse) das absolute Chaos auszulösen. Was dann folgt, will keiner erleben.

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  2. Ja, steht schon in Goethes Faust etwas drin zu dem Schwindel mit u.a. den Schulden…

    Hat der Herr von der Dt. Bundesbank (Weidmann?) sogar schon mal erwähnt bei einer gediegenen Rede.
    Teilweise sagen sie es ganz offen, aber kommt im Paralleluniversum zwischen Tagesschau und Sportschau nicht wirklich an….)

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