2018 sollen Hartz-4-Bezieher hungern oder arbeiten

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22.06.2017

Wie taz.de berichtet, soll Anfang 2018 in Bremerhaven ein Pilotprojekt der Bundesagentur für Arbeit (BA) starten, bei dem bis zu 3.000 Langzeitarbeitslose den dort ansässigen Firmen und Kommunalbetrieben als kostenlose Arbeitskräfte angeboten werden.

Die Arbeitslosen sollen für 3 Jahre ohne Lohnanspruch lediglich für ihr ALG II arbeiten. Wenn sie sich weigern, wird dieses erst gekürzt und dann gestrichen. Das ist die praktische Umsetzung von „Arbeit macht frei“. Urheber dieses Zwangsarbeits-Konzepts sind Detlef Scheele, Chef der Bundesagentur für Arbeit, und Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles. Beides Mitglieder der Hartz IV-Erfinderpartei SPD.

Der Öffentlichkeit „verkauft“ wird diese de facto Zwangsarbeit von der Geschäftsführerin des Jobcenters Bremen, Susanne Ahlers, und demmit den Behauptungen, dass Arbeitslose so wieder in die Gesellschaft integriert würden, dabei ihren Kindern zeigen könnten, was sie zur Gesellschaft beitragen, was wiederum verhindern soll, das sich die Langzeitarbeitslosigkeit von den Eltern an die Kinder vererbt.

Arbeitslose sollen also stolz auf eine erzwungene Tätigkeit sein, für die sie keinerlei Wertschätzung erfahren? Stolz ihren Kindern sagen: „Sieh‘ mal, das dort habe ich geschaffen, aber Geld habe ich dafür nicht bekommen, weil ich bin ja nichts mehr wert.“?

Und indem Kindern vor Augen geführt wird, dass Arbeitslose in unserer Gesellschaft vollkommen wertlos sind und ihnen so heillose Panik vor einer möglichen späteren eigenen Arbeitslosigkeit eingeimpft wird, soll verhindert werden, dass sich Arbeitslosigkeit „vererbt“?

Und wieso spricht man hier überhaupt von „vererben“? Seit wann ist Arbeitslosigkeit genetisch bedingt? Man bedenke, welche gesellschaftlichen Wertvorstellungen und politischen Aussagen die Verantwortlichen damit zum Ausdruck gebracht haben. Hier wird eine unliebsame gesellschaftliche Gruppe entwertet wie eine Fahrkarte.
Glauben die Verantwortlichen wirklich an das, was sie da behaupten? Dann sind sie nur noch zu bedauern.

Die einzigen Aussagen dieses menschenverachtenden Pilotprojekts sind, dass die Arbeitskraft eines Langzeitarbeitslosen in der Gesellschaft nichts mehr wert ist und auch dieser als Mensch nicht mehr wertgeschätzt wird. Langzeitarbeitslose taugen nur noch zum kostenlosen „Verheizen“. (ottokar)

Bild: bluedesign-fotolia

http://www.gegen-hartz.de

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8 Kommentare zu “2018 sollen Hartz-4-Bezieher hungern oder arbeiten

  1. Kann ja sein, dass die Deutschen irgendwann nicht mehr für die Invasoren arbeiten wollen und ihre Jobs hinschmeißen. Dem muss vorgebeugt werden.

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    • Aufschlussreich ist auch, was sich in sogenannten Berufsförderungswerken so abspielt.
      Finanziert von den Rentenversicherungen oder den Jobcentern werden dabei sogenannte überbetriebliche Umschulungen durchgeführt.

      Da wird versucht Menschen, die zum großen Teil in ihrem alten Job schwer(st)e gesundheitliche Probleme davon getragen haben, wieder in das Himmelreich, den festen Arbeitsplatz zu integrieren, nur halt in einem anderen beruflichen Zweig.

      Was jetzt aber nicht heißt, dass sorgfältig analysiert würde, was gesundheitlich dem Menschen überhaupt noch zuzumuten ist, nein, Augen und Ohren zu und durch ist eher die Devise.
      Es gibt ein paar Annehmlichkeiten wie etwas mehr Besoldung und diverse Wellness- und Therapieangebote, welche aber vor allem verschleiern, dass die Devise eher in Richtung „Bootcamp“
      geht.
      „Survival of the fittest“, nur dass die Leute zum großen Teil alles andere als fit sind. 😉
      Da heult dann schon mal die erfahrene Krankenschwester, die es am Rücken erwischt hatte und deshalb im BfW sitzt, wenn sie im Vorbereitungskurs auf etwas Kaufmännisches schriftlich 13 mal 23 rechnen soll und nicht hin bekommt.
      Was freilich nicht zum Abbruch des Experimentes führt, sondern es wird solange weiter gemacht, bis es wirklich nicht mehr geht und sie nur noch heult bzw nach Besuch beim Hausarzt gar nicht erst wieder auftaucht. Im konkreten Fall musste sie während einer Zwischenprüfung vom Notarzt abgeholt werden. Nervenzusammenbruch, was am Herzen … genaueres weiß man nicht
      Eventuell hat sie dann letztendlich neben dem Rückenproblem auch eine psychische Erkrankung davongetragen.
      Was die Pharmaindustrie wiederum freuen dürfte.
      Und an dem BfW ansich verdienen sich auch wiederum so manche eine goldene Nase. Gab da doch mal ein Buch mit dem schönen Titel „Die Hartz4-Industrie“.

      So ist der schöne Schein des Berufsförderungswerk, wie so manchen anderen auch. Nur dass er sich langsam immer mehr zum Alptraum entwickelt.

      Der Mensch als Ware, wer darf als nächstes profitieren? Bis dass der Tod sie scheidet.

      Wann hat der Wahnsinn ein Ende?

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