Berlin: Brandanschlag junger Flüchtlinge gegen Obdachlosen kein Mordversuch – Richterin sieht gefährliche Körperverletzung

Soviel unhaltbare Entschuldigungen es für die einen gibt, soviel Erbarmungslosigkeit gibt es gegen die anderen. R.
 
Sechs jugendliche Flüchtlinge versuchten in der vergangenen Weihnachtsnacht einen Obdachlosen anzuzünden. Nun ging der Prozess gegen sie zu Ende – die Urteile stehen.
BERLIN, GERMANY - JANUARY 11: Homeless man sleeps near the Spree river on January 11, 2017 in Berlin, Germany. City authorities estimate there were approximately 17,000 homeless in Berlin in 2016, which is a sharp rise compared to an estimated 10,000 in 2014. Authorities attribute the difference to rejected asylum applicants who have remained in the city. (Photo by Maja Hitij/Getty Images)

Zwei Jahre und neun Monate Haft für Nour N. Das Urteil erging am Dienstag am Berliner Landgericht wegen gefährlicher Körperverletzung und damit nicht wegen versuchten Mordes.

Der 21-Jährige war der Hauptangeklagte im Prozess gegen sechs junge Flüchtlinge, die an Weihnachten 2016 die Kopfunterlage eines schlafenden Obdachlosen angezündet hatten.

Offenbar sah das Gericht mildernde Umstände gegeben. Während Staatsanwalt Martin Glage auch am Ende der Beweisaufnahme am Vorwurf des versuchten Mordes festhielt, gab die Vorsitzende Richterin Regina Alex zu erkennen, dass sie zu einem Urteil wegen gefährlicher Körperverletzung neigt.

N. könne „nicht ausschließen, dass es seine idiotische Idee gewesen ist“, sagte der Anwalt des 21-Jährigen, Alexander Wendt. Sein Mandant habe vor der Tat Wodka, Cannabis, Extasy und Heroin konsumiert.

Wie die „Berliner Morgenpost“ den Haupttäter zitiert, habe dieser den Obdachlosen „nur durch ein kleines Feuerchen aufschrecken wollen“.

Die Richterin entließ am vergangenen Freitag die fünf Mittäter von N. aus der Untersuchungshaft. Ein siebter Angeklagter war schon zu Prozessbeginn wegen unterlassener Hilfeleistung zu vier Wochen Arrest verurteilt worden.

Zwei Mitangeklagte wurden von der Jugendkammer des Gerichts zu je acht Monaten Haft verurteilt, die weiteren Beschuldigten zu Jugendarrest, der mit Untersuchungshaft und Freizeitarbeit abgegolten ist.

Was sagten die Anwälte?

„Er hat die Gefährlichkeit seines Handelns nicht gesehen“, sagte Wendt. N. bat am Ende der Plädoyers sein Opfer und die Öffentlichkeit um Verzeihung. Auch Mohammad M. entschuldigte sich.

Die Anwälte der beiden 18-Jährigen, Mohammad M. und Khaled A., plädierten auf Freispruch, weil ihre Mandanten an der Tat nicht beteiligt gewesen seien. „Beihilfe ist mehr als bloße Duldung“ sagte M.s Verteidiger.

Die Anwälte der Angeklagten Bashar K., Mohamad A. und Ayman S. lehnten eine Verurteilung wegen Beihilfe ab. Sie plädierten stattdessen auf Arreststrafen wegen unterlassener Hilfeleistung, welche mit den fast sechs Monaten in Untersuchungshaft abgegolten seien.

K.s Verteidiger forderte für seinen 16-jährigen Mandanten zudem eine Haftentschädigung für jeden Tag im Untersuchungsgefängnis, der über die von ihm geforderte Strafe von vier Wochen Arrest hinaus geht.

Passanten löschten Feuer

N. hatte in der vergangenen Weihnachtsnacht im Berliner U-Bahnhof Schönleinstraße die Kopfunterlage eines schlafenden Obdachlosen angezündet. Anschließend entfernte er sich mit seinen Begleitern vom Tatort.

Die Fahndungsbilder von den feixenden Jugendlichen sorgten bundesweit für Entsetzen. Dem Opfer passierte nichts, weil Passanten das Feuer rechtzeitig löschten. Im Prozess forderte die Anklage für N. vier Jahre Haft, die Verteidigung maximal zwei Jahre auf Bewährung.

http://www.epochtimes.de/

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