Putin zu Merkels Bierzeltrede: Angestauter Ärger wegen Souveränitätsbeschränkung

Bundeskanzlerin Angela Merkel im Bierzelt am 28. Mai 2017

02.06.2017(aktualisiert 17:21 02.06.2017) Zum Kurzlink

 In der heutigen Welt gibt es nicht so viele wirklich souveräne Länder, sagte der russische Staatschef Wladimir Putin in der Plenarsitzung des St. Petersburger Internationalen Wirtschaftsforums. Russland wisse seine Souveränität zu schätzen.

„Ich will niemanden beleidigen, aber das, was Frau Merkel sagte, wurde unter anderem vom lange angestauten Ärger wegen der Tatsache diktiert, dass die Souveränität in der Tat beschränkt ist“, sagte Putin. „Und im Rahmen von militärpolitischen Bündnissen ist er offiziell beschränkt. Dort wird vorgeschrieben, was erlaubt ist und was nicht – und in der praktischen Umsetzung ist es noch strenger.“

„In der Welt gibt es nicht so viele Länder, die Souveränität besitzen. Russland weiß sehr zu schätzen, dass es diese Souveränität hat“, ergänzte der russische Staatschef.

Am 28. Mai sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel, dass die EU freundschaftliche Beziehungen mit den USA und Großbritannien pflegen solle sowie gute Nachbarn mit Russland sein. Die Europäer müssten aber selbst für ihre Zukunft kämpfen. „Wir Europäer müssen unser Schicksal wirklich in unsere eigene Hand nehmen“, sagte Merkel in einem Bierzelt in München.

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Moskau: Merkels Bierzeltrede über Europa-Schicksal kaum ernst zu nehmen

CSU-Chef Horst Seehofer und Bundeskanzlerin Angela Merkel bei Oktoberfest (Archivbild)

Russland staunt über die jüngste Erklärung von Bundeskanzlerin Angela Merkel, laut der die Europäer ihr Schicksaal in ihre eigenen Hände nehmen müssen. Da die EU in der jüngsten Zeit keine selbständige Außenpolitik aufweist, ist diese Äußerung laut der russischen Außenamtssprecherin Maria Sacharowa kaum ernst zu nehmen.

„Es schien immer, dass die Europäische Union eine absolut eigenständige Vereinigung ist, die solch ein riesiges politisches, wirtschaftliches und Menschenpotential besitzt, dass sie keine zusätzlichen Betreuer braucht“, sagte Sacharowa.

Diese Wahrnehmung habe Moskau vor einiger Zeit gemacht, als die EU selbständige Entscheidungen getroffen und eine eigene Außenpolitik geführt habe. Als Beispiel führte Sacharowa die Regelung des iranischen Atomproblems an, bei der die EU „eine der ersten Geigen gespielt hat“.

In jüngster Zeit habe Moskau „grundsätzlich keine Selbständigkeit von der EU gesehen“. Demnach sollte man sich auf  die Erklärung der Bundeskanzlerin „nicht orientieren“, so Sacharowa.  

Am 28. Mai sagte Merkel, dass die EU freundschaftliche Beziehungen mit den USA und Großbritannien pflegen solle sowie gute Nachbarn mit Russland sein. Die Europäer müssten aber selbst für ihre Zukunft kämpfen. „Wir Europäer müssen unser Schicksal wirklich in unsere eigene Hand nehmen“, sagte Merkel in einem Bierzelt in München.

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