Tödliche Wirkung von Pestiziden auf Bienen von US-Umweltschutzbehörde bestätigt – trotzdem kein Verbot

EPA, die US-Umweltschutzbehörde, erkannte die tödlichen Wirkungen von Pestiziden auf Bienen am 12.1.2017 an, weigerte sich aber, ihre Verwendung in der Agrarwirtschaft zu beschränken. In der EU läuft zur gleichen Zeit ein Verfahren vor dem Europäischen Gericht in erster Instanz ab Mittwoch in Luxemburg, ob die EU-Kommission 2013 den Einsatz bestimmter Pestizide teilweise verbieten durfte, weil sie Bienen massenhaft schädigten.
Bienen sind als Bestäuber wichtig für die Ökosysteme. Foto: Michael Reichel/dpa

Am 12. Januar räumte die EPA erstmals ein, dass die drei häufig verwendeten Neonicotinoid-Pestizide – Tuchianidin, Thiamethoxam und Dinetofuran – ein erhebliches Risiko für die Bienenpopulation darstellen. Die aktualisierte Analyse der Agentur bestätigte auch die Bedrohung durch eine vierte dieser Art, Neonicotinoidverbindung – Imidacloprid – das sowohl die Bestäuber, viele Tierarten, als auch Grundwasser und schädigen kann.

Das heißt konkret, die Blüten werden auf Dauer nicht mehr bestäubt werden können und Obstplantagen können nur noch per Hand, d.h. vom Menschen selber bestäubt werden. Eine Vorgehensweise, die unendlich viel Zeit, Arbeit und Geld kostet. Ein Vorgehen, das in China schon seit einigen Jahren praktiziert wird.

Am selben Tag, an dem die Analyse veröffentlicht wurde, kündigte die EPA aber auch an, dass sie ihre Unterstützung für einen Vorschlag zurückgezogen habe, bei der es darum ging, das Einsetzen dieser Insektizide zu beschränken. Vor allen Dingen in Gebieten, in denen Honigbienen vorhanden sind. Anstelle der vorgeschlagenen Beschränkungen hat die Agentur eine Reihe von freiwilligen Leitlinien angekündigt, die keine zwingende Einhaltung vorschreiben. Damit kann der Bauer selber entscheiden, ob er die Gifte einsetzt oder nicht.

Da Bienen in einem Radius von mindestens 5 km ausfliegen, um ihren Nektar zu sammeln, werden viele Imker davon betroffen sein, dass ihr Honig kontaminiert sein wird. Laut ökologischer Verordnung heißt das konkret, dass dieser Honig dann nicht als Bioprodukt verkauft werden darf.

Die Direktorin des Zentrums für biologische Vielfalt des Umwelt-Gesundheitsprogramms der USA, Lori Ann Burd, sagte:

„Es ist empörend, dass am selben Tag, als die EPA die ökologischen Missstände anerkannte, dass diese gefährlichen Pestizide ganze Bienenpopulationen ausrotten werden, dann aber von ihrem Kurs nicht abweicht, sodass diese Insektizide und Pestizide weiterverwendet werden können. Das ist das gleiche, als wenn ein Arzt Ihre Krankheit diagnostiziert, aber dann sich weigert, Ihnen die dafür nötigen Medikamente auszuhändigen.“

Die Tatsache, dass die EPA die Bedrohung dieser Gifte bestätigt hat, und gleichzeitig sich weigert ihre Verwendung einzuschränken, spricht Bände über den Einfluss der Pestizidindustrie auf die Politik der Agentur bezüglich ihrer Verwendung. Wahrscheinlich wird es auch hier um Unsummen Geld gehen. Denn weltweit gehört der Industriezweig, der sich mit Chemikalien, Giften und Ähnlichem befasst, zu den reichsten.

Was genau sind Neonicotinoide, und warum sind sie so gefährlich für Bienen und andere Tiere?

Neonicotinoide gehören zu der Klasse von Pestiziden, von denen bekannt ist, dass sie sowohl akute als auch chronische Effekte auf Honigbienen, Vögel, Schmetterlinge und andere Bestäubungsarten haben. Sie sind auch der Hauptfaktor dafür, dass die gesamten Blütenbestäubungen zurückgegangen sind. In Kalifornien zum Beispiel sind im letzten Jahr ganze Mandelplantagen nicht bestäubt worden, da die Bienen direkt auf der Blüte elendig starben.

Diese systemisch eingesetzten Insektizide bewirken, dass ganze Pflanzen, einschließlich ihrer Pollen und Nektar für die Bestäuber giftig und damit tödlich sind. Diese Chemikalien bauen sich zudem langsam ab, sie sickern ins Grundwasser und stellen dann auch für viele weitere Tierarten eine große Bedrohung dar, besonders für die Bienenvölker, die auf dem Boden nisten.

In der EU läuft ein Verfahren vor dem Europäischen Gericht in erster Instanz ab Mittwoch in Luxemburg, ob die EU-Kommission 2013 den Einsatz bestimmter Pestizide teilweise verbieten durfte, weil sie Bienen massenhaft schädigten.

Im Jahr 2016 veröffentlichte ein UN-Komitee eine neue Studie zum Thema Bestäuber und die Gefahren, denen sie aufgrund menschlicher Aktivitäten ausgesetzt sind. Der Ausschuss stellte fest, dass 40 Prozent aller Wirbellose-Bestäuber, wie Bienen und Schmetterlinge, vom Aussterben bedroht sind – eine Perspektive, die gravierende Folgen für die Menschheit hat.

Mithilfe der Gifte vernichtet der Mensch seine eigene Nahrung!

Neunzig Prozent der weltweit blühenden Pflanzen hängen von Bienen und anderen Bestäubern ab. Rund 75 Prozent aller Getreidearten sind abhängig von Bestäubern (hauptsächlich Bienen). Dies entspricht etwa 1,4 Milliarden Arbeitsplätzen und fast 600 Milliarden Dollar an Kulturen.

Es wird klar, dass Neonicotinoide eher eine Bedrohung für Bestäuber sind als bisher angenommen. Als Reaktion darauf hat die EU Neonicotinoide insgesamt verboten, und im Jahr 2016 wurden die Pestizide von der Verwendung in den nationalen Schutzgebieten der Vereinigten Staaten verboten.

Aber trotz aller Beweise hat die EPA eine Politik der Ignoranz geschaffen, bei der sie ihre Aufgaben, nämlich die Agrarwirtschaft zu überprüfen, einfach außer Acht lässt. Dem Bauern selbst überlassen, ob sie dieses Insektizid sprühen oder nicht, kann nicht helfen das Problem zu lösen. Besonders nicht in den Gebieten, in denen kommerzielle Honigbienen vorhanden sind. Mit anderen Worten: diese Umweltschutzbehörde tut nichts, um das Problem zu lösen.

Das ist eine Ignoranz der Wissenschaft, die für alle Amerikaner zutiefst besorgniserregend sein sollte. Und diese Ignoranz wird weltweit ihre Folgen haben.

In der Tat ist es beunruhigend, wenn eine Agentur, die eigentlich zum Schutz der Umwelt beitragen sollte, ihre eigenen Erkenntnisse über Missstände nicht berücksichtigt, sondern Freiheiten für eine Branche aufrechterhält, die eine der bedeutendsten Gefahren für die Umwelt darstellt. Aber auch für Mensch, Tier und die Natur. Und alle sind wir von der Natur abhängig.

Die große Frage ist nun: Wie wird die eingehende Verwaltung diese und andere dringende Umweltfragen behandeln und gleichzeitig ein für die Wirtschaft interessantes Klima schaffen?

Das Ergebnis kann nur mehr als bedenklich sein, um es gelinde auszudrücken…

http://www.epochtimes.de

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