Gefühlt ist er schon Kanzler

Schulz bei Will im TV

Anne Will hat nur einen Gast und für den rollt sie den roten Teppich aus: Martin Schulz, der Kanzlerkandidat der SPD, nutzt die Gunst der Stunde für eine Lehrstunde in Populismus, wie man sie so noch nicht gesehen hat.

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© NDR/WOLFGANG BORRSAnne Will im Gespräch mit Martin Schulz

Das geht ganz schön fix: Am vergangenen Dienstag wird Martin Schulz als Vorsitzender und Kanzlerkandidat der SPD ausgerufen. Zuerst in der Zeitschrift „Stern“, dann vor der Bundestagsfraktion verkündet Sigmar Gabriel seinen Rückzug ins Auswärtige Amt und übergibt den Staffelstab an seinen Freund Martin. Am gestrigen Sonntag nominiert diesen der Parteivorstand. Und am Ende des Tages ist Schulz schon Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland. Diesen Eindruck jedenfalls vermittelt er in der Sendung von Anne Will, die ihm im ersten ARD-Programm eine Stunde lang Zeit gibt, eine Wahlkampfrede zu halten und seinen Machtanspruch zu verkünden.

Man kommt nicht nur ob des Tempos aus dem Staunen nicht heraus. Der politischen Stimmung nach legt die SPD binnen fünf Tagen um acht Prozent zu, drei Prozent mehr Bürger als zuvor würden die Partei wählen. So zumindest verkündet es der „Deutschlandtrend“ der ARD. Kein Wunder, dass sich Martin Schulz schon fast am Ziel und die SPD als stärkste Partei im nächsten Bundestag wähnt, nach der sich alle anderen zu richten haben. „Deutschland braucht eine Erneuerung“, sagt er, und diese Erneuerung ist er.

„Ich bin der Beste“

Wie selbstsicher er ist und für wie selbstverständlich er es hält, dass es außer ihm niemanden für den Job im Kanzleramt geben kann („ich bin gefühlt und faktisch der beste Kandidat“), verrät er mit jeder Formulierung bis hin zu dem Satz, dass er sich den „Griff nach dem Amt eines Regierungschefs einer großen Nation“ sehr wohl überlegt habe. Er hat zuvor noch mit seiner Frau telefoniert. Mit dem Plazet seiner Familie geht er nun ans Werk. Jetzt müsste Martin Schulz nur noch jemand sagen, dass er, bevor er nach dem Regierungsamt greift, lästigerweise noch eine Wahl gewinnen muss. Damit kennt er sich vielleicht nicht so gut aus.

Hier geht´s weiter:

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/tv-kritik/spd-kanzlerkandidat-martin-schulz-bei-anne-will-14794023.html

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