Riesige NATO-Armee soll russische Aggression stoppen

Bildquelle: http://www.thetimes.co.uk/

Von: http://www.luftpost-kl.de/

Wir veröffentlichen eine Übersetzung des Originalartikels aus der britischen Zeitung The Times, in dem über eine geplante Verkürzung der Mobilmachungszeit für 300.000 NATOSoldaten, aber noch nicht über eine bereits angeordnete Mobilmachung berichtet wurde. Riesige NATO-Armee soll russische Aggression stoppen Von Deborah Haynes, Redakteurin für Verteidigungsfragen

The Times, 07.11.16 ( http://www.thetimes.co.uk/article/huge-nato-land-army-to-meet-russian-aggression-xsdnldzkq )

Hunderttausende NATO-Soldaten sollen wegen der wachsenden Spannungen mit Russland schneller in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt werden können, hat der NATO-Generalsekretär mitgeteilt. Die NATO-Kommandeure wollen über eine starke Landstreitmacht verfügen, um Russland von einem Angriff abschrecken zu können. Jens Stoltenberg, der Generalsekretär der Allianz, hat keine genaue Zahl genannt, aber Sir Adam Thomson, der scheidende Botschafter Großbritanniens bei der NATO, hat mitgeteilt, es gehe vermutlich darum, die für die Mobilmachung von bis zu 300.000 Soldaten benötigte Zeit auf rund zwei Monate (60 Tage) zu verkürzen. Derzeit würden dafür noch bis zu 180 Tage (6 Monate) gebraucht. Diese Streitmacht soll die bereits existierende, innerhalb weniger Tage einsatzbereite, NATO Response Force (die aus 25.000 Soldaten besteht, s. dazu auch

https://de.wikipedia.org/wiki/NATO_Response_Force ),

bei Bedarf verstärken und aus Soldaten verschiedener NATO-Staaten, darunter auch Großbritannien, zusammengesetzt werden.

„Russland ist in letzter Zeit auf verschiedenen militärischen Gebieten sehr aktiv gewesen,“ erklärte Stoltenberg, der frühere Ministerpräsident Norwegens, gegenüber der Times. „Das wieder erstarkte Russland hat seine Streitkräfte in den letzten Jahren deutlich verstärkt und seine Verteidigungsausgaben seit dem Jahr 2000 verdreifacht. Es hat neue militärische Fähigkeiten erworben, seine Soldaten auf einen hohen Ausbildungsstand gebracht und militärische Gewalt gegen Nachbarstaaten ausgeübt,“ fügte er hinzu. Stoltenberg sagte weiter: „Weil Russland auch seinen Propagandaapparat in den europäischen NATO-Staaten ausgebaut hat, müssen wir jetzt reagieren. Wir antworten mit der deutlichsten Erhöhung unserer kollektiven Verteidigungsbereitschaft seit dem Ende des Kalten Krieges.“ Zu den Maßnahmen, die nach der im Jahr 2014 vom russischen Präsidenten Putin veranlassten Annexion der Krim und dem Konflikt in der Ostukraine ergriffen wurden, gehört auch die ab Januar nächsten Jahres erfolgende Verlegung von 4.000 NATO-Soldaten – von denen fast ein Viertel Briten sind – nach Estland, Lettland, Litauen und Polen. Die NATO hat auch bereits eine Krisenreaktionstruppe von 5.000 am Boden kämpfenden Soldaten aufgestellt, die von Luft- und Seestreitkräften und Special Forces unterstützt wird und innerhalb von fünf Tagen einsatzbereit ist.

1/4 Friedenspolitische Mitteilungen aus der US-Militärregion Kaiserslautern/Ramstein LP 155/16 – 14.11.16 Außerdem haben die 28 Mitgliedstaaten vereinbart, die bestehenden Reaktionskräfte auf 40.000 Soldaten zu erhöhen.

Der ersten Welle sollen schnell entsprechende Verstärkungen folgen. Stoltenberg kündigt an, die NATO werde die Zeit, die sie zur Mobilisierung der großen Masse ihrer insgesamt drei Millionen Soldaten aller Waffengattungen braucht, stark verkürzen. „Wir kümmern uns jetzt auch mehr um die nachrückenden Truppen,“ betonte er. „Die Streitkräfte der NATO-Verbündeten verfügen fast alle über große Reserven. Wir müssen es schaffen, in kürzerer Zeit als bisher mehr von ihnen in Kampfbereitschaft zu versetzen.“ Auch darüber hätten die Verteidigungsminister der NATOStaaten bei ihrem Treffen im letzten Monat diskutiert. Botschafter Adam, der letzten Donnerstag seinen Posten bei der NATO aufgegeben hat, teilte mit, alle Verbündeten seien sich darüber einig gewesen, dass die Einsatzbereitschaft auch größerer Truppenverbände stark verbessert werden müsse. „Ich bin nicht sicher, dass alle begriffen haben, wie schwierig und wie teuer das werden kann, aber dieses Vorhaben gehört zu den Veränderungen, die wir bereits auf unserem letzten Treffen im Februar beschlossen haben,“ ergänzte Adam. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion waren die Verteidigungsbudgets in den meisten Mitgliedstaaten der NATO gekürzt und die Streitkräfte reduziert worden.

Die verbleibenden Truppen wurden in eine niedrigere Bereitschaftsstufe versetzt. Russland hingegen hat sein Militär mit jährlichen Manövern von bis zu 100.000 Soldaten auf einem hohen Bereitschaftsniveau gehalten. Die NATO muss sich auch darauf einstellen, dass Russland und andere Staaten ihre Spionagetätigkeit verstärkt und ihre Fähigkeiten zu hybrider Kriegführung und zu Cyberangriffen stark verbessert haben. Es gibt nun auch einen russischen Nachrichtendienst in Divisionsstärke, der von einem General im Rang eines Staatssekretärs geführt wird. Stoltenberg erklärte außerdem, die NATO halte es für sehr wichtig, mit Moskau im Gespräch zu bleiben. Beide Seiten wollten in den kommenden Wochen auf der Ebene des NATO-Russland-Rates (s. https://de.wikipedia.org/wiki/NATO-Russland-Rat ) wieder miteinander reden – zum dritten Mal in diesem Jahr. (Wir haben den Artikel komplett übersetzt und und mit Ergänzungen und Links im Klammern und Hervorhebungen versehen.

Wenn die NATO die Mobilmachungszeit für ihre gesamte Streitmacht verkürzt, ist auch das ein Beleg dafür, dass sie sich auf einen großen Krieg gegen Russland vorbereitet. Anschließend drucken wir den Originaltext ab.)

http://www.luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_16/LP15516_141116.pdf

Dieser Beitrag wurde unter Nato veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s