Russisches Gesichtserkennungsprogramm von Weltniveau

Gesichtserkennung
01810 Die Mitbegründer der russischen Firma NTechLab, die sich auf Technologien der Gesichtserkennung spezialisiert hat, haben ihre Bereitschaft bekanntgegeben, ihre Software an ausländische staatliche Sicherheitsunternehmen zu verkaufen, wie die Zeitung „The Wall Street Journal“ schreibt. Die Zeitung zeigt sich offenbar darüber besorgt, in welche Hände die Produkte doppelter Bestimmung gelangen können.  Unter den Ländern, deren Sicherheitsunternehmen Gespräche mit der High-Tech-Firma führen, sind die Türkei und China sowie „andere Staaten, in vielen von denen Verletzungen der Bürgerrechte festgestellt sind“. Die NTechLab-Mitbegründer Artjom Kucharenko und Alexander Kabakow  wiesen jedoch alle Bedenken zurück, dass ihre Technologien in falsche Hände geraten könnten.  Wenn man einfach ein Smartphone besitze, könne man  der Überwachung nicht mehr entgehen, so Kabakow.

„Es gibt kein Privatleben. Ihre Regierung kann Sie in jedem Moment kontrollieren. (…) Sie nehmen Ihr Smartphone oder ein Android-Phone, und sie bekommt  Informationen darüber, wie Sie sich benehmen, wohin Sie sich bewegen,  was Sie kaufen  und mit wem Sie sprechen“,  sagte der 29-Jährige.

Zurzeit versucht NTechLab ihre Softwareprodukte bei rund 400 verschiedenen Unternehmen zu vermarkten und hofft darauf, einige Geschäfte noch bis zum Jahresende umzusetzen. Im November 2015 hatte die russische Firma den Gesichtserkennungs-Wettbewerb „The MegaFace Benchmark“ gewonnen, der von der University of Washington veranstaltet worden war.  100 Teams wurden herausgefordert, innerhalb von 20 Tagen mit Hilfe ihrer einzigartigen Algorithmen eine Methode zu entwickeln, um eine möglichst große Anzahl von Gesichtern aus einer Datenbasis, die aus  einer Million Fotos bestand, zu erkennen. An dem Wettbewerb nahmen führende Unternehmen der digitalen Branche, unter anderem Google-Angestellte und einige russische Mannschaften teil. NTechLab konnte mit ihrem FaceN-Algorithmus eine 73-prozentige Genauigkeit bei der Gesichtserkennung erreichen und dadurch alle Konkurrenten übertreffen.

Dank einer Sondertechnologie, die auf künstlichen neuronalen Netzwerken beruht, kann der FaceN-Algorithmus auf einem Bild die kennzeichnenden Merkmale eines Menschengesichtes herausfiltern.  Der Zeitung zufolge will die Moskauer Regierung eine der von der NTechLab entwickelten Apps in alle Überwachungskameras der russischen Hauptstadt installieren. Diese Aussage kommentierten Kabakow und Kucharenko nicht.

https://de.sputniknews.com/wirtschaft/20161011312904845-russisches-gesichtserkennungsprogramm-von-weltniveau/

Dieser Beitrag wurde unter Russland veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s