Italien blutet aus

— 10 Oktober 2016

Italiener verlassen in Scharen ihr Heimatland. Ursache ist die lang anhaltende Rezession gepaart mit der stetig schlechter werdenden wirtschaftlichen Lage des südeuropäischen Landes. Dass Italien den Euro verlassen wird, wird immer wahrscheinlicher. In Deutschland zeichnet sich ein ganz ähnliches Bild ab. 

flkfj (Bild: metropolico.org)

Italiener wie Deutsche verlassen in Scharen ihre Heimat (Bild: metropolico.org)

 

 

 

 

 

Die Zahlen sind dramatisch. Innerhalb eines Jahres verließen knapp 200.000 Italiener ihre Heimat. Solch eine hohe Auswanderungsbewegung hatte das südeuropäische Land seit 90 Jahren nicht mehr erlebt. Als Ursachen für die rasant angestiegene Abwanderungstendenz wird zum einen die lange Rezession in Verbindung mit der anhaltenden Bankenkrise, wie auch die politischen Differenzen benannt.

Italien wird den Euro-Raum verlassen

Da Mitgliedschaft in der Euro-Zone dem wirtschaftlich schwer angeschlagenen Land wenig Spielraum für eigenständige Maßnahmen lässt, rechnet der Wirtschafts-Nobelpreisträger Joseph Stiglitz mit dem Ausscheiden Italiens aus dem Euro-Raum. Der US-amerikanische Volkswirt glaubt laut Welt-Online nicht, dass Italien künftig noch Teil des europäischen Währungsraums sein werde. »Wenn ich mich mit Italienern unterhalte, spüre ich, dass die Menschen dort zunehmend enttäuscht sind vom Euro«. Den Italienern sei klar geworden, dass Italien im Euro nicht funktioniere, so Stiglitz. Der eher politisch links orientierte Ökonom stuft den Euro für den Aufschwung als hinderlich ein und sieht im Bruch der Gemeinschaftswährung sogar die einzige Chance, das wirtschaftlich lahmende Europa wieder in Schwung zu bringen.

Die Konstruktionsfehler des Euro seien unüberwindbar und es sei Zeit, über eine Auflösung nachzudenken. Diese Einschätzung teilt der ehemalige Ifo-Chef Hans-Werner Sinn, wobei Stiglitz Deutschland als Schuldigen für das Scheitern des Euros benennt, da die momentane Bundesregierung sich rigide an Regeln halten würde. Sollte die Währungsunion in ihrer jetzigen Form bestehen bleiben, errechnet Stiglitz einen Wohlstandsverlust von unglaublichen 200 Billionen Euro. Stiglitz plädiert, wie viele seiner Kollegen, für die Einführung eines Nord- und eines Süd-Euros.

Good bye Deutschland

Mit einer dramatischen Abwanderungsbewegung hat indes nicht nur Italien zu kämpfen. Deutschland verzeichnet ebenfalls eine massive Abwanderungswelle. Viele junge Deutsche verabschieden sich in andere Länder mit besseren Arbeits- oder Forschungsbedingungen. Nur jede vierte Fachkraft, die den Weg ins Ausland wagte, entscheidet sich für eine Rückkehr nach Deutschland.

Gründe für die Abwanderung sind laut der German Scholars Organization die schlechte Bezahlung in Deutschland sowie die bessere Betreuung der Forschung im Ausland. Dies führt in der Wirtschaftswissenschaft dazu, dass von den 100 forschungsstärksten deutschen Volkswirten unter 45 Jahren jeder zweite außerhalb Deutschlands arbeitet. Tendenz steigend. 2015 lag der Anteil der hochqualifizierten Auswanderer bei 70 Prozent. Tendenz ebenfalls steigend. Abgewanderte deutsche Akademiker machen geltend, außerhalb Deutschlands bessere Bedingungen für ihre Wünsche vorzufinden. Höhere Wertschätzung, niedrigere Steuern und dadurch bedingt ein hoher Lebensstandard lassen Deutschland immer weniger zu einem attraktiveren Arbeits- und Lebensstandort werden.

Neben wirtschaftlichen Aspekten wird zunehmend die Angst vor Terror und bevorstehenden ethnischen Spannungen, sowie die massiv ansteigende Kriminalität und die Folgen der Islamisierung benannt. Aus just denselben Gründen verließen 2015 rund 10.000 Millionäre Frankreich, um weit weg von Europa einen neue Heimat zu finden. (BS)

http://www.metropolico.org/

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Ein Kommentar zu “Italien blutet aus

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s