LEAK: Geheimdienst in islam-feindlichen Anschlag verwickelt?

Symbolfoto Schweinekopf: Pixabay / Textschnipsel: Faksimilie zugespielter Bericht / Bildkomposition Wochenblick

30.09.2016

Ein polizeiliches Einvernahmeprotokoll, welches dem „Wochenblick“ exklusiv vorliegt, nährt einen furchtbaren Verdacht: Inszenieren österreichische Geheimdienste „islam-feindliche Anschläge“? Ein mutmaßlicher V-Mann des Abwehramtes belastet den Geheimdienst schwer.

Er habe sich absichtlich an Straftaten beteiligt, seine gesamte Tätigkeit sei im Auftrag das Heeres-Abwehramtes gewesen – ohne sein aktives Mitwirken am „Schweinkopf-Anschlag“ hätte diese Aktion gar nicht stattfinden können.

Im ORF nur am Rande erwähnt

In der ORF-Reportage „Am Schauplatz“ vom 29. September gestand ein gewisser Thomas Kirschner vor laufender Kamera, dass er Schweineköpfe auf eine Moschee in Graz gehängt hätte, um „ein Zeichen zu setzen“. Kirschner wurde über die „rechtsextreme Bewegung in Österreich“ interviewt. Was im ORF zwar erwähnt wurde, aber fast unterging: Diese, im Mai als „Schweinekopf-Anschlag“ bekannt gewordene Tat, hatte Kirschner gemeinsam mit einem Undercover-Agenten des militärischen Abwehramtes durchgeführt! Das Abwehramt ist der Inlandsnachrichtendienst des Bundesheeres.

Seit Monaten Aufklärung gefordert

Bereits am 3. Juli meldete der ORF-Steiermark: „In den Fall der Schändung der Grazer Moschee mit aufgehängten Schweineköpfen Anfang Mai soll auch das Heeresabwehramt verwickelt gewesen sein. Das Bundesheer will diese Vorwürfe jetzt prüfen, die Ermittlungen stehen noch am Anfang.“

Am Tag danach zeigte sich der grüne Sicherheitssprecher Peter Pilz empört: „Das Abwehramt hat ohne rechtliche Grundlage gehandelt, da es sich bei einer Moschee nicht um eine militärische Einrichtung handle.“ Er forderte eine Untersuchung seitens der Behörden und des Parlaments.

LEAK: Geheimdienst in „islam-feindlichen Anschlag“ verwickelt 1

„Habe im Auftrage des Abwehramts gehandelt“

Nun wurde dem „Wochenblick“ ein Dokument zugespielt, welches Bewegung in die Sache bringen könnte. Demnach gibt der Mann im polizeilichen Einvernahmeprotokoll an, als Undercover-Agent des Abwehramtes tätig gewesen zu sein. Zitat: „Ich möchte zusammenfassend angeben, dass meine sämtlichen Tätigkeiten im Zusammenhang mit der gegenständlichen Straftat im Auftrage bzw. für das Abwehramt des Bundesheeres geschahen.“

Zu dieser Tätigkeit gehörte auch die Teilnahme an Straftaten: „Ich weiß, dass ich mich mit meiner Beteiligung an der Straftat ebenfalls strafbar gemacht habe, aber das tat ich ja nicht zu einem eigenen, sondern für einen höheren Zweck. Ich hoffe, dass dies mein Tun entschuldigt.“

Geheimdienst führend an Tat beteiligt!

Der Geheimdienst-Agent gesteht im Protokoll dem genannten Thomas Kirchner geholfen zu haben, Schweineköpfe an einer Grazer Moschee anzubringen. Er beschreibt die Tat minutiös genau, sein „Führungsoffizier“ beim Geheimdienst wäre die ganze Zeit voll informiert gewesen. „Erst um ca. Mitternacht informierte ich meinen Führungsoffizier via SMS darüber, dass ich wieder zuhause bin und dass die Aktion umgesetzt sei.“

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Besonders brisant: Die ganze Aktion hätte ohne die aktive Mithilfe des Abwehramt-Mannes gar nicht durchgeführt werden können, da die vermeintlich „rechtsextremen Täter“ fehlten. Damit sichergestellt wurde, dass die islam-feindliche Straftat trotzdem stattfindet, legte der Geheimdienst selbst Hand an.

Führungsoffizier befahl: „Mach bei der Aktion mit“

Im Protokoll heißt es: „Ich möchte dazu anführen, dass meine Teilnahme von Seiten meines Führungsoffiziers (nach Rücksprache am 03.05.) nicht vorgesehen war und erst am 04.05.2016, als mir klar wurde, dass vermutlich alle bis auf KIRSCHNER absagen werden, meinem Chef (Führungsoffizier) das Angebot machte, selbst daran teilzunehmen um die Durchführung der Aktion nicht zu gefährden, bzw. damit diese auch tatsächlich stattfindet. Es war ja auch das erklärte Ziel den KIRSCHNER und den P. auf frischer Tat zu erwischen. Mein Führungsoffizier wollte sich diesbezüglich auch noch absichern und rief mich am Nachmittag des 04.05.2016 telefonisch an und sagte: Ja, grünes Licht, mach bei der Aktion mit.“

Tatsächlich führte der Mann dann die Aktion durch: „Ich trug die Flaschen mit dem Schweineblut“, das Blut wurde dann von Kirschner auf die Moschee gespritzt“.

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