Wenn Wüste zu Wald wird

   15. September 2016 von QUERDENKEN-REDAKTION      http://quer-denken.tv/
15. September 2016 (Redaktion) Yacouba, ein einfacher Mann mit einer großen Idee folgt seiner inneren Stimme und bietet der Wüste die Stirn. Am Rand der Sahelzone im Norden von Burkina Faso macht sich Yacouba Sawadogo daran, den völlig verkrusteten und ausgetrockneten Boden um sein Heimatdorf Gourga mit einer einfachen Spitzhacke aufzubrechen und mit einer alten, von seinen Vorfahren überlieferten Methode, dem Zai, wieder zu fruchtbarem Land zu erwecken. Yacouba hat Erfolg. Und es kommen Neider, die zu Feinden werden und ihm ins allmählich gedeihende Handwerk pfuschen. Doch Yacouba gibt nicht auf und schließlich gelingt ihm ein einzigartiger Neuaufbau von Wäldern und Feldern mitten in der Wüste, mit denen er Aberhunderte von Familien ernähren kann.Yacouba ist ein weiser Mann. Was er über seinen Kampf für den Wald und die Wiederaufforstung sagt, ist sehr klug. Daß man immer zum Spinner abgestempelt wird, wenn man Dinge sagt und tut, die richtig und wichtig sind, die anderen aber (noch) nicht verstehen. Was ein Wald für das Land bedeutet.

Ein zweiter Fall: In Ägypten ist fruchtbares Land äußerst knapp. Das gesamte Leben hängt am Wasser des Nils, an dessen Ufern sich die über 85 Millionen Ägypter drängen. Der Rest des Landes ist Wüste. Ägyptische und deutsche Wissenschaftler haben jetzt einen Weg gefunden, in der Wüste Wälder wachsen zu lassen.

Mit Wasser aus einer städtischen Kläranlage und einer Bewässerungsanlage quer durch einen von Menschenhand angepflanzten Wald enstand ein Wald, der nicht nur einen Lebensraum für andere Pflanzen und Tiere bietet, sondern auch das Klima verbessert, Sandverwehungen verhindert und einen besseren Boden bildet – und auch für die Holzwirtschaft ökonomisch interessant ist. 300 Fußballfelder groß ist der ägyptische Wunderwald bereits. Und es soll noch viel mehr werden.

Die Aflaj bilden ein Bewässerungssystem im Oman, das in dem regenarmen Wüstenstaat eine ganzjährige Wasserversorgung ermöglicht. Dieses System ist einzigartig in den arabischen Staaten und gehört seit 2006 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Das Wasser wird über Kanäle, die oft mehrere Kilometer lang sind, unter Ausnutzung des Gefälles von den Quellen zu den Dörfern und Städten geleitet und dort verteilt. Es wird zur Versorgung der Menschen und für die Landwirtschaft genutzt. Heute sind insgesamt noch etwa 3000–4500 solcher Bewässerungssysteme mit einer Gesamtlänge von weit über 1000 Kilometern in Gebrauch. Die Omanis unterscheiden drei Formen: die Aini-Aflaj, die direkt von den Quellen gespeist werden die Ghaili-Aflaj, die ihr Wasser aus einem Wadi erhalten, und es in meist offenen Kanälen zum Bestimmungsort leiten, die Iddi-Aflaj, die ihren Anfang als Grundwasser in unterirdischen Brunnen nehmen und dieses in bis zu 20 m tiefen Tunneln mit minimalem Gefälle nach kilometerlangen Wegen ans Tageslicht leiten. Beim Bau werden zunächst durch Probebohrungen Wasserläufe festgestellt, dann Schächte gegraben, die später verbunden und bis zum Ackerland geführt werden. Die Länge der unterirdischen Anlagen kann bis zu zehn Kilometer betragen. Dadurch kann die regelmäßige Zufuhr von Frischwasser bei geringen Verdunstungsverlusten gewährleistet werden. Die bestehenden Aflaj bilden ein Netz kleiner und größerer Kanäle und ziehen sich wie bei al-Ain oder Sheraje auf dem über 2000 Meter hoch gelegenen Saiq-Plateau oft an sehr steilen Hängen entlang. Seit den 1970er Jahren wurde die Wasserversorgung vor allem durch mechanische Pumpen sichergestellt, was zu einem steigenden Verbrauch und zu einem sinkenden Grundwasserspiegel führte. Deshalb erfolgt mittlerweile wieder eine verstärkte Nutzung und Sanierung der Aflaj.

 

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Natur veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Kommentare zu “Wenn Wüste zu Wald wird

  1. Hier haben wir es wieder. Hoffentlich macht das Arbeiten und Leben mit, und nach der Natur, Schule. Das ist das einzige Konzept, dass das Leben hier auf unseren Planeten sichert. Nur der Mensch selber kann für sich das Paradies auf Erden schaffen. Es ist alles dafür vorhanden. Nur Einsicht und Erwachen ist im Moment dafür gefragt, um den parasitären Schleim abzustreifen. Danke an die Quer Denken Redaktion, und an Admin für das Auffinden, und weiterleiten dieses Beitrages.

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s