Regionalismus statt Zentralismus

5. September 2016

 Zentralstaatliche Verwaltungen sind ein politisches Unding. Kleine Einheiten lassen sich viel besser verwalten und ermöglichen zudem auch deutlich mehr Mitbestimmung der Bürger.
europa

Von Marco Maier

Zentralistische politische Gebilde neigen zu Verkrustungen, Überregulierung und Fehlorganisationen. Ein Paradebeispiel dafür ist die Eurozone, die Länder mit verschiedensten wirtschaftlichen und politischen Ausrichtungen in ein Korsett zwingt, welches für manche von ihnen zu straff und für manche zu lasch ist. Das Ergebnis: negative Verwerfungen, die allen Mitgliedern der Währungsunion schaden.

Auch sonst zeigen sich immer wieder zentralstaatliche Grenzen, die aus der Starrheit des Systems resultieren. Italien ist ein Paradebeispiel dafür, wie man durch die weitestgehende Zentralisierung einen von Subventionen und Unterstützungsleistungen abhängigen armen Süden geschaffen hat, der dem wohlhabenden Norden „auf der Tasche liegt“. Auch Frankreich (welches als Vorbild für „moderne Zentralisierungstendenzen“ gilt) sorgt mit seiner Staatsform immer wieder für interne Probleme.

Um Wohlstand zu schaffen braucht es Freiheit und Selbstbestimmung, eine gesunde Mischung aus Kooperation und Wettbewerb. Dezentralisierung und Vielfalt sind es, die zu einer kulturellen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Blüte führen können. Die heutige Schweiz ist ein gutes modernes Beispiel dafür, wie einerseits größtmögliche kommunale und regionale Autonomie gewährleistet werden kann, gleichzeitig jedoch auch ein Mindestmaß an Solidarität zwischen den Kantonen besteht (z.B. Mindestsätze bei den Steuern um einen zu starken Steuerwettbewerb zu verhindern und einen kleinen Finanzausgleich zur Stützung der schwächeren Kantone).

Doch in den Hauptstädten hat man Angst vor dem mit einer Dezentralisierung einhergehenden Machtverlust für die regierenden Eliten. Die sich dadurch bietenden Möglichkeiten für die Menschen für die sie eigentlich verantwortlich sind werden hierbei jedoch völlig ignoriert. Wer Machtmenschen an die Macht bringt, sorgt dafür, dass sie sich auch dort festsetzen.

Regionalismus statt Zentralismus

Dieser Beitrag wurde unter Eurozone veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s