Der Alex droht zu kippen – Offenbar unbeeindruckt von Polizei und Justiz: Kriminelle immer hemmungsloser

 21.08.16

Polizei und Justiz scheinen Kriminelle kaum noch abzuschrecken: Tatort Berlin-Alexanderplatz Bild: pa

Als Kriminalitätsschwerpunkt genoss der Alexanderplatz bei vielen Berlinern schon in den vergangenen Jahren einen eher zweifelhaften Ruf. Eine erst jüngst nach Deutschland gelangte neue Problemgruppe könnte die angespannte Lage nun jedoch vollends umkippen lassen.

Besorgniserregend ist mittlerweile allein schon die Frequenz von Straftaten, die von einem der belebtesten Plätze Berlins gemeldet werden. Für Aufsehen sorgte etwa der Fall eines  17-jährigen Mädchens, das am Abend des 29. Juli auf dem Alexanderplatz von einem Mann in aller Öffentlichkeit erst verfolgt, dann begrapscht und beschimpft wurde. Polizisten, die sich in der Nähe befanden, fiel das Geschehen auf, sodass sie einschreiten konnten. Dem Tatverdächtigen, nach Polizeiangaben ein Flüchtling aus dem Irak, wurde ein Platzverweis erteilt, zudem haben die Behörden Ermittlungen wegen Beleidigung eingeleitet.
Nur eine Stunde später griffen wiederum auf dem Alexanderplatz mehrere Täter drei Männer an. Als Motiv gilt Homophobie; die Beschreibungen deuten auf Araber und Südosteuropäer als Täter hin. Nur zwei Tage darauf attackierte am späten Abend ein Jugendlicher einen jungen Afrikaner in der Gegend des Platzes. Als Polizeibeamte den Sachverhalt aufnahmen, erschien der Schläger wieder am Ort. Als daraufhin das Opfer die Polizisten auf den Mann hinwies, hielt sich der Verdächtige plötzlich ein Messer an den Hals, um eine Festnahme zu verhindern. Erst nach dem Einsatz von Reizgas gelang es der Polizei, den Verdächtigen zu überwältigen.
Bei dem vorläufig Festgenommenen soll es sich Medienberichten zufolge um einen 17-jährigen Flüchtling aus Syrien handeln, der unter dem Einfluss von Drogen stand. Vor dem Berliner Landgericht wird aktuell ein Fall verhandelt, bei dem abermals der Alexanderplatz der Tatort und ein Syrer der Verdächtige ist. Laut Anklage soll der Beschuldigte mit den Worten „Ich werde dich durchlöchern“ vor einem Hotel auf ein Opfer mit einem 30 Zentimeter langen Messer mehrfach eingestochen haben.
Derartige Gewalttaten werfen eine Reihe von Fragen auf. Zur Kenntnis nehmen muss die Öffentlichkeit etwa, dass sich unter denen, die von Medien und Politik bislang pauschal mit Etiketten wie „Schutzsuchende“ oder „Flüchtlinge“ versehen wurden, durchaus auch schwere Gewalttäter befinden können. Zudem ist unübersehbar, dass sich der Alexanderplatz zu einem Magneten für jugendliche Asylbewerber entwickelt hat, die durch sehr aggressives Auftreten in der Öffentlichkeit auffallen.

Besonders alarmierend: Diese Problemklientel lässt sich offenbar weder von vorläufigen Festnahmen oder U-Haft noch von Verurteilung oder Abschiebung abschrecken. Ob eine Video-Überwachung des Platzes daran grundlegend etwas ändern kann, ist stark umstritten.
Im Raum steht somit die Gefahr eines völligen Umkippens des Areals rund um den Alexanderplatz zu einem Raum, in dem brutale Anarchie herrscht. Schon bislang waren nämlich die Versuche, den Alex sicherer zu machen, nicht sonderlich erfolgreich. Bereits im vergangenen Jahr ist durch eine parlamentarische Anfrage bekannt geworden, dass die Zahl von Gewaltdelikten wie Körperverletzung, Raubüberfall, Bedrohung und Freiheitsberaubung auf dem Alexanderplatz seit dem Jahr 2011 auf einem hohen Niveau verharrt. Im Schnitt kam es hier in der Vergangenheit jährlich zu rund 600 solchen schweren Straftaten.
Wie sich nun zeigt, scheint die Ausbreitung schwerer Kriminalität nicht gestoppt. An dieser Entwicklung ist gleich mehreres beunruhigend: Zum einen ist mit dem Alex einer der belebtesten Plätze der Millionenmetropole Berlin betroffen. Selbst zu vorgerück­ter Stunde herrscht kein Mangel an Passanten – und damit möglichen Zeugen von Straftaten. Dies aber scheint die Täter ebenso wenig zu beeindrucken wie die Präsenz der  Polizei.
Bereits seit 2012 tritt die Polizei auf dem zentralen Platz nämlich verstärkt und weithin sichtbar auf. Den Anlass für einen forcierten Einsatz von Beamten gab eine schwere Gewalttat unweit des nahen Fernsehturms. Sechs Täter hatten den 20-jährigen Jonny K. mit Tritten und Schlägen derart malträtiert, dass das Opfer wenig später an Gehirnblutungen verstarb.
Naheliegend ist die Frage, warum das Gebiet im Zentrum des historischen Berlins trotz der seitdem verstärkten Bemühungen der Polizei immer noch nicht sicherer geworden ist. Auch hier könnte der Fall des 2012 getöteten Jonny K. Aufschluss geben. Schon die  verhängten Strafen gegen die Täter waren Anlass zu der Frage, ob sie überhaupt der Schwere der Tat angemessen sind. Im vergangenen Jahr sorgten obendrein Medienberichte für Aufsehen, wonach zwei der Täter, die wegen gefährlicher Körperverletzung und Schlägerei zu je zwei Jahren und acht Monaten Haft verurteilt worden waren, bereits in den offenen Vollzug kommen sollten.
Kritiker befürchten, dass von einer Strafverfolgung in diesem Stil eine unheilvolle Signalwirkung ausgeht: Einmal für Täter, die aus Gesellschaften stammten, die durch Gewalt und archaische Strukturen geprägt sind, und auf die daher eine lasche Bestrafung keinen Eindruck macht. Sorge bereitet zudem die Reaktion der hiesigen Bevölkerung: Speziell am Alexanderplatz könnte sich der Eindruck einstellen, dass der Staat selbst an zentralen öffentlichen Orten nicht mehr in der Lage ist, Schutz zu gewähren.
Norman Hanert

http://www.preussische-allgemeine.de/

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