Datenanalyst von hinten erschossen: WikiLeaks-Gründer setzt Belohnung aus

Tyler Durden

Die mysteriösen Umstände des Todes des 27-jährigen Mitarbeiters der Dachorganisation der Demokratischen Partei DNC, Seth Rich, haben den WikiLeaks-Gründer Julian Assange dazu veranlasst, für Informationen, die zur Ergreifung des Täters oder der Täter führen, eine Belohnung in Höhe von 20 000 Dollar auszusetzen.

Rich wurde am 10. Juli dieses Jahres gegen 16:20 Uhr in der Nähe seiner Wohnung in der Hauptstadt Washington getötet. Es wurden zahlreiche Schüsse von hinten auf ihn abgegeben, aber es gibt keinerlei Anzeichen für einen Raubmord. Zudem wurden in seiner Wohngegend in einem Umkreis von einem halben Kilometer im vergangenen Jahr keine weiteren Tötungsdelikte bekannt.

Bemerkenswert und zugleich sehr beunruhigend sind allerdings die Äußerungen Assanges in einem Interview mit dem niederländischen Fernsehsender Nieuwsuur, in denen er andeutete, Rich, der als Datenanalyst für die Daten des DNC zur Ausweitung des Wählerpotenzials verantwortlich war, sei der Whistleblower im Zusammenhang mit der Veröffentlichung von den Wahlkampf betreffenden E-Mails des DNC gewesen. Daher handele es sich bei seinem Tod um eine politisch motivierte Ermordung.

Die Internetseite The Hill bemerkte, die Polizei sei mit Informationen zu den Ermittlungen sehr zurückhaltend, man gehe aber offenbar davon aus, dass es sich um einen Raubmord handele:

»In der letzten Woche erklärte die Polizeichefin von Washington, Cathy Lanier, Rich sei möglicherweise bei einem versuchten Raub getötet worden. Sie sprach zusammen mit der Mutter von Rich im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung. Beide Personen riefen die Öffentlichkeit dazu auf, wenn möglich sachdienliche Informationen zur Aufklärung der Tat zu liefern.

In diesem Jahr kam es in Washington bereits zu 77 Tötungsdelikten. Der Mord an Rich ist aber die einzige Tat dieser Art, die im Umkreis von einem halben Kilometer von seinem Fundort in diesem Jahr erfolgte.«

Und so entschloss sich Julian Assange, eine Belohnung auszusetzen. In einer Twitter-Meldung hieß es:

»Ankündigung: WikiLeaks hat beschlossen, eine Belohnung von 20 000 Dollar für Informationen auszusetzen, die zur Ergreifung des Täters oder der Täter führen, die den DNC-Mitarbeiter Seth Rich ermordet haben.«

Aber eine wirkliche Bombe waren dann seine Äußerungen in dem schon erwähnten Fernsehinterview mit dem niederländischen Sender Nieuwsuur, die insofern sehr beunruhigend sind, als sich hier wieder einmal eine Verschwörungstheorie als wahr herausstellte. Die Internetseite shtfplan berichtete:

»Bereits wenige Stunden nach der Tat mutmaßten Journalisten alternativer Medien, dass hier etwas nicht stimme, da die Polizei keine Zeugen gefunden hatte und auch bei der Suche nach Verdächtigen oder einem Motiv erfolglos war. Dies führte zu der Theorie, Rich, der beim DNC für die Daten zur Ausweitung des Wählerpotenzials verantwortlich war, sei möglicherweise ermordet worden, um etwas zu vertuschen. Spätere Artikel deuteten sogar an, Rich sei möglicherweise im Zusammenhang mit ›einem laufenden Gerichtsverfahren‹ auf dem Weg zu einem Treffen mit FBI-Mitarbeitern gewesen.

Derartige Mutmaßungen wurden zwar anfänglich als Verschwörungstheorie verworfen, aber nun wurden sie durch die vielleicht einzige Person, die bestätigen könnte, dass es sich bei Rich tatsächlich um einen Whistleblower handelte, indirekt bestätigt. Kein anderer als der WikiLeaks-Gründer Julian Assange erklärte in einem Interview mit Nieuwsuur, seine Organisation untersuche den Tod von Seth Rich, um dann indirekt und etwas kryptisch Rich mit WikiLeaks in Verbindung zu bringen. Assange würde niemals direkt einräumen, dass Rich die Quelle [der Enthüllungen der DNC-E-Mails] war, weil er vermutlich selbst die wahre Identität seiner Quelle erst erkannte, als kein weiteres Material zur Verfügung gestellt wurde oder der Kontakt abbrach. Aber er deutete an, dass es sich beim Mord an Seth Rich um eine politisch motivierte Ermordung gehandelt habe:

Assange: Whistleblower unterziehen sich enormer Mühen und gehen erhebliche Risiken ein, wenn sie uns Material übergeben. Da wurde ein 27-jähriger Mitarbeiter des DNC in den Rücken geschossen … ermordet … aus unbekannten Gründen, als er in Washington zu Fuß unterwegs war.

Moderator: Aber in diesem Fall handelte es sich doch um einen Raubmord, oder nicht?

Assange: Nein, das ist nicht bewiesen.

Moderator: Was wollen Sie damit andeuten?

Assange: Ich will deutlich machen, dass unsere Quellen erhebliche Risiken eingehen, und sie sind sehr besorgt, wenn derartige Dinge passieren.

Moderator: Aber war er denn eine Ihrer Quellen?

Assange: Wir geben unsere Quellen niemals preis.

Moderator: Aber warum dann diese Andeutung?

Assange: Weil wir alle verstehen müssen, wie viel in den USA [für einen Whistleblower] auf dem Spiel steht und dass unsere Quellen sehr hohe Risiken eingehen … aus diesem Grund wenden sie sich an uns, damit wir ihre Anonymität schützen können.

Moderator: Aber einen Mord anzudeuten, ist schon ein schwerwiegender Vorwurf … und das haben Sie im Grunde ja eben getan.‹« (Den ganzen Ausschnitt aus dem Interview können Sie sich hier in englischer Sprache ansehen.)

Wir wollen nicht versäumen, darauf hinzuweisen, dass Richs Vater, Joel Rich, in einem Interview mit dem lokalen Fernsehsender KMTV einen Raubmord eigentlich ausschloss:

»Wenn es ein Raubüberfall war, ist er gescheitert, weil er immer noch seine Uhr am Arm trug und sein Geld und seine Kreditkarten sowie sein Handy bei sich hatte. Es war also ein gescheiterter Versuch, aber wir haben einen Menschen verloren.«

An anderer Stelle waren wir schon früher auf verschiedene, mit Hillary Clinton in Verbindung stehende Todesfälle eingegangen: Innerhalb von nur sechs Wochen kam es zu vier Todesfällen, die einigen Leuten sicher sehr gelegen kamen, sowie einem Selbstmord:

  1. Shawn Lucas, ein Unterstützer des Clinton-Konkurrenten Bernie Sanders, der dem DNC Unterlagen im Zusammenhang mit einer Anklage, die Unterstützer von Bernie Sanders gegen die Demokratische Partei eingereicht hatten, zustellen wollte. (Todestag: 2. August 2016.)
  2. Victor Thorn, der schon einige Bücher über die Clintons verfasst hatte (und ein Holocaust-Leugner, möglicherweise der am wenigsten glaubwürdige Fall auf dieser Liste). Verschwörungstheoretiker der Vereinigung Mystery Writers of America erklärten, einige Leute täten eben alles, damit ihre Bücher verkauft würden. (Todestag: 1. August 2016.)
  3. Seth Conrad Rich, Mitarbeiter des DNC, 27 Jahre alt, möglicherweise auf dem Weg zu einem Treffen mit FBI-Mitarbeitern im Zusammenhang mit dem Fall, an dem vielleicht auch die Clintons beteiligt waren. Bei diesem Mord in Washington handelt es sich nicht um einen Raubmord. (Todestag: 8. Juli 2016.)
  4. John Ashe, UN-Beamter, der sich angeblich beim Gewichtheben seine Kehle zerquetschte. Vielleicht hatte er sich zu viele James-Bond-Filme angesehen, ach vergessen Sie’s. Er war vorgeladen worden, um gegen die Clintons und die Demokratische Partei auszusagen. (Todestag: 22. Juni 2016.)
  5. Mike Flynn, bei Breitbart News verantwortlicher Redakteur für Fragen im Zusammenhang mit Big Government. Sein letzter Artikel, der an seinem Todestag veröffentlicht wurde, trug die Überschrift »Clinton Cash: Bill, Hillary Created Their Own Chinese Foundation In 2014« (»Bares für Clinton: Bill und Hillary gründeten 2014 ihre eigene chinesische Stiftung«). (Todestag: 23. Juni 2016.)

Aber das sind natürlich alles nur Zufälle, nicht wahr?

 

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