Darum bekämpft Erdogan die CIA-gesteuerte Gülen-Bewegung

Der in den USA lebende Prediger Fetullah Gülen pflegt auch enge Kontakte zur CIA.

Der in den USA lebende Prediger Fetullah Gülen pflegt auch enge Kontakte zur CIA.
in Contra-Spezial, Naher Osten 24. Juli 2016

Auch wenn es anfangs so aussah, als ob Präsident Erdogan den Putschversuch selbst inszeniert hätte, zeigt es sich zunehmend, dass die von der CIA kontrollierte Gülen-Bewegung dahinter steckt. Die „Säuberungsmaßnahmen“ im öffentlichen Dienst der Türkei wurden aufgrund der subversiven Tätigkeit notwendig.
Von Marco Maier
Fethullah Gülen, der seit einigen Jahren in den Vereinigten Staaten lebt, ist mit seinem islamistischen Netzwerk eines der wichtigsten Instrumente der CIA in Sachen Einfluss auf die islamische Welt. Kein Wunder also, dass beispielsweise auch Russland schon längst die Gülen-Bewegung wegen ausländischer Agententätigkeit aus dem Land warf. In der Türkei wird diese Bewegung inzwischen als „Terroristische Vereinigung“ eingestuft. Betrachtet man das ganze Gülen-Netzwerk und dessen Arbeitsweise, versteht man auch warum dem so ist.

Der 75-jährige Gelehrte und Prediger gilt – wie dessen bewegung – als subversiv. So hielt er in den 90ern vor Anhängern eine Rede, die den Geist seiner Arbeit widerspiegelt. Darin sagte er: „Ihr müsst in die Arterien des Systems eindringen, ohne dabei bemerkt zu werden, bis ihr in alle Schaltstellen der Macht vorgedrungen seid … Ihr müsst bis zu dem Moment warten, da ihr genug seid und die Lage reif ist, bis wir die gesamte Welt auf unsere Schultern nehmen und tragen können … Ihr müsst warten, bis der richtige Moment gekommen ist, bis ihr alle staatliche Macht … in der Türkei … in Händen haltet … Bis zu diesem Zeitpunkt wäre jeder Schritt voreilig. Es wäre so, als zerbräche man ein Ei, ohne die 40 Tage zu warten, bis das Küken schlüpft.“

Für die Neocons in den USA und die CIA war das Gülen-Netzwerk schon damals ein interessantes Ziel, um damit einen direkten Einfluss auf die (sunnitisch-)islamische Welt zu erhalten. Das Netzwerk der Gülen-Bewegung umfasst hierbei Moscheen, Koranschulen, Unternehmen, Medien und Stiftungen und verfügt hierbei über Assets im Wert von wohl mindestens 50 Milliarden Euro. Allerdings gibt es keine offizielle Organisation, weil alles durch die Hände Gülens und seiner engsten Vertrauten läuft und seine Anhänger gemäß seiner Anordnung stets im Hintergrund bleiben.

Wirft man schon Präsident Erdogan vor, mit Hilfe der Präsidialrepublik die Türkei quasi zu einem neoosmanischen Reich umzubauen, so trifft das auf Gülen ganz gewiss zu. Und während Erdogan bislang noch keine Anstalten dazu machte, in der Türkei das islamische Recht der Scharia (wieder-)einzuführen, welches unter Kemal Atatürk abgeschafft wurde, ist dies bei Gülen, der sich 1998 nach einer Rede mit hochverräterischem Charakter in die USA absetzte, der Fall. Unter Erdogans Regierung wurden dann zwar alle Anklagen deswegen fallengelassen, doch die subversiven Aktivitäten seines Netzwerks, die sich auch gegen Erdogan richteten, sorgten dafür, dass er erneut ins Visier der türkischen Justiz geriet.

Unter der Führung der CIA avancierte Gülen in der Medienöffentlichkeit zum „moderaten islamistischen Prediger“, der Sympathien gewinnen soll. Denn die Schaffung eines neuen großosmanischen Reichs unter der Führung dieser suversiven Gruppe könnte im Nahen Osten – so die Sicht der CIA und der Neocons – einen für die USA nützlichen Stabilitätsfaktor darstellen. Auch deshalb erhielt er gegen die Widerstände von FBI und Homeland Security auf Druck der CIA die Green Card und eine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung in den USA. Denn laut der Whistleblowerin Sibel Edmonds, ist die Gülen-Bewegung für die CIA in der türkischen Welt von Mittelmeer bis nach China ein krimineller „Staat im Staate“, der unter anderem auch dazu genutzt wird, Heroin von Afghanistan aus nach Amerika zu schmuggeln. Dass die CIA tief in den Drogenschmuggel aus Afghanistan involviert ist, gilt heute ohnehin schon als „offenes Geheimnis“, interessant ist hier im Zusammenhang vor allem der Umstand, wie tief die Gülen-Bewegung darin involviert ist.

Erdogans hartes Vorgehen gegen den „tiefen Staat“ infolge des gescheiterten Putschversuchs wird somit verständlich. Man muss sich nur einmal vorstellen, welche Säuberungsmaßnahmen in Deutschland notwendig wären, um das ganze transatlantische Netzwerk in Politik, Verwaltung, Medien und Wirtschaft zu entfernen. Auch dort müsste man wohl mindestens 10- bis 20.000 Personen aus ihren Ämtern, Posten und Stellungen entfernen.

Darum bekämpft Erdogan die CIA-gesteuerte Gülen-Bewegung

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