(Admin: Es gibt sehr viele Möglichkeiten zur alternativen Energiegewinnung. Solange jedoch das System existiert, werden diese immer wieder boykottiert, weil es politisch nicht gewollt ist. Wieviele Patente sind wohl schon in der Versenkung verschwunden? Dennoch ist es wichtig, sich davon nicht entmutigen zu lassen und immer weiter zu forschen.)
J. D. Heyes
Viele Menschen verwenden Essensreste zum Kompostieren, um im Garten für satteres, dichteres und produktiveres Grün zu sorgen oder um ihre Hühner damit zu füttern. Möglicherweise können Sie die Reste aber auch bald schon dazu nutzen, um Ihre Stromrechnung zu senken.

Wie die Daily Mail berichtet, haben amerikanische Wissenschaftler einen Weg gefunden, aus verrottendem oder beschädigtem Obst und Gemüse Elektrizität zu gewinnen. Bei dem Prozess wird eine auf Biomasse basierende Brennstoffzelle dafür genutzt, um umweltfreundliche Energie zu erschaffen.
Auch nicht verkaufte Lebensmittel aus Supermärkten sowie verdorbene, verfaulte und beschädigte Waren, die keinen Abnehmer finden, können für biologische Brennstoffzellen genutzt werden.
»Wir haben festgestellt, dass verdorbene und beschädigte Tomaten, die von der Ernte übrig geblieben sind, eine ausgesprochen gute Energiequelle darstellen können, wenn man sie in einer biologischen oder mikrobiellen elektrochemischen Zelle verwendet«, sagte Namita Shrestha, Doktorandin an der South Dakota School of Mines and Technology, derDaily Mail. »Der Prozess hilft zudem, den durch Tomaten verunreinigten Hausmüll und das damit einhergehende Abwasser zu reinigen.«
Strom für Disney World
Tomaten gehören zu den wichtigsten Feldfrüchten in Florida, sagte Studienleiter Dr. Venkataram Gadhamshetty von der South Dakota School of Mines and Technology. Jedes Jahr würden in dem Bundesstaat rund 396 000 Tonnen Tomatenabfälle anfallen, und bislang gebe es keine vernünftigen oder wirksamen Behandlungsmethoden. Wenn es der Wissenschaft gelinge, dieses Abfallproblem in den Griff zu bekommen und aus den Abfällen Strom zu generieren, könne man mit der Elektrizität beispielsweise drei Monate lang Disney World betreiben.
»Wir wollten einen Weg finden, wie mit diesem Abfall umgegangen werden kann. Wenn man ihn auf Deponien ablädt, entsteht Methan – ein wichtiges Treibhausgas –, und wenn man ihn in Gewässer ablädt, kann es dort zu ernsten Verunreinigungen kommen«, so Professor Gadhamshetty.
Aus der Forschungsarbeit resultiert eine mikrobielle Gelbatterie, bei der aus Tomatenabfällen Strom gewonnen wird. »Bei mikrobiellen elektrochemischen Batterien werden Bakterien dazu genutzt, um organisches Material aus beschädigten Tomaten aufzuspalten und zu oxidieren«, so die Doktorandin Namita Shrestha.
Die Bakterien stoßen einen Oxidierungsprozess an, der mit den Tomatenabfällen interagiert und Elektronen freisetzt. Diese werden dann in der Treibstoffzelle aufgefangen und dienen als Stromquelle.
Man weiß jetzt, dass Lycopin, ein in Tomaten vorkommendes Pigment, hervorragend dazu geeignet ist, um aus beschädigten Früchten Elektrizität zu gewinnen. Einige der Ergebnisse der Untersuchungen seien in hohem Maße überraschend gewesen, so Gadhamshetty.