(Admin: Wer wirklich etwas zu sagen hat, sollte niemals in´s Fernsehen gehen).

Insgesamt dreimal sollte es zu einem TV-Interview von Frauke Petry im ZDF-„Morgenmagazin“ kommen. Bisher hat es jedoch nicht geklappt.
Jetzt meldete sich die AfD-Chefin per Pressemitteilung zu den Absagen und dem öffentlichen Umgang damit. „Es ist höchst ungewöhnlich, dass interne Kommunikation zwischen Pressestelle und Senderredaktion zum Anlass öffentlicher Berichterstattung gemacht werde, zumal das ZDF-Morgenmagazin noch am Abend des 13.03.2016 in Berlin mit seinem Interviewwunsch für die Berichterstattung am 14.03.2016 prompt bedient wurde.“
Petry meinte, sie habe ein „deutlich reduziertes“ Interesse, sich mit der „offensichtlichen Politaktivistin“ Dunja Hayali zu treffen
. Als Grund dafür gab Petry an, dass Hayali nicht private von beruflichen Interessen trennen könne, schreibt der dem „Handelsblatt“ angehörende Mediendienst „Meedia„.
In der AfD-Pressemitteilung heißt es unter anderem: „Solange vor allem öffentlich-rechtliche Fernsehsender ihren Auftrag
, so neutral wie möglich das pluralistische Meinungsbild darzustellen, dadurch missverstehen, indem sie offensichtliche Politaktivisten wie Dunya Hayali ein derartige breites öffentliches Forum bieten, ist mein persönliches Interesse, in diesem Rahmen über die aufstrebende Alternative für Deutschland zu berichten, deutlich reduziert.“
Journalistische Neutralität
„Wir waren sehr interessiert an einem Gespräch mit Frau Petry nach dem Wahlerfolg ihrer Partei“, gab sich Dunja Hayali betont offen, schreibt der „Stern„. „Bloß für den Fall, dass uns unterstellt wird, dass wir mit den anderen Parteien, nicht aber mit der AfD sprechen“, so die Moderatorin, „dann wäre uns wichtig
gewesen zu erwähnen: An uns liegt es nicht“, sagte die Dunja Hayali nach den Absagen.
Offenbar um journalistische Neutralität zu verdeutlichen, sagte die Moderatorin des ZDF-„Morgenmagazins“ dem „Stern“ außerdem: „Die AfD ist eine demokratisch gewählte Partei und wir sprechen mit allen demokratisch gewählten Parteien.“
So habe Hayali als eine der ersten nach der Wahl am Sonntag ihr Porträt bei einer linken Initiative mit dem Namen „Gesicht zeigen veröffentlicht. Diese hatte anlässlich des AfD-Wahlerfolgs zu einer Protest-Initiative „Jetzt erst recht“ aufgerufen.
In diesem Zusammenhang warf Petry Hayali vor, „ihre journalistische Arbeit in einem aus Steuergeldern finanzierten
Sender von ihrer politischen Einstellung“ nicht zu trennen. Zudem warf sie der 41-Jährigen damit indirekt Unprofessionalität vor, weil Dunja Hayali „zunehmend mehr als politische Aktivistin denn als professionell arbeitende Journalistin“ zu betrachten sei.
Ein schwieriges Verhältnis: Hayali – Petry
Insgesamt dreimal hatte das ZDF-„Morgenmagazin“ die AfD-Chefin Frauke Petry in den letzten Wochen eingeladen. Der erste Termin, vor den Landtagswahlen, wurde von Petry zunächst zugesagt, dann aber kurzfristig aus Termingründen abgesagt.
Beim zweiten Mal wurde mit dem Pressesprecher der AfD, Herrn Lüth, am Sonntag nach der Wahl ein Termin für den nächsten Morgen ausgemacht. „Nach den Wahlerfolgen vom vergangenen Wochenende hatten wir dann am Sonntag Abend den Pressesprecher der AfD, Herrn Lüth, per SMS (nicht per Mail) erneut um ein Interview für Montag um 08.45 Uhr gebeten. Dieses wurde uns von ihm telefonisch zugesagt“, schilderte Hayali den Vorgang in einem Facebookpost.
Diesen morgendlichen Termin hätte Petry nach der Wahlnacht aber vergessen. Vom ZDF-„Morgenmagazin“ wurde darauf hin ein Ersatztermin mit dem Pressesprecher Lüth für den nächsten Tag vorgeschlagen, den Petry aber aus terminlichen Gründen ablehnte.
Dafür schickte sie den Landesvorsitzenden der Partei in Sachsen-Anhalt, André Poggenburg, als Vertretung. Poggenburg wurde dann während der Sendung
zugeschaltet.
Offenbar gab es für Petrys Absagen persönliche
Gründe: „Sie können sich vorstellen, dass ich mir als Mutter von vier Kindern, die morgens zwischen 6 und 7 Uhr nicht nur ein gemeinsames Frühstück, gefüllte Pausendosen, sondern vor allem ein bisschen Familienleben gewährleisten möchte, gut überlege, welche TV-Termine wichtiger als diese familiäre Aufgabe sind. Danke, dass Sie mir mit Ihrem Verhalten der letzten Tage diese Entscheidung nun so leicht machen“, so die Pressemitteilung Petrys.
Dies ließ Zörner aber nicht als Argument gelten. „Wenn Frau Petry ihr Familienleben so wichtig ist, wie sie behauptet, sollte sie erst gar keine Gesprächstermine mit Morgensendungen machen“, sagte Zörner. „Und noch etwas: Dass Frauke Petry behauptet, das ZDF würde aus Steuermitteln finanziert, zeugt von grober Unkenntnis der Medien“, sagte Zörner weiter. (sm)
Frauke Petry und das ZDF morgenmagazin – eine kurze Erklärung, weil viele von Ihnen gefragt haben, was denn da los sei.
Wir hatten die AfD-Vorsitzende bereits in der letzten ZDF-Sendewoche, also vor den Wahlen, um ein Interview gebeten. Das hatte Frauke Petry zunächst zugesagt, dann aber vor der Sendung wieder abgesagt.
Nach den Wahlerfolgen vom vergangenen Wochenende hatten wir dann am Sonntag Abend den Pressesprecher der AfD, Herrn Lüth, per SMS (nicht per Mail) erneut um ein Interview für Montag um 08.45 Uhr gebeten. Dieses wurde uns von ihm telefonisch zugesagt.
Als dann am Montag Morgen niemand bei uns im Studio auftauchte, versuchten wir noch während der Sendung mit dem Pressesprecher Kontakt auf zu nehmen. (Die meisten Gäste kommen 20 Minuten eher, da sie noch in die Maske gehen und verkabelt werden müssen).
Herr Lüth rief uns erst nach der Sendung zurück, mit der Aussage, es täte Ihnen leid, Frauke Petry hätte den Termin vergessen. Weder wurde dabei ein DDoS-Angriff, noch technische Probleme beim E-Mail-Versand erwähnt. Unsere Kommunikation lief über SMS und Telefon.
Daraufhin haben wir die AfD-Chefin für den Dienstag erneut eingeladen. Diese Anfrage hat sie abgelehnt und auf Termingründe hingewiesen.
Wir werden die AfD natürlich erneut anfragen, wenn es thematisch in unsere Sendung paßt. Für die Partei gelten die gleichen Maßstäbe, wie für alle anderen Parteien auch.
Jetzt entspannen wir uns alle und machen einfach das, was wir am besten können – unseren Job. Bis morgen früh!
dh




