Die Überschrift markiert die Richtung: »Deutschland zwischen Wunsch und Wirklichkeit: Abschied von Merkels Willkommenskultur«.
Dann elegisch-poetisch: »Über dem Kanzleramt … liegt dieser Tage ein Hauch von Abendrot und Agonie.« Danach lakonisch, worum es bei diesen eigentlich (nur) regionalen Wahlen in Wahrheit geht: Um die weiterhin »ungestoppte massiv umstrittene Zuwanderung aus muslimischen Staaten nach Deutschland«. Und Tiedje pinselt das Menetekel gleich an die Wand: »Es wird ein schwarzer Sonntag für Merkel und ihre Partei.«
Natürlich hat er recht, wenn er schreibt, die einstige Volkspartei CDU gehe am Stock… Die Stimmung sei unterirdisch… Die Aussichten seien düster… Die Frage nach Merkel werde längst nicht mehr hinter vorgehaltener Hand »erörtert«.
Und natürlich hat er auch in Sachen SPD recht, wenn er von einem »bloody monday« für Gabriel und seine Sozis schreibt… Wenn er fragt, ob die SPD auch künftig lieber »visionären Studienräten und Funktionären« folgen will oder Landräten, die draußen bei den Menschen leben.
Dann die Fallbeil-Frage: »Will sie weiter unter Merkel die Welt retten, oder sich selber?«
Die Liste des Zorns ist lang – wir lesen sie auf Facebook, bei Kopp aktuell, manchmal (!) sogar in der FAZ: Milliarden für echte, vor allem falsche Flüchtlinge. Milliarden für den Türken-Sultan. Milliarden für den Griechen-Kommunisten. Und wo greift »Mutti Moslem« Merkel die Milliarden ab? Beim kapitalistischen deutschen Steuerzahler, wo sonst? Luxemburg? Malta? Zypern? Juncker, der wahre Graf von Luxemburg, labert nur mit oft leicht glasigen Augen: Europa! Und meint Deutschland! Und Monsieur Hollande? Dem sitzt Marine Le Pen im Genick, mit ihrem Front National, also halb Frankreich.
In Deutschland heißt der Front National Alternative für Deutschland (AfD). Und in Deutschland heißt Marine Le Pen Frauke Petry. Klug sind sie beide. Und mutig.
Hans-Hermann Tiedje legt für die Neue Zürcher Zeitung den Finger in die Wunde der Deutschen, auch jener Deutschen, die immer noch Angst haben, ihr demokratisches Recht einzufordern (noch werden die Wahlkabinen nicht von Video-Wanzen kontrolliert). Tiedje in der NZZ: »Die Rede ist von jenen Bürgern, denen … jahrelang soziale Verbesserungen verwehrt wurden.«
Und wieder – hat der Mann nicht recht? Werden Bauanträge nicht im Schweinsgalopp (sic) für Flüchtlings-Bauten durchgewinkt? Was für Bio-Deutsche (Özdemir) vorher Monate und Jahre dauerte, geht jetzt rucki-zucki! Auch wenn mal eben 100 Bäume flachgelegt werden müssen…
Oder werden »Flüchtlinge« nicht per Taxi von Leipzig nach Chemnitz auf Staatskasse kutschiert, dort auf Staatskosten untersucht (der Taxameter läuft), nach Stunden zurück chauffiert? Und ist es nicht so, dass ein über 80-jähriger deutscher, kaum noch seiner Beine mächtiger Rentner selbst sehen muss, wie er 25 Kilometer zur Klinik kommt, es sei denn, er sitzt im Rollstuhl? Obwohl der Mann 50 Jahre seines Lebens gearbeitet und »eingezahlt« hat?
Auch die »ungenierte« Sprachregelung der öffentlich-rechtlichen Sender wird bei Tiedje gegeißelt: Statt »Flüchtlingsströme« heißt es besser »Zuzug«. Und weiter: »Intellektuelle Kritiker wie Rüdiger Safranski, Henrik M. Broder, Botho Strauß … oder Peter Sloterdijk werden ungeniert in die rechte Ecke gestellt.«
Ausgerechnet jene »Weisen«, die gestern noch von Spiegel bis Süddeutsche, von Phoenix bis Artevergöttert wurden. Sie wurden/werden »verbrannt«, weil sie aus den oberen Zehntausend der Gutmenschen-Giga-Koalition ausscherten, wahrscheinlich nie drin waren. Weil sie früh sahen, was nicht geht. Nicht in Deutschland, nicht in Europa: Wir können nicht die ewig falsche Politik der Welt mit einem Marshallplan reparieren. Selbst unsere Sozialkassen sind zu klein für (mindestens) drei Milliarden Menschen in Krieg und Elend.
Ein weiterer Höhepunkt der Tiedje-Philippika: »Zoll, Grenzschutz und Polizei sind fassungslos … Bürger sind bestürzt.« Sie sollen »ihre Steuern bezahlen … Alimente … Strafmandate«. »Mit ausdrücklicher Billigung der Kanzlerin wird hingegen der Artikel 16 der deutschen Verfassung (Asylrecht und Einschränkung) … jeden Tag vorsätzlich missachtet.«
Schließlich donnert er sich dem Finale entgegen: »Noch nie in den vergangenen 25 Jahren war die Lage in Deutschland so explosiv wie heute. Natürlich ist es die Stunde der Populisten … der AfD … und die ist die leider oft unappetitliche Antwort auf Merkels selbstgefälligen Regierungsstil, der sich als alternativlos versteht.«
Finale fatal: »Angela Merkel … man wird sie bei allen Verdiensten … an der Flüchtlingsfrage messen. Und an sonst nichts.«
Ein starkes Stück Analyse, Logik, Wahrheit – Journalismus!
Aber es stand leider nicht in Bild.
Weine, Bajazzo!
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