Veröffentlicht von: N8Waechteram: 17. Februar 2016

Von Charles Hugh Smith
Wunschdenken war ein integraler Bestandteil der “Erholung“ 2009 bis 2015: Anlage-Blasen waren keine Anlage-Blasen, Zentralbank-Politik ist wunderbar erfolgreich, die Arbeitslosigkeit ist auf Vollbeschäftigung gesunken, usw..
Die Probleme mit dem Wunschdenken werden nun täglich offensichtlicher:
1. Selbstbestätigung der Eliten/Technokraten: Jene in den obersten Technokraten-/Finanz-Schichten der Wirtschaft blicken auf ihren eigenen Erfolg und denken, der Status Quo funktioniert für mich und meine Kollegen großartig, er funktioniert für alle.
2. Dieses Wunschdenken bestärkt die einseitig positive Ausrichtung der Institutionen, die von der Technokraten-Kaste und den Staats-Apparatschiks geführt werden: den leitenden Finanzmedien, den Behörden, etc..
3. Wunschdenken scheint weniger riskant zu sein, als mit neuen Ideen zu spielen, die sich womöglich nicht auszahlen. Also wird Wunschdenken von jenen, die vom Status Quo profitieren, als sichere Nummer angesehen.
4. Wenn wir es mit schwierigen Problemen zu tun haben, dann ist Wunschdenken kontraproduktiv, weil es keine Lösungen generiert. Wunschdenken befriedigt unsere Vorliebe nach Komfort mit geringem Risiko, löst aber keine Probleme.
Wenn man ein echtes Unternehmen führt, zum Beispiel eins, dass bankrott gehen wird, wenn man die Probleme nicht löst, dann ist Wunschdenken katastrophal. Es gibt wenige Garantien im Leben, aber Wunschdenken garantiert das Scheitern.
Schauen Sie sich die kurze Liste konventioneller wirtschaftlicher/finanzieller Glaubenssätze an, die mit Wunschdenken durchsetzt sind:
– China wird es schaffen, seine Währung langsam zu entwerten, ohne dabei das globale Wachstum und die Kapitalflüsse zu beeinflussen (dass Chinas Führung keine Erfahrung mit so einem Übergang hat, macht nichts).
– Die Arbeitslosigkeit in den USA liegt unter 5 %, eine Quote, die Vollbeschäftigung und einen robusten, beständigen Arbeitsmarkt signalisiert (dass die Zahl der den Haushalt stützenden Vollzeitstellen zu gering ist, macht nichts).
– Die globalen Aktienmärkte werden die paar vereinzelten Überbewertungen aufarbeiten und bald überall zur Expansion zurückkehren.
– Stagnierende Umsätze und Erträge sind ein temporärer Makel, der sich auflösen wird, sobald die Konsumenten sich die Vorteile niedriger Energiepreise zunutze machen.
– Wenn das Weltwirtschafts-Wachstum einbricht, dann werden die Zentralbanken die Weltwirtschaft mit Negativzinsen retten, welche Sparer und Unternehmen so vehement bestrafen, dass sie jeden verfügbaren Groschen ausgeben werden.
– Dieser Schwall an Ausgaben wird zum Wachstum bei Krediten, Umsätzen, Erträgen, etc. führen und das Beste ist, dass er die Inflation anheizen wird – das ultimative Ziel der keynesianischen Ökonomen (und vergessen Sie nicht: “Wir sind jetzt alle Keynesianer“).
– Der Wettlauf um die Abwertung der Währungen zur Steigerung der Exporte, sprich, der Wettlauf zum Boden, ist eine exzellente und todsichere Strategie zur Neubelebung des globalen Wachstums (dass nicht alle gleichzeitig ihre Währung abwerten können, macht nichts).
Die Welt steht vor einer simplen Wahl: verlassen wir uns weiterhin auf Wunschdenken oder beginnen wir tatsächlich damit zu versuchen, die Probleme zu lösen? Es heißt entweder oder; es gibt keine halben Sachen. Wie Yoda sagen würde: »Entweder tun oder lassen Du es wirst – Versuchen es nicht gibt.«
Wenn wir uns gemeinschaftlich für Wunschdenken entscheiden, dann sind katastrophale Konsequenzen garantiert.
http://n8waechter.info/
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