
Es gibt einen Grund, weshalb ISIS die reichste Terrororganisation der Welt zu sein scheint. Es gibt nicht genug Bemühungen im Westen, die Gruppe finanziell aufs Trockene zu legen und ihr brutales Wüten zu stoppen.
Die westlichen Medien erkennen zu Recht, dass ISIS kein Staat ist und keine wirtschaftlichen Beziehungen im traditionellen Sinn knüpfen kann. Aber sie liegen falsch mit der Annahme, dass die Gruppe den Grossteil ihres Einkommens aus dem Gebiet bezieht, welches sie besetzt hält – ein Gebiet, welches zurzeit in Trümmern liegt.
Der Ursprung von ISIS ist bekannt. Leider hat niemand im Westen – oder in der Medienlandschaft – das Bedürfnis, die arabischen Geldgeber der Terrorgruppe zu kritisieren, oder deren indirekten Gebrauch der Banken und Finanzmärkte am Persischen Golf einen Riegel vorzuschieben. Die US-Regierung hat über Jahre hinweg ISIS-Kämpfer ausgebildet und ausgerüstet, und die Gruppe muss keine Spenden sammeln, um Waffen und Vorräte zu kaufen: Sie erhalten sie gratis, vor allem von Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar.
Wie soll es für die von ISIS besetzten Gebiete, welche jetzt fast unbewohnt und völlig bankrott sind, möglich sein, die nötigen Gelder für die Terrorgruppe aufzubieten? Es ist unmachbar. Wären Mittel und Arbeit in diesen Gebieten vorhanden, hätten nicht Millionen von irakischen und syrischen Flüchtlingen ihr Leben aufs Spiel gesetzt, um Europa über das Mittelmeer zu erreichen.
Apropos Flüchtlinge: Deutschland alleine erwartet eine Million davon bis Ende Jahr, davon Hunderttausende aus Syrien und dem Irak. Die Festung Europa unterstellt, diesen „Wirtschaftsflüchtlinge“ wären alle Mittel recht, in Westeuropa Fuss zu fassen. Es scheint daher offensichtlich, dass diese „bedauernswerten, obdachlosen Asylsuchenden“ nichts mehr besitzen, geschweige denn eine Stelle oder ein Geschäft haben, um den Steuereintreiber von ISIS zu bezahlen.
Trotz dieser Farce bemühen sich die Vereinigten Staaten nicht darum, Handelsrouten oder den Zugang zum internationalen Finanzsystem zu unterbrechen, oder Sanktionen über ISIS und seine arabischen Helfer zu verhängen. ISIS – eine Schöpfung der USA – darf es nicht erlaubt sein, Einkommen zu erhalten, und es auf dem Weltmarkt gegen militärische Ausrüstung und Vorräte auszugeben. Die Tatsache, dass ISIS Öl über seine Grenzen liefert, aus funktionierenden Raffinerien durch intakte Pipelines, wie auch, dass ISIS-Konvois über Markenautos und -militärausrüstung verfügen, sollte ein deutliches Zeichen sein, dass hier etwas schief läuft.
Laut David Cohen, ehemaliger Untersekretär für Terrorismus und Finanznachrichtendienst des US-Finanzministeriums, „hat ISIS nicht das Geld, um seine Kosten zu decken“. Es mag Erpressungsgelder und Einkommen aus Ölhandel geben. Aber damit führt man nicht die reichste Terrororganisation der Welt.
Damit kein Zweifel aufkommt: Die amerikanisch-arabischen Herren verwalten das Bankkonto der Terrorgruppe, kontrollieren riesige Landstriche mit Millionen von Leuten, haben Tausende Rekruten aus Europa und anderswo geholt, führen Krieg gegen die unabhängigen Staaten des Mittleren Ostens und geben Hunderte Millionen von Dollar aus, um den Regierungswechsel in Damaskus zu bewirken. Ihr treuer Vasall ISIS aber ist sowohl materiell wie auch spirituell verarmt.
Literatur:
Der Terrorismus der westlichen Welt: Von Hiroshima bis zu den Drohnenkriegen. Ein Gespräch von Noam Chomsky
Inside IS – 10 Tage im ‚Islamischen Staat‘ von Jürgen Todenhöfer
Krieg um jeden Preis: Gier, Machtmissbrauch und das Millardengeschäft mit dem Kampf gegen den Terror von James Risen
Countdown Weltkrieg 3.0 von Stephan Berndt
Quellen: PublicDomain/english.farsnews.com für PRAVDA TV vom 17.10.2015






